Review: Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX

Mit den ersten beiden Episoden von Azure Striker Gunvolt kamen Action-Fans auf dem 3DS und der Switch in den Genuss zweier toller Videospielerlebnisse. Um die Wartezeit auf Azure Striker Gunvolt 3 zu verkürzen, schickt Entwicklerstudio Inti Creates als Appetithappen das Spin-off Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX auf Nintendos Hybridkonsole ins Rennen.

Wie die Hauptreihe spielt auch die Handlung von Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX in der Zukunft. Mittlerweile dominieren Menschen mit besonderen Fähigkeiten, Adepts genannt, den Planeten. Alle anderen Menschen, die im Spiel als Minos bezeichnet werden, sind vor allem für das Sumeragi Institute of Human Evolution ein Dorn im Auge. Als minderwertige Lebewesen angesehen, betreibt das Institut aktiv einen Genozid. Den durchtriebenen Machenschaffen der Forschungseinrichtung stellt sich der junge Krieger Copen entgegen, in dessen Rolle wir kurz nach Spielbeginn schlüpfen. Blöderweise arbeiten für Sumeragi zahlreiche Widersacher wie der maskierte Kämpfer Blade, gegen den wir am Ende der ersten Stage fast unser Leben lassen müssen. Gerettet von ein paar Minos-Waisenkindern, beschließen wir, den Genozid zu stoppen und für die verwaisten Kinder einzutreten. Am grundlegenden Spielprinzip hat sich nichts verändert: So durchkämmen wir mehrere überschaubare Gebiete wie ein Fabrikgelände oder die Slums der Stadt aus der zweidimensionalen Seitenansicht. Unterwegs stellen sich uns humanoide oder roboterartige Gegner in den Weg, die wir mit unseren Waffen pulverisieren müssen. Hinzu kommen Geschicklichkeitspassagen, in denen wir unsere Reflexe zu beweisen haben, bevor uns am Ende einer Stage ein knackiger Bossgegner auflauert.

Abgekupfertes, aber funktionierendes Grundgerüst

Am Grundkonzept ist unverkennbar, dass sich Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX an Capcoms Mega-Man-Franchises, allen voran Mega Man X und Mega Man Zero, orientiert hat. Kommen wir in einer Stage beispielsweise zunächst nicht weiter, weil der Bossgegner mit uns den Boden aufwischen möchte, können wir auch ganz einfach das Areal verlassen und stattdessen an anderer Stelle einen neuen Versuch starten. Da mit jedem besiegten Gegner Erfahrungspunkte auf unserem Konto landen, steigern sich peu á peu auch unser Level und dadurch auch unsere Lebensenergie. Halten wir ein paar Treffer mehr aus und üben uns in sämtlichen Skills, fallen die im Gegensatz zum restlichen Abenteuer etwas kniffligeren Bossgegner je nach Spielertyp sicherlich nicht mehr ganz so schwierig aus. Im Übrigen verfügt jeder Bossgegner wie in der Hauptreihe beziehungsweise wie in den Vorbildern aus dem Hause Capcom über eine bestimmte Angriffstaktik, die sich über drei Kampfphasen hin verändert und im Einsatz einer mächtigen Spezialattacke gipfelt. Überleben wir diese und können uns zudem unserem Widersacher entledigen, erhalten wir seine Spezialwaffe. Diese können zum Beispiel riesige Sägeblätter zum Zerstören von großen Kisten, für Gegner überaus gefährliche Explosionsgeschosse oder Vorhänge zum Ummanteln von Objekten und einzelnen Feinden sein.

Retro-Mischung für Action-Fans

Noch mehr Abwechslung bieten Copens Zusatzfunktionen, die über die Spielwährung Credits jederzeit aus dem Menü heraus erworben werden können. Unter anderem dürfen wir die Zeit, wie lange wir einen Gegner anvisieren dürfen, verlängern. Es ist aber ebenfalls möglich, mehr Energiereserven freizuschalten. Da es in einem Spieldurchgang ohne Wiederholung einzelner Stages unmöglich ist, sämtliche Funktionen freizuschalten, sollten unsere Einkäufe wohlüberlegt sein. An der flotten Spielbarkeit ändern die Funktionen allerdings nichts. So können auch hartgesottene Spieler den Kampf gegen Sumeragi aufnehmen, ohne das Gefühl zu haben, hier entscheidende Nachteile zu haben. Die Mischung aus 16- und 32-Bit-Grafiken ergibt in Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX ein überaus stimmiges Gesamtbild. Charaktermodelle und Hintergründe arbeiten organisch zusammen. Lediglich bei den Grafikeffekten hätten wir trotz Retro-Look ein wenig mehr von Inti Creates erwartet. Dafür entschädigt ein angenehmer Soundtrack, dem es aber leider kaum gelingt, mit seiner Akustik aufmerksam zu machen. Das größte Ärgernis dürfte aber wohl die Steuerung sein. Während das Gameplay auf dem großen Fernseher nur so flutscht, ertappen wir uns im Handheld-Modus zu häufig dabei, wie wir den rechten Analog-Stick zum Verstellen der Spezialfähigkeit – wenn auch nur versehentlich – zu häufig streifen. Hier wünschen wir uns glatt das starre Pausenmenü aus Mega Man zurück.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Azure Striker Gunvolt und Azure Striker Gunvolt 2 gehören für mich zu den besten Download-Titeln, die ich auf dem 3DS vor einigen Jahren erlebt habe. Mit großer Vorfreude warte ich mittlerweile auf den dritten Serienteil. Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen, zeigt Entwicklerstudio Inti Creates Erbarmen und füllt die Lücke mit Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX. Der Action-Titel setzt im Grunde auf das gleiche Konzept wie die Hauptreihe, tauscht den Hauptcharakter aus und verknüpft die Geschichte um den zum Institut umgewandelten Sumeragi-Konzern mit dem Serienuniversum. Es gelingt den Entwicklern zwar, den Charme der Hauptreihe weitgehend gut einzufangen, doch fehlt mir hier und da ein wenig die Abwechslung. Die Stages sind überschaubar und orientieren sich weitgehend am Stadtszenario. Hinzu kommt, dass ich die einzelnen Zusatzwaffen zu wenig im Kampf einsetzen muss. Hier fällt dann – ausschließlich im Handheld-Modus – das nervige Wechseln der Waffen auf, da der Analog-Stick des rechten Joy-Cons für meine Hände zu nah an den Aktionsknöpfen angeordnet ist. Daher empfehle ich gleich, das Spiel in seiner Retro-Pracht lieber auf dem großen Fernseher mit dem Pro Controller zu spielen. Dadurch steigt die Spielbarkeit als auch der Spielspaß enorm!

 

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