Review: Yōkai Watch (Band 15)

Turbulent ist die Erzählweise der Yōkai-Watch-Manga-Reihe. Zumindest wird dieser Einruck beim Lesen der insgesamt fünfzehn Kapitel des passenderweise fünfzehnten Bandes erweckt. Nachdem Konishi Noriyuki, seines Zeichens Autor und Manga-Zeichner, im vierzehnten Band auf bekannte Muster setzte, bricht die Struktur in der fünfzehnten Ausgabe auf. So konzentriert sich die Erzählung in den ersten sieben Kapiteln sehr auf die Rolle von Jibanyan T, einer Schatzsuchervariante von Fanliebling Jibanyan. Dieser ist auf der Suche nach einem Schatz und stellt sich dabei alles andere als klug an. Seine Tollpatschigkeit verwickelt ihn immer wieder in die absurdesten Situationen – ganz zum Leidwesen seiner Begleiter, die an Fremdverschulden sogar temporär das Zeitliche segnen können. Selbstmord aufgrund unvorsichtiger Vorgehensweisen ist hierbei nicht ausgeschlossen. All das wird aber typisch sehr lustig mit absurden Zeichnungen und humorvollen Dialogen und Monologen geschildert. So werden jüngere Leser, die die Hauptzielgruppe darstellen, definitiv nicht abgeschreckt oder sogar ausgeschlossen. Unter anderem erkunden Jibanyan T, der ortsunkundige Indiana Jaws und der aufgeweckte Komasan T eine Höhle und ein ägyptisch angelehntes Grab, suchen nach Schätzen und müssen sich dabei stets neuen Gefahren in Form von anderen Yōkai stellen.

Ausgelassene Geschichten mit Werbeversuchen

Auch in der zweiten Hälfte des 194-seitigen Mangas gelingt es Konishi Noriyuki nicht in den alten Trott zu verfallen. Das ist sowohl positiv als auch negativ gemeint. Auf der einen Seite können die einzelnen Abenteuer zwar durchaus unterhalten, doch auf der anderen Seite wird die eigentliche Geschichte gar nicht vorangetrieben. Protagonist Nathan Adams, der in gerade einmal drei Kapiteln nur am Rande auftaucht, gelingt es nicht einmal, auch nur einen einzigen Yōkai als Freund für sich zu gewinnen. Dass dafür kaum Platz ist, wird im letzten Kapitel des fünfzehnten Bandes sogar angesprochen. Diese Art von Humor steht sinnbildlich dafür, auf was sich der Leser einlassen muss. Jüngere Leser dürften daran richtig ihren Spaß haben, aber jenen, die das Auf und Ab mit der Manga-Reihe bis hierhin mitverfolgt haben, dürfte das ein Schlag ins Gesicht sein. Tatsächlich geht der Manga diesmal sogar einen Schritt weiter und berichtet von Ereignissen, die in der Serie überhaupt noch nicht geschehen sind. Zum Beispiel taucht der Yōkai Schlaubärga auf, den Nathan angeblich durch Erika Deneke kennengelernt hat. So kann Nathan ihn problemlos per Münze und Yōkai Watch beschwören. Auch dass alle paar Seiten Werbung für ältere Bände gemacht wird, die ganz am Rande mit dem Geschehen zu tun haben, ist etwas zu viel des Guten. Der Leser muss diesmal also sehr, sehr stark sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Yōkai Watch ist eine Manga-Reihe, die den Fans der Videospiele durchaus gefallen könnte. Abnutzungserscheinungen müssen dabei aber stets in Kauf genommen werden, denn nicht jeder Manga kann mit derselben Qualität begeistern. Beim fünfzehnten Band fällt positiv auf, dass sich dieser deutlich anders anfühlt als die vorherigen Bände. Beispielsweise wird der Fokus auf die Schatzsuchergruppe um Jibanyan T, Indiana Jaws und Komasan T gelegt. Diese ersten Kapitel im Band sind sehr lustig und fühlen sich erfrischend an, haben aber keine direkte Verbindung zur eigentlichen Storyline. Das ist auch gerade der Punkt, der an diesem Band negativ auffällt. Selbst die späteren Kapitel sind eher kürzer gehalten und berichten lieber aus dem Alltag der Yōkai als von Nathan Adams. Der Protagonist kommt mit nur drei Kapiteln deutlich zu kurz und die eigentliche Handlung wird gar nicht vorangetrieben, erwartet dieses Mal sogar, dass Erlebnisse, die im Manga nicht stattgefunden haben, als Kanon zu akzeptieren. Dies dürfte für beinharte Fans trotz des guten Humors etwas zu viel sein. Bleibt zu hoffen, dass der sechzehnte Band diesen Fauxpas mit anderen und besseren Ideen irgendwie versucht auszugleichen!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 15)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s