Review: Dragon Ball Z: Movies 1–4

Zwischen 1989 und 1995 erblickten in Japan etwa parallel zur Ausstrahlung von Dragon Ball Z viele Kinofilme zum Franchise das Licht der Welt. Nachdem Kazé Anime die Filme bereits 2011 und 2012 veröffentlicht hat, folgt neun Jahre später endlich deren Blu-ray-Fassung.

Ursprünglich bei Polyband erschienen, liegt die Dragon-Ball-Lizenz seit Jahren überwiegend bei Kazé Anime. Die ersten vier Filme zu Dragon Ball Z erschienen 2011 gesammelt in einer DVD-Box, der jetzt ein überfälliges Blu-ray-Upgrade spendiert wird. Ähnlich wie bei den vier Dragon-Ball-Filmen spielen die Filme zwar zwischen bestimmten Ereignissen in der Serie, doch lassen sie sich nicht direkt in die Timeline einordnen, da dies an der einen oder anderen Stelle keinen Sinn ergeben würde. Die Filme dienen eher dazu, Fans noch näher an eines der beliebtesten und wichtigsten Anime-Franchises zu binden. Die Todeszone des Garlic Jr., so der Titel des ersten Films, spielt beispielsweise zu Beginn des Abenteuers. Dies ist daran zu erkennen, dass die Saiyajins noch nicht auf der Erde gelandet sind. Antagonist Gārikku Jr. will mit den sieben Dragon Balls den Drachen Shénlóng rufen, um sich die Weltherrschaft beziehungsweise ewiges Leben zu wünschen. Um an die fünfte Kugel zu gelangen, entführt er Son Gohan, da dieser einen der Dragon Balls an seine Mütze gebunden hat. Gohans Vater Son Gokū und seine Freunde machen sich auf, um Gārikku Jr. die Leviten zu lesen. Leider hat dieser Shénlóng bereits gerufen und genießt die ewige Jugend. Daraufhin entbrennt ein aussichtsloser Kampf, in dem Gārikku Jr. einen Strudel in die titelgebende Todeszone öffnet, wo ewige Dunkelheit herrscht. Jetzt liegt es an Gokū, den neuen Feind mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.

Gehirnschmalz

Im zweiten Film der Reihe, Der Stärkste auf Erden, haben sich Gohan und Ūron auf die Suche nach den Dragon Balls gemacht. Ihre Reise führt sie ins ewige Eis, wo der mysteriöse Dr. Kōchin ebenfalls auf der Suche nach den Drachenkugeln ist. Als dieser die sieben Dragon Balls gefunden hat und Shénlóng ruft, soll dieser den ominösen Dr. Uirō aus dem ewigen Eis befreien. Pikkoro möchte Gohan und Ūron aus der Klemme helfen, da sie von Kōchins Schergen angegriffen werden. Obwohl Pikkoro bei diesem Vorhaben scheitert, können die beiden Jungs entkommen. Gegen Ūrons Willen erzählt Gohan notgedrungen seinen Eltern von den Vorkommnissen, als auch noch Muten Rōshi auf seiner Insel gefangen genommen wird. Gokū begibt sich auf den Weg zum großen Laboratorium der beiden Wissenschaftler, wo er sich der Gefahr stellen und gegen Uirōs Bio-Cyborgs kämpfen muss. Beim Showdown erkennt Gokū schlussendlich Uirōs wahres Geheimnis. Die Entscheidungsschlacht, so der nächste Filmtitel, erzählt wiederum eine Geschichte über den Saiyan Tāresu, der auf dem Weg zur Erde ist. Der blaue Planet sei für ihn perfekt, um einen Samen einzupflanzen, aus dem der Baum der Macht sprießen und der Erde ihre Energie entziehen soll. Meister Kaiō bittet Gokū um Hilfe, der sich gegen Tāresu stellt, da dieser zu allem Übel den kleinen Gohan entführt.

