Review: Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 1)

2016 wurde die Anime-Serie Re:Zero – Starting Life in another World in Japan zum ersten Mal ausgestrahlt. Drei Jahre dauerte es, bis die erste Volume des Werks von Regisseur Watanabe Masaharu hierzulande auf Blu-ray Disc im Dezember 2019 von Kazé Anime veröffentlicht wurde.

Im Mittelpunkt der Geschichte von Re:Zero – Starting Life in another World steht der junge Natsuki Subaru. Dieser besucht nicht die Schule, geht keiner Arbeit nach und gehört damit zum Phänomen der Neets, das unter anderem auch im Anime Eden of the East angesprochen wird. Kaum verlässt er eines Abends nach dem Einkaufen einen Supermarkt, findet er sich plötzlich und unerwartet in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt wieder. Da er in seinem Leben schon eine Vielzahl an Videospielen konsumiert hat, verwundern ihn so manche Kreaturen und die europäisch angehauchte Umgebung nicht. Stattdessen knüpft er innerlich erste Verbindungen und findet sich schnell zurecht. Dennoch macht ihm sein leerer Geldbeutel schon auf dem Markt einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Während er von drei Schlägern in einer Seitengasse überfallen wird, lernt er die Geisterruferin Satella kennen. Diese ist auf der Suche nach einer besonderen Insignie – und da Subaru im Moment ohnehin nichts zu tun hat, beschließt er kurzerhand, Satella bei der Suche zu helfen. Wenig später werden die beiden Spürnasen brutal ermordet. Was bei vielen Anime-Serien wohl mit einer überraschenden Wendung oder schlicht mit dem Erwachen aus einem Traum erklärt werden würde, fühlt sich für Subaru in Re:Zero – Starting Life in another World eher wie Bill Murrays Erfahrung im Filmklassiker Und täglich grüßt das Murmeltier von 1993 an.

Und täglich grüßt das Murmeltier, oder doch nicht?

Nach seinem Ableben wacht Subaru auf dem Markt auf. Während die nächsten Augenblicke genauso passieren, wie er es schon einmal durchlebt hat, verläuft das Geschehen danach jedoch – nicht zuletzt aufgrund anderer Entscheidungen – in eine ganz neue Richtung. Zum Beispiel lernt Subaru nicht mehr Satella kennen. Stattdessen schließt er Freundschaft mit der Diebin Felt. Sämtliche Ereignisse führen jedoch abermals zum Tod der Hauptfigur, die danach wieder auf dem Markt erwacht. Für die Grundlage der Serie lässt sich die erste von insgesamt fünf Episoden in der ersten Volume ganze fünfzig Minuten und damit doppelt so viel Zeit, wie eine übliche Folge von Re:Zero – Starting Life in another World dauert. Das erinnert entfernt an den überlangen Prolog von der Anime-Serie Fate/Zero, ist aber auch hier notwendig, um auf die bevorstehende Komplexität der nächsten Episoden vorzubereiten. Wer Zeitreisen und Zeitschleifen mag, kommt definitiv auf seine Kosten, zumal Subaru in der ersten Folge nicht zum letzten Mal das Zeitliche segnet. In der zweiten Episode wird er beispielsweise von den Schlägern in der Seitengasse abgemurkst. Mit facettenreichen Wendungen wird das Spektakel auf die Spitze getrieben. Zum Beispiel leugnet Satella in einer weiteren Begegnung, dass sie so nicht heißt. An anderer Stelle wird Subaru in der Gasse vom Ritter Reinhard van Astrea gerettet.

Wie aus einem Guss

Neben der ernsten Thematik bleibt hier und da auch noch ein bisschen Platz für Humor, der gerne auch mal auf den Zwist zwischen Mittelalter und Neuzeit anspielt. Das funktioniert dank der überwiegend freundlich dargestellten Charaktere erstaunlich gut, was auch hervorragend ins Storytelling passt, da die Handlung etwas Zeit braucht, um ins Rollen zu kommen. Hinzu kommt eine hübsche Optik, an der sich der Zuschauer nicht sattsehen kann. Sowohl die sehr detaillierten Hintergründe, die abwechslungsreichen Charaktermodelle als auch die bewusst eingesetzten Beleuchtungseffekte ergeben ein stimmiges Gesamtbild in der Auflösung von 1080p. So ähnlich sieht es mit der Musik aus, die die Präsentation im bildschirmfüllenden 16:9-Format je nach Stimmungslage mit angenehmen oder düsteren Melodien im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Mitverantwortlich für die dichte Atmosphäre sind jedoch auch die Synchronsprecher. In der deutschen Fassung von Re:Zero – Starting Life in another World wird Subaru zum Beispiel von Tim Schwarzmaier gesprochen. Der hat bereits Daniel Radcliffe in den ersten beiden Harry-Potter-Filmen seine Stimme geliehen. Kobayashi Yūsuke übernimmt diesen Part in der japanischen Originalfassung. Neben fünf Mini-Episoden auf der Disc liegen der limitierten Erstauflage der ersten Volume noch ein 26-seitiges Guidebook, ein Schlüsselanhänger und ein Sammelschuber bei, in dem Platz für alle fünf Volumes ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Re:Zero – Starting Life in another World gehört zu den Anime-Serien, von der selbst Serienjunkies gehört haben, die eigentlich nichts oder nur wenig mit japanischem Zeichentrick zu schaffen haben. Dabei ist das Konzept der Serie nicht wirklich neu, denn bereits Kenneth Milton Grimwoods Roman Replay: Das zweite Spiel aus dem Jahr 1986 hat sich mit Zeitschleifen auseinandergesetzt. Re:Zero – Starting Life in another World setzt hinzukommend aber zum Glück genügend eigene Akzente, sodass die Zeitschleifen mit facettenreichen Wendungen gespickt sind. Dafür sorgen vor allem die überwiegend freundlichen und sympathischen Charaktere, die die Story in einem langsamen Tempo vorantreiben. Das ist für einen Großteil der Geschehnisse aber auch nötig, da sie zum Teil parallel zueinander laufen und durchaus komplex sind. Nach der vielversprechenden ersten Volume darf gespannt sein, wie sich Re:Zero – Starting Life in another World in den nächsten vier Ausgaben entwickelt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 1)!

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