Review: Harukana Receive (Vol. 1)

Vom 24. August 2016 bis zum 24. September 2020 erschien die Manga-Reihe Harukana Receive in Japan. Im Sommer 2018 folgte zwischenzeitlich eine Anime-Adaption, die einen Teil der Geschichte über Freundschaft und der Leidenschaft zum Beach-Volleyball-Sport abdeckt.

Eine Sportart in einer Anime-Serie zu behandeln, ist keine Seltenheit. Fußball, Basketball, Baseball und auch Volleyball sind aufgrund der Team-Mechanik hervorragend dafür geeignet. Harukana Receive kann zwar nicht mit der Episodenlänge von Haikyū!! oder gar dem alten Klassiker Mila Superstar mithalten, doch reichen die insgesamt zwölf Folgen, die auf zwei Volumes aufgeteilt sind, durchaus für eine kurzweilige und spaßige Geschichte aus. In der ersten Volume von Harukana Receive werden die Grundlagen für die Serie gelegt. Auf der einen Seite lernt der Zuschauer die Protagonisten und auf der anderen Seite die Regeln des Beach-Volleyballs kennen. Während der Sommerferien besucht die großgewachsene Ōzora Haruka ihre Großmutter auf Okinawa. Dort lebt auch ihre Cousine Higa Kanata, die seit ihrem letzten Treffen vor vielen Jahren jedoch nicht gerade in die Höhe geschossen ist. Kaum sind die beiden Cousinen am Strand angelangt, machen sie Bekanntschaft mit Tachibana Ayasa und Tōi Narumi. Sie spielen Beach-Volleyball miteinander, wodurch Haruka tatsächlich auf den Geschmack kommt. Narumi macht auf Harukas Frage nach einer Revanche zudem das Angebot, nach einer Woche ein weiteres Mal gegeneinander anzutreten, wenn sie mehr über den Sport gelernt hat. Ihre Cousine Kanata soll als ihre persönliche Lehrerin fungieren.

Seichte, aber unterhaltsame Story

Anstrengen müssen sich hierbei sowohl Haruka als auch Kanata. Während Haruka eine blutige, aber nicht untalentierte Anfängerin ist, hat Kanata den Kontakt zum Sport vor einiger Zeit verloren. Durch das gemeinsame Training verbessern sich nicht nur ihre Fähigkeiten. Auch ihre eingeschlafene Freundschaft vertieft sich dadurch. Harukana Receive ist somit in gewisser Weise eine Gute-Laune-Serie, da sie vor allem auf Ideen wie Vertrauen, Verständnis und Ehrgeiz basiert. Letzterer Aspekt sorgt dafür, dass sich die Charaktere im steten Wettkampf ständig neue Techniken, Angriffs- und Verteidigungsmuster ausdenken müssen. Das Geschehen bleibt somit nicht nur für das titelgebende Duo bis zum Matchball spannend, sondern auch für den Zuschauer. Natürlich ist der Aufbau bis zu einem gewissen Grad überdramatisiert, aber das ist für das Genre ohnehin üblich und vom Zuschauer womöglich so gewollt. In der dritten Folge treten mit Claire und Emily Thomas zwei weitere Oberschülerinnen dem Ensemble bei. Ebenso sei gesagt, dass mit Okinawa kaum ein besserer Handlungsort für die Sportart gewählt werden konnte. Steter Sonnenschein, blauer Himmel mit wenigen Wolken, weiße Strände und kristallklares Wasser sind eine traumhaft schöne Kulisse für die Story und liebevollen Charaktere. Da macht das Zuschauen nicht nur aufgrund der Handlung Spaß!

Zwischen Humor und Fanservice

In puncto Humor setzt Harukana Receive vor allem auf überdrehte Späße, die mit reichlich überzeichneter Gestik und Mimik gespickt sind. Herausragend ist der Humor zwar nie, doch ist er zumindest der Prämisse angemessen. Ein wenig anders sieht es allerdings bei den häufig eingesetzten Szenen aus, in denen die Körper der durchweg weiblichen Figuren in bestimmte Posen gebracht werden. Hier werden gewisse Körperstellen unnötig stark betont und selbst Umarmungen können mit einem romantischen und möglicherweise sogar erotischen Unterton falsch verstanden werden. Darüber hinaus reden die Charaktere sogar stellenweise darüber. Letzteres ist noch nachzuvollziehen, die anderen Inhalte brauchen weder Story noch Setting nicht. Es ist in gewisser Weise Fanservice, auf den sich der Zuschauer einlassen muss, will er Freude an der Anime-Serie haben. In puncto Bonusmaterial gibt es im digitalen Bereich der Blu-ray Disc lediglich ein Clean Opening und ein Clean Ending. Interviews oder Making-ofs gibt es leider nicht. Wer mehr über Harukana Receive erfahren will, kann aber zumindest laut Herstellerangaben in einem 28-seitigen Booklet schmökern. Wer sich abseits dessen mit den Charakteren verbunden fühlen möchte, darf sich außerdem ein Poster an die Wand nageln.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Harukana Receive erzählt eine seichte Geschichte, die nicht wirklich große Höhen und Tiefen durchlebt. Zumindest ist in den ersten sechs Episoden davon nichts zu spüren. Das heißt aber nicht, dass die Anime-Serie aus dem Jahr 2018 nicht unterhaltsam sein kann. Mir gefallen die liebevoll gestalteten Charaktere und die Bindung, die sie zueinander aufbauen und pflegen. Auch das Konkurrenzdenken passt in die Serienhandlung hinein. Es ist eben ein buntes Werk, das sich der Zuschauer vor allem im Sommer anschauen kann, um ein paar zusätzliche positive Vibes abzuholen. Wer das große Drama wie in Mila Superstar erwartet, wird aber vermutlich gegen den Kopf gestoßen, denn lediglich im Beach-Volleyball-Spiel punktet die Dramatik. Fanservice-Gegner werden mit der Serie auch weniger anfangen können, da ein paar Szenen durchaus fehlinterpretiert werden könnten und die Handlung oder den Inhalt selten bis gar nicht bereichern. Abgesehen davon macht die Anime-Serie eher aufgrund ihres sonnigen Okinawa-Settings Spaß. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Harukana Receive (Vol. 1)!

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