Review: WorldEnd: What do you do at the End of the World? Are you busy? Will you save us? (Vol. 1)

Schon im Jahr 2014 begann Autor Kareno Akira mit der Veröffentlichung seiner Light Novel, doch erst 2017 wurde die Reihe als Anime umgesetzt. 2020 erschien das Werk als WorldEnd: What do you do at the End of the World? Are you busy? Will you save us? auch bei uns.

WorldEnd spielt in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt, die sich über zahlreiche schwebende Inseln erstreckt. Einst lebten die Menschen auf der Erdoberfläche, doch wurden sie von den ominösen 17 Bestien nahezu vollständig ausgerottet. Die überlebenden Völker haben sich auf die besagten schwebenden Inseln zurückgezogen, wo sie sich halbwegs sicher vor Angriffen der Bestien fühlen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Krieger Willem Kmetsch, der die Zeit vor fünfhundert Jahren auf der Erdoberfläche miterlebt hat. Eines Tages wird er dazu auserkoren, als Vertreter des Militärs als Beschützer eines Waffenlagers zu dienen. Er willigt ein und ist prompt verwundert darüber, dass das Waffenlager einem Kinderheim gleicht. Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, doch mit jeder weiteren Episode werden ähnlich wie in der Anime-Serie Attack on Titan brennende Fragen beantwortet, aber auch neue Geheimnisse aufgedeckt. So bleibt es über alle sechs Episoden der ersten von zwei Volumes spannend. Trotz des relativ ruhigen Szenarios stehen alle Vorzeichen auf Krieg. So bereiten sich Willem und ein Großteil der anderen Charaktere auf den Kampf gegen besagte Bestien vor. Zu diesen Auseinandersetzungen kommt es zum Ende der Volume hin. Somit lässt sich sagen, dass der Actiongehalt der zwölfteiligen Anime-Serie eher gering ausfällt.

Starke Welt, aber nur mittelprächtige Charaktere

WorldEnd stellt stattdessen lieber philosophische bis interessante Fragen wie die, wenn jemand nur noch fünf Tage zu leben hätte und als innigsten Wunsch hat, geküsst zu werden, und ob es dann in Ordnung wäre, diesem Wunsch nach einem Kuss nachzukommen. Auch was es bedeutet, unentbehrlich für den Schutz aller Völker zu sein, wird in WorldEnd klar thematisiert. Statt von einer Actionszene in die nächste zu hasten, gibt es deutlich mehr und vor allem tiefgründige Dialoge. Diese geben einen guten Einblick in die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf den schwebenden Inseln. Wer mehr über die Welt am Rande der Katastrophe erfahren will, kommt also definitiv auf seine Kosten. Obwohl die Welt regelrecht Interesse wecken kann, schaffen das die Charaktere nicht unbedingt. Sie haben zwar alle ihre eigenen Eigenschaften, doch kommen die zu selten zum Vorschein. Es ist außerdem schade, dass es außerhalb der Anime-Serie eher schwierig ist, mehr über die Hintergründe der Welt und vor allem die Charaktere zu erfahren. Digitale Boni gibt es bei WorldEnd bedauerlicherweise nicht. Entschädigen soll hierfür ein 20-seitiges Booklet im physischen Bonusmaterial. Dieses lag für dieses Review leider nicht vor. Es ist jedoch, auch ungesehen, von der gewohnten Qualität vom hiesigen Publisher Kazé Anime auszugehen.

Malerische Fantasy-Anime-Serie

Visuell besitzt die Welt von WorldEnd einen fantasievollen Look, in dem sich vor allem Fans des Genres im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p verlieren können. Hinzu kommt eine sehr gelungene Spielerei mit Licht und Schatten, wodurch jede Szene an Atmosphäre gewinnt. Schon in der ersten Episode kann die in die Abendsonne gehüllte Stadt mit einem warmen und durchaus wohligen Gefühl begeistern. Unter den optischen Merkmalen kann auch das Charakterdesign gefallen. Der Stil der Kleidung passt definitiv zur restlichen Gestaltung der Welt, doch hier und da wären ein paar Details mehr wünschenswert gewesen. Immerhin pushen die verschiedenen Völker von WorldEnd die dichte Atmosphäre, da die Anime-Serie so an ihrem einzigartigen Stil zusätzlich gewinnt. Hinzu kommt die prägnante Musik aus der Feder von Komponist Katō Tatsuya, der auch schon den Soundtrack für die Anime-Serie Kämpfer aus dem Jahr 2009 beigesteuert hat. Sowohl spannende, bedrohliche als auch ruhige Momente werden mit passenden Schwingungen, die nicht ohne Klaviermusik auskommen, im Tonformat Dolby Digital 2.0 untermalt. Auf ganzer Linie kann der japanische Originalton mit Sprechern wie Arai Ryōhei begeistern. Die deutsche Synchronisation ist nicht ganz so hochwertig. Der Zuschauer sollte hier aber nach persönlicher Präferenz entscheiden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schwebende Inseln haben es mir im Genre der Fantasy schon vor langer Zeit angetan. Sei es im Romanklassiker Gullivers Reisen, im Super-Nintendo-Rollenspiel Lufia II: Rise of the Sinistrals oder in späteren Werken für den GameCube wie Skies of Arcadia Legends oder Baten Kaitos: Die Schwingen der Ewigkeit und der Verlorene Ozean – die Faszination hat über die Jahre nicht abgenommen. WorldEnd: What do you do at the End of the World? Are you busy? Will you save us? baut auf diesem Konzept auf und lässt mich direkt in eine fantasievolle Welt eintauchen, die mich von der ersten Minute an fasziniert. Allerdings kommt die Story nicht wirklich in Gang und auch die Ausarbeitung der eigentlich liebevollen Charaktere lässt zu wünschen übrig. Dafür kann mich die Anime-Serie in audiovisueller Hinsicht in ihren Bann ziehen. Die humanoiden Tiere passen wunderbar in die mittelalterliche Fantasy-Welt. Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn das Charakterdesign etwas vielseitiger oder auch detaillierter ausfallen würde, aber dennoch wirkt visuell alles wie aus einem Guss. Schade ist jedoch, dass es auf digitaler Ebene keine Einblicke in die Produktion oder die Umsetzung gibt. Auch hätte ich gerne ein paar Hintergründe mehr über die Welt und die Charaktere erfahren. Das geht definitiv besser! Ich bin gespannt, ob die zweite Volume besagte Defizite zumindest halbwegs ausbessern kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von WorldEnd: What do you do at the End of the World? Are you busy? Will you save us? (Vol. 1)!

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