Review: Bloodrayne: The Third Reich

Uwe Boll wird von Videospielern besonders gerne kritisiert, da er doch gerne einmal von den Fakten des eigentlichen Werks abweicht. So nutzte er hier zwei Filme, um die Vorgeschichte zu erzählen und erreicht mit Bloodrayne: Third Reich endlich das 20. Jahrhundert.

Mit Bloodrayne: The Third Reich schließt Uwe Boll seine Trilogie über die Videospielserie ab. Wie es der Titel des Films vermuten lässt, spielt Bloodrayne: The Third Reich zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Nach einer kurzen Rückblende zum ersten Teil (der circa 200 Jahre vor diesem Teil spielt), werden wir auch schon direkt in das Geschehen hineingeworfen. Hitler gewinnt immer mehr Macht. Wegen Rassenhass und religiösen Ansichten werden Juden in Konzentrationslager deportiert. 1943 kämpfen Widerstandskämpfer an der Ostfront gegen die Übermacht der Nationalsozialisten. Beim Überfall auf einen Transportzug trifft die Gruppe auf die hübsche Rayne. Sie ist halb Mensch und halb Vampir, genannt Damphir. Als sie einen Kommandanten der Wehrmacht tötet, verwandelt sie diesen ohne Absicht ebenfalls in einen Vampir. Der Kommandant genießt sein Vampirdasein und will gemeinsam mit dem für seine Experimente bekannten Dr. Mengele eine untote Armee züchten. Rayne versucht, gemeinsam mit den Widerstandskämpfern, diesen Wahnsinn aufzuhalten. Die Schauspieler verkörpern ihre Rollen dabei unserer Meinung nach sehr gut. Natassia Malthe als sexy Vampirin, die mit ihren Feinden kurzen Prozess macht, passt ebenso gut in Uwe Bolls Film, wie Clint Howard, welchem der Wahnsinn Mengeles wie ins Gesicht geschrieben steht.

Kleinere Filmfehler

Michael Paré verdient unseren Respekt, da wir schon lange nicht mehr einen so gefürchteten Feind gesehen haben. Die eigentliche Story ist natürlich rein fiktiv – nur die Eckpfosten der Geschichte stützen sich auf reale Tatsachen. Das tut der eigentlichen Handlung aber keinen Abbruch. Zusammenhänge im Film sind durchweg gut geschildert, jede Szene gehört genau da hin, wo man sie auch vermuten möchte. An einigen Stellen (beispielsweise bei der kurzen Szene im Gasthaus) haben wir gar das Gefühl gehabt, Uwe Boll orientiere sich an Quentin Tarantinos Inglourious Basterds. Gedreht wurde der Film aber übrigens nicht in Deutschland, sondern in Zágréb (Kroatien). Das merkt man den vorkommenden Schauplätzen aber nur an wenigen Stellen an. Kleinere Filmfehler (achtet mal auf die Brille des Dr. Mengele im Käfig beim Kampf mit der in einen Vampir verwandelten Hure – einmal rutscht sie herunter, dann verliert er sie und jedes Mal hat er sie urplötzlich wieder auf der Nase sitzen) trüben das Gesamtbild des nur 76 Minuten langen Films. Negativ fallen uns hier auch einige unsaubere Schnitte auf, sowie die unlogischen Blutspritzer. Wenn Rayne mit ihren Schwertern einen Nazi absticht, spritzt literweise rote Suppe – schießen die Widerstandskämpfer die Soldaten der Wehrmacht nieder, fallen diese meist reglos um.

Typisch Boll: Der Audiokommentar

Hier hätte Boll die Gewaltdarstellung ruhig überziehen können, damit die Verbindung zum Videospiel klar wird. Als Bonusmaterial befindet sich auf der Blu-ray unter anderem ein Making-of, in dem die Schauspieler und der Regisseur auf die Entstehung des Films eingehen. Sie machen auch keinen Hehl daraus, dass Boll unter Filmkritikern und Videospielfans nicht immer einen guten Ruf genießt. Sie nehmen sich auch gerne selbst auf die Schippe, was bei dem circa 25-minütigen Making-of für eine angenehme Stimmung sorgt. Ein kurzes Interview mit dem Autor des Drehbuchs befindet sich ebenfalls mit auf der Disc, was aber nur wenige Einblicke in die Entstehung des Films zulässt. Interessanter ist da der Audiokommentar, der auf Englisch und Deutsch mit auf der Disc vorhanden ist. Beim deutschen Audiokommentar checkt Uwe Boll nebenher seine E-Mails und telefoniert auch kurz mit Arbeitskollegen – das ist ungewohnt, aber Fans vergöttern ihn vielleicht gerade deshalb. Die neue Fassung des Films lässt sich übrigens nicht nur in 1080p und im 16:9-Format, sondern auch in 3D anschauen. In Sachen Ton liegt die Originalfassung in Englisch leicht vorn, doch auch die synchronisierte deutsche Tonspur ist gelungen. Das Zweite-Weltkrieg-Szenario, gepaart mit Blutfontänen, Sex und übertriebener Gewalt ist durchaus sehenswert – auch ohne Vorkenntnisse der Spiele und Filmvorgänger.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bloodrayne: The Third Reich war damals für mich der erste Uwe-Boll-Film, den ich mir bewusst angeschaut habe. Durch die erneute Veröffentlichung aller drei Teile in 3D, hatte ich jetzt endlich die Gelegenheit, mir auch die beiden Filmvorgänger anzuschauen und somit natürlich auch abermals den dritten Teil. Der ist mir bis auf wenige Szenen auch genauso in Erinnerung geblieben. Kommandant Brandt ist durch Michael Paré ein gelungener Bösewicht und für Dr. Mengele könnte ich mir auch kein anderes Gesicht mehr vorstellen, als das von Clint Howard. Die Geschichte spielt vor einem ernsten und düsteren Hintergrund der Geschichte, was jedoch nur zu Beginn und zum Ende des Films wirklich bemerkbar ist. Mittendrin könnte der Film auch in jeder anderen Zeit spielen. Bei diesem Boll-Film sticht aber vor allem wieder das Bonusmaterial heraus. Nicht nur das Making-of, sondern auch der Audiokommentar geben Einblicke, wie es so am Set von Bolls Filmen zugehen muss. Dass er drei Filme auf einmal zusammen mit diesem gedreht hat, erklärt einige (kleinere) Fehler an diesem Streifen. Abseits des Bonusmaterials bekommt man aber einen doch ganz guten Film spendiert. Sicherlich kann sich der Film auf technischer Ebene nicht mit der Qualität eines Hollywood-Blockbusters messen, aber wenn man an einem verregneten Nachmittag oder an einem Abend nichts anderes zu tun hat, kann man sich den gar nicht mal so langen Film perfekt zwischendurch anschauen. Sieht man von Logikfehlern und unsauberen Schnitten ab, bekommt man überdurchschnittlich gute Schauspieler, eine interessante Handlung, zwei (nicht ganz so prekäre) Sex-Szenen und überzogene Gewalt spendiert – und genau das verlangt laut Boll die Mehrheit. Mich hat es zumindest durchaus zufriedengestellt. Damals schrieb ich in meinem Fazit auch, dass ich mir den Film sicherlich noch ein zweites Mal ansehen werde. Mission erfüllt!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bloodrayne: The Third Reich!

Prime Time: Anno 2070 (Limitierte Edition) Unboxing

Damit hätte vor ein paar Jahren noch keiner gerechnet. Die Anno-Serie war zuvor immer im späten Mittelalter oder auch in der frühen Neuzeit historisch angesiedelt. Nun dachte man sich bei Ubisoft, dass man doch auch einmal die Zukunft behandeln kann. So kam es schlussendlich zu Anno 2070. Eric hat sich das Spiel Ende 2011 in der Limitierten Edition gekauft und stellt euch die Inhalte dieser Fassung in einem Unboxing-Video vor.

Prime Time: Anno 1404 (Limiterte Edition) Unboxing

Nachdem wir euch gestern bereits das Unboxing-Video zu Anno 1701 vorgestellt haben, führen wir unsere Klassikerreihe mit dem direkten Nachfolger Anno 1404 weiter. Eric stellt euch die Edition mit einem klemmenden Kompass vor und erzählt euch auch ein wenig zum Spiel. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Anno 1701 (Limited Edition) Unboxing

Nicht nur Die Siedler gehört zu den größten Computerspielreihen im deutschsprachigen Raum. Auch die Anno-Serie erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Eric hat ein wenig im Regal gestöbert und präsentiert euch eigenhändig die Limited Edition von Anno 1701, mit der er sehr viel Spaß gehabt hat. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Might and Magic: Heroes VI (Collector’s Edition) Unboxing

Spieletitel, die irgendwann eine zu hohe Nummer im Titel tragen, da die Serie länger als geplant geraten ist, werden früher oder später umbenannt oder gerebootet. Bei Heroes of Might and Magic VI hat man sich aber einen – unserer Meinung nach – sehr unsinnigen Namen ausgesucht. So rückt das Might and Magic zwar in den Vordergrund, aber da Ubisoft die traditionsreiche Rollenspielserie wohl nicht weiter pflegen will, sehen wir hier nicht mehr als eine Franchise-Ausschalchtung. Wie dem auch sei hat sich Eric trotzdem den nun mehr sechsten Teil der Strategie-Rollenspielserie in der Collector’s Edition geholt und stellt euch diese nun in unserem Unboxing-Video in Ruhe vor.

Prime Time: Tom Clancy’s Ghost Recon Online (Präsentation)

Während der Ubisoft-Pressekonferenz haben wir unsere Kamera geschnappt und die eine oder andere interessante Szene mitgeschnitten, beispielsweise die Präsentation von Tom Clancy’s Ghost Recon Online. Wirklich viele Neuigkeiten vermissen wir allerdings. Wir hätten uns vor allem über Informationen zur Wii-U-Fassung gewünscht, doch da müssen wir uns wohl noch einige Zeit gedulden.

Review: Equilibrium: Killer of Emotions

Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Existenz. Kaum jemand kann sich sein Leben wohl ohne diese vorstellen und so hat Kurt Wimmer das Experiment gewagt und mit Equilibrium: Killer of Emotions eine Welt geschaffen, in der Gefühle unterdrückt werden.

Der Film ist in einer alternativen Zeitlinie zu Beginn des 21. Jahrhunderts angesiedelt, in der ein möglicher Dritter Weltkrieg bereits fast die gesamte Menschheit vernichtet hat. Die letzten Menschen leben zurückgezogen in einer Enklave und ordnen sich einem totalitären System unter. Den Bürgern ist es nicht erlaubt, Gefühle zu entwickeln, da Emotionen zur Ursache für den Krieg erklärt werden. Jeder Bürger muss sich deshalb täglich eine Dosis Librium spritzen, um seitens der Regierung gefühllos einen Vierten Weltkrieg zu verhindern. Um das System aufrechtzuerhalten, wird die Organisation der Kleriker hinzugezogen. Diese verfolgen jeden, der gegen die Gesetze verstößt und bestrafen sie im schlimmsten Falle mit dem Tod. In dieser Organisation befindet sich auch der Kleriker John Preston, der strikt die Direktive verfolgt. Es kommt dazu, dass seine Frau als Sinnessünderin verhaftet wird und er nichts dagegen tut und seinen Kollegen gar erschießt, weil dieser verbotene Kunst konsumiert. In seinem Glaubenswahn vergisst Preston eines Tages allerdings, seine eigene Dosis Librium zu nehmen. So erweitert er nach und nach sein Bewusstsein, erlebt Gefühle und versucht mit den Emotionen zu leben. Schlussendlich nimmt er Kontakt zur Widerstandsbewegung auf, um das totalitäre System zu stürzen und dessen Vater für Freiheit und den freien Willen zu ermorden.

Reale Parallelen

Blicken wir auf unsere Vergangenheit zurück, entdecken wir vor allem in den letzten hundert Jahren einige Parallelen zu Equilibrium: Killer of Emotions. Sowohl in der Sowjetunion, als auch im nationalsozialistischen Deutschland oder im faschistischen Italien wurden Systeme errichtet, denen sich jeder Staatsbürger unterzuordnen hatte. Derlei Systeme möchte der Film stark kritisieren, denn nicht nur Freiheit, sondern auch der freie Willen ist für den Menschen unabdingbar. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entindividualisierung, welche eigentlich ein Merkmal für einen Film aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit ist. Jeder Mensch wird ohne seine Emotionen (mit Ausnahme der Kleriker und dem Vater) als das gleiche Individuum angesehen. Weiter ist von Bedeutung, dass auch in der architektonischen Ausarbeitung keine expressionistischen Merkmale zu erkennen und Wohnungen sehr schlicht dargestellt werden. Erst in der vorletzten Szene wird tatsächlich deutlich, welchen wichtigen Bestandteil Kunst in unserer Kultur einnimmt. Hier kommt Kurt Wimmer seinem ethischen Bildungsauftrag nach, denn es sei doch wichtiger, Schlüsse aus der Kunst zu ziehen, als sie aufgrund ideologischer Ziele zu vernichten. Die letzte wichtige Parallele, der Widerstand, schließt den Kreis und steht für die Opposition der unmenschlichen Systeme und für die Individualisierung.

