Review: Inuyasha (Box 6, Episoden 139–167)

Nachdem Fans der Anime-Serie Inuyasha zunächst etliche Jahre auf die Fortführung der Geschichte warten mussten, ging es nach der fünften Serienbox recht rasant. Die sechste Volume erschien im hiesigen Handel nur zwei Monate nach der fünften Ausgabe im Oktober 2018.

Inuyasha baut in den Folgen des sechsten Episodenpakets auf den Geschehnissen der vorherigen Handlung auf. Der Yōkai Hoshiyomi entführt die fünfzehnjährige Oberschülerin Kagome, die ihrem Verbündeten Akitoki, einem Vorfahren ihres Kommilitonen Hōjō, unterwegs ist. Gemeinsam mit dem Halbdämon Inuyasha, der Dämonenjägerin Sango mitsamt ihrer Nekomata Kirara, dem buddhistischen Mönch Miroku und dem kleinen Fuchs-Yōkai Shippō versucht Akitoki, seine große Liebe aus den Fängen von Hoshiyomi zu befreien. Dieser war einst in die Menschenfrau Tsukiyomi verliebt, wurde von dieser aber angeblich verraten. Mit Hilfe der Klinge des Himmels und der Klinge der Erde will Hoshiyomi die Menschheit vernichten. Hier spannt die Serie gewissermaßen eine Parallele zur Liebesgeschichte zwischen Inuyasha und der Miko Kikyō, die durch den Hauptantagonisten Naraku vor fünfzig Jahren erfolgreich torpediert wurde. Es ist im Übrigen nicht das einzige Mal, dass Inuyasha in der sechsten Ausgabe Bezug auf die Vergangenheit nimmt. Es gibt sogar ganze Rückblickfolgen, die dem Zuschauer einen neuen Einblick in die Vergangenheit von Inuyasha und Kikyō geben. Auch wie Inuyashas Kette gefertigt wurde und wie Kikyōs Schwester Kaede ihr Auge verlor, wird hier geschildert. Das Altern von Yōkai wird am Beispiel der kleinen Kirara ebenso demonstriert.

Weitgehend gelungene Charaktervielfalt

Vermutlich gelingt es der sechsten Serienbox der Anime-Serie noch besser als den vorherigen Episodenpaketen, die Welt von Inuyasha mit derlei Hintergrundinformationen stimmungsvoll und atmosphärisch zu inszenieren. Einerseits liegt das sicherlich daran, dass der Fokus auf die einzelnen Protagonisten gelegt wird. Der Zuschauer erfährt nicht nur mehr über Inuyasha und Kikyō, sondern auch mehr über die anderen Gruppenmitglieder. Unter anderem wird gezeigt, wie Sango und ihr inzwischen von Naraku gesteuerter Bruder Kohaku als Geschwister untereinander gelebt haben. Auch dass eine neue Liebschaft von Miroku ans Tageslicht kommt, ist ein wichtiges Kriterium für die Liebesbeziehung zwischen ihm und Sango, die so mal wieder auf eine harte Probe gestellt wird. Shippō bleibt jedoch weitgehend ein Sidekick, der für viele Streitigkeiten mit Inuyasha verantwortlich ist. Andererseits gibt es in den Episoden der sechsten Serienbox selbstverständlich wieder ein paar Auftritte von Inuyashas Bruder Sesshōmaru, dessen Diener Jaken und seiner Begleiterin Rin. Hier wirft die Anime-Serie einmal mehr die Frage auf, was wohl mit Rin passieren mag, wenn sie älter wird. Eine Antwort darauf gibt es jedoch nicht. Immerhin machen die beiden Gruppen Fortschritte bei der Verfolgung von Naraku – und zwar mit neuen Fähigkeiten, aber mit noch gefährlicheren Gegenmaßen vom Feind.

Neue Antagonisten mit durchtriebenen Methoden

Naraku gelingt es in den abschließenden Folgen der ursprünglichen Anime-Serie, seine Kräfte zu streuen und neue Identitäten zu schaffen. Aus dem einstigen Säugling wächst der undurchsichtige Hakudōshi heran, der genauso durchtrieben und fast so intelligent denkt wie Naraku. Auch das Feuerpferd Entei, das ihm als blitzschnelles Reittier dient, ist Inuyasha und Co mehr als nur ein Dorn im Auge. Mit Prinzessin Abi kommt zudem eine ebenso gefürchtete Antagonistin hinzu, die ihren Vögeln befiehlt, jedem Menschen das gesamte Blut auszusaugen und somit dem fiesen Naraku als dessen neues Werkzeug dient. All dies gipfelt selbstverständlich in zahlreichen Kämpfen, die zwar – wie für die Serie gewohnt – sehr kurz ausfallen, aber dafür mit intelligenten Ideen punkten, wie sie zum Abschluss gebracht werden. Erzähltechnisch gibt es allgemein nur wenige Hänger und wenn, dann sind diese in der nächsten Episode bereits vergessen. Unter akustischen und visuellen Gesichtspunkten kann die Anime-Serie mit den bekannten Melodien und ihrem gewohnten Zeichenstil überzeugen. Das Charakterdesign von Takahashi Rumiko punktet in Verbindung mit den tollen Animationen von Studio Sunrise auf ganzer Linie. Es gibt nur zum Ende hin ein paar Szenen, in denen die Qualität fällt. Es bleibt somit spannend, wie die letzten Episoden in Inuyasha: The Final Act ausfallen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Inuyasha hatte leider immer mal wieder ein paar Tiefen, die aber schnell mit neuen Höhen wettgemacht wurden. Die sechste Serienbox der Anime-Serie gelingt einerseits das Kunststück, viele kleine Geschichten miteinander zu verweben und neue Charaktere einzuführen, andererseits aber auch die Rahmenhandlung mit eben diesen kleinen Details zu füllen. Es ist unglaublich spannend, der Heldengruppe um Inuyasha, Kagome und Co zu folgen und mit ihnen neue Abenteuer zu erleben. Das ist in der sechsten Ausgabe vielleicht auch deshalb so interessant, da die Figuren mit Rückblenden oder auf sie zugeschnittenen Episoden wichtige Auftritte haben, wodurch sie noch greifbarer werden. In puncto Inszenierung, Weltendesign und Erzähltechnik gibt es eigentlich nichts, worüber ich mich aufregen könnte. Lediglich bei so mancher Animation in den abschließenden Episoden wäre so viel mehr möglich gewesen. Vor allem bei Rückblicken, in denen Szenen aus den ersten Folgen wiederverwertet werden, fällt der Qualitätsunterschied sehr stark auf. Da die nächsten und letzten Episoden von Inuyasha als Inuyasha: The Final Act erst fünf Jahre später entstanden sind, bleibt es an dieser Stelle für mich aber umso spannender, da sich sowohl in puncto Erzählung als auch Technik einiges verändern kann. Nichtsdestotrotz wird jeder Fan der Anime-Serie bis dahin auch mit der sechsten Serienbox sehr glücklich werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inuyasha (Box 6, Episoden 139–167)!

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