Review: Tōkyō Ghoul:re (Vol. 5)

Nachdem im Juni 2019 die vierte Volume von Tōkyō Ghoul:re erschien und die erste Staffel der Serie beendete, dauerte es fast ein ganzes Jahr, bis der hiesige Publisher Kazé Anime den Auftakt der zweiten Season respektive die fünfte Ausgabe im Mai 2020 veröffentlichte.

Wenig überraschend führt die fünfte Volume von Tōkyō Ghoul:re die Handlung der ersten Staffel fort. Allerdings fällt der Einstand ein wenig holprig aus und wer die letzten Episoden der Serie nicht mehr ganz so sehr im Gedächtnis hat, wird Probleme haben, in die Geschichte einzusteigen. So tauchen schon in der dreizehnten und damit ersten Episode der fünften Ausgabe jede Menge Figuren auf, die der Zuschauer erst einmal einordnen muss. Da die im Jahr 2018 erstmals im japanischen Fernsehen ausgestrahlte Staffel ohnehin komplex genug ist, ist der Sprung zwischen verschiedenen Handlungsorten und teils auch Zeitebenen fürs Verständnis nicht gerade förderlich. Beispielsweise erfährt der Zuschauer, dass der Kampf zwischen der Kommission zur Bekämpfung der titelgebenden Ghule und der terroristischen Vereinigung Phönixbaum immer noch tobt. Das Versteck des Phönixbaums soll sich auf der Insel Ru befinden, wodurch noch in der ersten der drei auf den Datenträgern enthaltenen Episoden der Angriff eingeleitet wird. Es wird jedoch auch an anderer Stelle gekämpft, denn seit geraumer Zeit wird Fueguchi Hinami, da sie eine Ghula ist, in einer Strafanstalt für Ghule gefangen gehalten. Da Kaneki Ken sein Bewusstsein zurückerlangt hat, beschließt er, seine Freundin aus früheren Tagen zu retten und seine Vergangenheit als Ermittler hinter sich zu lassen.

Farbliches Zusammenspiel

In optischer Hinsicht entsprechen auch die Folgen der zweiten Staffel so ziemlich dem, was die Fans von Tōkyō Ghoul:re bereits aus der ersten Season kennen. Viele Hintergründe sind blass, sodass die Charaktere sich davon abheben können. Dies gelingt der Serie aber nicht immer, da sich die Kleidung der Figuren häufig auch am farblichen Hintergrund orientiert und so eine stimmungsvolle Symbiose erzeugt wird. Licht- und Schatteneffekte sorgen in diesem Zusammenhang ebenso für eine ordentliche Präsentation, die in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format jeden Fan zufriedenstellen dürfte. Leider sind die Animationen der Charaktere, vor allem in den Kämpfen, aber nicht immer flüssig. Hier hätte Studio Pierrot ruhig ein wenig mehr Sorgfalt walten lassen sollen. Wer sich bisher nicht daran gestört hat, wird auch in der fünften Volume von Tōkyō Ghoul:re kein Problem mit der Art der technischen Gestaltung haben, zumal die Serie in akustischer Hinsicht sehr viel mehr überzeugen kann. Die actiongeladenen Szenen werden mit adrenalingetränkten Melodien unterlegt, während Dialoge und leise Momente meist ohne Musik auskommen oder lediglich mit beruhigender Musik ausgeschmückt sind. Nicht selten sind hier Klavierklänge zu hören, die schon in den vorherigen Serien des facettenreichen Tōkyō-Ghoul-Franchises dominierten.

Einstand mit kleinen Tücken

Dieser konträre Konflikt ist schon im Intro zu hören, das ruhig beginnt, dann aber regelrecht Fahrt aufnimmt. Tōkyō Ghoul:re begeistert übrigens akustisch im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, in dem alle Soundeffekte und Stimmen gut zur Geltung kommen. Zumindest lässt sich dies über die japanische Sprachfassung sagen, denn auch wenn die deutschen Sprecher überwiegend gut ausgewählt worden sind, lässt der Klang der Tonspur zu wünschen übrig. Das Bonusmaterial der fünften Volume der Anime-Serie fällt zudem nicht gerade üppig aus, denn in digitaler Form liegen nur Clean Opening und Clean Ending vor. Ein Umstand, der in der Branche leider normal ist. Ebenso gewöhnlich fällt der physische Bonus aus, denn dieser besteht nur aus einem Booklet. Dieses lag uns nicht für den Test vor und kann daher an dieser Stelle auch nicht bewertet werden. Es ist jedoch von der gewohnten Qualität von Kazé Anime auszugehen, die in den meisten Fällen sehr viel Mühe und Liebe in die beiliegenden Heftlein stecken. Käufer der limitierten Erstauflage dürfen sich aber immerhin noch über einen Schuber freuen, in dem alle vier Blu-ray-Hüllen der zweiten Staffel von Tōkyō Ghoul:re Platz finden können. Dennoch bleibt zu hoffen, dass in den nächsten drei Volumes der Staffel ein wenig mehr Wert aufs Bonusmaterial gelegt wird, um die Anime-Serie richtig zu würdigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Tōkyō Ghoul:re ist definitiv eine Anime-Serie, die Fans des Franchises zufriedenstellen wird. Allerdings sollten sich auch beinharte Fans auf die zweite Staffel, die mit der fünften Volume eingeläutet wird, nur einlassen, wenn sie die Geschehnisse der ersten Season noch gut in Erinnerung haben. Andernfalls dürfte es dem Zuschauer schwer fallen, in die Story aufgrund der vielen Charaktere und Handlungsorte einzufinden. Der Einstand fällt inhaltlich also ziemlich holprig aus. Inszenatorisch überzeugt Tōkyō Ghoul:re deutlich mehr, da vor allem die farbliche Abstimmung der Charaktermodelle und der Hintergründe symbiotisch miteinander harmonieren. Schade nur, dass die Effekte und Animationen nicht den Standard erreichen, der für eine actionreiche Anime-Serie zu erwarten wäre. Ebenfalls dürftig fällt das Bonusmaterial aus. Ob sich Tōkyō Ghoul:re in den nächsten drei Ausgaben diesbezüglich noch fangen wird, bleibt schlussendlich abzuwarten. Zu hoch sollten Interessierte die Erwartungen aber nicht schrauben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul:re (Vol. 5)!

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