Gerechtfertigte Intention

Der Film kritisiert offensichtlich totalitäre Systeme, die auf unserem Planeten allerdings eher weniger werden. Wir spekulieren sogar, dass diese durch die Globalisierung auf lange Sicht gesehen vermutlich irgendwann sogar ganz verschwinden könnten. Sicherlich gibt es auch in der heutigen Zeit noch Ausnahmen, da sich einige Länder von der Welt abschotten und keine Gedanken an ein friedliches Zusammenleben verschwenden. Die Intention des Films ist somit absolut gerechtfertigt. Christian Bale spielt seine Rolle als Kleriker Preston die gesamten 107 Minuten lang hervorragend, doch Taye Diggs verrät sich durch eine stark angedeutete Mimik schon relativ früh in der Handlung, weshalb das Ende für den einen oder anderen Zuschauer vielleicht etwas vorhersehbar ist. Sean Bean ist leider, wie so oft auch, nur sehr kurz zu sehen – für die Story ist er aber umso wichtiger. William Fichtner ist in nur wenigen Szenen mehr zu sehen, obwohl seine Rolle als Widerstandsanführer tragend für die Handlung ist. Die Dialoge sind es aber im Endeffekt, welche die Charaktere zusammenbringen und mit einer bestimmten Kälte den Zuschauer treffen. Die ästhetischen Mittel, die durch Kulissen, Kostüme und durch die gut choreographierten Kämpfe in Erscheinung treten, machen den Film, der endlich auch auf Blu-ray erhältlich ist, zu einem der letzten großen Hollywood-Meisterwerke.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich verstehe nicht, wie dieser Film in den letzten zehn Jahren unter meinem Radar hindurchgeflogen ist. Zwar bin ich jemand, der das US-amerikanische Kino immer mehr durch Einfallslosigkeit kritisiert, doch Equilibrium: Killer of Emotions ist tatsächlich eines der letzten großen Hollywood-Meisterwerke. Es steht nicht nur für gut choreographierte Action, die durch die so genannte Kampfkunst Gun-Kata zum Ausdruck gebracht wird, sondern auch für eine inhaltlich interessante Thematik, die mit einem ethischen Bildungsauftrag und Kritik an unmenschlichen Systemen erklärt wird. Kurt Wimmers Equilibrium: Killer of Emotions erzeugt mit einem düsteren Soundtrack, der mich in der einen oder anderen Szene auch schon an religiöse Kirchenmusik erinnert und einer sehr ansprechenden Gestaltung trotz der Kälte eine gewisse Verbundenheit, da viele von uns durch die Vergangenheit des eigenen Landes womöglich mit totalitären Systemen schon einmal in irgendeiner Weise in Kontakt gekommen sind. Auch wenn die künstlerische Epoche der Neuen Sachlichkeit heute schon neunzig Jahre zurückliegt, sind ihre Merkmale dennoch vorhanden und ebenfalls die Abgrenzung vom Expressionismus sind in wenigen Szenen sehr gut zu sehen. Equilibrium: Killer of Emotions ist ethisch, ästhetisch, künstlerisch und inhaltlich ein Film, den man unbedingt einmal in seinem Leben gesehen haben muss.

Vielen Dank an Constantin Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Equilibrium: Killer of Emotions!

Review: Bloodrayne 2: Deliverance (Special Edition)

Vampire sind ein wertvolles Kulturgut unserer Zeit und sind schon fast gar nicht mehr aus den Köpfen von Fantasy-Fans wegzudenken. Uwe Boll schickt Daywalkerin Rayne in ein zweites Abenteuer – allerdings einhundert Jahre nach dem ersten Teil der Trilogie.

Nachdem Rayne am Ende des ersten Teils nicht nur ihren bösen Vater Kagan besiegt hat, hat sie auch Abschied von ihren neu gewonnenen Freunden nehmen müssen. Diese wurden in der entscheidenden Schlacht nämlich ebenfalls von Kagans Schergen besiegt. Da sie nichts mehr in Transsylvanien hält, hat sie beschlossen, in die Neue Welt zu segeln. Aber anstatt kultiviert an der Ostküste zu leben, hat sie sich in den Wilden Westen aufgemacht. Aber auch dort sind Freundschaften nicht von Dauer. Als sie nach einem Ausritt feststellen muss, dass ihre neuen Freunde von Vampiren getötet wurden sind, beschließt sie, auch diese Untoten aus der Welt der Lebenden zu verbannen. Schnell stellt sich heraus, dass der sagenumwobene Bandit Billy the Kid selbst ein Blutsauger und der Anführer einer Gruppe Vampire ist. Die kleine Stadt Deliverance soll in Kürze an das Eisenbahnnetz angeschlossen werden und somit neue Besucher anziehen. Unter diesem Vorwand will Billy the Kid die Ankömmlinge der Reihe nach in neue Vampire verwandeln und die Vereinigten Staaten mit einer Armee der Untoten überfluten. Es steht für Rayne fest, dass sie das unter allen Umständen verhindern muss. Um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, erhält sie tatkräftige Unterstützung von Sheriff Pat Garrett, der nicht nur einen Groll gegen Banditen, sondern ebenfalls auch gegen Untote hegt.

Realität und Fiktion

Es ist schön zu sehen, dass man nicht nur bekannte Figuren in einen Western-Horror-Fantasy-Film steckt, sondern sich auch noch an die eine oder andere reale Tatsache hält. So ist Pat Garrett auch in Wirklichkeit hinter dem Banditen hergewesen und war schlussendlich auch für dessen Exekution verantwortlich – sofern denn die Identität des Mannes stimmen sollte, da bis heute eine kleine Unstimmigkeit darüber herrscht. Das Western-Setting wird durchgehend gut eingefangen. In Deliverance herrschen eindeutig das Faustrecht und raue Sitten. Der Film geht sogar soweit, dass auch der Mord an Kindern innerhalb der Handlung gezeigt wird – das ist eine Seltenheit in der Filmgeschichte und sollte unbedingt erwähnt werden. Somit wird die Grausamkeit von Billy the Kid einmal mehr ausgedrückt und liefert Rayne neue Gründe, um den Blutsauger in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Die für die Bloodrayne-Reihe bekannte Sexszene fehlt im zweiten Teil jedoch, da die neue Rayne-Darstellerin Natassia Malthe gegen die Freizügigkeit protestierte, wie Uwe Boll in seinem Audiokommentar erwähnt. Die Rolle des Sheriffs kommt Michael Paré zugute, der Pat Garrett als tragende Figur der Story sehr gut verkörpert. Zack Ward als Billy the Kid wirkt unserer Meinung stellenweise aber lächerlich. Bis auf wenige Momente kommt die wahre Bedeutung des Charakters nur selten zur Geltung.

Die Produktion eines Filmes

Merkwürdig ist auch die Entscheidung in Bezug auf die Kameraführung. Offensichtlich sind hier Handkameras im Einsatz gewesen. Ständig wackelt das Bild! Was bei Fernsehserien wie Law and Order durchaus für Spannung sorgt, ist hier einfach übertrieben. Sogar während der ruhigen Szenen des Films kippt das Bild ständig. Wir haben uns zwar nach einigen Minuten daran gewöhnt, doch wer den Film in 3D gucken möchte, könnte schnell an Kopfschmerzen leiden. Da kommt es nicht gerade wie gerufen, dass das Bild zudem auch noch sehr körnig in 1080p ist. Der 99-minütige Film ist übrigens im 16:9-Format (1,78:1) enthalten und kommt mit zwei Tonspuren (Deutsch und Englisch) daher. Während die deutsche Synchronisation in Ordnung ist, ist das Original ein klein wenig authentischer. Beim Audiokommentar kann man übrigens wieder nichts falsch machen. Dieser symbolisiert Uwe Boll wie er leibt und lebt. Er erzählt von seinen schlafenden Hunden, geht zwischenzeitlich auf Toilette oder telefoniert sogar mit Kollegen. Da ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch informativ, da er sehr viel über die Finanzierung und Produktion von Filmen erzählt. Das restliche Bonusmaterial ist aber sehr dürftig. Die Interviews fallen zu kurz aus und warum Musikvideos zu einem Nightwish-Song und einer anderen Band auf der Disc zu finden sind, verstehen wir nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich mir erst kürzlich den ersten Teil der Trilogie angeschaut habe und den dritten Teil bereits kannte, wollte ich mir nun auch endlich das Verbindungsstück des Dreiteilers anschauen. Man merkt dem Film leider an jeder Ecke an, dass er nur mit einem geringen Budget realisiert wurde. Computereffekte sind auf ein Minimum reduziert und sehen dann leider auch gar nicht mehr so ansprechend, wie noch beim Vorgänger aus. Das soll zwar in gewisser Weise den düsteren Stil des Wilden Westen in Szene setzen, doch dadurch, dass zum Beispiel nicht literweise Blut spritzt, geht die Identität einer Videospielumsetzung in gewisser Weise verloren. Trotzdem ist der Film von vorne bis hinten unterhaltsam, was besonders am leider zu selten auftretenden Wortwitz liegt. Mir ist besonders der Priester ans Herz gewachsen, da dieser doch sehr leichtsinnig mit der Herde und seinem Leben umgeht. Leider ist die filmische Umsetzung in meinen Augen mangelhaft – das Bild ist meistens dermaßen körnig, dass ich mich lieber vom Fernseher abwende, als den Film zu genießen. Schlimmer ist jedoch, dass das Bild ständig in Bewegung ist. Daran habe ich mich zwar relativ schnell gewöhnt, doch schön ist das sicherlich trotzdem nicht. So werde ich mir den zweiten Teil vermutlich so schnell nicht noch einmal ansehen, doch wer wissen möchte, wie die Handlung um den Damphir Rayne nun weitergeht, kommt um Bloodrayne 2: Deliverance nicht herum!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bloodrayne 2: Deliverance!

Prime Time: ShootMania: Storm (Präsentation)

Auf der Ubisoft-Pressekonferenz hat der Konzern ebenfalls das Spiel ShootMania: Storm vorgestellt. Die Präsentation wurde leider mit einem eher minderwertig wirkenden Trailer begonnen, doch diesen haben wir bei unserer Aufnahme bewusst weggelassen. In unserem Video kommt ihr nur in den Genuss eines Matches zwischen zwei Clans, welches sogar von einem Moderator kommentiert wurde. Spannend!

Prime Time: Hellgate London (Collector’s Edition) Unboxing

Ende 2007 wagte sich Bill Roper ein neues Franchise im Markt zu etablieren. Mit Hellgate London sollte der Diablo-Killer ins Haus stehen, doch leider gab es ungünstige Momente in der Entwicklung und beim fertigen Produkt immer noch ein paar Probleme, die viele Käufer abgeschreckt haben. Wir sind dennoch der Meinung, dass Hellgate London der richtige Schritt in die ebenso richtige Richtung war. Eric erinnert sich an seine wenigen Spielmomente und stellt euch die USA-exklusive Collector’s Edition des Spiels vor.

Prime Time: BioShock (Collector’s Edition) Unboxing

Mit BioShock erschien 2007 ein Ego-Shooter in einem gänzlich neuen Setting. Die Unterwasserstadt Rapture entwickelte sich aber nicht zur Idylle, sondern gleich zum Alptraum für jeden Meeresbiologen. Eric hat sich die Collector’s Edition für die Xbox 360 rausgekramt und stellt euch diese in einem Unboxing-Video vor. Wer also gerne einen Big Daddy im Miniaturformat haben möchte, kommt um diese Edition kaum herum.

Preview: Spirit Hunters Inc. Light & Shadow

Neben escapeVektor haben uns die Jungs von Nnooo auch noch ihren neuen DSiWare-Titel gezeigt, der Ende diesen Jahres veröffentlicht werden soll. Hier hält sich die Euphorie aus einem Grund allerdings in Grenzen.

Wenn wir Spirit Hunters Inc. Light oder Spirit Hunters Inc. Shadow (das Spiel erscheint in zwei Fassungen, doch dazu später mehr) gestartet, uns einen eigenen Spielernamen verpasst und uns für ein Element entschieden haben, befinden wir uns auch schon mitten im Geschehen. In Spirit Hunters Inc. mimen wir einen Geisterjäger, bewegen uns aber wiederum nicht wie in Ghostbusters: The Video Game mit einem Charakter durch gespenstische Gebiete. Stattdessen macht das Spiel Gebrauch von der Nintendo-DSi-Kamera, mit der die Umgebung eingefangen wird. Wir bewegen uns also durch die eigene Wohnung oder suchen nach Geistern an anderen Orten, wie Restaurants oder Bushaltestellen. Keine Sorge, das Spiel zwingt uns nicht wie ein Irrer durch die Gegend zu laufen und verschlingt somit natürlich auch keine weiteren Kosten. Es ist nur wichtig, dass wir uns ein möglichst farbenfrohes Umfeld suchen, denn die Geister erscheinen nur an Orten, die ähnlich farblich gestaltet sind, wie das Element des Gespensts. Es geht in Spirit Hunters Inc. im Grunde darum, möglichst viele Geister aufzuspüren und ähnlich wie die Taschenmonster in Nintendos Pokémon-Reihe zu katalogisieren. Die putzigen Geister geben aber natürlich nicht auf, sobald wir sie erblickt haben. Zunächst einmal möchten sie mit unseren Spezialangriffen, die jeweils auf ein Element aufbauen, besiegt werden.

Schmelztiegel guter Spielelemente

An dieser Stelle zeigt sich dann die nächste Ähnlichkeit zu Pokémon, denn bestimmte Typen sind stark gegen andere Elemente und natürlich auch umgekehrt. Während wir anfangs leider nur eine mickrige Attacke kennen, dürfen wir später ein ganzes Aufgebot an Techniken in den Kämpfen einsetzen. Dazu müssen wir das Icon des Angriffs nur antippen und dann auch noch eine bestimmte Geste auf dem Touchscreen ausführen, beispielsweise einen Kreis zeichnen. Danach genießt die Fähigkeit, wie in Online-Rollenspielen, einen Cool-down. Das heißt, dass wir sie erst einige Sekunden (oder Minuten) später wieder einsetzen dürfen. Im Falle eines Sieges erhalten wir zudem auch noch Erfahrungspunkte und Credits. Während die Erfahrung wichtig für neue Talente ist, geben wir die Credits für Items aus, um uns beispielsweise heilen zu können, denn viele Kämpfe sind alles andere als leicht zu bestreiten. Uns gefällt die Idee, die Wirklichkeit mit einzubeziehen und wie die Kämpfe im Endeffekt umgesetzt werden sehr gut, doch hätte man das Spiel tatsächlich um einen weiteren Rollenspielanteil ergänzen sollen. Zwar tauchen in beiden unterschiedlichen Versionen verschiedene Geister auf, doch selbst das nützt nur etwas, wenn wir andere Spirit-Hunter-Inc.-Spieler in der Nähe kennen. Online-Modi bietet der Titel nämlich leider nicht. Wir sind aber schon gespannt, welche Ideen Nnooo noch in das interessante Konzept stecken und womit man uns überraschen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Ich weiß noch nicht so recht, was ich von Spirit Hunters Inc. halten soll. Auf der einen Seite finde ich das Konzept mehr als nur interessant, denn wenn ich die zu suchenden Geister nur an bestimmten Stellen in meiner Umgebung finden kann, weckt das natürlich meinen Forschungsdrang. Auch die Unterschiede der Geister, die durch die Elemente entstehen, gefallen mir sehr gut – schließlich hat dieses System schon Jahre zuvor in Pokémon und anderen Rollenspielen hervorragend geklappt. Die anderen Anleihen, die sich Nnooo erlaubt, machen ebenfalls Sinn im Spiel. Beispielsweise die Cool-downs, die nach einer Aktivierung von Spezialtechniken in Kraft treten. Leider fehlt mir ein weiterer Rollenspielanteil im Spiel. Wenn ich mir also noch einen Charakter erstellen und mit diesem eine virtuelle Welt unsicher machen dürfte, hätte ich durchaus mehr Spaß am Rest des Titels. So wird der Titel für mich zwar interessant bleiben, aber in meiner Umgebung gibt es leider nicht sehr viele Nintendo-DSi- beziehungsweise Nintendo-3DS-Spieler, mit denen ich meine Leistungen vergleichen könnte. Ich bleibe dennoch guter Dinge und hoffe, dass Nnooo noch mit der einen oder anderen Überraschung punkten wird, wenn das Spiel erscheint.

