Review: Yūnas Geisterhaus (Vol. 3)

Im August 2019 startete Kazé Anime mit der Veröffentlichungsreihe der Anime-Serie Yūnas Geisterhaus. Nachdem der hiesige Publisher im September die zweite Volume der aus dem Jahr 2018 stammenden Serie nachreichte, folgte im Oktober das dritte Episodenpaket.

An der Grundhandlung von Yūnas Geisterhaus hat sich in der mittlerweile dritten Ausgabe gar nichts verändert. So steht nach wie vor der fünfzehnjährige Fuyuzora Kogarashi im Fokus der Erzählung. Als Medium steigt er in der Pension Yuragi ab, da die Miete dort äußerst günstig ist. Wer die Serie bis hierhin gesehen hat, wird sehr wohl wissen, dass der verschuldete Geisterbeschwörer eigentlich nur dem dortigen Spuk ein Ende bereiten wollte. Beim Geist handelt es sich um Yunohana Yūna, die allerdings alles andere als ein Ärgernis für Kogarashi ist. Nachdem er sich vorerst nicht dazu entschlossen hat, Yūna zu erlösen, entwickelten sich in der Pension Yuragi die ulkigsten Geschichten. Dies liegt vor allem an den anderen Damen, die sich in der Pension eingenistet haben. Hierbei handelt es sich jedoch um freundliche Oni oder Kami, die eine humanoide Erscheinungsform angenommen oder die Kontrolle über die Menschen übernommen haben. Damit nicht genug, tauchen zum Leidwesen aller Bewohner immer wieder neue Gestalten in der Pension auf, die es auf Yūna abgesehen haben. Dies ist notwendig, um einerseits den Zuschauer bei Laune zu halten und andererseits auch, um die mittlerweile eng befreundeten Charaktere zusammenwachsen zu lassen. Hier setzt Yūnas Geisterhaus in der dritten Volume verstärkt auf einen zusammenhängenden Handlungsstrang.

Durchgehender Handlungsstrang

Plötzlich taucht am Horizont ein neuer Gegenspieler auf. Hierbei handelt es sich um den engstirnigen Ryūga Genshirō. Dieser ist der Anführer des ominösen Drachenclans und verzweifelt auf der Suche nach einer Ehefrau. Um seine zukünftige Braut zu finden, durchstöbert er auch das malerische Yukemuri, wo sich die Pension Yuragi befindet. Nach vielen Enttäuschungen erblickt er auf einmal die wunderschöne Yūna, von der er nicht mehr die Augen lassen kann. Da diese verständlicherweise alles andere als interessiert an einer Eheschließung ist, lässt Genshirō das Geistermädchen bereits in der ersten Hälfte der siebten und damit ersten Folge dieser Volume entführen. Yūnas Mitbewohner lassen ihre Freundin allerdings nicht im Stich und schreiten selbstverständlich zur Rettung. Dies führt sie in die Unterwelt, in der Genshirō in einem alten japanischen Schloss herrscht. Hier müssen sich Ameno Sagiri und Kogarashi mit Genshirōs Dienerin Shintō Oboro messen. Ob und wie die Freunde aus dieser Situation entfliehen können, sollte der Zuschauer aber am besten selbst herausfinden. Die siebte und achte Episode zeigen aber hervorragend, wie gut sich ein durchgehender Handlungsstrang in Yūnas Geisterhaus anfühlt. In der neunten Folge besucht wiederum Kogarashis Klassenkameradin Miyazaki Chisaki die Pension – und wird sofort zur Übernachtung geladen.

Visuell und auditiv verknüpfter Humor

Wie schon in den vorherigen Volumes ist Erotik auch im dritten Episodenpaket wieder einmal ein unverzichtbares Handlungselement. Zum Beispiel wacht Kogarashi morgens als Running Gag neben Yūna auf: Diese ist am Oberkörper entblößt und öffnet quasi im selben Moment wie Kogarashi die Augen, weshalb dieser daraufhin einmal mehr aus dem Fenster fliegt. Auch Genshirōs Fantasie, wie er sich den Beischlaf mit Yūna und Sagiri vorstellt, wird visualisiert. Hinzu kommen Dialoge, die sich um Geschlechtsverkehr, das biologisch andere Geschlecht oder gar um das Kinderkriegen drehen. So verknüpft die Anime-Serie den schlüpfrigen Humor mit überdeutlichen Darstellungen von nackten Oberkörpern. Hierbei handelt es sich jedoch um Standbilder, die die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich ziehen. Diese können im 16:9-Format in der Auflösung von 1080p durchaus punkten. Allerdings können die spärlichen Animationen auch in der dritten Volume von Yūnas Geisterhaus nicht überzeugen – selbiges gilt für die minimalistischen Spezialeffekte, die durchaus etwas ausgereifter wirken dürften. Immerhin sorgt die Musik von Komponist Kikuya Tomoki für ein wohliges Gefühl, was auch für die deutsche als auch japanische Vertonung gilt. Digitales Bonusmaterial liegt nicht vor, doch dafür entschädigt im physischen Gesamtpaket ein zwölfseitiges Booklet. Fein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Yūnas Geisterhaus hat in den ersten beiden Volumes mit charmanten Charakteren, einer abgedrehten Handlung und wahnwitzigen Ideen eine solide Grundlage gelegt. Mit dem dritten Episodenpaket hat die Anime-Serie sehr gut gezeigt, dass sie auch mit einem durchgehenden Handlungsstrang umgehen kann, denn die siebte und achte Folge gehören thematisch zusammen und sind so inhaltlich miteinander verknüpft. Tiefgründig wird die Serie zwar an keiner Stelle, doch will sie das womöglich auch gar nicht. Yūnas Geisterhaus kann mit seinem schlüpfrigen bis erotischen Humor bei Laune halten, auch wenn die nach wie vor starke Sexualisierung der einzelnen Charaktere für den einen oder anderen Zuschauer hinderlich sein kann. Wer die ersten beiden Ausgaben mag, darf auch bei der dritten Volume erneut zuschlagen. Am Ende bleibt jedoch die sehr wichtige Frage, ob es Animationsstudio Xebec gelingt, die Handlung zu einem runden Abschluss zu bringen, da die Manga-Vorlage zum Ende der Anime-Reihe noch nicht abgeschlossen war.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yūnas Geisterhaus (Vol. 3)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s