Review: Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (1)Animes kommen aus Japan und sobald diese westliche Ideale verkörpern möchten, scheitern sie nicht selten daran. Umso mehr freuen wir uns auf Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal, da der Anime die japanische Geschichte aufgreift und durch fiktive Begebenheiten darstellt.

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (2)Die Geschichte von Trust & Betrayal beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit Gewalt wurde die Öffnung Japans durch den Westen erzwungen, doch davon erleben wir hier noch nichts. So spüren wir immer noch die Isolation Japans von der Außenwelt, welche zur Story aber deutlich beträgt. Nichtsdestotrotz befinden wir uns in der letzten Phase der Edo-Zeit. Das Tokugawa-Shōgunat sieht seinem Ende entgegen. Dieser langsame Verfall wird durch brutale Kämpfe in Szene gesetzt, unter denen auch Hauptcharakter Shinta leidet. Seine Begleiter auf seiner Reise werden durch eine Bande getötet und so sieht er demselben Schicksal entgegen, doch im entscheidenden Moment taucht der Samurai Seijūrō Hiko auf, der ihm vor dem Tod rettet. Als Dank verpflichtet sich Shinta, sich ihm anzuschließen. Viele Jahre vergehen und im Jahr 1864 agiert Shinta, der nun mehr den Namen Kenshin trägt, als Attentäter, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei tötet er auch einen Mann, der schon bald den Bund der Ehe schließen wollte – ein Mord, der ihn später fast zum Verhängnis werden wird. Da der Anime in vier Akte beziehungsweise vier Original Video Animations aufgeteilt ist, erfahren wir natürlich noch mehr über die Figur Kenshin und auch einige Nebencharaktere haben ihren Auftritt, die essentiell für die zusammenhängende Handlung sind.

Vertrauen und Verrat

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (3)Kenner der Serie werden auch einige grundlegende Informationen über Kenshin erfahren, da Trust & Betrayal die Vorgeschichte darstellt. Nach dem Anschauen wird man wissen, welche Vorstellungen Kenshin von der Welt hat, welche Leiden er als junger Samurai kennenlernen durfte und wie seine kreuzförmige Narbe entstanden ist. Besser kann man eine Vorgeschichte nicht erzählen und Kenner der Serie, die hierzulande leider immer noch nicht veröffentlicht wurde, wissen das zu schätzen. Trust & Betrayal legt seinen Schwerpunkt, wie es der Titel bereits vermuten lässt, auf Vertrauen und Verrat. Während die ersten beiden Akte (Der Mann, der mordet und Verirrte Katze) sich ausreichend Zeit lassen, die Charaktere vorzustellen und die Handlung ins Rollen zu bringen, begeistern der dritte und vierte Akt (Abend zuvor im Forst und Die kreuzförmige Narbe) mit der langsamen, aber niemals langweiligen Auflösung des Vorfalls in der Mitte des zweiten Aktes. Kenshin weiß, dass es einen Verräter in ihren Reihen gibt, doch bleibt ihm nun nichts weiter übrig, als mit der hübschen Tomoe auf dem Land das Leben eines verheirateten Pärchens zu leben, doch bis zum Schluss weiß Kenshin nicht, wer die Frau ist, in die er sich verliebt und welches Geheimnis sie birgt und belastet. So setzt sich das Puzzle von der ersten bis zur letzten Minute angenehm zusammen.

Echtwirkende Szenen

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (4)Optisch besticht der Anime mit einer schönen Farbenpracht und tollen Zeichnungen. Es sieht teilweise sogar so aus, als hätte man reale Filmaufnahmen genommen und diese überzeichnet und zwar ganz dezent. Beispielsweise kann man bei dem einen oder anderen Bild eines Sees oder des Meeres deutlich erkennen, dass die Aufnahme vom Wasser real ist und nur die Steine, gegen die das Wasser prescht, angemalt worden sind. So etwas kann in Animes stören, doch da diese Szenen meistens auch etwas ausdrücken, können wir das wohlwollend akzeptieren. Beispielsweise erkennen wir deutlich einen Anstieg solcher Szenen, wenn mit der Auflösung begonnen wird. Da Trust & Betrayal aus dem Jahr 1999 stammt (und somit erst nach der Serie veröffentlicht wurde) und eine Original Video Animation ist, hat man auf das übliche und im 16:9-Format gehaltene Kinoverhältnis verzichtet. Auf Blu-ray liegt der Anime zwar in 1080p vor, doch auch hier wird das Bild nur in 4:3 wiedergegeben. Dementsprechend schmücken an der linken und rechten Seite eures Fernsehers schwarze Balken das Bild. Stören tun diese aber in keiner Minute, da das Bild sehr sauber wirkt. Die deutsche Tonspur braucht sich vor dem japanischen Original übrigens nicht zu verstecken. Wer Trust & Betrayal lieber auf Japanisch genießen möchte, muss allerdings nicht abschaltbare (deutsche) Untertitel in Kauf nehmen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist wirklich schade, dass die Serie zu Rurouni Kenshin noch nicht hierzulande erhältlich ist. Nachdem ich nun die Vorgeschichte kenne, möchte ich unbedingt wissen, wie es direkt im Anschluss weitergeht. Davon unberührt möchte ich den Anime jedoch jedem empfehlen, der sich für die japanische Geschichte oder das Samurai-Genre interessiert. Zwar sind alle Charaktere frei erfunden und es werden auch nur wenige historische Fakten deutlich, doch alleine zu wissen, vor welchem Hintergrund die Handlung spielt, reicht aus, um die Atmosphäre von Trust & Betrayal zu erkennen, sie sogar regelrecht einzuatmen. Vom Zirpen der Grillen, dem fantastischen Soundtrack und dem ansprechenden Zeichenstil der Neunziger Jahre gibt es nichts, was man an diesem Anime aussetzen könnte. Von der ersten bis zur letzten Minute wird man hier meiner Meinung nach sehr gut unterhalten. Es gibt keine unnötigen Szenen, keine unwichtigen Charaktere und die Zusammenhänge sind durchgehend deutlich und vor allem leicht verständlich. Wer allerdings hofft, mit dem Anime den Einstieg in ein großes Universum zu finden, der muss darauf hoffen, dass die Serie von einem Publisher (Anime Virtual) hierzulande ebenfalls veröffentlichen werden will. Ich würde es mir jedenfalls wünschen und zuschlagen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal!

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