Review: Bloodrayne (Special Edition)

Uwe Boll ist ein Regisseur, der in seinen Film gerne Blutfontänen, sehr viel Gewalt und auch nackte Haut zeigen möchte. Alle diese Elemente bringt er in seiner Videospielverfilmung zu Bloodrayne unter – das Ergebnis ist durchaus sehenswert.

Wir befinden uns im achtzehnten Jahrhundert und in ganz Transsylvanien treiben Vampire ihr Unwesen. Da ist es kein Wunder, dass sich Vampirjäger zu einer ganzen Akademie vereinen, um die Blutsauger zur Strecke zu bringen. Eines Tages vergewaltigt jedoch der Fürst Kagan eine Menschenfrau, die daraufhin ein Mädchen zur Welt bringt. Das Mädchen ist ein sogenannter Damphir – halb Mensch, halb Vampir. Als ihre Mutter getötet wird, wird das Mädchen vom Zirkus großgezogen, doch nicht als Waisenkind, sondern als Attraktion. Man fügt ihr täglich Wunden zu, die sie durch das Trinken von Blut wieder regeneriert. Viele Jahre später gelingt ihr die Flucht aus dem Käfig und begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater, der das Mädchen auch seit mehr als einem Jahrzehnt erfolglos sucht. Alleine ist Rayne jedoch zu schwach, weshalb sie sich auf die Suche nach drei legendären Artefakten macht, die sie stärken sollen und ihr den Hauch einer Chance im Kampf gegen Kagan gibt. Rayne trifft auf ihrer Suche auf drei Jäger, mit denen sie Freundschaft schließt, da sie dasselbe Ziel verfolgen. Zusammen trainieren sie für den entscheidenden Kampf und schmieden Pläne, wie sie Kagan besiegen wollen. Dabei wird Rayne jedoch klar, dass es einen Verräter bei den Jägern gibt und dass Blut unlängst vor dem Überfall auf Kagans Schloss fließen muss.

Star-Aufgebot

Die Handlung von Bloodrayne entwickelt sich zunehmend spannend, doch manchmal haben wir einfach das Gefühl, dass Binde-Elemente zwischen einzelnen Szenen fehlen. Das macht das Star-Aufgebot in Uwe Bolls Bloodrayne aber locker wieder wett. Sir Ben Kingsley ist es, der Kagan mit einer selten zuvor dagewesenen Kälte Leben einhaucht und als Vampir sehr glaubhaft wirkt. Man schaudert richtig vor dem Fernseher, wenn er seinen Untertanen Befehle von seinem Thron aus erteilt. Auch Kristanna Loken als hübsche Daywalkerin Rayne hat uns verzaubert, denn sympathischer kann man einen Vampir beziehungsweise Damphir nicht gestalten – zumindest nicht in einem ernsthaften Szenario, weshalb wir die ganzen Teenie-Vampire aus The Vampire Diaries oder dem Twilight-Zyklus einfach mal ausblenden. Michelle Rodríguez bleibt hingegen emotionslos kalt und bereichert den Film kaum, doch der Anführer der Jäger (Michael Madsen) bietet ebenfalls nur wenig mehr. Schade, denn seine Rolle ist tragend und eine Ausarbeitung des Charakters hätte dem Film gut getan. Abseits der wichtigen Charaktere tauchen aber ebenfalls bekannte Persönlichkeiten auf. Udo Kier, Meat Loaf und Geraldine Chaplin verkörpern zwar nur Nebenrollen, sind für den Zusammenhang aber nicht weniger wichtig. Meat Loaf hätte unserer Meinung aber mehr Raum gebraucht.

Dinner mit Uwe Boll

Das Bonusmaterial bereichert das Gesamtwerk des Films übrigens enorm. Während ihr das Behind the Scenes schlichtweg vergessen könnt (es wird zu wenig bis gar nicht kommentiert), die entfallenen und erweiterten Szenen ebenfalls (durch die Aufnahmequalität) nur wenig interessant sind und die Entstehung der Computereffekte mit Sicherheit auch schon bei vielen anderen Filmen ausgeschlachtet wurde, ist das Dinner mit Uwe Boll einfach klasse. Mit zwei weiteren Vertretern der Branche wird Uwe Boll interviewt und er erzählt, wie er zum Medium Film gekommen ist und wie die Produktion eines Films aussehen sollte. Kein Vergleich zum Rest der Interviews, die auf der Blu-ray vorhanden sind. Hörenswert ist der Audiokommentar mit und von Uwe Boll in allen Fällen, denn hier signiert der Herr neben der Aufnahme seine Werke und erzählt auch freudig aus dem Nähkästchen, wie zum Beispiel Michael Madsen betrunken und bewaffnet zur Arbeit kommt und Sir Ben Kingsley nach einem Anruf von ihm ganz einfach den Hörer aufhängt. Absoluter Mehrwert! Auch die technischen Daten der Blu-ray können sich in einem überwiegend sauberen Bild und klaren Ton in Deutsch und in Englisch sehen und hören lassen. Die Special Edition kommt neben der 2D-Fassung auch mit der 3D-Fassung daher, welche den Film zusätzlich mit einer Tiefendarstellung bereichert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Special Edition der Blu-ray-Fassung): Den dritten Teil der Bloodrayne-Trilogie konnte ich mir bereits im letzten Jahr anschauen, doch die ersten beiden Filme um Rayne habe ich leider verpasst – bis jetzt. Bloodraynes Vergangenheit wird in Uwe Bolls Film gut dargestellt, auch wenn ich die Spiele zum Franchise leider (noch nicht) kenne und ich deswegen (zum Glück) nur für den Film alleine sprechen kann. Die Handlung ist sehr spannend inszeniert, doch fehlen mir hin und wieder ein paar Szenen, die zwischenzeitlich in die Szenenreihenfolge gehören sollten. Es wirkt an manchen Stellen einfach zu hastig, doch ansonsten bieten mir (die meisten) Schauspieler und Szenen genau das, wie ich mir einen Film des Genre-Mix aus Action und Horror vorstelle. Gute Dialoge, schnelle Kämpfe und die dazu passende musikalische Untermalung fehlt ebenfalls nicht. Durch die meterhohen Blutfontänen wird zudem klar, dass es sich um eine Videospielverfilmung handelt. In anderen Filmen sind solche Gore-Effekte einfach fehl am Platz, doch in Videospielverfilmungen dürfen sie gerne in dieser Form vorkommen. Ich kann Bloodrayne nur empfehlen, denn so schlecht, wie ihn viele im Internet beschreien, ist der Film noch lange nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bloodrayne (Special Edition)!

Review: The Viral Factor

Direkt auf dem Cover wird mit einem Virus, zwei Brüdern und einer Armada an Feinden für The Viral Factor geworben. Das sind exakt die Elemente, die den Film ausmachen, doch sind es leider auch genau die Punkte, über die die Handlung nicht herauskommt.

Jon und Yeungs Mutter muss eine folgenschwere Entscheidung treffen. Mit ihrem Leben oder eher gesagt mit ihrer Ehe ist sie nicht mehr einverstanden, doch hat sie Angst davor, ihr Söhne zu verlieren. Während sie Yeung in seinem Zimmer einschließt, verschwindet sie mit ihrem anderen Kind. Fast dreißig Jahre später arbeitet Jon als Teil einer Elite-Einheit. Sie erhält den Auftrag, einen Spezialisten für biochemische Waffen aus Jordanien in Sicherheit zu bringen, da dieser ein modifiziertes Pockenvirus entwickelt hat. Leider geht der Auftrag schief und Jon fängt sich eine Kugel ein, die in seinem Gehirn fortwährend seine Fähigkeiten teils blockiert. Bevor Jon vollständig gelähmt wird, möchte er Abschied von seiner Mutter in China nehmen. Von ihr erfährt er, dass er noch einen Bruder hat. Bevor Jon den Weg zu seinem Krankenbett einschlägt, fliegt er nach Malaysia, um seinen Bruder zu treffen. Der jordanische Spezialist wird derweil von Terroristen in Gewahrsam genommen, stirbt jedoch später bei seiner Flucht. Das führt dazu, dass eine malaysische Ärztin als Ersatz herhalten muss. Ausgerechnet sie lernt Jon während seines Fluges kennen und wird mit ihr zusammen von den Terroristen entführt. Zufälligerweise konnte Jons Bruder Yeung zuvor den Behörden entkommen und macht auch noch mit den Terroristen gemeinsame Sache. Erstaunlich, wie klein unsere Welt doch ist.

Vortreffliche Action

Einige Zufälle können wir noch bedenkenlos nachvollziehen, doch die Begebenheiten wirken dann wiederum doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Action-Fans werden sich daran aber kaum stören, da die Handlung so rasant erzählt werden kann. Unüblich für einen Action-Film kommt diese aber er in der zweiten Filmhälfte so richtig in Fahrt, als auch noch Yeungs kleine Tochter von den Terroristen mit dem Virus infiziert wird. Die Action-Szenen können sich in Dante Lams The Viral Factor aber definitiv sehen lassen. Zwar wirken viele Explosionen und Effekte nur durchschnittlich, doch macht das in unseren Augen keinen negativen Eindruck. Es wird viel mehr wert auf Schießereien gelegt, die auch sehr authentisch wirken. Nur weibliche Darsteller wirken mit Waffen dann und wann sehr unerfahren. Sie können zwar hervorragend ihre Ziele anvisieren und den Abzug betätigen, doch simulieren sie keinerlei Rückstöße. Es ist zwar im Bonusmaterial die Rede davon, dass man darauf geachtet habe, doch im fertigen Film sehen wir davon nur wenig. Trotzdem sind die Auseinandersetzungen richtig gut gelungen, denn wer heutige US-amerikanische Produktionen kennt, der wird sehr wohl wissen, dass der eine oder andere Filmheld unglaublich viele Treffer aushält, bevor er auch nur zu Boden geht. Dieses Problem ist in The Viral Factor nicht zu sehen und genau so sollen Action-Filme sein!

Schlechte Tonabmischung

Uns fällt sofort positiv auf, dass The Viral Factor mit einem sehr scharfen und knackigen Bild im 16:9-Format (2,35:1) und in 1080p den Weg auf die Blu-ray gefunden hat. Charaktere im Vordergrund sind sehr detailreich und selbst Hintergründe wirken nicht verwaschen. Warum man das in weitaus teureren Produktionen immer noch anders handhabt, ist uns schleierhaft und umso glücklicher sind wir darüber, The Viral Factor gestochen scharf erleben zu können. Beim Tonformat in DTS-HD 5.1 Master Audio müssen wir allerdings Abstriche machen, da der Soundtrack zum einen nur mittelmäßig ausfällt und noch dazu die Lautstärke stark variiert – da sind Schüsse auf der einen Seite zu laut und Dialoge auf der anderen Seite zu leise. Das hätte man in der Nachbearbeitung noch korrigieren können und so dürfte für einige von euch der ständige Griff zur Fernbedienung nicht erspart bleiben. Es rumst teilweise gewaltig! Die deutschen Synchronsprecher für Nicolas Tse, Jay Chou und dem Rest des Regiments wurden gut ausgewählt und verkörpern ihre zugewiesenen Rollen glaubhaft. Im Mandarin-Original werden Emotionen aber ebenso realistisch eingefangen. Wahlweise sind deutsche oder auch niederländische Untertitel zuschaltbar. Mehr Bonusmaterial als sechs zweiminütige Making-ofs hätte das Gesamtpaket abgerundet. Das hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während das US-amerikanische Action-Kino immer weiter abbaut, erlebt das Genre in asiatischen Gefilden (insbesondere in China und Südkorea) einen neuen Frühling. Mir gefällt das Erinnern an frühere Action-Elemente sehr und so ist The Viral Factor zumindest mit seinem Action-Teil bei mir genau richtig. Aber leider krankt der Film meiner Meinung nach an einer recht hanebüchenen Story, die einfach auf zu vielen Zufällen basiert und die eigentlich interessante Hintergrundgeschichte von Jons Familie nicht wirklich gut erzählt. Für einen gerade durchschnittlichen Action-Film reichen die Story-Fragmente aber locker aus. Schön finde ich, dass sich die Filmhandlung gleich über mehrere Länder erstreckt. Laut Angaben von Dante Lam ist es sogar der erste chinesische Film, der teilweise im Nahen Osten getrennt wurde. Ein James-Bond-Film, der an mehreren exotischen Orten spielt, wird allerdings nicht geboten. Das malaysische Stadt- und auch das Landschaftsbild können sich trotzdem in diesem Action-Streifen sehen lassen. Der Titel eignet sich in erster Linie für Action-Fans, die nicht auf übertriebene Darstellung setzen und lieber gut inszenierte Action-Einlagen erleben möchten. Diese werden in The Viral Factor en masse geboten!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Viral Factor!

Prime Time: Indiana Jones (The Complete Adventures) Unboxing mit Vergleich

Ältere Semester der Fimliebhaber unter euch dürften das folgende Szenario kennen: Alle Lieblingsfilme werden akribisch gesammelt, um Jahre später festzustellen, dass bereits ein neues Medium in den Startlöchern steht. So wurde die VHS von der DVD abgelöst und so langsam löst die Blu-ray die DVD mehr und mehr ab. So ist es kein Wunder, dass sich der eine oder andere Konzern auch die Mühe gibt, seine Filme zu aktualisieren und wieder neu zu veröffentlichen. Diesmal hat es die gesamte Indiana-Jones-Reihe geschafft, die endlich wieder in den Handel kommt und das zum ersten Mal vollständig auf Blu-ray. Wir haben uns die Box gekauft und stellen sie euch in einem Unboxing-Video vor.

