Review: Domestic Girlfriend (Vol. 2)

Nachdem der hiesige Publisher Kazé Anime die erste Volume von Domestic Girlfriend im deutschsprachigen Raum im November 2020 veröffentlichte, dauerte es nur einen knappen Monat, bis die zweite Ausgabe der Serie mit einem recht zufriedenstellenden Ende abschloss.

Auch in der zweiten Serienhälfte steht der Oberschüler Fujii Natsuo im Fokus der Handlung. An der Prämisse rund um Liebe, Erotik und Sexualität hat sich in Domestic Girlfriend nichts geändert. Nach der Hochzeit seines Vaters Akihito lebt er mit seinen neuen Stiefschwestern unter einem Dach. Während er in Tachibana Hina, die auch seine Lehrerin ist, verliebt ist, entwickelt deren Schwester Rui wiederum Gefühle für Natsuo. Obwohl Rui und Natsuo ihre erste gemeinsame sexuelle Erfahrung teilen, ist seither nichts zwischen ihnen passiert. Das ändert sich allerdings nach einem Ausflug zwischen Natsuo und Hina an den Strand, an dem sich die beiden sogar ein wenig näherkommen. Da Natsuo Rui niemals geküsst hat, möchte Rui, dass sie auch diese schöne Erfahrung gemeinsam machen. Nachdem die beiden ein paar Male miteinander rumgeknutscht haben, werden sie regelrecht unerwartet von Hina erwischt. So und nicht anders entwickeln sich die vielen neuen Turbulenzen, die sich durch die zweite Serienhälfte ziehen. Unter anderem kündigt Hina an, auszuziehen und ihren eigenen Weg zu gehen. Dies torpediert wiederum das immerhin recht umgängliche und freundschaftliche Verhältnis zwischen Rui und Natsuo. Einmal mehr überrascht Domestic Girlfriend in dieser Hinsicht mit Wendungen, die nach der ersten Serienhälfte so wirklich nicht abzusehen waren.

Liebe und ihre Auswirkungen

Inszenatorisch bleibt die Anime-Serie qualitativ durchweg auf einem hohen Niveau und steht der Präsentation in Nichts der Umsetzung der ersten Volume nach. Tiefgründige und ernste Themen sind nach wie vor Dreh- und Angelpunkt der Erzählweise. Noch während Hina aus dem Haus der Familie auszieht, sucht Rui den Dialog zu Hinas früherem Geliebten, um über den aktuellen Status zu sprechen. Auch ein Gespräch zwischen den Schwestern ist von entscheidender Bedeutung für die weitere persönliche Entwicklung der beiden. Dennoch liegt der Schwerpunkt in der zweiten Serienhälfte von Domestic Girlfriend auf der Beziehung zwischen Hina und Natsuo, die so langsam ins Rollen kommt. Sie schenkt ihm direkt einen Schlüssel zu ihrer Wohnung, sodass die beiden sich ungestört von allen äußeren Einflüssen treffen können. Auch dieser eigentlich sehr schöne Umstand wird verkompliziert als Natsuo die Treppen herunterfällt und zuhause von Rui gepflegt wird. Schließlich will sich diese dafür revanchieren, dass er sie gesund gepflegt hat, als sie im Fieber lag. Das Kartenhaus droht jedoch zusammenzubrechen, als Rui von Kurimoto Fumiya erfährt, dass Natsuo die Abende gar nicht bei ihm, also seinem besten Freund, verbracht hat. Liebe ist ein äußerst kompliziertes Thema und Domestic Girlfriend zeigt sämtliche Facetten in definitiv angemessener Breite.

Anfang und Ende einer schönen Zeit

Für sämtliche Akteure ist die Situation schwierig. Die Anime-Serie setzt in der zweiten Hälfte gar nicht auf plumpe Szenen, sondern macht jede Situation zu einer verständlichen Angelegenheit. Für das Genre gehört Domestic Girlfriend eindeutig zu den besseren Serien, was vor allem an den glaubhaften Charakteren liegt. Es ist spannend und interessant zugleich in das Leben der illustren und tiefgründigen Figuren einzutauchen und mit ihnen Höhen und Tiefen zu durchleben. Das funktioniert in jeder der sechs enthaltenen Folgen und auch in den Episoden zuvor hervorragend. Auch in audiovisueller Hinsicht weiß die Anime-Serie von Animationsstudio Diomedéa zu begeistern. Optisch sind die Charaktere detailreich gestaltet und ebenso schön animiert. Da zum Teil auch erotisch wirkende Posen von Bedeutung für die Serienhandlung sind, ergibt das in diesem Kontext ein überaus stimmiges Gesamtbild im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Auditiv gibt es den bekannten ruhigen Soundtrack von Kōda Masato im Tonformat Dolby Digital 2.0 auf die Ohren. Auch die japanische und die deutsche Synchronisation fügen sich in diese Konstellation nahtlos ein. Bonusmaterial gibt es im digitalen Bereich der Disc und laut Herstellerangaben auch in physischer Form nicht. Der hohen Qualität von Domestic Girlfriend schadet dies aber keineswegs.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Domestic Girlfriend erzählt eine recht spannende und interessante Geschichte. Es ist unterhaltsam, tiefe Einblicke in das Leben der verschiedenen Charaktere zu erhalten, mit ihnen mitzufiebern oder sich gleich in ihre schwierige Situation hineinzuversetzen. Die Figuren müssen sich ihren ernsten Problemen auf erwachsene Art und Weise stellen. In der zweiten Ausgabe funktioniert dies dank der gelungenen Vorlage der ersten Volume ausgezeichnet. Auch wie die Geschichte endet, ist überraschend. Zwar ist die Handlung abgeschlossen, lässt aber genauso die Hintertür offen für eine Fortsetzung. Nichtsdestotrotz brennen sich so manche Bilder einfach so sehr ins Gedächtnis ein, dass sie auch lange nach dem letzten Abspann schöne und auch traurige Erinnerungen ins Gedächtnis rufen können. Wer die erste Volume mochte, kommt um die zweite Serienhälfte definitiv nicht herum. Domestic Girlfriend ist einfach erinnerungswürdig!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Domestic Girlfriend (Vol. 2)!

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