Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 3)

Nachdem die zweite Volume von The Ancient Magus Bride im Februar 2020 in Deutschland veröffentlicht wurde, mussten Fans der märchenhaften Geschichte glücklicherweise gar nicht lange auf die nächsten Episoden der tollen Anime-Serie aus dem Hause Wit Studio warten.

The Ancient Magus Bride knüpft in der dritten Volume wie zuvor an die Geschehnisse des letzten Episodenbündels an, ohne jedoch direkten Bezug auf diese zu nehmen. Das passt auch ganz gut, da die dreizehnte und damit erste Folge dieser Ausgabe mit einem frischen Opening beginnt. Das Vorspannlied Here von Iwasato Yūho, Shirato Yūsuke und Sakai Junna wurde durch den Song You von Nakano Ryōta und Nakabayashi Mei ausgetauscht, bei dem Iwasato aber immerhin noch den Text verfasst hat, wodurch das Lied inhaltlich nach wie vor zur Serie passt. Zu Beginn der Episoden der dritten Volume ist Hatori Chise zu ihrem Lehrer und womöglich künftigen Ehemann Elias Ainsworth heimgekehrt. In der malerischen Idylle Englands lernt sie nicht nur neue magische Wesen kennen, sondern offenbart Elias mehr und mehr, dass sie ihn über gemeinsame Bekannte besser kennengelernt hat. Was in typischen Dramaserien spätestens jetzt zu recht unnötigen Konflikten geführt hätte, wird in The Ancient Magus Bride traditionsgemäß in ruhiger Zweisamkeit langsam und mit gut gewählten Worten auf einer sehr persönlichen Ebene besprochen. Unter der Regie von Naganuma Norihiro gelingt es dem Fantasy-Werk ein Weiteres Mal, realitätsnah gezeichnete Charaktere miteinander agieren zu lassen, was zu einem eindrucksvollen Erzähltempo führt, das sich Zeit nimmt.

Über das Lehrer-Schüler-Verhältnis hinaus

Im Mittelpunkt der Handlung steht nach wie vor die zwischenmenschliche Beziehung von Chise und Elias, die sich nach und nach vertieft. Da Chise weiß, dass Elias möglicherweise schon einmal einen Menschen verspeist hat, fragt ihr Lehrmeister sich natürlich, ob seine Schülerin nun Angst vor ihm hat. In The Ancient Magus Bride vermischen sich Licht und Schatten, sodass niemals eindeutig ist, welche Werte und Emotionen in den Figuren stecken. Das passt wunderbar dazu, dass Chise im Auftakt des dritten Episodenpakets die Fähigkeit erlernt, ihre Gestalt zu verändern. Mit dieser Verbildlichung reflektiert Chise sogar das Verhalten von Elias, der sich wie ein Kind verhält und seine Vergangenheit weitgehend vor seiner von ihm auserkorenen zukünftigen Ehefrau verborgen hält. Trotz alledem verbindet beide Charaktere etwas, das aber nicht mit aufgesetzt wirkender Romantik oder Dramatik ausgedrückt wird. In der vierzehnten Episode versucht das Paar beispielsweise, einen von Chises Freunden zu helfen. Dieser liegt im Sterben und kann nur mit Magie gerettet werden. Ob die Rettung gelingt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Der Zuschauer erkennt allerdings schnell, dass die Beziehung von Chise und Elias über die Ausbildung hinausgeht und weitreichende Auswirkungen auf weitere Charaktere wie der magischen Redcurrant hat.

Konträre Gestaltungsmaßnahmen

In stilistischer Hinsicht verbinden sich in The Ancient Magus Bride sowohl dunkle als auch helle Perspektiven, die die wiederkehrenden Gegensätzlichkeiten visuell unterstreichen. So ist der Eingang zum Feenreich beispielsweise pechschwarz, der Ort selbst jedoch ist wiederum auf angenehme Art und Weise in herbstliche Farben gehüllt. Dort erwarten die Charaktere sowohl Freude als auch Trauer, was die Anime-Serie zu einem wunderbar konträren Erlebnis macht. Selbiges gilt für den Wechsel der Jahreszeiten, denn in der 16. Folge hält auch der Winter Einzug in England. Unter technischen Gesichtspunkten erstrahlt das Werk des Wit Studios jederzeit im bildschirmfüllenden 16:9-Format, in dem die detaillierten Figuren vor malerischen Kulissen agieren. Hinzu kommt der gelungene Soundtrack von Matsumoto Jun’ichi, der The Ancient Magus Bride mit einem sehr melancholischen Unterton ausstaffiert, sodass die erwachsenen Themen wie Vergänglichkeit und Tod in den emotionalen Szenen nie an Bedeutung verlieren. Auch die beiden enthaltenen Synchronfassungen sind gelungen, denn sowohl den deutschen als auch den japanischen Sprechern gelingt es wunderbar, ihren Rollen Persönlichkeit zu verleihen. Leider hat es der hiesige Publisher Kazé Anime erneut versäumt, der Anime-Serie irgendein Bonusmaterial zu spendieren. Das dämpft das Vergnügen leicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der dritten Volume bricht in der Serie The Ancient Magus Bride die zweite Serienhälfte an. Diese sollte grundsätzlich die Storyline auf das Finale vorbereiten, doch werden stattdessen eher einzelne Geschichten erzählt, die leicht aufeinander aufbauen und im Vorbeiflug die Vergangenheit von verschiedenen Figuren aufarbeiten. Aufgrund der langsamen Erzählweise macht das aber nichts, da jede Folge die Charaktere nicht nur sympathischer, sondern zugleich auch authentischer macht. Trotzdem bleibt es unglaublich spannend, wie The Ancient Magus Bride mit dieser Struktur zu einem runden Ende gebracht werden kann. Wer jedoch die ersten beiden Volumes schon mochte, wird mit ziemlicher Sicherheit auch das dritte Episodenpaket in sein Herz schließen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 3)!

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