Wer von euch keine Blu-ray-Abspielmöglichkeit besitzt, der kann natürlich auch zu einer älteren DVD-Fassung greifen. Eric stellt euch die Box vor, die er noch vor dem Kinostart des vierten Films erworben hat und geht auf die optischen und haptischen Unterschiede beider Packungen ein, die es zu loben beziehungsweise zu kritisieren gibt.

Preview: Just Dance 4

Auf einem Ubisoft-Event in Köln hatten wir am gestrigen Abend die Möglichkeit, uns das neue Just Dance 4 einmal genauer anzuschauen. Axel und Julian waren vor Ort, um den professionellen Tänzerinnen zu zeigen, wie man richtig tanzt – oder auch nicht.

Dabei startete Julian für uns und musste sogleich gegen zwei Tänzerinnen zu dem Song Call Me Maybe von Carly Rae Jepsen von Ubisoft antreten. Erstaunlicherweise, trotz einer sehr schlechten Choreographie, konnte sich Julian durchsetzen und holte die meisten Punkte. Das ist eigentlich unglaublich und zeigt uns, dass jeder in Just Dance 4 etwas bewegen kann. Axel hingegen hatte eine große Ehre und durfte sich gleich mit Ubisofts PR-Manager und einem Entwickler von Far Cry 3 auf der Tanzfläche messen. Allesamt unerfahrene Tänzer, die in einem verbitterten Wettstreit alles gegeben haben, um die eigene Ehre aufrecht zu erhalten. Die Wände und der Boden bebte, gaffende und lachende Leute versammelten sich, um uns zu sehen und die Tanzeinlagen der drei beteiligten waren mehr als fragwürdig. Zur Verteidigung müssen wir aber sagen, dass mit guter Laune und einer kleiner Portion Alkohol im Spiel doch vieles anders abläuft, als man es von sonstigen Spielsessions kennt. Spaßig war es allemal und Axel stand in diesem Wettkampf leider als Verlierer da – bei beiden gespielten Songs! Aber wirklich erfolgreich hat eh niemand von den dreien getanzt. Es war mehr gewollt, als gekonnt. Nach diesem kleinen Schwenk vom Event möchten wir jetzt aber nun mehr ins Detail gehen und euch verraten, was an Just Dance 4 so besonders ist und warum es das ultimative Spiel für lustige Abende mit Freunden ist. Egal ob man nun tanzen kann oder nicht.

Mit Schmerz und Schweiß

Just Dance 4 ist der nunmehr vierte Titel der beliebten Tanzspielreihe. Wieder mal geht es darum, mit Tanzeinlagen Punkte zu sammeln und im Takt eins mit der Musik zu werden. Um das zu erreichen, tanzen wir einfach die Choreografie der auf dem Bildschirm abgebildeten Figur nach. Klingt einfach, aber das ist es nicht wirklich. Die Schritte und Bewegungen sehen, besonders für Zuschauer, vielleicht simpel aus, doch diese jedoch möglichst originalgetreu auf den eigenen Körper zu übertragen, ergibt die konditionelle und koordinative Herausforderung. Denn um durchgehend gute Punkte zu sammeln, müssen wir Durchhaltevermögen beweisen. Es folgt eine skurrile Bewegung auf die andere. Hier fordert das halbvirtuelle Tanzen höchste Konzentration und Ausdauer von uns. Besonders weil ein durchschnittlicher Song etwa vier Minuten geht – und die können in der Praxis verdammt lange sein! Wer öfters in Diskotheken oder auf Tanzveranstaltungen mit lauter Musik unterwegs ist, könnte die eine oder andere Tanzbewegung wiedererkennen. Kein Wunder, denn viele Bewegungen sind sehr allgemein gehalten und sehen auch nicht so aus, als würden direkt alle Knochen schmerzen. Wer es aber extraordinär mag, darf auch die besonders pfiffigen Moves ausprobieren, wie den Russentanz oder den Santa, bei den man sich unter größter Anstrengung bewegen muss. Ob das in der Diskothek gut aussieht, ist eine andere Sache und sollte am besten jeder für sich entscheiden.

Die Tänzer an der Leine

Just Dance wäre wahrhaftig kein außergewöhnliches Tanzspiel, wenn es denn nicht so viele Spielmodi anbieten würde. Man möge uns verzeihen, doch wir hatten bei weitem nicht die Zeit und Ausdauer, alle verschiedenen Modi auszuprobieren, doch haben wir aber mit größten Vergnügen den Wii-U-exklusiven Modus Puppet Master einmal genauer für euch angeschaut. Hier können bis zu fünf Spieler am Geschehen teilnehmen. Dabei gibt es bis zu vier Tänzer, die die Choreografie nachtanzen müssen, die der Puppet Master am Wii U Gamepad vorgibt. Der Puppet Master wählt dabei in Echtzeit aus mehreren Moves aus, welche die Tänzer eben nachtanzen sollen. Hier werden viele wohl Ihren Spaß finden, denn es macht besonders Spaß, die verrückten und schweren Bewegungen auszusuchen und dann genüsslich zu zusehen, wie sich die Spieler an diesen Versuchen. Wer nicht besonders gut im Tanzen ist, kann versuchen, zusätzliche Punkte für die Standposen abzustauben. Einige Male im Lied wählt der Puppet Master eine Standpose aus die die Tänzer nachahmen sollen. Der Puppet Master entscheidet dann per Gamepad, wer die extra Punkte für die beste Vorstellung bekommen soll. Gerade für größere Runden ist dieser Modus besonders witzig, da es echt Spaß macht die anderen in den Wahnsinn zu treiben und Ihnen den letzten Atem zu rauben. Zum Schluss lässt sich festhalten, dass sich die neue Ausgabe von Just Dance zu einem wahren Partykracher entwickeln kann.

Geschrieben von Julian Warkentin

Julians Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung und der Ubisoft-Präsentation): Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein Fan von Tanzspielen war und ich glaube auch, dass man dies in meinen Tanzvorstellungen gesehen hat. Jedoch glaube ich, dass Just Dance 4 gute Karten hat, um sich im Genre durchzusetzen. Es macht sehr viel Spaß, sich vergebens zu den Choreografien zu bewegen, falls man dies noch nie getan hat und falls man es kann sieht es wirklich gut aus. Das haben mir die Tänzer aus dem Hause Ubisoft eindeutig bewiesen! Gerade weil der Titel aktuelle Hits wie Call Me Maybe oder Moves like Jagger beinhaltet, wird der Titel so schnell nicht langweilig werden. Was mir besonders gefallen hat, ist der neue Puppet-Master-Modus, den es exklusiv für die Wii U geben wird. Hier kann man sich mit größter Freude die schwierigsten Moves raussuchen, um die Freunde zu quälen. Da kann ich mir schon einige lustige Situationen vorstellen. Just Dance 4 ist in meinen Augen für alle Tanzfans und Partymäuse ein Pflichtkauf!

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zum Event in Köln!

Preview: escapeVektor

Viele Spieler greifen meist nur zu den Titeln der großen Konzerne und verpassen deshalb die Spiele, die mit viel Herzblut und Innovation von kleinen Entwicklern stammen. escapeVektor ist eines dieser Spiele, die uns auf der Gamescom überrascht haben.

Einige von euch sollten den Titel aber wohl noch in Erinnerung haben, denn dieser erschien bereits im September 2011, also vor gut einem Jahr, als WiiWare-Version für Nintendos Wii. Jetzt ist der australische Entwickler Nnooo drauf und dran, escapeVektor auch für Nintendo 3DS und PlayStation Vita umzusetzen. Auf der Gamescom wurde Redakteur Eric von Bruce Thomson und Nic Watt zwischen zwei Terminen abgeholt, aber anstatt ihn zum Firmenstand zu bringen, wurde Eric in einen ruhigen Bereich geführt, wo ihm das Spiel präsentiert wurde. Eigentlich kein guter Start für eine Präsentation, aber was danach folgte, hat ihn nicht mehr so schnell vom Nintendo-3DS-Testgerät weggelockt. In escapeVektor übernehmen wir die Rolle eines Pfeils und müssen in einer virtuellen Welt ebenso virtuelle Linien ablaufen. Die Linien tupfen wir so in eine neue Farbe und sobald alle Strecken abgeklappert sind, öffnet sich auch schon der Level-Ausgang. Eigentlich müssen wir in escapeVektor nichts anderes machen, als das Level über die futuristisch wirkende Oberwelt auswählen und ein Level nach dem anderen abschließen. Da das ziemlich langweilig wäre, haben die Entwickler natürlich auch eine gute Portion Abwechslung gedacht und spendieren uns einige neue Features, die in der WiiWare-Fassung teilweise gar nicht enthalten waren. So sieht eine gute Videospielportierung aus!

Motivationsreiches Spielprinzip

Da uns die Geschwindigkeit unseres Pfeils anfangs etwas lahm erscheint, können wir bald den Boost aktivieren, damit wir uns schneller durch die Levels bewegen. Das funktioniert in der Praxis bis zu einem bestimmten Punkt gut, denn der Boost kostet uns wichtige Energie. Diese will geschickt eingesetzt werden, denn alleine sind wir in den meisten Levels nicht unterwegs. Zahlreiche Gegner wollen uns an den Kragen und eine einzige Berührung reicht schon aus, damit wir den Spielabschnitt von vorne beginnen müssen. Es gibt allerdings auch Items, wie detonierende Bomben, die uns die Gegner zumindest zeitweise von der Pelle rücken lassen. In escapeVektor werden die Ansprüche von Spielwelt zu Spielwelt höher und die Levels immer schwieriger zu meistern. Anders als in der WiiWare-Fassung, werden Erfahrungspunkte in der 3DS-Fassung immer zu sehen sein, was Spielern mehr Anreiz verleihen wird, den Titel immer und immer wieder einzulegen. Wer Rekorde in den einzelnen Levels aufstellt, hat ebenfalls die Möglichkeit, diese online mit Freunden zu teilen oder die Rangliste der zehn besten Spieler der Region einzusehen. Für Motivation wird also bestens gesorgt sein! Wenn Nnooo die neuen Inhalte und Features von escapeVektor so gut wie demonstriert in die Handheld-Fassungen implementiert, steht uns wahrhaftig ein süchtig machendes Spiel vor der Tür.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Nintendo-3DS-Fassung): Zwar habe ich damals etwas von Nnooos escapeVektor gehört und auch Spielszenen gesehen, doch so wirklich interessiert habe ich mich für den Titel damals nicht. Das hat sich jetzt aber schlagartig geändert, denn als Bruce und Nic von Nnooo mir das Testgerät in die Hände gedrückt haben, konnte ich es auch gar nicht mehr so schnell beiseite legen. Das Spielprinzip ist absolut süchtig machend, denn einige Levels, die ich anspielen durfte, habe ich gar nicht auf Anhieb geschafft und somit wollte ich diese natürlich direkt wieder und wieder spielen, bis ich endlich ein Erfolgserlebnis erzielen konnte. Die verarbeiteten Ideen sind mir dabei gar nicht mal so wichtig, denn so das eigentliche Spielprinzip bereits für sich funktioniert, hat mir escapeVektor super gefallen. Mit den neuen Inhalten wird das Erlebnis nur noch intensiver. Ich freue mich auf das Jahresende, denn dann kann ich endlich mit der Nintendo-3DS-Fassung von escapeVektor durch virtuelle Welten rasen und noch mehr Erfolgserlebnisse erzielen. Zumindest hoffe ich das.

Prime Time: Divinity: Dragon Commander (Präsentation)

Gestern haben wir euch bereits das neue Rollenspiel im Divinity-Universum in einer Preview und auch in einem Präsentationsvideo vorgestellt. Passend zu unserer Preview zeigen wir euch heute außerdem eine weitere Präsentation in Form eines 21-minütigen Videos, welche ebenfalls von einem Larian-Studios-Mitarbeiter kommentiert wird.

Preview: Divinity: Dragon Commander

Die Divinity-Serie ist bekannt für ihre Rollenspiele, doch parallel zu Divinity: Original Sin wird bei den Larian Studios derzeit auch an einem Echtzeitstrategietitel gewerkelt, dem aber mehr als nur ein Genre-Einfluss widerfährt.

Zeitlich angesiedelt vor allen anderen Divinity-Spielen: In einer Epoche, wo die Drachenritter gegeneinander kämpfen, schlüpfen wir die Rolle eines jungen Prinzen, dessen Vater brutal ermordet wurde. Wir sollen seinen Tod nun rächen und müssen dabei auch noch die Fantasy-Welt Rivellon retten. Auf unserem Luftschiff unterhalten wir uns mit unseren Beratern, einer Prinzessin und vielen weiteren Charakteren, die wichtig für den Verlauf der Handlung sind. Diese Unterhaltungen laufen derzeit leider noch einzig und allein in Sprechblasen ab. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler hier noch ein wenig Dynamik einbringen. Trotzdem sind alle Charaktere gut ausgearbeitet, wie uns die Entwickler vor Ort an einer Wand mit Zeichnungen und Notizen prompt beweisen. Haben wir uns ausgiebig mit den Charakteren unterhalten und haben der einen oder anderen Persönlichkeit einen Gefallen getan, kommen wir in den Genuss einer Spielkarte. Diese ähneln den Karten des Sammelkartenspiels Magic: The Gathering und auf Nachfragen beim Entwickler hat man uns verraten, dass man sich hier Inspiration geholt hat – schließlich ist Magic: The Gathering das populärste Sammelkartenspiel aller Zeiten. Uns stört das nicht, denn schließlich steht der Look der Karte im Einklang mit der restlichen Welt. Die Spielkarte dürfen wir dann auf der strategischen Karte, auf welcher alle Ländereien der bekannten Fantasy-Welt aufgeführt sind, einsetzen und so bestimmte Vorteile aktivieren.

