Review: Detektiv Conan (Box 13, Episoden 334–359)

Am 3. Juli 2006 wurde im deutschsprachigen Fernsehen die Ausstrahlung von Detektiv Conan plötzlich abgebrochen. Es dauerte ganze zwölf Jahre, bis weitere Episoden der Anime-Serie synchronisiert worden sind. Die ersten 26 neuen Folgen liegen in der 13. Serienbox vor.

Innerhalb von zwölf Jahren wachsen Kinder zu Teenagern heran und durchlaufen in jener Zeit eine steile Entwicklung, besuchen den Kindergarten, durchlaufen die Grundschule und gehen schließlich auf eine weiterführende Schule. Genauso lange hat es gedauert, bis mit der Ausstrahlung von Detektiv Conan im deutschsprachigen Raum fortgeführt wurde – inklusive der deutschen Synchronisation, bei der fast alle Sprecher der ersten Stunde für ihre Rollen zurückgekehrt sind. Fies war für Detektiv-Conan-Fans auf jeden Fall der Cliffhanger am Ende der 333. Episode mitten einem Fünfteiler. Das Warten hat sich aber in jedem Falle gelohnt, da die drei fehlenden Folgen dieser Geschichte den Auftakt der 13. Serienbox bilden und zudem wahnsinnig spannend inszeniert sind. Nachdem Edogawa Conan die Diskette von Herrn Itakura erbeutet hat, macht er sich zusammen mit Professor Agasa Hiroshi auf den Weg zu einer Berghütte. Von der verschneiten Hütte aus nehmen sie Kontakt mit der schwarzen Organisation auf, die nach dem von Itakura programmierten Programm für ihre undurchsichtigen Pläne trachten. Für den Zuschauer werden mit den ersten drei Folgen dieser Serienbox noch einmal verdeutlicht, dass Conans Gegenspieler mit allen Wassern gewaschen sind. Sie sind selbst der kleinen Spürnase noch ein bis zwei Schritte voraus und für ihn deshalb besonders gefährlich!

Neue Spielerei: Der Fußballgürtel

Nach der Fortführung dieses Handlungsbogens verfällt Detektiv Conan aber wieder in seinen gewohnten Trott. Das heißt, dass die eigentliche Rahmenhandlung nur noch bedingt angerissen wird. Stattdessen erzählt die Serie gewohnt viele kleine Einzelgeschichten, die sich nicht selten auch über zwei oder drei Folgen strecken. In der Regel geschieht ein Mord, bei dem der kleine Schnüffler dem Privatdetektiv Mōri Kogorō mit Hilfe seiner Werkzeuge wie Narkosepfeilen und einem Stimmenverzerrer unter die Arme greifen muss, da dieser die begangenen Morde niemals von alleine lösen könnte. Apropos Gadgets: Conan erhält in einer Episode von Professor Agasa einen Fußballgürtel. Dieser sieht nach außen hin zwar wie ein gewöhnlicher Gürtel aus, beinhaltet jedoch einen Fußball, der auf Knopfdruck aufgeblasen wird, allerdings nur für ein paar Sekunden die Luft halten kann. Damit gelingt es Conan nicht nur einmal, einen fliehenden Verbrecher mit einem gezielten Schuss über seine Powerkickboots aufzuhalten. Dass er sich aber nicht nur auf seine Utensilien verlassen kann, zeigt sich in einer Episode, in der Conan erkältet ist und kryptische Hinweise auf einen Mord pantomimisch erklären muss, die Kogorōs Tochter Ran und ihre beste Freundin Suzuki Sonoko erst einmal entschlüsseln müssen. Das passt hervorragend in den Humor der Anime-Serie und ist wirklich erfrischend.

Leichte Änderungen bei der Synchronisation

Aufgrund dessen, dass zwölf Jahre zwischen den Synchronarbeiten der 333. und 334. Episode vergangen sind, sind Veränderungen in der Synchronisation vorprogrammiert. Im ersten Moment klingt das schlimmer als es in Wahrheit jedoch ist. Die gute Nachricht hierbei ist definitiv, dass Tobias Müller, Giuliana Jakobeit und Jörg Hengstler-Modry für die Sprechrollen der drei Hauptfiguren zurückgekehrt sind. Auch einige Nebenfiguren wie Inspektor Megure Jūzō werden nach wie vor von vertrauten Synchronsprechern vertont. Dennoch gibt es bei manchen Figuren Unterschiede. Beispielsweise wird Professor Agasa inzwischen von Frank Ciazynski gesprochen, der dem Wissenschaftler aber ebenfalls auf seine Art und Weise reichlich Leben einhaucht. An andere Stimmen wie die von Tanja Schmitz, die jetzt Yoshida Ayumi spricht, ist jedoch ein wenig mehr Eingewöhnungszeit erforderlich. Dennoch lässt sich die deutsche Synchronisation durchweg hören. Lediglich dass manche Stimmen wie die von Müller älter klingen, verpasst der nach wie vor dichten Atmosphäre zumindest anfänglich einen leichten Dämpfer. Dies ist jedoch altersbedingt nachzuvollziehen und fällt nach ein paar Episoden nur noch wenig auf. Fans der japanischen Originalversion schauen mit der DVD-Veröffentlichung allerdings erneut in die Röhre. Trotz japanisch und nun nicht mehr deutsch gesungener Lieder im Intro und Outro liegt auf den fünf Datenträgern leider nur die deutsche Sprachfassung vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 334 bis 359 der Serie): Für viele ältere Fans des kleinen Detektiven brach im Juli 2006 vermutlich eine Welt zusammen – und Ende 2018 ging für sie dann endlich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die Synchronisationsarbeiten an Detektiv Conan gingen nach zwölf Jahren endlich weiter und das Ergebnis lässt sich bis auf wenige Ausnahmen wirklich sehen beziehungsweise hören. Nach kurzer Eingewöhnungszeit sind selbst die anfänglichen Beanstandungen fast wie weggeblasen. Für manche Zuschauer dürfte es aber womöglich schade sein, dass die Openings und Endings nun mit den japanischen Originalsongs ausgestattet sind. Neue deutsche Lieder wurden leider nicht eingesungen. Inhaltlich bleibt aber alles beim Alten. So gibt es hin und wieder ein paar Hinweise auf die eigentliche Rahmenhandlung. Größtenteils kommt der Zuschauer aber wieder in den Genuss von kleineren Geschichten, in denen ein Mord, eine Entführung oder ein Diebstahl geschieht. Auch Conans neues Gadget, ein von Professor Agasa entwickelter Fußballgürtel, bringt reichlich frischen Wind in die Ermittlungsmethodik. Hierbei macht es nach wie vor Spaß mitzurätseln, wer denn wohl der Täter ist. Damit kann also auch die nun mehr 13. Serienbox der Anime-Serie auf ganzer Linie überzeugen. Schön!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 13, Episoden 334–359)!

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