Review: Doreiku – The Animation (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime die ersten sechs Episoden der Anime-Serie Doreiku – The Animation im September 2021 auf Blu-ray Disc veröffentlicht hatte, folgte zwei Monate später mit der zweiten Volume die zufriedenstellende und abschließende Hälfte der Sklavengeschichte.

Ein besonderes Merkmal der Anime-Serie Doreiku ist, dass die düstere Geschichte ständig aus einem anderen Blickwinkel erzählt wird. Vom Serienbeginn dürfte der Zuschauer noch sehr gut wissen, dass der Host Shinjuku Seiya von der Hostess Toshima Ayaka durch den Sieg in einem Duell versklavt wurde. Als eine seiner ersten Handlungen musste er seine Lebensgefährtin Katsushika Julia auf die Straße setzen. An diesem erschütternden Ereignis knüpft die siebte und damit erste Episode der zweiten Volume an. Der Zuschauer erfährt den Leidensweg aus der Sicht von Julia und bekommt mit, wie diese auf Ryūō trifft, der bisher als Antagonist wahrgenommen wurde. Schließlich ist sich der Zuschauer darüber bewusst, dass Ryūō die arme Julia versklavte. In der zweiten Serienhälfte arbeitet Doreiku für diesen Umstand die Gründe auf. Einmal mehr wird klar, dass in der Anime-Serie von den beiden Animationsstudios Zero-G und TNK nichts so ist, wie es anfänglich scheint. Der Zuschauer erhält einen Einblick in die Gefühlswelt von Ryūō. Unter anderem lüftet die Anime-Serie das Geheimnis um Ryūōs Mutter. Diese wird von einem Kredithai aufgrund ihrer Schulden zur Prostitution gezwungen. Um sie freizukaufen, muss Ryūō einhundert Millionen Yen auftreiben. Deshalb beginnt er damit, zahlreiche Menschen zu versklaven, um an ihr Geld zu kommen.

Übermächtige und unfair spielende Widersacher

Doreiku bleibt auch in der zweiten Serienhälfte eine sehr tiefgreifende Erzählung, die sich mit erwachsenen Themen beschäftigt. Auch Arakawa Eia spielt eine tragende Rolle. Bereits am Ende der sechsten und damit letzten Episode der ersten Volume hat sie angekündigt, einen versklavten Menschen nach dem anderen zu befreien. Sie schert mehrere Verbündete wie den hinterhältigen, aber nun hoffentlich bekehrten Ōta Yūga um sich. Damit sie das edle Ziel erreichen, ist ihnen jedes Mittel recht. Selbst Ryūō unterstützen die beiden. Mit der Zeit treten auch noch weitere Charaktere ins Rampenlicht, die ebenfalls ihre eigenen Pläne verfolgen. Während die fettleibige Chiyoda Maria zusammen mit ihrem Komplizen Itabashi Gekkō ein ähnliches Ziel wie Eia verfolgen, sieht das Setagaya Tsubaki ganz anders. Er möchte den Status quo unter allen Umständen aufrechterhalten. Zudem hat er mit dem sogenannten Judgment Slave Control Method eine Peripherie entwickelt, die es ihm ermöglicht, ohne ein Duell auszutragen, seine Gegenspieler zu versklaven. Neben so einem mächtigen Feind kommt auch noch ein maskierter Antagonist hinzu, der mit unfairen Mitteln spielt. Bis zum Schluss bleibt es unglaublich spannend, aber glücklicherweise gelingt es Doreiku, zu einem zufriedenstellenden Ende zu kommen. Das schafft auch nicht jede einzelne Anime-Serie!

Herausragende Atmosphäre

Wer erwachsene und düstere Anime-Serie wie zum Beispiel Mirai Nikki mag, der wird auch mit Doreiku seine wahre Freude haben. Es ist unglaublich fesselnd, in die menschlichen und nicht so menschlichen Abgründe hineinzublicken. Hinzu kommt eine ebenso düstere, aber dadurch umso stimmungsvollere Optik. Die meisten Szenen sind in Braun- und Grautöne gehüllt, nicht wenige Stellen der Erzählung finden in der Nacht oder geschlossenen Räumen statt. So ist auch elektronisches, gedämpftes und regelrecht paralysierendes Licht ein Grund, warum Doreiku in optischer Hinsicht im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p so fesselt. Auditiv zeichnet sich im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 ein sehr ähnliches Bild ab. Die Musik von Komponist Osada Naoyuki verfeinert die Atmosphäre zusätzlich. Keinesfalls zu unterschätzen sind auch die Sprecher, die sowohl im japanischen Originalton als auch in der deutschen Synchronisation auf ganzer Linie überzeugen und die facettenreichen Emotionen der Charaktere regelrecht aus sich selbst herausholen. Leider liegen auf der Blu-ray Disc keine digitalen Boni vor. Laut Herstellerangaben gibt es zudem keine physischen Boni, was im Gegensatz zur ersten Volume mit dem Booklet und Poster ein klarer Dämpfer ist. An der herausragenden Qualität der Anime-Serie ändert das nichts.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Volume geht Doreiku – The Animation mit einem zufriedenen Abschluss zu Ende. Es bleibt bis zum Finale wirklich auf ganzer Linie spannend. Das liegt daran, dass es der Anime-Serie gelingt, auch in den letzten Folgen noch weitere Charaktere einzuführen, die die Handlung gehörig auf den Kopf stellen. Etliche Überraschungen und unvorhergesehene Änderungen halten das Geschehen stets frisch. Hinzu kommt, dass die düstere Inszenierung nicht nur mit ihren erwachsenen Themen beeindruckt. Auch die audiovisuelle Gestaltung tut ihr Übriges, damit der Zuschauer paralysiert vor dem Bildschirm sitzen bleibt. Die zahlreichen Braun- und Grautöne, noch dazu die Verlegung der meisten Szenen mitten in die Nacht und die Wirkung der wenigen Lichtquellen sorgen für beeindruckende Bilder. Doreiku gehört definitiv zu den besten Serien der letzten Jahre. Wer die erste Volume oder auch ähnlich gestaltete Serien wie Mirai Nikki mag, wird auch die Folgen des zweiten Episodenpakets von Doreiku regelrecht verschlingen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Doreiku – The Animation (Vol. 2)!

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