Strategisches Schlachtengetümmel

Beispielsweise verstärken wir vor einem Angriff so unsere Truppen oder schwächen unsere Feinde. Da wir nicht unendlich solcher Spielkarten haben, sollten wir diese zudem geschickt und für den passenden Konflikt einsetzen. Die strategische Karte ähnelt übrigens dem des Gesellschaftsspiels Risiko und so ähnlich spielt es sich dann auch. Aber anstatt die Schlacht auswürfeln zu lassen, nehmen wir an diesen aktiv teil. Die Entwickler demonstrieren uns den Kampf allerdings nicht im Einzelspielermodus, sondern im Mehrspieleranteil des Spiels. Auf drei Bildschirmen nebeneinander zeigen uns die Entwickler stolz die Optionen, die wir haben, um die Feinde zu besiegen. Aus mehreren Blickwinkeln und vor allem auch Ansichten macht das einen tollen Eindruck, da uns so direkt die taktischen Vorteile klar werden. Wer sich mit seinen fliegenden Einheiten und Drachen hoch in die Luft bewegt, ist zwar langsamer, wird aber nicht mehr so oft von Schüssen getroffen. Wer jedoch niedriger fliegen möchte, kann das gerne tun, wird aber dementsprechend öfters von den Feinden getroffen. Hier soll der Spieler wohl selbst das Gleichgewicht finden, um den Kampf zu bezwingen. Toll finden wir, dass wir uns wie in Divinity II: Ego Draconis auch selbst in einen Drachen verwandeln können und das Schlachtfeld in den luftigen Höhen aus nächster Nähe ebenfalls live miterleben dürfen.

Vielversprechende Genre-Mixtur

Die Larian Studios versprechen uns, dass man als Drache zwar viel Schaden anrichten kann, aber man trotzdem taktisch vorgehen muss. Der taktische Anteil der Schlachten fällt unserer Meinung aber noch relativ klein aus, denn neben dem Einsetzen der richtigen Armee, wird auf das Stein-Schere-Papier-System gesetzt. Das erinnert uns an Nintendos Fire-Emblem-Serie, was uns sehr freut. Schließlich gehören die Rundenstrategietitel nicht umsonst zu den besten Spielen des Genres auf Konsolen. So werden in Divinity: Dragon Commander einige Einheiten stärker gegenüber anderen sein und umgekehrt. Da so allerdings ein nahezu hervorragender Ausgleich geschaffen wird, freuen wir uns, dass man auf dieses System setzt, anstatt zu viel herumzuexperimentieren und im Nachhinein vermeidbare Patches in Bezug auf das System zu veröffentlichen. Da es auf einer Messe sehr laut vor sich geht, haben wir vom Sound leider so gut wie nichts mit bekommen, doch alleine die Effekte scheinen schon einmal ein bombastisches Schlachtengefühl zu versprechen. Wenn die Entwickler es schaffen, das recht farbenfrohe Spiel mitsamt den Action- und Gewaltinhalten, der taktischen Raffinesse, der strategischen Übersicht, dem Politiksystem und dem Abenteueraspekt in Einklang zu bringen, erwartet uns hier eine der interessantesten Genre-Mixturen des nächsten Jahres.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Im Vorfeld habe ich von Divinity: Dragon Commander noch nichts gehört und war demzufolge auf der Messe doch schon sehr überrascht. Sicherlich lässt der Name auf ein Strategiespiel hoffen, doch wie dieses im Endeffekt aussehen wird, hätte ich nicht gedacht. Zwar fällt das, was ich von der Story bisher sehen durfte, relativ schwach aus, doch die Gameplay-Inhalte machen mir wiederum Lust auf mehr. Während es mir zwar lieber wäre, auf dem Luftschiff frei herumzulaufen, werde ich so aber auch ganz gut zu den einzelnen Charakteren gelangen und mich mit diesen unterhalten können. Da hoffe ich dann natürlich wie schon bei der Story auf ordentliche Dialoge und sehr spannende Hintergründe. Was mir aber am meisten gefällt, ist der Einsatz der Spielkarten auf der strategischen Übersicht, sowie die darauffolgenden Schlachten (im Mehrspielermodus). Hier betreten die Larian Studios gewissermaßen Neuland, doch das Gezeigte machte auf mich bereits jetzt schon einen sehr fertigen Eindruck. Mir gefällt die Genre-Mixtur bisher bedingt, doch bei Release möchte ich auf jeden Fall einmal einen oder gar zwei Blicke riskieren, denn dafür haben mich die Entwickler einfach zu neugierig gemacht.

Vielen Dank an Daedalic Entertainment für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Prime Time: Divinity: Original Sin (Präsentation)

Wir hatten auf der Gamescom nicht nur die Ehre, uns das neue Rollenspiel Divinity: Original Sin anzuschauen, sondern auch die komplette Präsentation mitfilmen zu dürfen. David von den Larian Studios führt uns beziehungsweise euch hervorragend in das Spiel ein und gibt viele wichtige Fakten preis. Wer sich keine zwnazig Minuten Zeit nehmen möchte, darf sich alternativ auch unsere Preview durchlesen. An dieser Stelle wünschen wir euch aber gute Unterhaltung beim Anschauen der Präsentation.

Preview: Divinity: Original Sin

Nachdem die Serie vor wenigen Jahren den Sprung in die dritte Dimension geschafft hat, geht es mit Divinity: Original Sin zurück zu den Wurzeln. Aus der isometrischen Perspektive liegt es wieder einmal an unseren Helden, das Böse zu bezwingen.

Ihr habt tatsächlich richtig gelesen. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir auf uns allein gestellt durch das Fantasy-Reich der Divinity-Serie spazieren durften. Ab sofort übernehmen wir die Rolle einer ganzen Gruppe und das wirklich Besondere daran ist, dass die Kämpfe nicht mehr in Echtzeit, sondern rundenbasiert ablaufen. Das ist für westliche Rollenspielverhältnisse ein gewagter Schritt, den besonders Fans von Baldur’s Gate und Konsorten gefallen dürfte. Dazu jedoch später mehr, denn Divinity: Original Sin soll ja auch eine spannende Story erzählen, welche in der Gamescom-Präsentation aber wohl etwas zu kurz geraten ist. Vom Hauptmann wird unsere zweiköpfige Truppe zu einem Leuchtturm geschickt, um diesen zu untersuchen. Am Leuchtturm angekommen, ändert sich auch schon prompt die Farbgestaltung. Anstatt den bunten Farben zu frönen, fällt nun alles in ein tristes Grau. Einzig und allein Pastellfarben am Rand des Geschehens stechen jetzt noch heraus. Auf einmal erscheint ein Geist, der uns von seiner Vergangenheit als Mensch erzählt. Er hat sich umgebracht, da seine Geliebte ebenfalls umgebracht worden sein soll. David von den Larian Studios erklärt uns, dass es in diesen Momentan auch möglich sein soll, sich mit den anderen Gruppenmitgliedern zu unterhalten und demonstriert das stolz. Uns freut das, da die Dialoge ebenfalls im Mehrspielermodus funktionieren werden.

Rundenbasierte Kämpfe mit Spielweltinteraktionen

Als nächstes zeigte er uns endlich einen Kampf, in welchem wir sogar mit der Umgebung interagieren können und an dieser Stelle kommt das Ölfass, welches wir mit einem Feuerball in die Luft jagen, genau wie gerufen. Die danebenstehenden Gegner werden natürlich von der Explosion getroffen, nach der einer der Feinde aber noch mitten im Aktionsradius stand. Der nimmt durch das noch brennende Feuer zwar ständig Schaden, doch die Situation wirkt dennoch unglaubhaft und verbesserungswürdig. David betont uns gegenüber aber nochmals, dass die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft einen sehr wichtigen Taktikanteil der Kämpfe ausmachen. Stehen die Gegner beispielsweise in einer Wasserpfütze, können wir sie mittels eines Blitzes leicht verwunden. Eine tolle Idee, die bereits in Ego-Shootern wie BioShock funktioniert hat. In anderen Videos haben wir es auch schon gesehen, dass wir einige Objekte der Spielwelt mit telekinetischen Kräften verschieben können. Wir hoffen sehr, dass diese Optionen ebenfalls im Kampf möglich sein werden. Vorstellen können wir uns so schon einige interessante Situationen. Nach Gesprächen mit Nichtspielercharakteren zeigt David uns auch direkt schon ein weiteres Feature des Spiels, welches wir so eigentlich nur aus Point-and-Click-Adventures kennen.

Ideenreichtum und Genre-Einfluss

Wenn wir im Inventar mit einer Cursor-Bewegung einen Giftpilz über ein Schwert ziehen, erhalten wir daraufhin ein vergiftetes Schwert. Wenn wir aber hingegen einen Apfel mit einem Heiltrank verbinden, erhalten wir das Gegenmittel für Vergiftungen. Nutzen wir ein Messer, können wir aus einem Holzblock eine Voodoo-Puppe schnitzen. Im Spiel soll es viele versteckte Hinweise in Schriftstücken und auch in Dialogen mit Dorfbewohnern geben, mit denen wir die Items herstellen können. Es ist also nicht nur Experimentierfreude gefragt, was Anfängern wohl sehr entgegen kommt. Der Ideenreichtum der Entwickler geht aber noch weiter. Brechen wir in ein Haus ein, so ist es meistens vorprogrammiert, dass wir von Wachen rausgeschmissen werden. In der Zeit, wo wir Zugriff zum Haus haben, sollten wir dort schnellstmöglich einen Teleportstein platzieren. Sobald das Haus wieder abgeschlossen ist, teleportieren wir uns einfach ins Innere und haben dann die Möglichkeit, uns an den Besitztümern der Bewohner unbeachtet zu bedienen. Abschließend zeigte uns David noch den Level-Editor, der einen guten Eindruck machte. Wir sind gespannt auf Divinity: Original Sin, denn der Titel verspricht Fans von westlichen Rollenspielklassikern nach langer Zeit wieder gute Rollenspielunterhaltung zu liefern. Bis 2013 müssen sie sich aber noch gedulden, denn erst dann wird Divinity: Original Sin erscheinen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Leider muss ich zugeben, dass ich bei westlichen Rollenspielen kein großer Fan von rundenbasierten Kämpfen bin. Mit Spielen wie Baldur’s Gate bin ich nicht sonderlich gut klar gekommen, was aber natürlich nicht nur einzig und allein an den durch das Regelwerk aufgezwungene Kampfsystem lag. Andere Punkte, wie das schwache Inventar, haben mich ebenfalls gestört. Das könnte sich mit dem neuen Werk der Larian Studios aber ändern. Obwohl die Kämpfe für mich noch viel zu wenig Action versprechen, sind es eben die Interaktionsmöglichkeiten mit der Spielwelt, die diese für mich interessant gestalten. Das ist leider nicht in allen Spielen möglich und ich hoffe hier natürlich auch, dass die Larian Studios das nicht bei Ölfässern belassen werden, denn dann zeigen sie mir, dass sie nicht mehr auf dem Kasten haben, als der Einheitsbrei der Industrie zulässt. Die Inventarmöglichkeiten, die Dialogoptionen und die Vielfalt, wie man denn nun Gegenstände stehlen kann, gefallen mir sehr gut und hier sehe ich großes Potential. Außerdem macht der Level-Editor einen guten Eindruck. Wenn dieser nicht zu komplex zu bedienen ist, werde ich an diesem meine wahre Freude haben. Ich behalte Divinity: Original Sin definitiv im Auge und bin schon gespannt, mit welchen Ideen mich die Larian Studios Anfang nächsten Jahres noch überraschen werden.

Vielen Dank an Daedalic Entertainment für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Prime Time: Divinity II: Ego Draconis (Collector’s Edition) Unboxing

So kann sich eine Rollenspielserie wandeln. Während der erste Teil der Reihe noch aus der Vogelperspektive gespielt worden ist, hat sich das beim Nachfolger Divinity II: Ego Draconis gewaltig geändert. Nun durften Spieler ihren Recken aus der Third-Person-Perspektive bewegen. Auch wenn Eric mit Divinity II nicht sehr viele Spielstunden wie bei so manch anderem Rollenspiel verbracht hat, zeigt er euch in seinem Unboxing Video dennoch einmal, was in der Collector’s Edition zu finden ist.

Preview: Der Rabe

Wenn sich neben Rollenspielen ein Genre in den letzten Jahren noch mehr entfalten konnte, dann war das ganz klar die Gattung der Point-and-Click-Abenteuer. Entwickler King Art präsentiert uns nach The Book of Unwritten Tales das Spiel Der Rabe.

Wie es der Name des Adventures schon vermuten lässt, dreht sich in Der Rabe alles um den gleichnamigen Meisterdieb. Wir schreiben das Jahr 1960 und der Rabe hält Europa in Atem. Seine Einbrüche sind nicht nur spektakulär, sondern auch einzigartig. Durch seine Genialität angestachelt fiebert die Öffentlichkeit seinem nächsten Coup entgegen, doch dann ist genau das passiert, was nicht hätte eintreffen dürfen – zumindest für den Raben. Dieser wird in Paris vom jungen Ermittler Nicolas Legrand gestellt und tödlich verwundet. Der Einbrecherkönig findet sein jähes Ende und mit der Raubserie ist es auch vorbei. Nun ja, nicht ganz! Vier Jahre später wird bei einem Diebstahl in London eine Rabenfeder aufgefunden. Das Markenzeichen des Raben ist unverkennbar und Legrand traut seinen Augen nicht, doch ob jemand versucht in die Fußstapfen des Verbrechers zu schlüpfen oder der Rabe gar von den Toten auferstanden ist, ist zunächst einmal nebensächlich. Ein uralter Saphir, genauer gesagt einer der legendären Augen der Sphinx, wurde entwendet und es liegt an Legrand, die Ermittlung aufzunehmen. In Zürich klingelt zeitgleich ein Telefon – Wachmeister Anton Jakob Zellner ahnt ebenso wenig wie wir, was wenige hundert Meter entfernt in einem Banktresor verborgen liegt. Er greift zum Telefon und an dieser Stelle soll sein Leben eine ungeahnte Wendung nehmen.

