Review: Saga of Tanya the Evil: The Movie

Nachdem der hiesige Publisher die Anime-Serie Saga of Tanya the Evil bereits im Jahr 2019 veröffentlicht hat, verschob sich das Erscheinungsdatum des Films auf von Februar auf Juni 2020. Saga of Tanya the Evil: The Movie führt die Handlung mit einer weiteren Schlacht fort.

Da die Anime-Serie aus dem Jahr 2017 relativ offen abgeschlossen ist, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die spannende Geschichte fortgeführt werden würde. 2019 war es soweit – mit Saga of Tanya the Evil: The Movie schickt Animationsstudio Nut den titelgebenden Major in ein neues Abenteuer. Dieses knüpft wage an die Geschehnisse der Serie an, erzählt jedoch eine in sich geschlossene Handlung. Mittlerweile ist nach der Vereinigungszeitrechnung das Jahr 1926 angebrochen. In der Eröffnungssequenz erhält der Zuschauer einen Einblick in eine Schlacht, die auf dem Südkontinent stattfindet. Zusammen mit Willard König, Rainer Neumann, Matthäus Johann Weiss, Warren Grantz und Victoria Iwanowna muss Anführerin Tanya Degretschow erkennen, dass die Freie Republik die imperialen Streitkräfte in einen Hinterhalt gelockt hat. Mit vereinten Kräften gelingt es dem Major jedoch, das Lager des Feindes in Schutt und Asche zu legen. Kaum ist das 203. Magierbataillon von der Front in die imperiale Hauptstadt Berun zurückgekehrt, wird es auch schon zu einem neuen Auftrag ausgesandt. Hier spielt Saga of Tanya the Evil: The Movie geschickt mit diversen Szenen aus der Serie, denn auch in dieser wird Tanya immer wieder auf neue Missionen geschickt, obwohl sie sich am allerliebsten ganz aus dem ausufernden Krieg heraushalten möchte.

Es weht ein Wind aus dem Osten

Hauptsächlich dreht sich der Film um Tanyas neuen Auftrag, der sie weit in den eisigen Osten ins Föderationsgebiet schickt. Angeblich hat die Föderation dem Imperium den Krieg erklärt, worauf das 203. Magierbataillon eine Antwort formulieren soll. Tanya übertreibt es jedoch und beschließt, die Hauptstadt der Föderation anzugreifen. Da sich Mosko allerdings nicht zu verteidigen weiß, geraten die Dinge nach und nach aus dem Ruder, sodass der Kontinent immer mehr von Krieg überschattet wird. Genauso wie das imperiale Berun dem deutschen Berlin nachempfunden ist, entspricht Mosko als Hauptstadt der Föderation dem russischen Moskau. Optisch sind hier auch Merkmale wie der rote Platz zu erkennen. Damit nicht genug, gibt es auch weitere Anleihen an die Realität. Beispielsweise hat sich der Kommunismus in der Föderation erfolgreich durchgesetzt. Die „Genossen“ sind dabei an historische Persönlichkeiten angelehnt. Generalsekretär Josef, der zugleich der oberste Parteiführer ist, ist so niemand geringerem als Josef Wissarionowitsch Stalin nachempfunden. Saga of Tanya the Evil: The Movie spielt in vielen kleinen Details auf die reale Geschichtsschreibung an, bleibt aber immer bei der fiktionalen Kriegsdarstellung. Schade, dass es weder physisches noch digitales Bonusmaterial gibt, das auf die bewusst gewählten Unterschiede hinweist oder sie analysiert.

Starke Botschaft, schwache Bildqualität

In puncto Präsentation ist Saga of Tanya the Evil: The Movie ein zweischneidiges Schwert, denn in vielen Szenen lässt der Schärfegrad des Bildes zu wünschen übrig. An manchen Stellen sind es lediglich die Hintergründe, die äußerst verwaschen erscheinen. Im Rahmen von Gestaltungsmerkmalen ist das vielleicht keine Seltenheit, doch manchmal sind es selbst vordergründig dargestellte Charaktere, die viel zu unscharf wirken. Das ist vor allem bei der Blu-ray-Fassung mit ihrem HD-Bild äußerst unschön und stört durchgehend beim Zusehen des 94-minütigen Films, zumal diese Unsäuberlichkeiten immer mal wieder auftreten. Dafür sind die Effekte, insbesondere Rauchschwaden, die beispielsweise nach dem Beschuss auf Mosko auftreten, sehr atmosphärisch und werten das Bild damit etwas auf. Deutlich angenehmer ist die Akustik von Saga of Tanya the Evil: The Movie, denn wenn kreuz und quer geschossen wird, kommen die entsprechenden Soundeffekte gut zur Geltung. Diese tragen genauso zu der Kriegsatmosphäre bei wie die spärlich eingesetzte Musik, die die Dramatik ordentlich anheizt. Bei den Synchronsprechern wurde erneut auf die Sprecher der Serie zurückgegriffen. Tanya wird somit immer noch von Yūki Aoi respektive Mayke Dähn gesprochen. Fans der Serie müssen sich also auf keine neuen Stimmen einstellen, was positiv für das Werk spricht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die fiktionale Geschichtsschreibung von Saga of Tanya the Evil: The Movie funktioniert als Setting immer noch genauso gut wie in der Anime-Serie. Als Fortsetzung wirkt der Film jedoch wie vier aneinandergereihte Episoden, die an die Geschichte der Serie anknüpfen. Es gibt weder eine für einen Film übliche Exposition, noch arbeitet der Film für den Zuschauer sichtbar auf einen Höhepunkt hin. Das heißt aber nicht, dass Saga of Tanya the Evil: The Movie nicht spannend ist – ganz im Gegenteil! So werden die politischen beziehungsweise kommunistischen Verhältnisse in der Föderation angemessen erklärt und die Schlachten eindrucksvoll inszeniert. Das Grauen des Krieges wird dabei stets kritisch betrachtet, was insbesondere durch die gefährliche Mimik und Gestik von Tanya symbolisiert wird. Zusammen mit der tristen Farbgestaltung bleibt der Film stets sehr atmosphärisch. Durch das (erneut) offene Ende bleibt Fans aber nur zu hoffen, dass der Anime in Serien- oder Filmform eines Tages noch abgeschlossen wird. Wer sich darauf einstellt, kommt aber dennoch in den Genuss eines bedrückenden und spannenden Films.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Saga of Tanya the Evil: The Movie!

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