Review: ReLife (Vol. 1)

Zwischen 2013 und 2018 erschien in Japan die Manga-Reihe ReLife von Autorin Yayoisō. Im Jahr 2016 folgte eine dreizehnteilige Anime-Serie, die einen Teil der Handlung abdeckt. Nach vier Jahren des Wartens wurde ReLife hierzulande endlich von Kazé Anime veröffentlicht.

In der im August 2020 veröffentlichten ersten von insgesamt drei Volumes wird die Grundlage für die dreizehn Episoden umfassende Anime-Serie gelegt. Alles beginnt mit dem 27-jährigen und erfolglosen Kaizaki Arata. Dieser schlägt sich als so genannter Neet durchs Leben, wie es zum Beispiel von den Protagonisten aus den Anime-Serien Re:Zero – Starting Life in another World und Eden of the East bekannt sein dürfte. Soll heißen, dass er weder arbeitet noch studiert. Genau genommen hat er bereits an der Universität seinen Abschluss gemacht und stand auch schon drei Monate im Berufsleben, bis er seinen Job hingeschmissen hat. Zu Beginn der ersten Episode vermasselt er das nächste Vorstellungsgespräch bei einer Firma. Niedergeschlagen von diesem Erlebnis dreht ihm seine Mutter auch noch den Geldhahn zu. Just in diesem Moment taucht der undurchsichtige Yoake Ryō vor ihm auf. Angeblich arbeitet er für das titelgebende ReLife-Forschungsinstitut. Ryō wählt Arata für ein Experiment aus und dieser willigt ein, zumal nach erfolgreichem Abschluss des Experiments ein Jobangebot auf ihn wartet. Nach einem kurzen Schnitt erinnert sich nicht nur Taugenichts Arata daran, auf was er sich da eigentlich eingelassen hat – auch der Zuschauer ist um einiges schlauer. Arata soll wieder die Schulbank drücken und besucht ab sofort eine Abschlussklasse einer Oberschule.

Zurück an die Oberschule!

Da das ReLife-Forschungsinstitut auch die Unterhaltskosten für Arata zahlt, muss er sich um das Beschaffen von finanziellen Mitteln keinerlei Sorgen machen. Wie das aber an einer Oberschule so ist, muss Arata erkennen, dass seine Mitschüler circa zehn Jahre jünger sind als er. Das führt selbstverständlich zu generationsübergreifenden Konflikten. Beispielsweise siezt er seine Mitschüler aus reiner Höflichkeit und schadet so seiner Coolness. Damit nicht genug, muss er des Weiteren daran denken, jeden Tag seine Tasche zu packen. Schon am ersten Tag in der Schule fällt ihm auf, dass er keinen Stift dabei hat. Seine Lehrerin Amatsu Kokoro, die übrigens nur zwei Jahre jünger ist als Arata, entdeckt daraufhin beim Durchwühlen dessen Rucksacks eine Zigarettenschachtel. Logisch, dass sich Arata nach dem Unterricht auf eine Standpauke bezüglich der ekligen Glimmstängel einstellen muss. Hinzu kommen regelmäßige Tests, bei denen Arata und seine Mitschüler mindestens fünfzig Punkte erreichen müssen. Andernfalls werden die Tests so lange wiederholt, bis sie die Mindestanzahl an Punkten erreichen. Obwohl der Alltag eines Oberschülers stressig ist, machen ihn die Mitmenschen erträglich. So schließt Arata zum Beispiel Freundschaft mit der wenig gesellschaftsfähigen Hishiro Chizuru oder Ōga Kazuomi, dem es nicht gelingt, eine romantische Beziehung zu führen.

Dynamisches Gesamtbild

Bei den Charakteren von ReLife handelt es sich durchweg um interessante Persönlichkeiten, deren Facetten erst peu à peu zum Vorschein kommen. So macht das Ansehen jeder Folge Spaß, da immer mal wieder neue Geheimnisse gelüftet werden. Sämtliche Figuren sind im Übrigen schön gezeichnet und reichlich animiert. Zusammen mit den im Kontext plastisch wirkenden Hintergründen und Umgebungen ergibt sich auf diese Art und Weise ein überaus dynamisches Gesamtbild. Neben der bildschirmfüllenden Optik im 16:9-Format kann ReLife ebenfalls auf akustischer Ebene punkten. Die Comedy-Einlagen werden mit aufregenden Musikstücken unterlegt, während die wenigen ernsten Momenten eher mit ruhigen Klängen im Tonformat Dolby Digital 2.0 auftrumpfen. Das Tonformat trifft sowohl auf den japanischen Originalton als auch die deutsche Synchronisation zu. Während Arata im Original von Ono Kenshō gesprochen wird, leiht in der deutschen Variante Johannes Walenta dem Oberschüler seine Stimme. Bei Chizuru dürfen sich die Zuschauer wiederum auf die Stimmen von Kayano Ai respektive Daniela Molina freuen. Während die Anime-Serie mit lustigen Ideen durchweg punkten kann, fällt sie in puncto Bonusmaterial durch. Digitales Material schlummert auf der Blu-ray Disc nicht. In physischer Form bietet die erste Volume nur ein achtseitiges Booklet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): ReLife bietet einen kuriosen Einstieg, der sich um ein mysteriöses Experiment dreht. Zurück an der Oberschule muss sich Protagonist Kaizaki Arata wieder im Alltag zurechtfinden, Entscheidungen treffen und erkennen, dass er als Neet nicht weiter durchs Leben gehen kann. Hinzu kommen verschiedene lustige Ideen, die die Story von ReLife aufwerten. Als charakterbezogene Anime-Serie fokussiert sich die Erzählung dabei vor allem auf die Persönlichkeiten der Figuren, über die die Zuschauer mit jeder Episode mehr erfahren und erfahren wollen. Hinzu kommt ein hübscher Zeichenstil mit gelungenen Animationen, die das Bild immer in Bewegung halten. Bei der stets passenden Musik und den tollen deutschen und japanischen Synchronsprechern gibt es ebenso nichts auszusetzen. Schade nur, dass das Bonusmaterial der ersten Volume äußerst dünn ausfällt. Hier wäre zwar mehr möglich gewesen, doch vielleicht ändert sich das noch bei den nächsten beiden Ausgaben. Erfahren werden das nur die Zuschauer, die dranbleiben. Lust darauf, ob und wie das Experiment in ReLife aufgeht, machen die ersten Episoden allemal. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von ReLife (Vol. 1)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s