Doppelte Sichtweise

Wir sind an dieser Stelle schon gespannt, wie Entwickler King Art die Geschichte um Zellner, Legrand und natürlich den Raben spinnen wird. Auf der Gamescom hat man uns aber bereits verraten, dass Der Rabe eigentlich aus zwei miteinander verwobenen Geschichten bestehen wird. Während wir in der ersten Hälfte die Rolle der Gesetzeshüter einnehmen, übernehmen wir im zweiten Teil die Rolle der Gegenseite. Da am Ende des ersten Spielabschnitts der Raub nicht aufgeklärt wird, bleibt es somit natürlich weiterhin spannend. Außerdem soll es Entscheidungen geben, welche die Story leicht variieren lassen sollen. Klasse! Insgesamt verspricht Entwickler King Art an die zwanzig Stunden Spielzeit, die mit einer cineastischen Inszenierung, vielen Zwischensequenzen und hunderten Kameraeinstellungen gut gefüllt werden möchten. Der Stil ist dabei eigentlich recht zweidimensional gehalten, doch Hintergründe (etwa vorbeisausende Berge bei einer Bahnfahrt) werden dreidimensional eingefangen. Das machte auf uns während der Präsentation einen positiven Eindruck , doch ein Adventure lebt außerdem noch von einer guten Synchronisation. Von dieser haben wir leider noch nichts hören können, da sich der Titel ja auch noch in der Entwicklung befindet. Fällt diese aber so gut wie im Trailer aus, dürfen wir uns auf tolle Sprecher und dazu auf einen angenehmen Soundtrack freuen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Ich muss ehrlich sein und sagen, dass ich nicht so viel Ahnung habe von Point-and-Click-Adventures, aber der Rabe hat mich dann doch irgendwie begeistert und während der Präsentation in seinem jetzigen Entwicklungsstand doch gefesselt. Die verschiedenen Möglichkeiten und gerade die Option, die komplette Geschichte auf Seiten der Bösewichte noch einmal zu erleben, hat mir gefallen. Man merkt eindeutig, dass sich das Entwicklerteam viel Mühe gibt, um ein Spiel nach ihren Vorstellungen zu schaffen und genau dies ist der richtige Weg. Freunde von Point-and-Click-Adventures werden an diesem Spiel ihre wahre Freude finden und einige Stunden Beschäftigung haben beim lösen des Falls.

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Früher war ich ein größerer Fan von Point-and-Click-Adventures, doch das hat sich erst vor kurzem mit Zurück in die Zukunft: Das Spiel geändert. Dank der Lizenz habe ich wieder ein Genre für mich entdeckt, an dem ich eigentlich gar kein Interesse mehr hatte. Der Rabe macht auf mich einen mehr als nur interessanten Eindruck. Zwar konnte ich mir noch keinen großen Eindruck von den im Spiel auftauchenden Rätseln machen, doch die Geschichte um Legrand und den Raben klingt spannend und besonders, dass nach der Hälfte der Spielzeit die Seiten gewechselt werden und ich die Geschichte aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben kann, gefällt mir sehr, sehr gut. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob es bis dahin auch genügend Entscheidungen gibt, die ich als Spieler treffen darf und die den zweiten Durchgang sozusagen dann auch stark beeinflussen. Sollte King Art das hinbekommen und die Story auch wirklich so interessant und spannend gestalten, wie ich es bisher vermute, dann wird ein Exemplar von Der Rabe auf jeden Fall ein neues Zuhause finden – nämlich in meiner PC- und Videospielsammlung.

Vielen Dank an Nordic Games für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Review: White Vengeance: Kampf um die Qin-Dynastie

Mit chinesischen Historienfilmen ist es so eine Sache. Es gibt leider genauso viele gute als auch schlechte Filme, die sich mit der Geschichte Chinas befassen. White Vengeance: Kampf um die Qin-Dynastie reiht sich noch gerade so im oberen Drittel ein.

Im Jahre 206 vor Christus machen sich in ganz China Unruhen breit, denn Rebellen erheben sich, die gegen die herrschende Qin-Dynastie vorgehen wollen. Bevor das Reich aber einen neuen Frieden erhält, stürzen sie das Land zunächst in blutiges Chaos. Überall wird gekämpft, gemordet, konspiriert und Hinterhalte geschmiedet. Die Anführer der Rebellen, Liu Bang und Xiang Yu, kämpfen fortan gemeinsam um die Vormachtstellung im Reich. Der amtierende König Huai erkennt ihren Kampfgeist und versucht sie geschickt gegeneinander auszuspielen, da er als Monarch um seinen Thron fürchtet. So werden von einer Sekunde auf die andere aus zwei Verbündeten erbitterte Rivalen. Zwischen den beiden Feinden findet sich die junge Yu Ji ein, die sich immer mal wieder zwischen der Liebe beider Herren entscheiden muss. Der Film dreht sich trotz der (vermutlich) ausgedachten Liebesgeschichte aber in erster Linie um sehr detaillierte Kampfstrategien, die auch auf unterschiedliche Art und Weise im Film präsentiert werden, doch dazu später mehr. Krampfhaft hält sich Regisseur Daniel Lee an historischen Fakten fest, was unserer Meinung nach für einen Historienfilm essentiell ist. Doch ein wenig verlässt er die Pfade der Geschichte, schafft es aber dennoch, sie nicht zu vergessen und bleibt der chinesischen Historie treu. Diese ist zwar langatmig inszeniert, aber niemals langweilig.

Vorwissen erwünscht

Um die Story vernünftig und glaubhaft voranzutreiben, hat man sich für White Vengeance die richtigen Schauspieler ausgesucht. So erleben wir Leon Lai, Yifei Liu, Andy On und Anthony Wong auf dem Schlachtfeld um Macht und Intrige. Während die Hauptdarsteller ihre Rollen bis auf wenige Momente gut verkörpern, kommen Nebenrollen leider kaum zum Zug. Erst in besonderen Szenen treten sie in essentieller Haltung auf, beispielsweise um im Kampf getötet zu werden oder um gleich fünffach Go zu spielen. Das ist auch mit einer der prägnantesten Szenen des Films, die wir nicht vergessen werden. Eigentlich handelt es sich bei den Zügen in Go um einen Schwertkampf, doch im Film nutzt Regisseur Daniel Lee das Spiel, um richtige Schlachtenstrategien ins Licht zu rücken. Das letzte Spiel wird in White Vengeance übrigens nicht beendet, doch warum das so ist, verraten wir euch an dieser Stelle nicht. Es gibt nämlich einen Fall, in dem kein Spieler gewinnen kann. Europäische Zuschauer werden nicht nur an dieser Stelle schlucken, denn der Film setzt historisches Vorwissen voraus und wirkt an vielen Stellen zeitraffend. Das heißt, dass der Film mit einer Laufzeit von 138 Minuten zwar lang ist, aber bei weitem nicht so lang, um Charaktere, Orte und Hintergründe deutlich zu schildern. In unseren Augen kein Problem, doch erklärendes Bonusmaterial fehlt dann doch leider völlig.

Kontrastreicher Historienfilm

Optisch besticht der Film mit einem hervorragenden Bild in 1080p. Es wirkt im 16:9-Format (2,35:1) gestochen scharf und selbst Hintergründe, die in anderen Filmen (beispielsweise wie in Space Battleship Yamato) zu sehr verschwimmen, stehen hier in einem ausgesprochen guten Kontrastverhältnis. Das ist besonders dann zu merken, wenn in Dialogszenen gerade Nahaufnahmen der Hauptdarsteller eingefangen werden und im Hintergrund Statisten und Nebenfiguren auf ihre (kurzen) Auftritte warten. Unterlegt wird der Historienfilm mit einem relativ guten Soundtrack. Das heißt, dass düstere Szenen mit bedrohlichen Klängen und Teile der Schlachten mit pompösen Melodien aufgewertet werden. Es gibt in White Vengeance aber auch genügend Szenen, deren musikalische Untermalung nicht sonderlich auffällt. Dadurch verlieren einzelne Momente an Gewicht, aber keinesfalls der Inhalt der Handlung. In unserem Test erbrachte der Ton in DTS-HD 5.1 eine gute Leistung. Während die deutschen Sprecher aus Martial-Arts-Filmen und Fernsehserien wie Lost bereits wohlbekannt sind und ihre Arbeit gut verrichten, erreichen sie aber nicht die Qualität des Originals in Mandarin. Dieses klang in unseren Ohren um einiges authentischer. Wer kein Mandarin beherrscht, darf natürlich wieder deutsche oder niederländische Untertitel hinzuschalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der Zeit habe ich jetzt schon einige Historienfilme gesehen, die sich mit der Geschichte Chinas beschäftigen. Überwiegend habe ich auch positive Erfahrungen gemacht, wenn mein Weltbild in dieser Hinsicht auch dank zweier bestimmter Filme, auf die ich jetzt nicht nochmals eingehen möchte, sich ein wenig gewandelt hat. White Vengeance: Kampf um die Qin-Dynastie versöhnt mich wieder mit dem chinesischen Kino. Obwohl ich nicht so ganz den Sinn des deutschen Titels verstehe, kann der Film mit fundierten Fakten überzeugen, an die sich Regisseur Daniel Lee, wie es sich für das Genre gehört, klammert. Es gibt nur wenig, was sich der Regisseur für die Story ausgedacht hat. So wirkt die Liebesgeschichte um Yu Ji, Liu Bang und Xiang Yu ein wenig aufgesetzt, da diese wohl in dieser Form nicht existiert hat. Auf der anderen Seite hat er mit der Einführung des Go-Spiels als Metapher geschickt die Kampfstrategien der Protagonisten eingefangen. Es ist aber sehr schade, dass der Film an der einen oder anderen Stelle zeitraffend wirkt. Es ist zwar verständlich, das nicht jedes Detail erzählt werden kann und auch nicht soll, doch hätte sich der Film ruhig die Zeit nehmen können, Charaktere ordentlich einzuführen und geschickt Wendungen einzuleiten. Diese kommen mir persönlich einfach zu schnell, weshalb ich jedem unbedingt empfehle, sich zuvor mit dem historischen Kontext auseinanderzusetzen. Wer mit Vorwissen in den Film geht, versteht die Handlung nicht nur leichter, sondern kann im Film getroffene Entscheidungen besser nachvollziehen und dann entpuppt sich Daniel Lees White Vengeance: Kampf um die Qin-Dynastie auch als das, was es ist: Ein guter Historienfilm!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von White Vengeance: Kampf um die Qin-Dynastie!

Review: Revenge: Sympathy for the Devil

Den Verpackungsangaben zufolge sei Revenge: Sympathy for the Devil in einem Atemzug mit den Genre-Größen Memories of Murder, Old Boy und I saw the Devil zu nennen. Das können wir leider nicht ganz bestätigen, doch sehr wohl kann uns der Film überzeugen.

In Hongkong treibt ein Serienkiller sein Unwissen. Er wählt aber nicht willkürlich seine Opfer aus, sondern hat seine Gründe für die Gräueltaten. Seine Ziele sind Polizisten und zudem auch noch deren schwangere Frauen. Die Polizei setzt alle Hebel in Bewegung, um den Mörder zu fassen und im 23 Jahre alten Kit finden die Ermittler ihren Tatverdächtigen, dem unter Folter ein Geständnis entlockt werden soll. Obwohl Kit nicht gesteht, offenbart sich den Polizisten schon bald, wen sie denn da eigentlich verhört haben. An diesem Punkt der Handlung macht der Film einen Zeitsprung. Einige Monate zuvor lernt Kit die geistig zurückgebliebene Frau Wing kennen, in die er sich mit der Zeit verlieben wird. Eines Nachts wird Wing durch einen Zufall allerdings mit einer Prostituierten verwechselt und von einem Polizisten vergewaltigt. Damit aber noch nicht genug. Selbst nachdem der Irrtum aufgeklärt wurde, wird Wing zudem auch noch von anderen Polizisten auf der Polizeiwache vergewaltigt. Da Kit einschreiten will, wird er von den Gesetzeshütern verletzt und ihm schlussendlich ein Raubüberfall angehangen, für den er mehrere Monate ins Gefängnis muss. Von Rachegelüsten angetrieben entwickelt er mit der Zeit einen Plan und setzt seine perfiden Gedanken in die Tat um. Damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt, machen die übrigen Polizisten persönlich Jagd auf Kit.

Sympathie und Antipathie

Wie es der Titel schon vermuten lässt, versucht der Film den Zuschauer dazu zu bewegen, um Sympathie für den Serienmörder zu entwickeln. Dieser hat seinen Glauben in das Gesetz nicht nur verloren, sondern setzt sich nun auch noch instinktiv gegen dieses ein. Instinktiv deshalb, da auch Kit in unseren Augen nicht gerade einen geistig gesunden Eindruck macht. So spricht er nur wenig und auch die Art, in welcher er sich mit anderen Personen unterhält, ist unüblich. Aber auch selbst wenn wir Sympathie für Kit entwickeln und gegen unsere Vorstellungen des Guten mit ihm mitfiebern, schießen die Köpfe hinter dem Projekt ein wenig übers Ziel hinaus. So können wir zwar verstehen, dass er Rache an den Polizisten nehmen will und in gewisser Weise auch Vergeltung üben möchte, doch ist es genau das, was Kit unsympathisch macht. Es bringt ihm keinerlei Nutzen, unschuldige und schwangere Frauen zu exekutieren und ihnen zudem auch noch den Embryo aus dem Mutterleib zu schneiden. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält aber eine spannende Handlung bis zum Ende, die sinnvoll in mehrere Kapitel mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterteilt wird. Während einmal die Ermittelungen im Vordergrund stehen, ist es im nächsten Moment Kit und dann wieder Wing, die thematisiert werden. Dieser Erzählstil inklusive treffender Überschriften gefällt uns hier sehr gut.

Geschnittene Fassung

Absolut zugutehalten müssen wir der Handlung, dass diese das Ziel bis zum Ende konsequent verfolgt und nicht auf einmal einen Bruch erleidet, wie wir es leider bei Gesetz der Rache von Felix Gary Gray erleben durften. Zudem hat man sich für die beiden Protagonisten Kit (Juno Mak) und Wing (Sola Aoi) hervorragende Schauspieler ausgesucht, die ihren Rollen sehr viel Leben einhauchen und genügend Ausdruck, sowie Glaubhaftigkeit verleihen. Atmosphärisch wirken zudem das Städtebild und die restliche Kulisse, da man sich dazu entschlossen hat, ähnlich wie bei der Serie Supernatural, Grau-, Braun- und Grüntöne dominieren zu lassen. So entsteht ein düsteres Bild, welches sich hervorragend auf die Intention des Films übertragen lässt. Ganz so atmosphärisch wie bei I saw the Devil ist der Film allerdings nicht, da man sich dazu entschlossen hat, den Film hierzulande in einer geschnitten Fassung zu zeigen. So fehlen beim jetzt achtzigminütigen Film mehr als zehn Minuten, die Kits Gewaltbereitschaft zeigen. Während wir die Schnitte in der ersten Stunde fast gar nicht bemerken, fallen uns diese in den letzten Minuten aber ganz deutlich auf. Wir sind gegen eine unnötige Gewaltverherrlichung, aber in Revenge: Sympathy for the Devil wären die fehlenden Szenen essentiell gewesen. Es empfiehlt sich also abschließend, den Film aus dem Ausland zu beziehen, um ein vernünftiges Gesamtwerk zu erhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich verstehe nicht, warum man erst den Aufwand betreibt und den Film regelrecht zersägt, damit man ihn innerhalb Deutschlands an sechzehnjährige Kunden verkaufen kann und dann Trailer mit auf die Blu-ray packt, die aber erst für Erwachsene geeignet sind. Dadurch hat man sich erst einmal selbst unnötig Arbeit gemacht (sofern man nicht noch plant, den Film irgendwann in Zukunft ohne FSK-18-Trailer zu veröffentlichen) und dann auch noch Fans des asiatischen Kinos vergrault. Der Film hätte es echt verdient, in seiner vollen Pracht und in seiner kompletten Laufzeit gesehen zu werden. So bleibt für mich unterm Strich ein Film, der am Anfang durchdacht wirkt, aber zum Ende plötzlich zu kurz kommt. Kits Charakterisierung ist somit zwar nicht vollständig zerstört und die Handlung ist immer noch verständlich, doch die Kernaussage des Films kommt gar nicht mehr so wirklich zur Geltung. Das finde ich sehr schade, weshalb ich jedem empfehle, sich den Film lieber zu importieren. Wer mit derlei Schnittfassungen keine Probleme hat, darf aber natürlich auch zur hiesigen Fassung greifen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Revenge: Sympathy for the Devil!

