Review: B Gata H Kei (Vol. 2)

Mitte August 2019 veröffentlichte Kazé Anime die erste Ausgabe der Anime-Serie B Gata H Kei. Nur wenige Wochen später folgte Anfang September die zweite Volume, die zugleich das Serienfinale darstellt, obwohl die Manga noch ein ganzes Jahr länger publiziert wurden.

Yamada ist ihrem Ziel, mit über einhundert Jungs während ihrer Zeit auf der Oberschule zu schlafen, kein Stück nähergekommen. Stattdessen hat die Anime-Serie bereits in der ersten Folge eine Wendung genommen, denn in der Buchhandlung hat die fünfzehnjährige Yamada ihren Mitschüler Kosuda Takashi getroffen. Seit ihrer ersten Begegnung macht dieser ihr einen dicken Strich durch die Rechnung. Während sich das erste Episodenpaket vor allem mit dem gegenseitigen Kennenlernen der beiden Figuren beschäftigt, stehen in der zweiten Volume die Gefühle der beiden Charaktere im Mittelpunkt der Erzählung. Die Anime-Serie B Gata H Kei bleibt ihrer Linie treu und wirft Yamada und Takashi dafür in abstruse Situationen, in denen die unbeholfenen Figuren zur Unterhaltung des Zuschauers überfordert sind. Daran wächst das mögliche Paar aber, sodass die Charakterentwicklungen mit jeder weiteren Folge deutlich spürbar sind. Ihre Gefühle füreinander beeinflussen jedoch auch ihre Umwelt, die in das Drama freiwillig oder nicht hineingezogen wird. Da wäre zum Beispiel Kanejō Kyōka zu nennen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika zur Schule gegangen ist. Sie verfügt für ihre neue Schule noch nicht über einen neuen Badeanzug, wodurch sie beim Schulsport aus der Menge heraussticht. Dies führt zu einem Beliebtheitswettkampf mit ihrer Rivalin Yamada.

Gefühlschaos

B Gata H Kei lebt somit nicht nur durch die beiden Hauptfiguren, sondern auch durch diverse Nebencharaktere. Beispielsweise ist Yamadas kleine Schwester Yamada Chika neu an ihrer Oberschule und freundet sich einerseits direkt mit Kyōka an und verliebt sich andererseits in deren Bruder Keiichi, woraufhin Kyōka wiederum nicht gut zu sprechen ist – und wie es der Zufall so ist, entwickelt Keiichi ein starkes Interesse an Yamada, was Takashi insgeheim in eine Krise stürzt. Hinzu kommt, dass der Sommer vor der Tür steht und Takashi mit seinen Verwandten und der Familie von Miyano Mayu gemeinsam Urlaub macht. Was nur Yamada und ihre beste Freundin Takeshita Miharu wissen, ist, dass Mayu heimlich in Takashi verliebt ist. Yamada kann nicht zulassen, dass sich die beiden näherkommen und beschließt, ihre Ferien zu torpedieren. Da es sich beim Großteil der Charaktere von B Gata H Kei um Oberschüler handelt, ist es nicht verwunderlich, dass auch ein Klassenausflug mit zur Story gehört. Dieser geht nach Kyōto und ermöglicht den beiden Vielleicht-Verliebten Spielraum für ihre Gefühle. Nichtsdestotrotz bleibt auch in diesem Rahmen reichlich Zeit, um Figuren wie Miharu zu beleuchten. Beispielsweise ist Miharus erstes Mal eines der Gesprächsthemen. In diesem Moment wird vor allem der Humor der aus zwölf Folgen bestehenden Serie deutlich.

Jungfrau, 15, weiblich, sucht

An allen Ecken und Enden ist der Humor äußerst schlüpfrig, da er immer wieder auf das Eine hinausläuft. Sexuelle Anspielungen, kurzweilige Dialoge über niedere Dinge und ideenreiches Kopfkino sind inklusive. Ähnlich wie die Episoden der ähnlich strukturierten Anime-Serie Yūnas Geisterhaus sind auch die Folgen von B Gata H Kei in zwei Hälften aufgeteilt. Diese Hälften beschäftigen sich stets mit einem bestimmten Thema, wobei sämtliche Bereiche des Verliebtseins abgedeckt werden. Obwohl diese Themen nur sehr vage miteinander verknüpft sind, schaffen es die Situationen hervorragend, die eigentliche Story gut voranzutreiben, zu unterhalten und halbwegs zu einem angenehmen Abschluss zu führen. Daran sind auch die regelmäßigen Einblendungen der Triebgötter von Takashi und Yamada nicht ganz unschuldig, die die Erlebnisse mit kecken Sprüchen begleiten. Unter technischen Gesichtspunkten führt die zweite Volume das Grundgerüst der ersten Ausgabe nahtlos fort. So sind die Charaktere allesamt detailliert gestaltet, während die Umgebungen lediglich ihren Zweck erfüllen. Dafür entschädigt wiederum der Soundtrack, der vor allem mit heiteren Klängen punktet. Sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation schließen das Gesamtpaket wunderbar ab, lediglich Bonusmaterial fehlt in der zweiten und abschließenden Volume leider abermals.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): B Gata H Kei führt die Geschichte um die jungfräuliche Yamada und ihrem Objekt der Begierde, Kosuda Takashi, in der zweiten Volume zu einem angenehmen Abschluss. Da die Manga-Reihe noch ein Jahr nach dem Ende der Anime-Serie veröffentlicht wurde, darf – wie so oft – jedoch nicht mit einem runden Ende gerechnet werden. Zwar wird die Story halbwegs gut abgeschlossen, doch bleibt das Finale offen. Eine Fortsetzung ist aber eher unwahrscheinlich, da die Anime-Serie schon seit 2011 nicht mehr angetastet wurde. Trotzdem können die sechs enthaltenen Episoden mit abstrusen Ideen und Situationen vor allem mit ihrem Humor punkten. Diese stehen den Folgen der ersten der beiden Volumes in so gut wie nichts nach. Wer die ersten sechs Teile von B Gata H Kei bereits mochte, kann bei der zweiten und letzten Volume gerne erneut zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von B Gata H Kei (Vol. 2)!

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