Review: Rurouni Kenshin: The Movie

Rurouni Kenshin - The Movie (1)Während Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal die Vorgeschichte zur Rurouni-Kenshin-Serie darstellt, greift Rurouni Kenshin: The Movie eine Geschichte mitten aus Kenshins Leben auf, doch auch hier dreht sich wieder alles um Vertrauen und Verrat.

Rurouni Kenshin - The Movie (2)Im Jahr 1864 tötet Kenshin den Mann Tatsuki Gensatsu, um den Frieden in Japan zu wahren. Vierzehn Jahre später, also nach dem Ende des Tokugawa-Shōgunats und während der Zeit der Meiji-Restauration, treffen Kenshin, Sanosuke, Yahiko und Kaoru in Yokohama ein. Es wird deutlich, dass die Öffnung Japans bereits vollzogen ist und westliche Einflüsse machen sich endgültig bemerkbar. Die vier Freunde treffen am Hafen von Yokohama auf den Samurai Shigure Takimi, der sich gegen betrunkene britische Matrosen zur Wehr setzt. Die Rauferei wird jedoch jäh unterbrochen, als britische Soldaten sich nähern und den Aufstand beenden wollen. Die Streitigkeit ist allerdings nicht das einzige Problem, was die junge Regentschaft des nun (eigentlich) vollmächtigen Tennōs Mutsuhito plagt. Obwohl sich die Regierung an alten Werten orientieren will, so versucht sie technologisch mit dem Westen gleichzuziehen und sich dementsprechend anzupassen. So wollen sich nicht alle Japaner mit der politischen und gesellschaftlichen Situation abfinden. Es kommt zu Aufständen und einen Angriff auf die britische Botschaft. Als dann auch noch ein Attentat auf einen britischen Staatsgast bekannt wird, muss Kenshin eingreifen und erfährt so, dass Shigure der Anführer der Rebellen ist. Da Kenshin jedoch nie wieder jemanden töten möchte, steht er vor einer inneren Zerreisprobe.

Liebe zu Details

Rurouni Kenshin - The Movie (3)Obwohl wieder sämtliche Charaktere rein fiktiv sind, ist es der historische Schauplatz nicht. Da das Geschehen diesmal im Osten des Landes angesiedelt ist, wird die Öffnung Japans und der damit verbundene Umschwung der Gesellschaft und Kultur deutlich besser zum Ausdruck gebracht. Man hat auch auf historische Details geachtet und beispielsweise die 1872 erstmals in Betrieb genommene und in Japan erste Eisenbahnlinie von Tokio nach Yokohama gezeigt. Tokio ist nach Yokohama und Kyōto der dritte Schauplatz, der im Kinofilm gezeigt wird. In dieser Stadt kommt es dann auch zur finalen Auseinandersetzung, nachdem sich gezeigt hat, wen man noch vertrauen kann und wem nicht. Vertrauen und vor allem Verrat sind nämlich auch hier, wie eingangs bereits angedeutet, der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Wer jetzt auf ein Ratespiel wie bei den vier Original Video Animations von Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal hofft, der wird enttäuscht. Der Film wird zwar aus der Sicht eines personalen Erzählers in Szene gesetzt, doch wechseln die Charaktere immer wieder durch. Dadurch entsteht aber im Gegensatz zu Trust & Betrayal eine gewisse Dynamik und so sind es hier 91 Minuten, die viel schneller vorbeigehen, als einem lieb ist. Kaum hat die Handlung Fahrt aufgenommen, muss man seine liebgewonnenen Charaktere auch wieder verlassen.

Bildschirmfüllendes Kino

Rurouni Kenshin - The Movie (4)Auf stilistischer Ebene kommt Rurouni Kenshin: The Movie nicht ganz an Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal heran. Während man bei Trust & Betrayal noch das Gefühl hat, dass alles Gezeigte wie aus einem Guss wirkt, grenzen sich die Charaktere im Film stark ab. So wirken die Umgebungen, Landschaften und Hintergründe nach wie vor fantasiereich, doch Kenshin und die anderen Charaktere werden stark hervorgehoben. Da der Film nicht mehr ganz so bitterernst ist und auch einige lustige Szenen auftauchen, passt das allerdings ganz gut. Über einen durchgehend einheitlichen Stil hätten wir uns jedoch gefreut. Dafür kann der Film in der 1080p-Auflösung mit einem grandiosen Bild im bildschirmfüllenden 16:9-Format punkten. In Aktion wirken die Schwertkämpfe und Explosionen somit ein ganzes Stück kräftiger. Gepaart ist das Geschehen wieder einmal mit einem tollen Soundtrack und einer Geräuschkulisse, die zwar absolut passend ist, aber nicht an die von Trust & Betrayal heranreicht (Grillenzirpen!). Sowohl in der deutschen, als auch in der japanischen Sprachfassung können die Charaktere mit Emotionen durchgehend überzeugen. Wer die wenig bessere japanische Tonspur genießen möchte, der muss abermals nicht abschaltbare (deutsche) Untertitel in Kauf nehmen. Sammler freuen sich wie bei Trust & Betrayal abschließend über ein Wendecover ohne FSK-Logo.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich mir gestern bereits Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal angeschaut habe, konnte ich es kaum erwarten, wie die Geschichte um Kenshin weitergeht. Leider ist die Serie in Deutschland bisher nicht erhältlich, was dann natürlich für das meinige Verständnis für Rurouni Kenshin: The Movie unvorteilhaft ist. Man kennt die Charaktere nicht und sie werden im Grunde auch nicht vorgestellt. Einzig und allein bei Kenshin kann man erahnen, welchen Lebens- und Leidensweg er durchgemacht haben muss. Da gab es in Trust & Betrayal immerhin einige Anzeichen und Erklärungen. Trotzdem ist die Geschichte spannend und besonders der Konflikt zwischen Japan und dem Westen wird sehr deutlich. Historische Details versüßen einem Geschichtsfanatiker wie mir das Ansehen des Animes ungemein. Wer Trust & Betrayal noch nicht gesehen hat, der sollte sich diesen Anime zuvor anschauen, denn dann kann man auch grundlegend den vorliegenden Film verstehen (abgesehen von eventuell wichtigen Hintergründen über Kenshins Freunde). Da ich auf die Lokalisierung der Serie wohl noch länger warten darf, freue ich mich als nächstes auf den Anime Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc, welcher Ende Februar 2013 erscheinen und das Ende der Handlung darstellen soll. Ich bin gespannt!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: The Movie!

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