Review: The Last of Us

The Last of Us (1)Mit The Last of Us erscheint noch einer der wenigen Top-Titel für die PlayStation 3, bevor diese von der PlayStation 4 abgelöst wird. Daher sind wir gespannt, was der Entwickler Naughty Dog aus der aktuellen Konsole noch herauskitzeln kann.

The Last of Us (2)Bekannt geworden ist das Studio durch die Uncharted-Trilogie, welche nur für die PlayStation 3 erschienen ist. Mit ihrem neuem Spiel versucht die Entwicklerstube ein komplett neues Szenario in Angriff zu nehmen und beruft sich dabei auf eine postapokalyptische Welt, in der ein mysteriöser Pilz die Bevölkerung mutieren und außer Kontrolle geraten lässt. Sicherlich ist dies kein komplett neues Konzept und wurde schon in vielen Spielen angewendet, doch wollen wir hier dem Entwickler die Chance geben zu zeigen, warum die Uncharted-Reihe solch einen Erfolg hat. Flapsige Sprüche, coole Charaktere und abenteuerliche Klettereinlagen sind hier allerdings nicht zu finden und somit zeigt uns Naughty Dog eine etwas andere Situation rund um einem vom Leben gezeichneten Mann und einer vierzehnjährigen Waisen in einer verseuchten und gebeutelten Welt. Schon der Anfang des Spiels fährt eine sehr viel emotionalere Schiene als zum Beispiel ein Teil der Resident-Evil-Reihe und so bekommen wir die Möglichkeit, das Lebensumfeld des Protagonisten vor der Epidemie kennenzulernen. Wir haben also einen gewissen Vorspann, welchen wir bis zum Beginn des gesellschaftlichen Zusammenbruchs selbst erleben. Uns hat dieser Einstieg sehr gut gefallen und schon an dieser Stelle hebt sich das Spiel von anderen Genrekollegen positiv ab.

Menschlichkeit

The Last of Us (3)Wie bereits angedeutet, ist Joel das komplette Gegenteil von Nathan Drake (Protagonist der Uncharted-Serie). Nachdem er mehrere Jahre ein Leben im militärischem Sperrgebiet verbracht hat, ist er abgespannt und zynisch. Selbst seine raue Stimme zeigt uns, dass wir es mit einem Charakter zu tun haben, welcher vom Leben bestraft wurde. Das genaue Gegenteil ist hingegen unsere Begleiterin Ellie, eine fröhliches und clevere Teenagerin. Bei ihr erkennt man Hoffnung und Lebensfreude, neue Sachen zu entdecken. Im Laufe des Spiels versucht sich selber das Pfeifen beizubringen und ist immer wieder erstaunt, wenn sie Gegenstände wie Comics aus der alten Zeit vor dem Virus findet. Trotz ihres jungen Alters und Erscheinungsbild ist sie keine hilflose Jungfrau in Nöten, sondern weiß sich mit Messer und Schusswaffen zu verteidigen. Die beiden zusammen geben ein sehr interessantes Paar ab und wirken das ganze Spiel über wie echte Menschen. Während wir mit Joel nach brauchbaren Gegenständen fürs Überleben suchen, also ganz in die Rolle des Erwachsenen schlüpfen, interagiert Ellie mit Dingen in der Spielwelt. Sie stöbert durch Kartons und alte Schallplatten und ist traurig, dass sie keines der Lieder hören wird. In einem Restaurant fummelt sie an einem Spielautomaten herum und erinnert sich an Freunde, die damit umgehen konnten.

Ode an MacGyver

The Last of Us (4)Wie in BioShock Infinite haben wir einen Begleiter, welcher mehr ist als nur eine einfache künstliche Intelligenz. Sie ist einfallsreich, belebt die trostlose Welt und ist keineswegs eine Belastung, um welche wir uns Minute um Minute kümmern müssen. Wir wünschen uns mehr solcher Spiele, in denen wir nicht von störenden Kameraden, sondern von lieb gewonnenen Charakteren begleitet werden. Jedenfalls können wir auch in The Last of Us unsere Waffen modifizieren. Drücken wir die Select-Taste geht Joel in die Knie und öffnet seinen Rucksack. Aus Gegenständen wie Plastikflaschen, Klebeband und Scheren können wir manch hilfreiches Utensil basteln. So können wir mit Klebeband mehrere Scheren an eine Nahkampfwaffe, wie zum Beispiel ein Rohr, befestigen, damit dieses in den nächsten zwei Schlägen sofort tödlich ist. Zudem treffen wir im Spiel häufig auf Werkbanken, an denen wir unsere Schießeisen verbessern können. Hier dürfen wir ganz stupide die Kapazität, Schussgeschwindigkeit sowie Nachladegeschwindigkeit verbessern. Nebenbei kann man noch erwähnen, dass es auch möglich ist, unseren Charakter anhand von Pillen selbst zu verbessern, welche wir im Spiel finden. Ab einer gewissen Menge können wir diese dann gegen einen zusätzlichen Gesundheitsbalken eintauschen oder für eine Verbesserung unseres Lauschmodus sorgen.

