Review: Inuyasha (Box 4, Episoden 81–104)

Kazé Anime blieb bei der Veröffentlichung der ersten vier Inuyasha-Serienboxen auf Blu-ray Disc durchweg konsequent bei der zweimonatigen Erscheinungsweise. Im Januar 2021 war es soweit und die vierte Volume der Anime-Serie machte die Blu-ray-Veröffentlichung komplett.

In der vierten Ausgabe der Anime-Serie Inuyasha, die 24 Episoden umfasst, ändert sich für die Charaktere um den titelgebenden Halbdämon einiges. Dabei wird zu Beginn der enthaltenen Folgen erst einmal der Kampf gegen Oberbösewicht Naraku zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Dieser hat es sich mittlerweile nicht nur mit Inuyasha, sondern auch dessen noch weitaus mächtigeren Bruder Sesshōmaru verscherzt, indem er dessen kleine Begleiterin Rin entführt hat. Inuyasha und Sesshōmaru müssen an einem Strang ziehen, denn der hinterhältige Naraku ist mit allen bösen Wassern gewaschen. Das Geschehen selbst spielt jedoch an zwei unterschiedlichen Handlungsorten, denn während Inuyasha und Sesshōmaru versuchen, Naraku ein für alle Male loszuwerden, versuchen Dämonenjägerin Sango, der buddhistische Mönch Miroku, der Fuchs-Yōkai Shippō und selbstverständlich auch die hilfsbereite Kagome, Sangos jüngeren Bruder Kohaku aus Narakus magischen Bann zu befreien. Dafür müssen sie es jedoch mit allerhand gefährlichen Yōkai aufnehmen. Wie genau der Kampf zwischen den Halbdämonen und die Rettungsaktion von Kohaku verläuft, soll an dieser Stelle aufgrund von Spoilern nicht näher ausgeführt werden. Fakt ist aber, dass Naraku bisher ein Machtvakuum gefüllt hat, an dem plötzlich so viele andere unterdrückte Yōkai ein reges Interesse zeigen.

Kleine und charakterbezogene Geschichten

Aufgrund dieses Umstands beschäftigen sich die meisten Episoden der Reihe mit abgeschlossenen Handlungsbögen, in denen einzelne Widersacher aus ihren Löchern kriechen und wie Naraku nach den gesammelten Seelensplittern von Inuyasha und Kagome trachten. Die Gruppe muss sich beispielsweise mit einem Wanderprediger herumschlagen, der große Angst vor Katzen hat. Ebenso infiltriert sie einen Palast, in dem ein riesiger Dämonenkopf sein Unwesen treibt. Auch einer Armee, die sich aus zahlreichen Tonsoldaten zusammensetzt, muss sich die Gruppe stellen. Diese Geschichten sind zwar kompakt, doch jedes Mal sehr gut erzählt, zumal nicht selten eines der Gruppenmitglieder im Mittelpunkt der jeweiligen Handlung steht. Unter anderem verfolgen die Gefährten einen Doppelgänger von Miroku, der nicht nur so aussieht wie der Mönch, sondern sich auch noch genauso verhält. Eine nicht weniger interessante Geschichte ist das Zusammentreffen von Miroku mit der Yuki-onna, die ihn mitten im Sommer während eines Schneesturms in ein heruntergekommenes Anwesen verschleppt. Auch Inuyashas verflossene Liebschaft Kikyō ist in mehreren Episoden zu sehen und kämpft sogar Seite an Seite mit ihrer Reinkarnation Kagome, um aus dem Magen eines riesigen Yōkai zu fliehen. In puncto Abwechslungsreichtum kann auch die vierte Volume auf ganzer Linie überzeugen.

Abflauende optische Qualität

Nichtsdestotrotz kommt bei dieser Spannung auch der typische Humor der Anime-Serie nicht zu kurz. In ein paar Episoden besucht Inuyasha Kagome in deren Gegenwart zuhause. Dabei gibt er Kagomes Bruder Sōta, der in eine Klassenkameradin verliebt ist, eine Handvoll wenig hilfreicher Tipps. Mit dem übereifrigen Hōjō muss sich Inuyasha zudem mit einem Mitschüler von Kagome messen, indem er eine Medizin für die angeschlagene Mittelschülerin findet. Am Ende der vierten Serienbox wird die Serie mit gleich sieben neuen Feinden am Horizont aber wieder ein ganzes Stück ernster. Wer Inuyasha Anfang der 2000er-Jahre im deutschsprachigen Fernsehen verfolgt hat, weiß genau, dass die Anime-Serie an diesem Punkt vorläufig abgebrochen. Ein Glück, dass die Serie 2018 und 2019 hierzulande beendet wurde. Andernfalls würde der Käufer nach Ansehen der 104. Episode einen bitteren Nachgeschmack erleiden. Im Gegensatz zu den drei vorherigen Serienboxen nimmt die Qualität der Animationen und der Hintergrundgrafiken in den späteren Folgen der Serienbox ein wenig ab. Zu häufig fällt die zu starke Trennung zwischen Charaktermodellen und Umgebungsgrafiken auf. Trotzdem gelingt es der Serie mit ihrem tollen Inhalt, den schönen Musikstücken und den interessanten Themen über diesen Umstand hinwegzutrösten. Eine Verbesserung der Optik ist aber wünschenswert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Inhaltlich kann mich die vierte Serienbox von Inuyasha genauso wie die dritte Ausgabe überzeugen. Die Geschichte wird konsequent fortgeführt und bietet auf einmal erfrischend viel Raum für neue Charaktere und Antagonisten. So gut wie in jeder Episode wird eine bestimmte Figur in den Mittelpunkt der Handlung gerückt, was die Charakterisierung ordentlich vorantreibt. Ein Großteil der enthaltenen Folgen ist deshalb zwar in sich geschlossen, was ich aufgrund neuer Ziele am Horizont und dem keineswegs aufgegebenen Handlungsstrang im Hintergrund aber vollkommen akzeptiere. Da die zweite Hälfte der Serie schon vor einiger Zeit auf Blu-ray Disc erschienen ist, freue ich mich aber schon jetzt auf die Fortführung der Story. Weniger freut mich jedoch die geminderte Qualität von Animationen und Hintergrundgrafiken in den späteren Episoden der vorliegenden Volume. Hier fällt für mein Auge viel zu stark auf, dass Charaktermodelle und Umgebungen voneinander getrennt sind. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass die Köpfe beim Animationsstudio Sunrise nur ausnahmsweise unter Zeitdruck standen und sich die Qualität in der nächsten Volume wieder einpendelt. Fans von Inuyasha dürfen aber so oder so zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inuyasha (Box 4, Episoden 81–104)!

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