Prime Time: James Bond: 50-Jahre-Jubiläums-Collection (Unboxing)

Eigentlich waren diese Zeilen erst für den kommenden Montag gedacht, denn an diesem Tag erscheint offiziell die 50-Jahre-Jubiläums-Collection der James-Bond-Filmreihe. Durch Zufall haben wir allerdings schon heute eine der begehrten Sammlerboxen in die Hände bekommen. Eric präsentiert euch in seinem Unboxing-Video die optischen und haptischen Beschaffenheiten der Box und verrät euch dabei noch seine Meinungen zu den Filmen und zu sinnlosen Rezensionen bei einem berühmten Online-Versandhandel.

Preview: Metal Gear Rising: Revengeance

Solid Snake genießt seinen Ruhestand. Zumindest bis das nächste Metal Gear Solid in den Händlerregalen steht. Bis dahin müssen wir mit Metal Gear Rising: Revengeance vorlieb nehmen, doch der Titel hat uns beim Anspielen durchaus überzeugt.

In Metal Gear Rising: Revengeance schlüpfen wir in den Charakter Raiden und schnetzeln dabei alles nieder, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – inklusive vieler bewegungsloser Objekte innerhalb der Spielwelt. Das ergibt auf den ersten Blick natürlich nicht sehr viel Sinn, doch das Zerlegen von Gegenständen ist durchaus stimmig und trägt zur Glaubhaftigkeit bei. In der uns vorgestellten Gamescom-Demofassung haben wir übrigens keinen Einblick in die Handlung des Spiels bekommen. Stattdessen wird uns ein Virtual-Reality-Programm vorgesetzt, welches Raiden verinnerlichen soll, damit wir als Spieler seine Angriffstechniken schnell und leicht erlernen können. Nachdem wir die ersten Palmen abgeschnitten, Melonen aufgeschnitten und Autowracks durchgeschnitten haben, sollen wir doch die ersten Geiseln befreien. Dabei handelt es sich kurioserweise jedoch nur um Holzaufsteller, auf dem jeweils der Geiselnehmer und die Geisel zu sehen sind. Auf dem Geiselnehmer sind aber Zielscheiben aufgezeichnet, die uns symbolisieren sollen, wie wir Raidens Schnetzelwaffe einsetzen sollen. Die Steuerung ist dabei relativ intuitiv. Wir verlangsamen auf Knopfdruck zunächst die Zeit und müssen dann noch schnell die Richtung mittels des rechten Sticks auswählen und dann noch abschließend den Stick zum Angriff loslassen. Das funktioniert ausgesprochen gut!

Die Grenzen der Rechenpower

Nachdem wir die Holzaufsteller von ihrem Dasein befreit haben, gelangen wir anschließend in den nächsten Spielabschnitt. Hin und wieder entdecken wir in Verstecken die aus Metal Gear Solid bekannten Pappboxen. Kaum attackieren wir die Box, schon befindet sich das darunter ein echter Soldat – inklusive dem plötzlich auftauchenden Ausrufezeichen über dem Kopf und dem bekannten Jingle. Dieser Fanservice ist nett, ergibt jedoch noch keinen Sinn. Es handelt sich aber immerhin noch um ein Virtual-Reality-Programm, weshalb es aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Im neuen Spielabschnitt bekommen wir es dann auch mit Gegnern zu tun, die wir ausschalten müssen. Diese platzen nach erfolgtem Angriff unlogischer Weise, anstatt einfach getrennt liegen zu bleiben. Übrigens: Liegengebliebene beziehungsweise zerstückelte Gegenstände bleiben nur für wenige Sekunden sichtbar am Boden liegen. Danach werden sie von der Spielmechanik automatisch gelöscht. Konami erklärt uns, dass das mit der begrenzten Rechenpower der jetzigen Konsolengeneration zu tun habe. Derzeit befinden wir uns in den letzten Tagen dieser Generation und viel mehr ist leider nicht mehr möglich. Um wirklich alle Objekte am Boden physikalisch korrekt liegen zu lassen, bedürfe es mehr Rechenleistung. In unseren Ohren verständlich, auch wenn es schade um die Schnetzelorgie ist.

Auswirkungen einer Schnetzelorgie

Später bekommen wir es auch noch mit kräftigen Robotern zu tun. Schön, dass eine Bazooka um die Ecke liegt. Wir schießen, doch dann weicht der Koloss aus und wir müssen uns wieder mit Handarbeit vorkämpfen. Das klappt auch ganz gut, da wir in der Demofassung unbegrenzt die Zeit verlangsamen können. Im fertigen Spiel soll das nicht mehr funktionieren. Sehr wohl aber enthalten sein werden aber die Laufabschnitte. Hier bewegt sich die Kamera von einer festen Position aus und wir müssen auf einer einstürzenden Straße vor angreifenden Helikoptern das Weite suchen und die Flugobjekte anschließend zerstören. Das funktioniert ebenfalls sehr gut, wenn auch die Kameraperspektive beim Laufen eventuell noch ein wenig überarbeitet werden sollte. Überarbeitet wird am Ende auf jeden Fall noch das System beim Töten von wehrlosen Gegnern. In der Demofassung hatten wir nämlich nur die Möglichkeit, hilflose Charaktere mit einem schnellen Streich das Leben zu nehmen. Im fertigen Spiel, so sagte uns Konami, wird man auf jeden Fall die Wahl haben und uns auch einen Grund dafür liefern. Das erinnert an Ubisofts Red Steel und diese Entscheidung finden wir gut. Schade nur, dass man uns keine Einzelheiten zur Handlung verraten hat, doch diese erfahren wir spätestens am 21.02.2012, denn dann soll Metal Gear Rising: Revengeance erscheinen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Ein Schnitt hier, ein Schwertschnitt dort und das ganze noch einmal teilen und schon habe ich eine Mauer, eine Palme oder vielleicht auch einen ganzen Wasserturm in drei Stücke geteilt. Dieses Spiel zeigt mir eine völlig andere Seite von Metal Gear und legt den Schwerpunkt auf Hack and Slay, brachiale Zerstörung und eine hollywoodreife Inszenierung. Aber ich finde das nicht mal verkehrt, da sich Metal Gear Rising: Revengeance durchaus gut spielen lässt und eine Menge Spaß macht. Ab und zu muss es auch mal sein, seine Gegner auf obszöne Art und Weise hinzurichten und ganze Umgebungen einfach mal eben so zu zerstören. Wenn darauf auch noch eine gut erzählte Geschichte folgt, bin ich voll und ganz zufrieden.

Erics Prognose (basierend auf der Xbox-360-Fassung und der Gamescom-Präsentation): Ich bin erst seit einigen Monaten ein Fan des Franchises geworden. Solid Snake ist mir richtig ans Herz gewachsen und so wird es für mich wohl schwierig sein, mich an einen neuen Helden zu gewöhnen. Was ich aber bisher vom Gameplay des Spiels gesehen habe, stellt mich auf ein spannendes und actionreiches Spiel ein. Dies ist zwar kontrovers, da die Metal-Gear-Solid-Reihe ihren Schwerpunkt immer auf Schleichen und Taktik gelegt hat, doch da es sich hierbei um ein Spin-off handelt, kann ich darüber hinwegsehen. Die Technik, mit der das Spiel arbeitet, gefällt mir, auch wenn zerstörte Objekte nicht dauerhaft an Ort und Stelle liegen bleiben. Aufgrund der limitierten Hardware-Basis ist aber wohl kaum etwas anderes zu erwarten, auch wenn es schade um die Schnetzelorgie ist. Raidens Fähigkeiten fallen mir zwar positiv auf, doch was ich schmerzlich vermisse, ist eine Handlung. Raidens Beweggründe sind mir nicht klar, ich weiß noch nicht worum es in Metal Gear Rising: Revengeance geht und welches Ziel ich habe. Diese Punkte sollte Konami noch klären und dann kann man sich hier sicherlich auf ein sehr gelungenes Spin-off der Spielserie freuen.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Preview: Dead or Alive 5

Vor sechs Jahren erschien der bisher letzte Serienteil für die aktuelle Konsolengeneration. In dieser Zeit hat sich Schöpfer Tomonobu Itagaki von seinem Entwicklerstudio verabschiedet und nun wir natürlich sehr gespannt, wie es mit der Serie weitergehen wird.

Für die Entwicklung des fünften Teils soll diese Trennung jedoch keine Auswirkung haben, da das restliche Entwicklerteam sich auf die Stärken und Traditionen der Vorgänger berufen möchte. So werden wir mit Dead or Alive 5 höchstwahrscheinlich ein traditionelles Beat ’em up vorgelegt bekommen und noch dazu technisch verfeinert und einem noch flüssigeren Gameplay. Nachdem viele Spieler vom dritten und vierten Teil nicht begeistert waren, möchte man nun vorrangig an die Stärken des zweiten Teils anknüpfen, um auch gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Diese hat mit Tekken Tag Tournament 2 diesen September auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 schon vorgelegt und hebt große Ansprüche auf die Krone der Beat ’em Ups. Zudem erscheint der Konkurrenztitel aus dem Hause Namco Bandai diesen Winter zusätzlich noch für die Wii U. Eine neue Story, viele Charaktere, ansehnliche Grafik und ein erfrischendes Spielerlebnis soll Dead or Alive 5 zu etwas Besonderem machen und es über die Genre-Konkurrenz hinweg heben. Große Änderungen an der Erfolgsformel des Genres solltet ihr aber hingegen nicht erwarten, da das Spielprinzip seit etlichen Jahren auf eine bewährte Mischung aus offensiven und defensiven Kampftechniken setzt. Wenn ihr ehrlich sind, möchten wir an dieser Stelle auch keine großen Innovation erleben, die das Spielerlebnis im Endeffekt sogar vielleicht noch verfälschen könnten.

Keine hohen Anforderungen stellen

Jedenfalls kann somit jeder Angriff von unserem Kämpfer abgefangen werden und daraufhin ein Konter folgen. Dies sorgt für genügend Abwechslung und ermöglicht mit genug Übung eine schnelle Wende im Kampf. Sieg und Niederlage können also nah beieinander liegen. Unsere Kämpfer stehen sich dabei auf verschiedenen Ebenen gegenüber, welche im Kampfgeschehen aber auch wechseln können. Treten wir einen Gegner zum Beispiel aus einem Fenster so springen wir ihm nach zur nächsten Ebene, wo unser Kampf dann weiter geführt wird. Ein Beispiel ist dafür auch die neue Technik Power Blow Attack. Hat ein Spieler weniger als fünfzig Prozent seiner Energie übrig, so kann er die Technik aufladen und versuchen, einen Widersacher zu treffen. Gelingt uns dies, wird unser Gegner wie von einem Blitz getroffen durch die Arena geschleudert und viele Explosionen zertrümmern die Ebene, auf welcher wir kämpfen. Treffen wir unseren Kontrahenten jedoch nicht, sind wir schon so gut wie tot. Schon bei den älteren Spielen im Dead-or-Alive-Universum, beispielsweise auch im letztjährigen 3DS-Ableger Dead or Alive: Dimensions, hat das Wechseln der Ebenen während eines Kampfes jede Menge Spaß gemacht und sorgte für eine gewisse Abwechslung. Somit sind viele Couchabende mit Freunden vorprogrammiert, um herauszufinden, wer denn im Freundeskreis nun der bessere Kämpfer ist.

Knappe Outfits und große Oberweiten

Wenn wir ehrlich sind, finden wir schnell einen weiteren Punkt, der uns bei Dead or Alive über die Jahre hinweg gefallen hat: Die knappen Kostüme der Kämpferinnen, welche mit ihren Reizen spielen und ihre Oberweite gekonnt beim Hoppeln durch die Arena in Szene setzen. Mit der neuen und verbesserten Grafik wird dies detaillierter als je zuvor ausfallen. Dabei gibt es viele bekannte Outfits aus den vorherigen Spielen und eine ganze Menge an neuen Kostümen, welche zum Teil auch sehr transparent sind und im Kampf schmutzig werden oder sogar zerreißen. Ebenfalls sollen die Kämpfer während des Kampfes anfangen zu schwitzen, aber dafür müssen wir schon sehr genau hinsehen. Neben den bekannten Outfits gibt es auch bekannten Charaktere wiederzusehen, wie zum Beispiel Tina, Zack und Ryu Hayabusa. Zusätzlich zu den bekannten Kämpfern freuen wir uns auf Gastauftritte von Segas Virtua-Fighter-Charkateren. So begegnen wir etwa Akira oder Sarah Bryant. Alle Kämpfe sollen natürlich auch online Mann gegen Mann oder sogar in Teams gegen andere Teams stattfinden können. Klasse, wenn wir das auch gar nicht anders von einem Beat ’em up erwarten. Ob die Entwickler uns zuviel versprochen haben und den typischen Einheitsbrei servieren oder ob das Spiel wirklich so anders ist, wie man es gerne proklamiert, werden wir spätestens Ende September versuchen herauszufinden.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Prognose (basierend auf Gamescom-Präsentation): Ich muss gestehen, dass ich Dead or Alive 3 und 4 als Flops gesehen habe, obwohl der zweite Teil mein erstes Beat ’em Up war. Aber auch deswegen möchte ich den fünften Serienableger der Hauptreihe eine neue Chance geben, da Dead or Alive 2 immer noch einen Platz in meinem Gamer-Herzen hat. Unvergessen sind die Stunden, welche man mit Freunden verbracht hat, um sich virtuell die Köpfe einzuschlagen – nur um herauszufinden, wer der bessere Kämpfer ist. Genau dieses Gefühl möchte ich mit Dead or Alive 5 wieder erleben und somit bin ich schon sehr gespannt darauf, ob der fünfte Teil meine Sehnsucht danach befriedigen kann.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Prime Time: Spielkritik #1: Inazuma Eleven 2: Feuersturm & Eissturm

Passend zu unserem Review starten wir heute auch gleich unser zweites neues Konzept in Videoform. In Spielkritik werden wir euch in unregelmäßigen Abständen etwas über neue Spiele erzählen – kurzum: Sie kritisieren und loben. In unserer ersten Ausgabe geht es um Inazuma Eleven 2: Feuersturm & Eissturm und beziehen uns dabei vor allem auf die erst genannte Fassung (Feuersturm), die Eric den Sommer über durchgespielt hat.