Starke Inszenierung

The Last of Us (5)Besonders hervorgehoben ist die Inszenierung des Spiels. Hier lässt man zum Beispiel die Zwischenszenen fließend ins Spielgeschehen einfließen, damit keine störenden Ladepausen zustande kommen. Das sorgt dafür, dass stets die Atmosphäre aufrecht erhalten wird, ähnlich wie bei einem Film. Nett gestaltet ist vor allem die Umgebung, in der sich die Auswirkung der Katastrophe widerspiegelt. Die Städte sind vom Grün überwachsen, verlassene Autos stehen auf den Straßen, Häuser sind verbarrikadiert und wenn man mal auf andere Menschen stößt, sind diese eher feindlicher Natur und jagen nach allem, was man bekommen kann. Hier bekommen wir ein optisches Gefühl wie in Crysis, wo man richtig die Verwahrlosung einer Stadt erlebt. Niemals fühlen wir uns wirklich sicher und spüren die Angst am eigenen Leib. Auf freiem Feld müssen wir uns vor Banditen und deren Fallen in Acht nehmen, sowie uns voraussehend an diese herantasten. Betreten wir ein Gebäude, verändert sich die Atmosphäre sehr schnell und wir haben vermehrt Angst vor den infizierten Gestalten, welche hinter jeder Ecke lauern könnten. Alles was wir in dieser Welt finden, erzählt eine Geschichte über den Ausbruch der Infektion oder die Leute, die einst hier gelebt haben. Solch ein Gefühl haben bisher nur wenige Spiele in uns hervorgebracht. Das spricht eindeutig für The Last of Us!

Fortlaufende Infizierung

The Last of Us (6)Ein Lob gilt der künstlichen Intelligenz, welche uns immer wieder in große Schwierigkeiten gebracht hat. Wir sind nicht gerade Experten im Schleichen und versuchen trotzdem unser Bestes, doch werden wir manchmal von Feinden gesehen, während wir einen ihrer Kollegen von hinten mit dem Messer bearbeiten. Diese schlagen sofort Krawall und holen ihre Freunde mit in den Ring. Gerade die Munitionsknappheit zwingt uns förmlich, Gegner mit Geräuschen abzulenken und sie von hinten niederzustechen. Ganz anders ist hingegen das Verhalten der Infizierten, welche in vier Stufen unterteilt werden können. Die kürzlich verseuchten geraten schnell in Panik und fallen uns sofort an. Gegner, bei denen der Virus ausgeprägter ist, stehen konfus herum und reagieren nur, wenn wir uns ihnen nähern. Die so genannten Klicker schnalzen mit der Zunge und sind blind. Bewegen wir uns langsam, hören sie uns nicht. Wenn wir jedoch schnell sind, stürmen diese hartnäckigen Monster auf uns zu und können uns mit nur einem Schlag die Kehle durchbeißen. Die letzte evolutionäre Stufe sind die Bloater, die mit einem Pilz bewachsenen Koloss zu vergleichen sind. Sie halten sehr viele Schüsse aus, töten uns im Nahkampf sofort und aus der Distanz werfen sie Sporenbomben, welche temporär Schaden verursachen. Keine schönen Dinge, die Naughty Dog uns da vor die Nase setzt, aber dafür ein beeindruckendes Spiel, an welchem sich PlayStation-3-Besitzer noch lange erinnern werden.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Ich bin der Meinung, dass mit The Last of Us ein fast makelloser Titel für die aktuelle Konsolengeneration erschienen ist und dass sich der Kauf auf jeden Fall lohnt. Das einzige was in meinen Augen stört, ist die schlechte Synchronisation von Joel, über die man jedoch hinwegsehen kann. Das Spielerlebnis hingegen ist einmalig und nie zuvor habe ich solch eine spannende Geschichte in einer postapokalyptischen Welt spielen dürfen. Bisher stand immer Resident Evil 4 auf meiner Topliste, da dies das letzte Spiel war, in dem mir Horror und eine gute Geschichte mit interessanten Charakteren geboten wurde. Nun aber kann ich behaupten, dass Naughty Dogs neustes Werk Resident Evil 4 in meiner persönlichen Hitliste endlich den Rang abgelaufen hat und mir somit noch lange in Erinnerung bleiben wird. Hier steht das Element Horror zwar nicht im Vordergrund, jedoch merke ich immer aufs Neue, wie schwer doch das Überleben in einer solch fremden Welt sein kann und wie wichtig dann noch Emotionen sind. Dazu kommt noch, dass der Entwickler es wieder geschafft hat, aus einer solch veralteten Konsole eine Grafik herauszukitzeln, wie ich sie bisher bei keinem anderen Konsolenspiel gesehen habe. Es ist ein Spiel, in dem man Gewalt gerne vermeiden möchte, anstatt sich daran zu ergötzen. Zudem wirken die Charaktere authentisch und sind voll von Emotionen. Man kämpft nicht nur gegen Banditen und Infizierte, sondern auch um eine Beziehung zwischen zwei Charakteren. Besitzer einer PlayStation 3 sollten sich diesen Exklusivtitel auf keinen Fall entgehen lassen!

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