Review: Black Clover (Vol. 1)

Seit 2015 zeichnet Tabata Yūki fleißig an der Manga-Reihe Black Clover, die 2017 zudem eine Anime-Umsetzung durch Studio Pierrot erfuhr. Die actionreiche Fantasy-Reihe wird seit März 2019 im deutschsprachigen Raum von Kazé Anime etappenweise veröffentlicht.

Black Clover spielt im europäisch angehauchten Königreich Clover, in dem alle Bewohner Magie einsetzen können. Seitdem ein einzelner Magier die Menschheit vor der Vernichtung durch die Dämonen beschützt und gerettet hat, ist das höchste Ziel von Jugendlichen, zum König der Magier aufzusteigen. Zur Aufrechterhaltung des hart erkauften Friedens wurden neun magische Ritterorden gegründet, in denen Jugendliche aufgenommen werden können. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen jedoch Asta und Yuno, die als Babys im kleinen Dorf Hage am Ende der Welt abgegeben wurden. Dort wurden sie fünfzehn Jahre von einem Priester aufgezogen. Schon im Kindesalter haben sich die beiden geschworen, der König der Magier zu werden, um ihre Freunde zu beschützen. Während einer Reifeprüfung erhält Yuno ein Zauberbuch mit einem vierblättrigen Kleeblatt als Emblem darauf. Asta wiederum geht zunächst leer aus, denn so sehr er sich auch anstrengt, so wenig gelingt es ihm auch nur die niedrigste Magie zu wirken. Erst als sich Yuno in Gefahr befindet, erscheint auch ihm ein so genanntes Grimoire – mit einem fünfblättrigen Kleeblatt auf dem Buchumschlag. Nach den anfänglichen Strapazen beschließen die beiden, in die Welt hinauszuziehen und in der weit entfernten Burgstadt Kikka die Aufnahmeprüfung in einen der Ritterorden abzuschließen.

Aller Anfang ist schwer

Um aufgenommen zu werden, muss jeder Prüfling sein absolut Bestes geben. Ob Asta und Yuno in einen der neun magischen Ritterorden aufgenommen werden, soll an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden. Die Aufnahmeprüfung alleine zeigt aber sehr gut, mit welchen abwechslungsreichen Mitteln die Magier kämpfen. Da werden gefräßige Monster beschworen, Wasserstrahlen abgefeuert, Lichtblitze geschleudert und riesige Waffen herbeigezaubert. Erzählt wird die Geschichte von Black Clover in der Regel aus der Sicht von Asta, sodass der Zuschauer ein besseres Verständnis für seine missliche Lage erhält. Hin und wieder gibt es auch einen Zeitsprung, um die Kindheitserinnerungen von ihm und Yuno in den Kontext des jeweils aktuellen Geschehens zu setzen. Da es sich bei Asta und Yuno um zwei sehr unterschiedliche Individuen handelt, bleibt zudem viel Spielraum zur abwechslungsreichen Gestaltung der Handlung. Yuno ist selbstbeherrscht, gerne auch mal etwas zurückhaltend, aber überaus aufrichtig. Dies führt dazu, dass er sich von anderen Magiern nicht von seinem Weg abbringen lässt. Asta ist hingegen aufbrausend, laut, wild und unberechenbar. Daher sorgt sein Auftreten stets für reichlich Wirbel. Im Verlauf der zehn enthaltenen Episoden, die jeweils circa 24 Minuten andauern, tauchen aber noch viele weitere und wichtige Nebenfiguren auf.

Gelungener und guter Einstand

Unter technischen Gesichtspunkten ist Black Clover, das stilistisch und inhaltlich hier und da an Anime wie Fairy Tail oder Spiele wie Fire Emblem: Three Houses erinnert, auf der Höhe der Zeit. So erstrahlen sämtliche Folgen in der Full-HD-Auflösung im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Black Clover sticht hierbei mit trüben Farben hervor, die oft durch Lichtstrahlen und gelegentliche Lensflare-Effekte ausgeschmückt werden. Insbesondere bei der Aufnahmeprüfung und den Kämpfen zwischen den Magiern wird die teilweise düstere Atmosphäre mit bunten Zaubereffekten aufgewertet. Die einzelnen Charaktere sind allesamt schön gezeichnet. Während die meisten Randfiguren recht europäisch und fast unscheinbar wirken, stechen Hauptfiguren wie Asta, Yuno oder die adlige Noelle Silva mit ihrem leicht überdrehten japanischen Stil aus der Masse heraus. Die deutschen Sprecher sämtlicher Charaktere gehen in Ordnung, doch sind ihre japanischen Pendants viel ausdrucksstärker. Beide Tonspuren liegen des Weiteren in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, weshalb auch der Soundtrack recht angenehm anzuhören ist. Im digitalen Bonusbereich dürfen sich Fans sowohl über ein Clear Opening als auch ein Clear Ending freuen. Ebenfalls ist eine sechsminütige Bonusfolge im Chibi-Look enthalten. Als physische Boni liegen zwei Booklets bei, die das Paket abrunden und Lust auf weitere interessante, spannende und lustige Folgen von Black Clover macht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Clover ist eine überraschend gut, mit viel Witz und vor allem interessant erzählte Anime-Serie. Durch Werke wie Fairy Tail und Blue Exorcist darf das Szenario zwar nicht mehr als einzigartig bezeichnet werden, doch ist schon die Ausgangslage spannend. Während Yuno ein gewissenhafter Magier und Asta einer der wenigen Menschen ist, die keine Zauber wirken können, bleibt die Zukunft der beiden Hauptfiguren kaum vorhersehbar. Hinzu kommen weitere Nebenfiguren, die das Setting und die Charakterkonstellationen in regelmäßigen Abständen stark aufwerten. Wer mit Fairy Tail aufgrund der vagen Verknüpfungen innerhalb der Geschichte nicht so viel anfangen kann, wird mit Black Clover dank verzahnter Erzähltechnik und vielleicht auch aufgrund des leicht erwachsenen Stils etwas mehr anfangen können. Das Seriendebüt von Black Clover ist unterm Strich definitiv gelungen. Schlussendlich bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass dies in den nächsten Episodenpaketen genauso weitergeht.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 1)!

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