Review: Inazuma Eleven 2: Feuersturm & Eissturm

Nachdem bereits im Januar 2011 der erste Teil der Inazuma-Eleven-Serie erschienen ist, fand im Mai 2012 endlich der lang erwartete Nachfolger seinen Weg in europäische Gefilde. Der zweite Teil erschien zudem gleich in zweifacher Ausführung.

Wir blicken zurück auf den ersten Teil: Der junge Mark Evans, seines Zeichens Torhüter und Kapitän einer Schulfußballmannschaft, hat sein müdes Team regelrecht zu einer Glanzzeit verholfen. Nach hartem Training und dem Zutun vom Stürmer-Ass Axel Blaze, war es der Raimon-Elf möglich, das Football-Frontier-Turnier zu gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt knüpft die Handlung von Inazuma Eleven 2: Feuersturm und Inazuma Eleven 2: Eissturm an. Die Jungs feiern immer noch den Sieg, bewundern ihren Pokal und wollen auch gleich wieder mit dem Training am Flussufer beginnen. Auf einmal hören sie einen ohrenbetäubenden Knall und müssen mit ansehen, wie Aliens in Menschengestalt ihre Schule mit schwarzen Fußbällen in Schutt und Asche legen. Traumatisiert von diesem Erlebnis können sie aber nicht zusehen, denn schon bald wird klar, dass ebenfalls noch andere Schulen in ganz Japan von den Aliens angegriffen werden. Da sie gegen die Außerirdischen nichts ausrichten können, beschließt die Raimon-Elf, hart zu trainieren und dabei die besten Spieler im ganzen Land aufzusammeln. In ihrem Vorhaben werden sie von ihrer neuen Trainerin Lina, Herrn Veteran und auch dem aus dem Vorgänger bekannten Polizisten Gregory Smith unterstützt. Die Story des Spiels klingt zunächst sehr hanebüchen, doch relativiert sich das Verhältnis zum Ende des Spiels hin.

Das Land der aufgehenden Sonne

Wir verraten euch an dieser Stelle natürlich nicht, was es denn mit den vermeintlichen Aliens auf sich hat, doch wir möchten euch versichern, dass die Grundfesten der Handlung spätestens im vorletzten der zehn Kapitel Sinn ergeben. Zufriedenstellend ist auch das nicht, da sich die Geschichte der Raimon-Elf wieder in die Surrealität stürzt. Das wirkte im ersten Teil bereits aufgesetzt, doch übertrumpft sich das in Inazuma Eleven 2 sogar. Freunde von übertriebenen Handlungen mit entsprechender überzogener Inszenierung dürfen aber auch vom zweiten Teil des Fußballrollenspiels angesprochen fühlen. Die Story wird aber nicht nur in Tokio und den Außengebieten der Metropole vorangetrieben, sondern in ganz Japan. Zusammen mit unseren virtuellen Freunden bereisen wir das Land der aufgehenden Sonne vom eisigen und schneebedeckten Hokkaidō im Norden bis hin zum sonnigen Okinawa. Das verspricht zwar in vielerlei Punkten mehr geographische Abwechslung, doch hätten wir uns sehr darüber gefreut, wenn wir mehr über kulturelle Hintergründe der Präfekturen, Sehenswürdigkeiten und Städte erhalten würden. Wir schnappen nämlich leider nur Bruchstücke in Gesprächen mit einzelnen Personen auf. So erfahren wir in Kyōto beiläufig etwas ein Haiku von Matsuo Bashō (Even in Kyōto). Solche Stellen reduziert der Fukuokaer Entwickler Level-5 leider auf ein Minimum.

Die Qual der Wahl

Sobald wir mit dem Mannschaftsbus am Zielort angekommen sind, wählen wir auf einer mehr oder weniger großen Übersichtskarte auch noch den Bestimmungsort aus, zu welchem wir uns als nächstes begeben möchten. In der Regel müssen neue Orte im Handlungsverlauf erst noch freigeschaltet werden, weshalb wir erst im späteren Spielverlauf kreuz und quer durch Japan reisen können, um beispielsweise in Läden einkaufen zu gehen. Bereits besuchte Ortschaften müssen wir aber dann aufsuchen, wenn wir neue Spieler für unser Team anwerben wollen, die nicht im regulären Spielverlauf zu uns stoßen. Das ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber neue Stürmer oder Verteidiger kommen immer mit relativ unterschiedlichen Werten und auch Spezialfähigkeiten daher. Somit steht dem Aufbau einer einzigartigen Mannschaft nichts mehr im Wege, doch die Story variiert dadurch nicht. Im Angesicht der hohen Spieleranzahl, die in ganz Japan auf uns wartet, ist das auch nicht weiter verwunderlich, denn wieder einmal haben wir die Möglichkeit, unser Team aus circa 1500 Spielern zusammen zu stellen. Da ist es dem Entwickler zu verzeihen, dass wichtige Momente einzig und allein durch die prägnanten Hauptdarsteller präsentiert werden. Um aber an neue Spieler zu kommen, wollen diese erst in kurzen Fußball-Matches besiegt werden. Teilweise echt herausfordernd!

Fußballrollenspiel

Diese kurzen Matches, die wir auch regelrecht in Zufallskämpfen erleben, wenn wir durch die Städte und Außenbezirke laufen, dauern tatsächlich nur wenige Sekunden an, zumal hier auch nur vier Spieler auf dem Platz stehen. Entweder müssen wir das Runde ins Eckige schießen, dem Gegner den Ball abnehmen, eine bestimmte Zeit lang selbst kein Tor riskieren oder dem Gegner das Leder verwehren. Erst wenn die Handlung es von uns verlangt, gegen eine andere Mannschaft zu spielen, stehen dann auch tatsächlich elf Spieler auf einer Seite des Felds. So lange wie ein richtiges Fußballspiel ist ein Match in Inazuma Eleven 2 aber nicht. Auch hier reduziert man die Zeit auf das Vierfache der maximalen Dauer eines Zufallskampfes – in unseren Augen absolut angemessen. Je besser beziehungsweise je schöner wir spielen und desto mehr Tore wir schießen, desto mehr Erfahrungspunkte bekommen wir für ein Match. So steigen unsere Spieler neue Levels auf, verbessern ihre Attribute wie Schusskraft, Ausdauer oder Körpereinsatz und erlernen hin und wieder auch neue Spezialtechniken. Genau in diesem Punkt unterscheidet sich Inazuma Eleven 2 von so gut wie allen Fußballspielen der Welt. Wie beispielsweise im Anime Kickers, werden alle Techniken überzeichnet dargestellt. Da fliegt dann auch schon mal ein Fußball mit dem Schweif eines Drachen oder mit Flammen ins Tor.

Mathematische Berechnungen

Bei Feindkontakt und Torschüssen laufen im Hintergrund also Berechnungen ab, die sich auf die Attribute der Spieler stützen und sich auf die Elemente der Fußballer beziehen. Genau wie im Vorgänger und ähnlich wie bei Pokémon ist Erde effektiv gegenüber Feuer, Feuer besser als Holz, Holz hält Wind statt und Wind wiederum ist effektiv gegen Erde. Wer dieses System beherrscht, hat auf dem Fußballfeld leichteres Spiel, denn die Gegner fühlen sich im zweiten Teil deutlich herausfordernder an als noch im Vorgänger. Besonders im Mittelteil des Spiels ist das ein Grund, weiterhin der fantasievollen Handlung zu folgen, doch je länger wir spielen, desto eher fällt uns auf, dass die künstliche Intelligenz der eigenen Spieler zu wünschen übrig lässt. Inazuma Eleven 2 verlangt von uns vermehrt Gruppentechniken in die Tat umzusetzen und diese lassen sich nur durch geschickte Pässe verwirklichen, doch einige Spieler verfolgen das Spielgeschehen nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Daher empfehlen wir euch an dieser Stelle, das Geschehen kurz einzufrieren, damit ihr den Spielern einzelne Anweisungen geben könnt. Wir hätten uns gefreut, wenn Level-5 ein wenig mehr Sorgfalt in Bezug auf den Action-Anteil des Spiels gesetzt hätte. Trotzdem machen die Matches jederzeit sehr viel Spaß und durch unterschiedliche Spielerkonstellationen spielen sie sich zudem abwechslungsreich.

Subtile Fortsetzung der Serie

Neuerungen sucht man allerdings im Detail, doch sind die subtilen Veränderungen vor allem eines, nämlich sinnvoll. Beispielsweise können wir mit einem Spieler jetzt auch von einem weiter entfernten Platz auf das Tor schießen. Das ist im Normalfall selten von Erfolg gekrönt, doch wenige Spezialtechniken lassen sich auch schon von dieser Position einsetzen, was dem ganzen Spektakel einen taktischen Anstrich verleiht. Man hat aber auch an die Verteidigung gedacht und so gibt es auch dort spezielle Techniken, die einen auf das Tor fliegenden Ball in Windeseile abblocken können. Außerdem gibt es Fußballer, die in mehreren Bereichen gut sind. So kann der Charakter Shawn Froste entweder als Stürmer oder Verteidiger antreten und dabei auch noch die doppelte Anzahl an Techniken erlernen (zwischen den Klassen muss dann aber immer noch manuell gewechselt werden). Inazuma Eleven 2 versteht sich hier also mehr als verbesserte Fortsetzung anstatt mit Innovationen aufzutrumpfen, was besonders Fans des ersten Teils freuen dürfte. Unverändert ist somit auch die Steuerung geblieben. Während wir im Rollenspielmodus Mark und seine Freunde wahlweise mit dem Steuerkreuz oder dem Stylus navigieren dürfen, können die Matches nur mit dem Stylus ausgeführt werden. Schade, denn über Modi, in denen wir auch nur mit den Tasten spielen dürfen, hätten wir uns gefreut.

Zwei Spielfassungen

Ärgerlich ist, dass es Level-5 verpasst hat, Online-Modi zu integrieren. So bleiben Online-Duelle leider aus und wir sind darauf angewiesen, in unserem näheren Umkreis nach anderen Inazuma-Eleven-Spielern zu suchen, um mit ihnen zu spielen oder Spieler zu tauschen. Es ist sogar möglich, gegen Besitzer des ersten Teils anzutreten. Nintendo verspricht außerdem, ab dem 18.05.2012 etwa ein Jahr lang, neue Charaktere über die WiFi-Connection verfügbar zu machen. Leider wird der WiFi-Connector unter Windows 7 offiziell nicht unterstützt und so können wir nicht überprüfen, ob Nintendo Wort hält. Da das System bei Professor Layton und Inazuma Eleven aber bereits funktioniert hat, sind wir aber guter Dinge! Die Präsentation des Titels findet in Form eines kunterbunten Anime-Stils statt und wird mit kurzen Anime-Szenen immer mal wieder unterbrochen. Diese Szenen sind mit einer eher mäßigen deutschen Synchronisation unterlegt. Der Soundtrack besteht aus wenigen Ohrwürmern, die nach kurzer Zeit nerven könnten. Zwischen beiden Fassungen (Feuersturm und Eissturm) gibt es übrigens keine großen Unterschiede. Es entwickelt etwa ein anderes Mädchen Gefühle für Mark und andere Spieler zum Tauschen treten in Erscheinung. Da wäre mehr möglich gewesen! Wer sich auf Inazuma Eleven 2 einlässt, wird mit mindestens 25 Stunden Spielzeit gut unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf Inazuma Eleven 2: Feuersturm): Wie jeder weiß, kann ich mit Fußball in der Regel absolut nichts anfassen. Das hat sich auch nicht geändert, nachdem ich das objektiv betrachtet gute Pro Evolution Soccer 2013 auf der Gamescom angeschaut habe. Inazuma Eleven 2 ist aber anders, denn es ist für mich ein Fußballspiel, wie ich es auch in der Realität gerne erleben würde. Maßlos übertrieben, witzig gestrickt und spannend inszeniert. Einzig und allein die zu abgehobene Handlung von Inazuma Eleven hat mich ein wenig am Kopf getroffen, doch bis auf diesen Punkt, habe ich den Vorgänger geliebt. Und fast genauso ist es mit Inazuma Eleven 2. Anfangs dachte ich noch, dass die Geschichte mit den Aliens ein schlechter Scherz sei und die ganze Spielzeit über habe ich deswegen ein ungutes Gefühl in der Magengrube gehabt. Als dann jedoch die Auflösung kam, konnte ich mich mit den neuen Fakten eher identifizieren, doch auch diese Informationen sind sehr weithergeholt! Verraten tue ich euch jetzt natürlich nichts, doch meiner Meinung nach hat die Story im Gegensatz zum Vorgänger abgebaut. Dafür habe ich das Gefühl, dass die Matches sich nun anspruchsvoller spielen lassen und die Gegner nicht immer nach demselben Prinzip handeln. Da der Titel von mir jetzt aber immer mehr verlangt, ständig die Spielerkonstellation zu wechseln und spezielle Techniken auszuführen, wirken viele Matches einfach nur gescriptet. Das hätte man besser machen können, doch sonst sind die Änderungen im Spiel sinnvoll und verbessern den Inhalt so, wie man ihn als Fan der Reihe gerne sehen möchte. Neuerungen werden mir hier absolut nicht aufgezwungen. Wer den ersten Teil mochte, wird auch mit Teil 2 zurecht kommen.