Review: Izetta, die letzte Hexe (Vol. 2)

Nachdem im September 2020 die erste Volume der Anime-Serie Izetta, die letzte Hexe von Publisher Kazé Anime erschienen ist, folgte im November 2020 die zweite Ausgabe. In dieser wird die Geschichte zu einem vernünftigen und sehr zufriedenstellenden Abschluss gebracht.

Izetta, die letzte Hexe knüpft im zweiten und leider auch schon letzten Episodenpaket an die Geschehnisse der Folgen aus der ersten Volume an. Wer in der Geschichte durchblicken will, sollte also besser nicht mittendrin einsteigen. Nach wie vor befindet sich Europa im Krieg, der von den Germanen angezettelt wurde. Inzwischen lässt das Kaiserreich Germania auf der skandinavischen Halbinsel den Flugzeugträger Drachenfels bauen, der je nach Sichtweise kriegsentscheidend sein könnte. Prinzessin Ortfiné „Finé“ Fredericka von Eylstadt macht sich mit ihrer Begleiterin, der titelgebenden Hexe Izetta, ins Königreich Britannia auf. Dort kommt es zu einem Treffen der Alliierten, die über die Zukunft Europas beratschlagen. Noch bevor Izetta in Erscheinung tritt, können sie Finé nur belächeln und tun Hexen als Ammenmärchen ab. Sie glauben nicht, den Krieg mit Hilfe von Magie gewinnen zu können. Als sie sich aber von Izetta persönlich überzeugen können, wendet sich das Blatt für Finé und Izetta. Es gelingt ihnen nicht nur, Unterstützung für Eylstadt zu sichern, sondern auch, zusammen mit den Streitkräften von Britannia, einen Angriff auf den Flugzeugträger Drachenfels zu initiieren. Allerdings wird der Angriff von den Germanen ausgenutzt, um eine mögliche Schwachstelle von Izetta aufzudecken. Das erlangte Wissen wollen und werden sie fortan gegen sie nutzen.

Umgestoßene Regeln der Kriegsführung

Nach wie vor bleibt die Geschichte von Izetta, die letzte Hexe spannend. Sie ist erwachsen und düster erzählt, was vor allem an den Charakteren liegt. Diese sind sich ihrer Situation, so ausweglos sie auch sein mag, stets bewusst. Auch Rickert Bisterfelt, ein Funktionär aus den Reihen der Germanen, muss diese leidliche Erfahrung machen. Als Spion wird er nach Eylstadt ins ominöse Schloss der weißen Hexe geschickt. Währenddessen lernt er Bianca kennen, die in den Diensten von Finé und somit auf der anderen Seite des Kriegs steht. Wie und ob dieser Konflikt gelöst werden kann, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Apropos weiße Hexe: Mit dieser tritt in der zweiten Serienhälfte ein neuer und vor allem gefährlicher und nicht zu unterschätzender Feind auf die Bildfläche. Die bis hierhin gültigen Gesetze der Kriegsführung werden umgestoßen. Hinzu kommen neue Technologien wie das Klonen und das Streben der Germanen nach Okkultem. Besonders durch letzteren Fakt wird versucht, eine Parallele zur Realität zu ziehen, da auch das Deutsche Reich nach übernatürlichen Artefakten suchte. In Izetta, die letzte Hexe, geht es aber nur um den fiktiven Hexenstein. Dieser soll seiner Trägerin dermaßen viel Macht verleihen, wodurch für das Militär einer Seite des Krieges ein Vorteil entstehen würde, der nicht mehr ausgeglichen werden kann.

Beeindruckende und erschreckende Bilder

Auch mit seinen Bildern weiß die Anime-Serie zu überzeugen. Wenn in den Schlachten erst alle Bodentruppen erschossen werden und im Anschluss die Panzer der Gewinnerseite über mit Leichen gefüllten Schützengräben fahren, die Kameraperspektive hierbei aus dem Graben heraus gen Himmel gerichtet und die Unterseite der eisernen Kolosse zu sehen ist, dann ist das unglaublich atmosphärisch. Genauso sehr ist das erwachsene Kriegsthema aber auch abschreckend. Die Schicksale von Soldaten, die im Krieg ihr Leben lassen, verpuffen einfach. Je nach Sehgewohnheiten kann das den Zuschauer schon etwas traumatisieren. Zumindest ist die Wirkung bei den Figuren zu erkennen, die teilweise sogar um ihr Leben flehen. Auch die an reale Ereignisse angelehnten Szenen, wie der Bombenangriff auf Londinium und die entstehende Pilzwolke nach einem Raketenangriff, tragen zu diesem Eindruck stark bei. So kann die Geschichte nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell beeindrucken. Die Melodien spielen der meist düsteren, manchmal aber auch hoffnungsvollen Stimmung ebenso in die Katen. Unter diesem Gesichtspunkt kann die Anime-Serie wirklich nachdenklich machen. Wer sich nach dem Ansehen der letzten Folge weiter mit Izetta, die letzte Hexe beschäftigen will, hat im laut Herstellerangaben 52 Seiten starken Booklet die Möglichkeit dazu. Digitale Boni gibt es nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Izetta, die letzte Hexe gehört für mich zu den Anime-Serien, die ich in ein paar Jahren sicherlich noch einmal anschauen werde. Ich mag die historische Fiktion, in der die düstere und erwachsene Geschichte spielt. Außerdem sind die Charaktere glaubhaft und nachvollziehbar und ihre Konflikte stets greifbar. Sie sind sich der ausweglosen Situation bewusst, kämpfen aber immer noch für ihre Sache bis zum bitteren Ende weiter – und zwar auf beiden Seiten des Krieges. Hinzu kommt eine gesunde Portion Fantasy, die zum Ende auch okkulte Züge annimmt. In dieser Hinsicht ist es lediglich schade, dass die Anime-Serie nur auf zwölf Folgen beschränkt ist. So gerne hätte ich die Story in einer epischen Breite mit noch mehr Charakteren, Wendungen und Überraschungen erlebt. Dennoch nimmt die ebenso audiovisuell beeindruckende Serie einen besonderen Platz für mich ein. Wer alternative Geschichtsschreibung und das Zweite-Weltkrieg-Setting mag, kommt um Izetta, die letzte Hexe nicht herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Izetta, die letzte Hexe (Vol. 2)!

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