Review: Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2

Im September 2019 sollte Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX das Warten auf Azure Striker Gunvolt 3 verkürzen. Da das Spiel immer noch nicht erschienen ist, will Entwickler Inti Creates mit Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2 die Gemüter beschwichtigen.

Als Spin-off zur Azure-Striker-Gunvolt-Serie kann der erste Teil zwar ebenfalls mit seinem actionreichen Gameplay punkten, aber nicht ganz an die Hauptreihe anknüpfen. Selbiges Schicksal trifft leider auch Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2, das am 27. Januar 2022 seinen Weg in den eShop der Nintendo Switch gefunden hat. Inhaltlich knüpft die Story des Spiels an die Geschehnisse des ersten Teils an. Gespielt haben müsst ihr diesen aber nicht, da die Geschichte durchweg eigenständig ist. Nach dem Sieg über eine allmächtige künstliche Intelligenz ist Frieden in der Welt eingekehrt. Protagonist Copen und seine beiden Unterstützerinnen Kohaku und Lola erfreuen sich am Nichtstun, was aber vor allem Cyborg Copen nicht so leicht fällt. Er versucht sich ganz auf seine Forschung zu konzentrieren und werkelt an einer flintenförmigen Verarbeitungseinheit, dessen mysteriöse Materialien und Konstruktionsart ihm unbekannt sind. Plötzlich werden Copen, Kohaku und Lola durch ein schwarzes Loch in eine andere Dimension gesogen, in der die Menschheit angeblich schon seit langer Zeit ausgestorben sei. Dort lernen sie auch das Robotermädchen Null kennen. Nach mehreren Monaten des Umherirrens stoßen sie auf die ominöse Grabsäule, einen riesigen Turm. Auf der Suche nach Hinweisen über den Verbleib der Menschen betreten sie ihn.

Turm voller Action

Handlungstechnisch erfindet Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2 das Rad nicht neu. Zwischendurch gibt es immer wieder kleinere Hänger, zumal der Action-Titel ohnehin mit relativ wenig Text auskommt. Dennoch saugen wir jeden Informationshappen auf, sodass sich nach und nach ein stimmiges bis verständliches Gesamtbild zusammensetzt. Mit der Zeit kristallisiert sich mit dem Muttercomputer, der alle Geheimnisse der Welt bewahrt, ein Gegenspieler heraus. Wie könnte es auch anders sein, wird der Muttercomputer von einer Reihe roboterartiger Komplizen unterstützt, die sich uns in den Weg stellen. Bis wir diese Antagonisten in ihre Einzelteile zerlegt haben, vergehen etwa drei bis vier Spielstunden. Um die Spitze des Turms zu erreichen, müssen wir allen voran verschiedene Levels betreten. Hierzu zählen beispielsweise ein Wüstenabschnitt, das Innere eines Vulkans, ein Dschungel oder eine Eislandschaft. Hier springen wir über Abgründe, erklimmen Anhöhen und legen uns noch dazu mit jeder Menge Gegner an. Um uns gegen die Feinde zu wehren, nutzen wir Copens so genannten Rasiermesser-Angriff. Entweder verrichten wir großen Schaden im Nahkampf oder rempeln die Gegner erst an und schicken dann aus gesunder Distanz ein paar Geschosse auf sie. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, geht aber schnell in Fleisch und Blut über.

