Review: Detektiv Conan (Box 5, Episoden 130–155)

Lange mussten Hobby-Detektive nicht auf die Fortführung der Anime-Serie Detektiv Conan warten, denn nur zwei Monate nach der vierten Volume erschien am 25. Mai 2018 die fünfte Serienbox von Detektiv Conan – inklusive einiger wichtiger Folgen für die Haupthandlung.

Wer Detektiv Conan kennt, der weiß, dass es zwar einen Haupthandlungsstrang gibt, der sich wie ein roter Faden durch die ganze Anime-Serie zieht, doch ist dieser meistens unterpräsent. Im Klartext heißt das, dass sich der titelgebende Detektiv in den meisten Folgen mit kleineren Fällen auseinandersetzen muss, die nicht mit dem großen Ganzen zusammenhängen. Daran ändert sich auch in der fünften Volume nichts, auch wenn diese die eigentliche Storyline mit überraschend vielen Fakten ergänzt. Mit dem Überfall auf einen Banktransporter wird dieser Handlungsverlauf ins Rollen gebracht, denn Kudō Shin’ichi alias Edogawa Conan vermutet die Männer in Schwarz hinter dem Vorfall. Um die im Verborgenen operierende Organisation, die ihn hat schrumpfen lassen, zu überführen, nimmt er die Ermittlung auf. Kurze Zeit später bekommen Conan und seine hilfsbereiten Freunde Kojima Genta, Tsuburaya Mitsuhiko und Yoshida Ayumi eine neue Klassenkameradin. Hierbei handelt sich um Haibara Ai, die direkt ein Auge auf Conan wirft und fortan bei den Detective Boys mitmischt. Conan merkt schnell, dass es sich bei Ai um ein ganz besonderes Mädchen handelt, das von Geheimnissen umgeben ist. Zu viel soll nicht verraten werden, aber Ai scheint in Verbindung mit der Organisation zu stehen, was in vier zusammenhängenden Episoden wirklich sehr ausführlich behandelt wird.

Allgegenwärtige Detective Boys

Als neue Hauptfigur in Detektiv Conan wird Ai jede Menge Screen Time geschenkt, zumal sie fortan als neues Mitglied bei jedem einzelnen Fall der Detective Boys mitmischt. Während die Detective Boys zum Leidwesen ihrer Fans in den letzten Volumes etwas zu kurz gekommen sind, sind sie im fünften Episodenpaket fast schon omnipräsent. Unter anderem lösen die Kinder mit Conans Hilfe einen Fall über Zahlenkombinationen, die an sie geschickt werden. In einer anderen Folge machen die Nachwuchsdetektive wiederum einen Ausflug mit Professor Agasa Hiroshi, wobei sie in einem Schloss voller Geheimgänge und Geheimnisse landen. Unterstützt werden Conan und Co von den Erfindungen des Wissenschaftlers. Erstmals zu sehen ist beispielsweise das Lichtchronometer, halb Armbanduhr und halb Taschenlampe. Damit gelingt es den Detective Boys wunderbar, sich im alten Gemäuer zurechtzufinden. Fans von Mōri Kogorō müssen aber nicht verzweifeln, denn auch der Teilzeitalkoholiker und selbsternannter Frauenheld kommt hier und da zur Geltung, um zum Beispiel einen Direktor als Leibwächter zu beschützen. Suzuki Sonoko wird zur Fallaufklärung von Conan in zwei weiteren Fällen ebenfalls kurzerhand narkotisiert. Warum auch immer kommt am Ende einer Episode sogar Kaitō Kid ganz kurz vor, was für die Story aber leider absolut irrelevant ist.

Zeitgeist des ausgehenden 20. Jahrhunderts

In vielen Episoden von Detektiv Conan ist der Zeitgeist der ausgehenden 1990er-Jahre zu spüren. Beispielsweise erklärt Professor Agasa, dass er den ganzen Tag telefonisch nicht zu erreichen war, weil er zum Surfen im Internet den Hörer neben das Telefon legen musste. An anderer Stelle sind Fotografien auf Disketten gespeichert und selbst der Begriff „Chat“ und wie er funktioniert, muss noch ausführlich erläutert werden. Auch wurden Fotoapparate noch nicht von Digitalkameras verdrängt. Selbst an Gojira und Co angelehnte Kaijū-Filme werden erwähnt, die gegen Ende des Jahrtausends selbst in Japan fast nicht mehr relevant waren. Jüngere Zuschauer werden damit aber keine großen Probleme haben, da alle Inhalte logisch in einen Kontext gesetzt und erklärt werden. Aufgrund des Alters der enthaltenen Folgen ist es nachvollziehbar, dass die Anime-Serie von TMS Entertainment passend zum Zeitgeist im 4:3-Format ausgegeben wird. Sämtliche Szenen sind aber so gestaltet, dass die Entfaltung von Dynamik darauf zugeschnitten ist. Wer den Inhalt einer Episode nachlesen möchte, darf in das beiliegende Booklet mit Episodenguide schielen, wo alle Folgen kurz und knapp für den Zuschauer erläutert werden. Digitales Bonusmaterial gibt es erneut nicht, was aufgrund des endlich stark fortgesetzten Haupthandlungsstrangs aber auf jeden Fall zu verzeihen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 130 bis 155 der Serie): Nachdem die vierte Volume von Detektiv Conan die Serienhandlung so gut wie gar nicht vorangetrieben hat, ändert sich das im fünften Episodenpaket. Mit Haibara Ai steht eine neue Figur im Mittelpunkt der Story, die in so gut wie jeder einzelnen Episode stark beleuchtet wird. Der Zuschauer erfährt mehr über sie, ihre Verbindung zur Organisation und auch über das Gift, das Kudō Shin’ichi auf Kindergröße hat schrumpfen lassen. Auch wenn klar sein dürfte, dass der Schülerdetektiv keine großen Erfolge feiern wird, bleibt die Geschichte dennoch äußerst spannend. Das liegt vor allem daran, dass der Zuschauer zum Miträtseln ermuntert wird, wer denn nun der Täter des jeweiligen Falles ist. Wer nach der vierten Volume etwas enttäuscht war, wird mit der gelungenen fünften Serienbox wieder versöhnt. Bleibt nur zu hoffen, dass es TMS Entertainment gelingen wird, diesen Spagat auch künftig weiterzuverfolgen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 5, Episoden 130–155)!

Ein Kommentar zu “Review: Detektiv Conan (Box 5, Episoden 130–155)

  1. Sie sind halt einfach mehr als ein Jahrzehnt zu spät dran xD Aber das liegt wohl an der echt bescheidenen Rechtevergabe, derzeit hat AoD ja immer noch das alleinige Streamingrecht für Conan in Deutschland.
    Da ich die Folgen damals sogar noch auf RTL II gesehen habe, werde ich mir die Box wohl nicht holen, eine Neuauflage in HD-Format wäre aber ein echter Kaufgrund gewesen.
    #NintendoSwitchLite

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