Review: ReLife: Final Arc

Deutsche Fans von ReLife mussten nach der dritten und letzten Volume der Serie bis Juni 2021 auf die Fortführung warten. In ReLife: Final Arc wird die Geschichte um den verjüngten Kaizaki Arata und seine Mitschüler in vier Episoden zu einem runden Abschluss gebracht.

Während der von der Künstlerin Yayoisō gezeichnete Manga ReLife von 2013 bis 2018 in Japan veröffentlicht wurde, flimmerte die ursprünglich dreizehnteilige Anime-Serie im Jahr 2016 über die Fernsehbildschirme. Entsprechend konnte die Anime-Umsetzung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen werden. Im Jahr 2018 ging es mit ReLife mit dem so genannten Final Arc zum Glück und zum Wohlwollen aller Fans weiter. Inhaltlich knüpfen die vier enthaltenen Original Video Animations an die Geschehnisse der Serie an. Vor allem die Enthüllung am Ende der dritten Volume wird aufgegriffen. Der Zuschauer ist sich im Bilde darüber, dass nicht nur Kaizaki Arata, sondern auch Hishiro Chizuru eine Teilnehmerin des Programms des titelgebenden ReLife-Forschungsinstituts ist. In der vom hiesigen Publisher Kazé Anime als vierzehnte Episode bezeichneten Folge wird Chizuru von ihren Gedanken geplagt. Ihr fallen immer mehr Einzelheiten auf, die sie erahnen lässt, dass Arata ebenfalls ein Teilnehmer des Programms sein könnte. Allerdings wird sie von den Supportern Yoake Ryō und Onoya An tunlichst daran erinnert, dass sie mit niemanden über das Programm sprechen darf. Selbiges trifft auch auf Arata zu. Sollten sie also über das Programm sprechen, würde es für sie abgebrochen und ihre Erinnerungen gelöscht werden. Für beide ganz schön heikel!

Nachgeholter Abschluss

In der fünfzehnten Folge wird die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Charaktere auf die Probe gestellt. Sie müssen zusammen ein englisches Café auf dem bevorstehenden Fest der Schule organisieren. So kommen sich Arata und Chizuru ein wenig näher, ohne dass sich der ReLife: Final Arc zu langsam oder zu schnell in diese Richtung entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Serien nimmt sich ReLife im abschließenden Kapitel wirklich die nötige Zeit, die für das Beenden der Story notwendig ist – und das gelingt dem Final Arc mit nur vier Folgen. Hierzu werden auf der einen Seite alle erdenklichen Situationen wie ein Schulfest oder auch die winterliche Idylle genutzt, während sich die beiden Charaktere mitten in der Gondel eines Riesenrads befinden. Auf der anderen Seite spielen die vier Episoden auch deutlich mit dem Innenleben von Chizuru und Arata. Sie fragen sich, was nach Ablauf des letzten Jahres auf der Aoba-Oberschule passiert. Sie versuchen sich an die Erfahrung zu klammern; und diese loszulassen, fällt ihnen schwer. Ohne Spoiler ist es hier schwierig, konkret zu werden. Es sei jedoch gesagt, dass all das den Abschied auch für den Zuschauer deutlich schwieriger macht. Dieser wird damit zu Beginn gar nicht rechnen, aber die abschließende Episode drückt schon ein wenig auf die Tränendrüse – aber das ist bei ReLife im absolut positiven Sinne gemeint.

Leicht gesunkene visuelle Qualität

An der technischen Gestaltung hat sich in ReLife: Final Arc kaum etwas geändert. Es ist zwar zu erkennen, dass das Grundgerüst noch dasselbe ist, aber wirkt der letzte Handlungsstrang in visueller Hinsicht nicht mehr ganz so hochwertig, ohne jedoch ins Gegenteil abgedriftet zu sein. Es ist eben zu merken, dass zwei Jahre zwischen der Serie und dem Final Arc liegen. Insbesondere die Animationen könnten Animationsstudio TMS Entertainment besser geglückt sein. Außerdem fügen sich die Figuren nicht mehr ganz so gut in die Hintergründe und die Umgebungen ein. Vor allem wie unwichtige Nebenfiguren als farbliche Silhouetten plötzlich anonymisiert werden, passt gar nicht in das Gesamtbild im bildschirmfüllende 16:9-Format hinein. Videospiele wie Tokyo Mirage Sessions #FE gehen mit diesem Prinzip deutlich besser um. Auch wenn ReLife: Final Arc in dieser Hinsicht etwas abgebaut hat, macht das Ansehen dennoch Spaß. Das liegt dann aber mehr an der nach wie vor passenden Musik von Tsuboguchi Masayasu in Dolby Digital 2.0, denn die Klavierstücke begleiten sämtliche Situationen wie in den dreizehn Episoden zuvor mit dem nötigen Feingefühl. Auch die deutschen und die japanischen Synchronsprecher passen. Wer Japanisch beherrscht, dürfte aber nicht über die nicht abschaltbaren Untertitel erfreut sein. Als Boni gibt es ein dünnes Booklet und ein Poster.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In meinen Augen führt der ReLife: Final Arc die Handlung um Kaizaki Arata wunderbar fort und bringt diese auch zu einem schönen Ende. Das liegt vor allem an der zusätzlichen Konzentration auf Hishiro Chizuru, die der ganzen Geschichte eine zusätzliche Facette verleiht. Da kochen zum Ende hin Emotionen auf, mit denen ich nach dem Ende der ursprünglichen Serie gar nicht gerechnet hätte. Schade finde ich jedoch, dass die technische Ausarbeitung des Final Arcs etwas weniger gut ausfällt wie der Rest der Serie. Vor allem heben sich in einigen Szenen die Charaktere zu stark von den Hintergründen und den Umgebungen ab. Hier wäre mehr möglich gewesen. Dafür ist die musikalische Untermalung einmal mehr herausragend und begleitet die gefühlsbetonte Story bis zur letzten Minute. Wer die Serie mochte und vom Ende etwas enttäuscht war, kommt um das Schlusskapitel nicht herum. Der ReLife: Final Arc ist nicht nur wunderbar erzählt, es ist sogar die einzig wahre und vor allem notwendige Möglichkeit, wie die Geschichte beendet wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von ReLife: Final Arc!

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