Individualisierbarer Protagonist

Wenn wir einmal verwundet werden, ist das nicht schlimm. Lola fliegt die ganze Zeit um uns herum und kann uns jederzeit und so oft wir wollen auf Knopfdruck heilen. Profis müssen jedoch nicht verzagen, denn besonders die Bosskämpfe sind dennoch fordernd. Zudem wird auch niemand dazu gezwungen, Copens Wunden durch Lola zu heilen. Die Checkpoints in den Levels sind zudem fair verteilt, sodass auch bei einem versehentlichen Sprung in einen Abgrund kaum bis gar kein Fortschritt verloren geht. Das betrifft auch die Erfahrungspunkte, die wir für besiegte Gegner hinterlassen. Selbst wenn wir eine Stelle zum wiederholten Male angehen müssen, bleiben wir mit Copen immer noch auf demselben Level. Unseren Cyborg können wir zudem mit gesammelten Fertigkeitspunkten, symbolisiert über herumliegende Kristalle, die ebenfalls die Gegner hinterlassen, auch verbessern. Beispielsweise ist Copen dann nach einer Kollision mit einem Feind länger unverwundbar, zieht die Kristalle wie von Geisterhand automatisch an, erhält mehr Erfahrungspunkte für besiegte Widersacher oder ist mit seinen Angriffen schlicht stärker. Diese Fertigkeiten lassen uns Copen individualisieren. Sie tragen auch dazu bei, dass wir Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2 auch nach dem Abspann noch weiterspielen, da wir bei einem Durchgang gar nicht alles erlernen können.

Tolle Bossgegner, wenig galante Mechaniken

Highlight des Spiels sind definitiv die Auseinandersetzungen mit den Bossgegnern. Diese sind allesamt unterschiedlich zu besiegen und ähnlich wie beim Vorbild Mega Man X erhält Copen nach jedem Sieg über einen Bossgegner eine neue Waffe. Diese ist dann wiederum an anderer Stelle effektiv in einem anderen Bosskampf oder sogar innerhalb der meist sehr geradlinigen Level-Struktur einzusetzen. Wer keine Lust darauf hat, sich eine Taktik gegen die Feinde zu überlegen, muss sich keine Sorgen machen. Die Bossgegner lassen sich mit einfachen Angriffen in vielen Fällen ebenfalls besiegen. Auch wenn der Tod nicht wirklich zum Verlust der Progression führt, gibt es auch in Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2 wieder die Möglichkeit, dass uns Lola einmalig wiederbelebt. Diese Funktion lässt sich zum Glück auch ausschalten, denn nicht immer ist die Wiederbelebung sinnvoll. So holt uns Lola auch dann zurück ins Leben, wenn sich ein Raum bereits mit Lava gefüllt hat oder wir uns mitten in der Angriffsfläche eines One-Hit-Superkills eines Bossgegners befinden. Das wirkt sehr ungalant und hätte bei der Programmierung berücksichtigt werden müssen. In technischer Hinsicht baut das Spiel auf dem Vorgänger mit 16- und 32-Bit-Grafiken auf. Auch die Musik geht in Ordnung, reißt aber leider keine Bäume aus. Eine deutlich verpasste Chance!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Inti Creates werkelt immer noch an Azure Striker Gunvolt 3. Die Wartezeit ist für Fans der beiden Vorgänger nahezu unerträglich. Ein Glück, dass es mit Gunvolt Chronicles: Luminous Avenger iX 2 zumindest eine Spin-off-Alternative gibt, die die Wartezeit etwas verkürzt. Im Grunde macht das Spiel aber nicht sehr viel anders als sein Vorgänger. Das schnelle Gameplay funktioniert bis auf die diagonalen Schübe durch die Luft, die ich hin und wieder zwangsweise einsetzen muss, wirklich gut. Auch die Bosskämpfe gefallen mir, da die Feinde unterschiedliche Techniken einsetzen. Allerdings sind die Bosskämpfe für meinen Geschmack weitestgehend zu leicht und auch dass ich Copen jederzeit und so oft ich will heilen kann, fühlt sich ein wenig wie Cheaten an. Im Gegensatz zum Vorgänger sind die Levels aber optisch und auch spielerisch wesentlich abwechslungsreicher. Nicht ganz so positiv ist jedoch, dass die unterschiedlichen Waffen selbst bei den Bossgegnern tatsächlich zu selten gewechselt werden müssen. Es wäre so viel mehr möglich gewesen! Unterm Strich bleibt trotzdem ein spaßiger Action-Titel, den sich Fans des Franchises guten Gewissens einmal genauer anschauen dürfen.

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