Review: Fairy Tail (Vol. 6, Episoden 125–150)

Im Mai 2019 ging die Anime-Serie Fairy Tail in der Veröffentlichungsreihe von Publisher Kazé Anime in die nächste Runde. Obwohl die Serie mal wieder mit seichten Nebenhandlungen beginnt, entwickelt sich zum Glück schnell eine spannende Story um ein magisches Erbstück.

Auch wenn in Fairy Tail öfters mal auf bereits stattgefundene Ereignisse hingewiesen wird, dürften wohl die meisten Zuschauer die Hoffnung aufgegeben haben, dass die Anime-Serie so etwas wie eine stringente Handlung entwickeln wird. Stattdessen werden die Charaktere in der sechsten Volume wieder in verschiedene Geschichten respektive Aufträge verwickelt. So müssen sich Natsu Dragneel, Lucy Heartfilia, Erza Scarlet, Gray Fullbuster, Happy und Co im Auftakt der sechsten Serienbox mit ihren Tanzkünsten auseinandersetzen. Der Grund dafür ist schnell gefunden: So ist der Magier Velveno aus dem Gefängnis ausgebrochen und es wird erwartet, dass er während einer Tanzveranstaltung einen Ring von Graf Balsamico stiehlt. Um das zu verhindern, üben die Magier der Gilde Fairy Tail und machen sich zum magischen Tanzball auf. In der darauffolgenden Episode sollen Natsu, Lucy und Happy mit ihrer Freundin Wendy Marvell wiederum einen Goldtransport vor der Arschwackel-Bande beschützen. Die Diebestruppe ist jedoch ganz schön planlos. So schleudert sie Lucy und Happy aus der Bahn, setzen Natsu mit ihren Blähungen außer Gefecht und wollen Wendy dann auch noch dazu überreden, sich ihrer Sache anzuschließen. Glücklicherweise gelingt es A-1 Pictures und Satelight, darauf aufbauend schnell mit der eigentlichen Storyline der Volume zu beginnen.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wie aus dem Nichts taucht Lucys angebliche Cousine Michelle Lobster in der Gilde Fairy Tail auf. Obwohl diese jünger ist als Lucy, ist sie aufgrund des Zeitsprungs im Erscheinungsbild ein wenig älter – dennoch freut sich Lucy nach dem Tod ihres Vaters wirklich sehr darüber, noch Verwandtschaft zu haben. Michelle überbringt Lucy ein Artefakt, wobei es sich um einen Uhrzeiger handelt, der zum einen ein Erbstück ihres Vaters ist und zum anderen zu einem mysteriösen Uhrwerk gehört. Da das Zusammensetzen dieser Uhr angeblich zum Einzug des Chaos auf der Welt führen soll, beschließen sie, die einzelnen Elemente zu sammeln und dem Wahnsinn ein Ende zu setzen. Blöd nur, dass sämtliche Bauteile kreuz und quer über die Welt verteilt sind. Während Natsu, Happy und Lucy beispielsweise in der Grabstätte nach einem weiteren Teil der Uhr suchen, sind Erza, Carla und Wendy aus demselben Grund in der Magiebibliothek unterwegs. Hierbei wird auch der Kern der Erzähltechnik deutlich, denn in Fairy Tail steht wie in vielen anderen Anime-Serien Freundschaft im Fokus der Geschichte. Dies wird beispielsweise in der Episode deutlich, in der Lucy eine magische Tinktur benutzt, welche sie vorübergehend unsichtbar macht. Obwohl es zunächst so aussieht, dass Lucy bei Natsu und Co in Vergessenheit gerät, erinnern sich ihre Freunde nach und nach an sie.

Zeitlose Anime-Serie mit Humor

Nach wie vor besticht Fairy Tail auch in den Episoden der sechsten Volume mit sehr bunten als auch recht tristen Farben in der Full-HD-Auflösung. Dazu gehört auch erneut der bedachte Einsatz von seichten Spezialeffekten. Die angenehmen Animationen punkten auf ganzer Linie und hauchen den Charakteren vor allem mit überzeichneten Emotionen reichlich Leben ein. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Fairy Tail einmal mehr an ähnlich konzipierte Werke wie One Piece erinnert. Akustisch gibt es neben dem typischen Soundtrack an der einen oder anderen Stelle wie beim magischen Tanzball auch klassische Musik auf die Ohren, die im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 erklingt. Zu guter Letzt überzeugen in dieser Disziplin sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher, die mit ihren Stimmen den Charakteren reichlich Ausdruck verleihen. Hier wird der überdrehte Humor von Fairy Tail ganze 26 Episoden auf drei Blu-ray Discs wunderbar an die Grenzen getrieben. Wer auf digitales Bonusmaterial hofft, wird vermutlich etwas enttäuscht sein. Dafür liegt in der sechsten Serienbox ein 16-seitiges Booklet mit einem ausführlichen Episodenguide und zwei Seiten für Notizen bei. Als besonderes Schmankerl gibt es jedoch einen Magneten mit Gray-Fullbuster-Motiv und ein Klebe-Tattoo mit dem Fairy-Tail-Logo obendrauf. Sehr schön!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Fairy Tail hat leider das Problem, dass sie nicht auf ein Ziel hinarbeitet und lieber einfach eine Story nach der anderen abarbeitet. Zum Glück halten sich die kleinen und unwichtigen Nebenhandlungen diesmal in Grenzen und schon nach vier Episoden wird der eigentliche Handlungsstrang der sechsten Volume von Fairy Tail angestoßen. Hier gelingt der Serie das Kunststück, parallel zueinander ablaufende Geschichten so zu verzahnen, dass am Ende ein recht stimmiges Gesamtbild erscheint. Die Suche nach den verschiedenen Teilen des Uhrwerks und das Mysterium hinter diesem zu lüften, motiviert nicht nur die Charaktere, sondern auch den Zuschauer. Dieser ertappt sich schnell dabei, eine Episode nach der anderen anzuschauen und mit Natsu und Co mitzufiebern. Hieran darf Fairy Tail in den kommenden Volumes aber sehr gerne anknüpfen. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Vol. 6, Episoden 125–150)!

 

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