Preview: Legend of Mana

Viele japanische Rollenspiele sind bis heute nie in Europa erschienen. Dazu zählt auch der vierte Teil der Mana-Reihe. Auch bei Legend of Mana hat Square Enix endlich Erbarmen mit den Fans und bringt eine optische und auch akustische Überarbeitung des Spiels nach Europa.

1999 erschien Legend of Mana erstmals für die PlayStation in Japan. Ein Jahr später durfte auch Nordamerika in die neue Fantasy-Welt Fa’Diel eintauchen. Europa schaute damals, genau wie bei Trials of Mana ein paar Jahre zuvor, sprichwörtlich in die Röhre. Was diesem Umstand geschuldet ist, ist nicht ganz klar, aber ähnlich wie SaGa Frontier zwei Jahre zuvor, haben sich Kritiker über den Aufbau des Spiels negativ geäußert. Interessanterweise war als Produzent Kawazu Akitoshi, der mit der SaGa-Reihe immer wieder neue Wege beschritten hat, ein sehr kreativer Kopf mit an Bord, der für die langjährigen Fans vermutlich zu unkonventionell gehandelt hat. Beispielsweise liegt der Fokus in Legend of Mana nicht auf der Story, sondern deutlich mehr auf dem Gameplay. Zwar konnten auch die drei Vorgänger, sprich Mystic Quest, Secret of Mana und Trials of Mana keinen Blumentopf für die beste Story aller Zeiten gewinnen, aber Legend of Mana macht doch einiges anders. So gibt es mit Fa’Diel eine neue Spielwelt, die wir aber erst einmal erwecken müssen. Nachdem vor neunhundert Jahren der Mana-Baum abgebrannt und Fa’Diel in einen Krieg zwischen Menschen, Feen und dunklen Mächten gestürzt worden ist, wurden die Länder der Welt in so genannte Artefakte versiegelt, aus denen wir sie befreien sollen. Hierbei wird uns viel und vielleicht auch zu viel Freiraum gelassen.

Mehr Gameplay, weniger Story

Peu à peu kreieren wir Fa’Diel mit unseren Möglichkeiten und setzen die Länder auf einer isometrischen Weltkarte nach Belieben neu zusammen. Eine zusammenhängende Spielwelt gibt es allerdings nicht. Alle Gebiete sind strikt voneinander getrennt. Dennoch dürfte bei jedem Spieldurchgang am Ende ein anderes Bild auf der Weltkarte von Legend of Mana zu sehen sein. Obwohl Fa’Diel mit allerhand verschiedener Ethnien wie Menschen oder Tierwesen bevölkert ist, legt das Action-Rollenspiel den Fokus stärker auf das Gameplay. Das ist auch daran zu erkennen, dass der Held keine wirkliche Hintergrundgeschichte hat und auch nicht ausreichend genug charakterisiert wird. Im Vergleich zu Trials of Mana ist das natürlich ein klarer Rückschritt, dem eigentlichen Spielspaß muss das aber nicht unbedingt abträglich sein. Wie schon in den Vorgängern laufen wir aus der zweidimensionalen Vogelperspektive durch die verschiedenen Areale, die bei Legend of Mana aber allesamt handgezeichnet sind und im Remaster optisch noch ein wenig knackiger ausfallen. Zusammen mit einem weiteren Charakter und einem Haustier, einem domestizierten Monster oder einem selbst erschaffenen Golem, die uns im Kampf unterstützen, kloppen wir uns mit Mümmlern und anderen Monstern des Mana-Franchises, sammeln Erfahrungspunkte und steigen so wie üblich im Level auf.

Kein Remaster ohne Neuerungen

Ein Feature, das es schon im Seriendebüt Mystic Quest gab, kehrt in Legend of Mana in einer neuen Form zurück. Gemeint ist damit eine riesige Spezialanzeige am unteren Bildschirm. Ist diese gefüllt, können wir einen mächtigen Spezialangriff starten. Wer überhaupt keine Lust auf Feindbegegnungen mit Monstern hat, kann diese laut Publisher auch einfach deaktivieren. Das dürfte besonders für jene Spieler interessant sein, die sich mit ihrem angeschlagenen Helden in eine Ecke manövriert haben, in der sie gerade keinen Ausweg sehen. Abhilfe dürfte hier auch der Zwei-Spieler-Modus schaffen, denn ähnlich wie im PlayStation-Original können wir Legend of Mana auch zu zweit spielen. Das lässt uns zumindest ein Blick ins gezeigte Optionsmenü vermuten. Ob wir jedoch wie auf der PlayStation einen Spielstand von einem Freund auslesen dürfen, ist in Zeiten ohne Memory Cards aber äußerst unwahrscheinlich. Square Enix darf uns hier aber gerne positiv überraschen! Erfreulich ist ebenfalls, dass uns die Wahl gegeben wird, zwischen dem originalen und dem überarbeiteten Soundtrack zu wechseln. Mit an Bord ist auch das Minispiel Ring Ring Land, das in der LCD-Grafik der nur in Japan veröffentlichten PocketStation gehalten ist. Das Beste ist, dass Legend of Mana laut der offiziellen Nintendo-Webseite ebenfalls eine deutsche Übersetzung widerfahren wird. Klasse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Nachdem vor wenigen Jahren auch dem deutschsprachigen Publikum der dritte Serienteil der Mana-Reihe endlich zugänglich gemacht wurde, will Square Enix im Juni 2021 die hierzulande ebenfalls noch unveröffentlichte vierte Episode der Reihe nachreichen. Als Fan des Franchises freue ich mich schon sehr auf Legend of Mana. Die Kämpfe sehen schon in der PlayStation-Fassung sehr stimmig aus und auch die Musik aus der Feder von Shimomura Yōko verzaubert mich so sehr, dass ich mir vorstellen kann, dass ich das Erkunden der Spielwelt auch ohne großartig erzählte Story genießen könnte. Allerdings stehe ich dem Erschaffen der Fantasy-Welt Fa’Diel noch ein wenig skeptisch gegenüber. Zwar dürfte mich meine eigene Kreation noch stärker an die Welt binden, aber so fehlt ihr genau die Eigenständigkeit, die ich von Spielwelten erwarte. Nichtsdestotrotz liefern mir die überarbeiteten Grafiken, die wahlweise neuen Melodien und nicht zuletzt die deutsche Übersetzung genügend Gründe, meine Vorfreude auf Legend of Mana zu steigern. Ich fiebere dem Release am 24. Juni 2021 jedenfalls schon jetzt sehr entgegen!

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