Kampfgetümmel

Beim dritten Film ist einmal mehr die wahre Essenz von Dragon Ball Z zu erkennen, denn das Kräftepotenzial von Gohan steht hier zum Finale hin im Mittelpunkt. Der Zuschauer bekommt beispielsweise zu sehen, wie Tāresu am Himmel einen Mond explodieren lässt, damit sich Gohan in einen Weraffen verwandelt. Die entscheidende Schlacht, die dem Film seinen Titel gibt, steht hier aber noch bevor – und kann mal wieder nur mit gebündelter Kraft gewonnen werden. Der vierte Film, Super Saiyajin Son Goku, ist hingegen recht ähnlich aufgebaut wie der erste Film. Lord Suraggu entdeckt die Erde und möchte diese gleich in eine Raumstation umwandeln. Er entdeckt jedoch Gohan und erfährt von den Dragon Balls, wodurch er sich alsbald ewiges Leben von Shénlóng wünscht. Überraschende Wendungen und der wohl lustigste Trick, einen Gegner zu besiegen, ist das, was den Film zum Genuss für jeden Fan des humorvollen Dragon-Ball-Universums macht. Witzige Dialoge und Situationen sind aber selbstverständlich in allen Filmen enthalten und locken selbst ernste Momente auf. Zur Story des Films kann gesagt werden, dass sie definitiv im Einklang mit der Serie stehen, obwohl sie sich nicht in diese einordnen lassen. Story-Abschnitte und Action-Momente halten sich in den Filmen die Waage, auch wenn wie in der Serie eine Tendenz zu den Kämpfen fühlbar ist.

Sprung von SD auf HD

Ähnlich wie bei den Blu-ray-Fassungen der vier Filme von Dragon Ball haben auch die ersten vier Filme von Dragon Ball Z ein Upgrade erhalten. Während die ursprüngliche Version auf DVD nur im 4:3-Format vorlagen, sind die Filme nun im 16:9-Format gehalten. Während die ursprüngliche Bildqualität teilweise noch auf VHS-Niveau war, überzeugt auf einmal ein kristallklares Bild mit scharfen Konturen. Der Stil von Toriyama Akira wird dabei durchgehend gut in Szene gesetzt. In aufsteigender Reihenfolge haben die vier Filme eine Laufzeit von 41, 59, 61 und 52 Minuten. Insgesamt macht das 213 Minuten, in den die Filme bei Laune halten. Da kein Upgrade in puncto Tonformat durchgeführt wurde, liegt der Sound nur in Dolby Digital 2.0 vor. Der japanische Originalton wirkt, da die Filme in Japan viel früher erschienen sind, ein wenig angestaubt. Bei den deutschen Synchronsprechern wurde größtenteils auf die aus der Serie bekannten Stimmen zurückgegriffen. Nur gelegentlich ist ein anderer Sprecher bei den Charakteren zu hören. Gohan wird in Die Todeszone des Garlic Jr. zum Beispiel von Robin Kahnmeyer gesprochen, während er in den anderen drei Filmen von Sandro Blümel vertont wurde. Bei der japanischen Fassung werden im Übrigen deutsche Untertitel hinzugeschaltet, die nicht deaktiviert werden können. Digitale Boni gibt es zwar nicht, doch dürfen sich Fans über vier physische Postkarten freuen. Wer sich auf die vier Filme einlässt, kommt in den Genuss von netten Geschichten mit ausufernden Kämpfen; also ganz wie in der Serie!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung): Dragon Ball Z habe ich damals mehrfach im Fernsehen verfolgt und auch die HD-Ausgabe Dragon Ball Z Kai konnte ich mittlerweile komplett anschauen. Nachdem ich die Dragon Ball Z: Movies 1–4 das letzte Mal vor fast einer Dekade gesehen habe, finde ich es auch heute noch spannend, wie viele coole Momente und vor allem intelligent gestrickte Charaktere es gibt, die in der Serie überhaupt nicht oder zumindest nicht in dieser Form auftreten. War ich ursprünglich noch der Meinung, dass die Kämpfe zu schnell ausarten und die Story verdrängen, sehe ich das heute etwas gelassener. Die Filme richten sich klar an Fans, die die Handlung von Dragon Ball Z kennen und Charakterisierungen als gegeben voraussetzen. Unter diesem Gesichtspunkt ist es mir wunderbar möglich, „neue“ Abenteuer mit den Helden zu erleben, ohne dass ich krampfhaft versuche, all das zu kanonisieren. So konnte ich mit den Filmen trotz allem einen tollen und langen Nachmittag verbringen, zumal auch der typische Humor der Serie wieder mit an Bord ist. Dragon-Ball-Z-Fans bekommen bei den vier Filmen genau das, was sie erwarten – und das ist gewissermaßen auch gut so!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z: Movies 1–4! 

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