Review: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020

Seit ihrem ersten Auftritt in Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Běijīng 2008 haben die beiden Jump-’n’-Run-Helden schon mehrere Sportwettkämpfe zusammen bestritten. Mit Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020 steht der Ausflug in ihr Heimatland an, der mit tollen Ideen punktet, aber mit der sportlichen Bewegungssteuerung enttäuscht.

Nach dem Seriendebüt im Jahr 2007 haben Nintendos Allround-Talent-Klempner Super Mario und Segas blauer Igel keine olympischen Spiele ausgelassen und so ist nicht verwunderlich, dass die beiden japanischen Konzerne ihre Helden auch ins nächste Abenteuer schicken. Dieses Mal gilt das in doppelter Hinsicht, denn Mario und Sonic treten nicht nur bei den olympischen Spielen 2020, sondern auch bei den gleichnamigen Wettkämpfen im Jahr 1964 an – schließlich fand die Olympiade in jenem Jahr ebenfalls in Japan statt. Um die Sport- und Minispielsammlung möglichst aufregend zu gestalten, haben sich die Entwickler für den Story-Modus deshalb etwas Besonderes ausgedacht. Mario und Sonic erhalten eine mysteriöse Videospielkonsole als Geschenk – das Retro 64, das gleichzeitig eine Anspielung an Nintendos 64-Bit-Konsole und die ersten olympischen Spiele in Japan sein soll. Diese Konsole versetzt die beiden Helden und zu ihrem Leidwesen auch ihre langjährigen Antagonisten Bowser und Dr. Eggman in ein 8-Bit-Videospiel (den 16-Bit-Sonic einmal ausgenommen). Um aus dem Videospiel zu entkommen, müssen sie in verschiedenen olympischen Disziplinen Goldmedaillen gewinnen. Zur gleichen Zeit versuchen Marios Bruder Luigi, Sonics Sidekick Tails und andere liebgewonnene Charaktere der Franchises, ihre Freunde aus dem Spiel zu befreien.

Sightseeing in Tōkyō

Im Grunde dient der charmant und mit viel Humor erzählte Story-Modus als große Einführung in Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020. Zwischen den einzelnen Wettkämpfen dürfen wir sowohl im Tōkyō des Jahres 2020 als auch im Abbild aus dem Jahr 1964 die Stadt über eine Oberweltkarte mit festgelegten Wegen relativ frei erkunden. Unter anderem dürfen wir uns hier Wahrzeichen wie den Tōkyō Tower, das Kabuki-za oder den Tōkyōer Bahnhof anschauen. Warum die Übersetzer an vielen Stellen auf eine englische Formulierung der Ortsbezeichnungen gesetzt hat, sorgt bei uns zwar für Kopfschütteln, doch erfahren wir über die dort verteilten Informationspunkte oder aus den Gesprächen mit Toads und Chao viele Einzelheiten über Japans Hauptstadt, die olympischen Spiele oder die Eigenheiten der aus den Super-Mario- und Sonic-The-Hedgehog-Universen stammenden Charaktere. Kern des Spiels sind jedoch die olympischen Disziplinen, die wir entweder während des Abenteuers mitsamt gelegentlichen Minispielen als Intermezzo erleben oder im freien Spiel entweder alleine oder mit Freunden aus einer Liste auswählen. Mit dabei sind unter anderem Bogenschießen, Skateboarden, Kanufahren oder die Kampfsportart Karate. Die Auswahl an sportlichen Aktivitäten ist durchaus abwechslungsreich, da alle Disziplinen erfreulicherweise auf verschiedene Steuerungskonzepte setzen, die zudem leicht erlernbar und verständlich sind.

Von Muskelkatern und gähnender Leere

Beim Bodenturnen kommt es darauf an, eine gewisse Tastenreihenfolge zu betätigen. Im Gegensatz dazu müssen wir bei Kanufahrten darauf achten, im Takt mit unserem Kompagnon zu bleiben. Wollen wir hingegen Pfeile auf eine Zielscheibe schießen, müssen wir ständig mit dem Analog-Stick das Fadenkreuz korrigieren, da uns Windböen ins Schwanken bringen. Während die Knöpfchensteuerung wirklich präzise funktioniert, enttäuscht hingegen die Bewegungssteuerung. Zu oft kommt es vor, dass eine Aktion zu spät registriert wird. Zudem leidet das Spiel an Aussetzern, beispielsweise beim Bewegen des Fadenkreuzes. Das ist wirklich schade, denn manche Disziplinen wie das Kanufahren sorgen bei uns für eine ungeheure Immersion, denn seit Wii-Zeiten haben wir wohl kaum ein so intensives Gefühl mehr in den Armen gehabt. Immerhin dürfen wir die Eingabemethode jederzeit wechseln, sodass wohl jeder Spieler zumindest halbwegs zufriedengestellt werden dürfte. Nach Beenden der Story ist das Spiel aber hauptsächlich für Mehrspielerpartien gedacht, denn alleine wird der Sportalltag schnell öde. Das Spiel verfügt zwar auch über einen Online-Mehrspielermodus, doch haben die Entwickler den Fehler gemacht, den Modus für alle Disziplinen aufzuteilen anstatt zusammengestellte Angebote zu offerieren. Zum Testzeitpunkt am 3. Dezember 2019 kam bei uns deshalb kein einziges Match zustande. Mit einem Patch sollte dieser Unsinn aber schnell behoben sein, denn dann kann Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020 auch all jene packen, die nicht ständig Freunde für gemütliche Spielabende griffbereit haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020 ist tatsächlich mein erster Ausflug ins zusammengewürfelte Franchise. Grundsätzlich habe ich ein paar Stunden lang, vor allem im Story-Modus, meinen Spaß am Spiel gehabt. Die Dialoge sind witzig geschrieben und überraschen immer mal wieder mit recht illustren Ideen wie einer Shinkansen-Verfolgungsjagd mit Sonic im 8-Bit-Stil. Auch die einzelnen Disziplinen wie Skateboarden, Karate oder Bogenschießen sind so abwechslungsreich gestaltet, dass mir nicht so schnell langweilig wird. Allerdings frage ich mich, ob die Entwickler die Bewegungssteuerung vor Veröffentlichung selbst ausprobiert haben. Während die Bedienung über die Knöpfe des Pro Controllers durchaus gelungen ist, versagt gerade die für Sportspiele wichtigste Eingabemethode. Außerdem ist es schade, dass der Online-Modus auf einzelne Disziplinen ausgelegt ist. Das erschwert die Spielersuche enorm, zumal anscheinend nur wenige Personen den Titel derzeit online spielen und die Entwickler es versäumt haben, Computergegner für nicht besetzte Slots zu ermöglichen. Daher werde ich das Spiel selbst wohl nur noch selten anrühren. Wer jedoch schnell ein paar Freunde zusammengetrommelt bekommt, dürfte mit Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020 auch langfristig seinen Spaß haben.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020!

Ein Kommentar zu “Review: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tōkyō 2020

  1. 💜 Ich liebe alle Mario Games …… sie fesseln einen einfach ……. Würde ich gerne selbst mal anspielen . Teilweise finde ich es nicht so schön das einige Spiele immer nur für bestimmte Konsolen verfügbar sind . Und man so keine Chance diese zu Spielen .. Spiele Reviews lese ich besonderst gerne ….. Da weiß man gleich was man zb auf den Wunschzettel packen kann .. für sich selbst oder für Familie …..#NintendoSwitchLite

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