Review: Assassin’s Creed IV: Black Flag

Assassin's Creed IV - Black Flag (1)Nachdem wir in Assassin’s Creed III die Vereinigten Staaten von Amerika kennenlernen durften und uns für die Unabhängigkeit des Landes eingesetzt haben, führt uns das neue Spiel in die Karibik. Genauer gesagt in die Karibik des Zeitalters der freien und wilden Piraten.

Assassin's Creed IV - Black Flag (2)Die Der-Fluch-der-Karibik-Filmreihe wird schon seit Jahren nicht mehr mit einem neuen Teil bedacht. Computerspiele rund um das Piraten-Setting hatten kaum einen Erfolg bei Presse und Fans. Der Publisher Ubisoft dachte sich wohl, dass man sich dieser Herausforderung auch mal stellen möchte. Dafür nehme man die erfolgreichste Marke des Hauses, wechsle erneut das Setting und auf Seiten des Gameplays berufe man sich auf das Gewohnte, welches über Jahre hinweg für den Erfolg der Serie steht. Viele Fans zeigten sich skeptisch, fanden das Szenario nicht wirklich passen und setzten sich eher für eine grundlegende Erneuerung der Serie ein, vor allem da in den letzten Jahren genügend Spiele der Reihe den Weg auf den Markt fanden. Wir können aber vorwegnehmen, dass die Entwickler unter Ubisofts Flagge absolut nichts falsch gemacht haben und zeigen, dass Altbewährtes viel Spaß machen kann. Wie erwähnt, geht es ins freie Gewässer und dementsprechend liegt ein großer Schwerpunkt im Spiel bei den Seeschlachten, welche laut den Entwicklern so realistisch wie möglich sein sollen. Hier ist dann richtiges Timing, schlaue Wendemanöver und vor allem Durchhaltekraft gefragt. Wir zerstören Schiffe, entern diese oder gehen, wenn alles besonders schlecht läuft, ehrenvoll mit unserem Schiff unter – aber auch die Landpassagen kommen keineswegs zu kurz.

Die brutale Welt der Piraten

Assassin's Creed IV - Black Flag (3)Während der Disney-Konzern mit Fluch der Karibik eher eine jüngere Zielgruppe anspricht, kennt Assassin’s Creed IV: Black Flag eher weniger Kompromisse. Hier bekommen wir keine wirklich lustige Geschichte erzählt oder abgestumpfte Brutalität, sondern die harten Seiten der Piraterie. Hier wird sich stets geprügelt, Personen werden umgebracht, Schiffe zerschossen und gerade dann, wenn guter Rum im Spiel ist, fliegen schnell die Fäuste. Dabei gehen wir ähnlich wie in Assassin’s Creed III vor und haben die Möglichkeit, äußerst brutal unsere Feinde auszuschalten oder diese im Verborgenen zu meucheln, um unser Ziel zu erreichen. Unser Waffenarsenal ist mit den berühmten Assassinenklingen, den typischen Schwertern der Zeit, sowie Handfeuerwaffen gewohnt ausgebaut. Hinzu kommen die üblichen Fähigkeiten wie der Einsatz von Rauchbomben, das Werfen von Münzen, um so Menschen anzulocken oder die guten alten Fäuste. Vom Spielumfang und dem Prinzip hat sich also nur sehr wenig geändert und Serienkenner finden sich hier schnell zurecht. Neueinsteiger hingegen auch, da die Steuerung für Konsolen sehr leicht gestaltet ist und am Anfang des Spiels erklärt wird. Die Steuerung der Schiffe funktioniert genau so wie im Vorgänger und bietet somit auch die gleiche Dynamik. Hier treffen wir also auf ein bekanntes und ähnliches Setting.

Vom Taugenichts zum Assassinen

Assassin's Creed IV - Black Flag (4)Interessant hingegen ist der neue Protagonist Edward Kenway. Bei diesem handelt es sich um den Vater von Haytham Kenway und somit um den Großvater von Connor Kenway, die wir bereits aus Assassin’s Creed III kennen. Edward Kenway verlässt seine Frau und die britische Heimat, um in der Karibik ein Piratenleben zu führen. Zu Beginn des Spiels landen wir betrunken in einer Seeschlacht und verlieren dabei unser Schiff. Wir stranden mit jemandem, der ein Assassine zu sein scheint. Als er anfängt, von seinem Geld zu sprechen, werden unsere Ohren wach. Allerdings habe er seinen Auftrag noch nicht abgeschlossen und das Geld aus diesem Grund noch nicht. So kommt unser Held auf die Idee, den Assassinen zu töten und ihm seine Identität samt der Kutte zu rauben. Wir spielen also keinen richtig ausgebildeten Assassinen, sondern einen ständig betrunkenen Piraten, welcher sich eine goldene Nase verdienen möchte. Positiv hervorheben müssen wir, dass wir in dem Spiel viel mehr über die Beweggründe des Protagonisten erfahren, als in allen anderen Spielen der Serie bisher. Überrascht hat uns nur, dass unser Pirat eleganter mordet, als bisher jeder Assassine und dabei war unser Protagonist vorher keine relevante Person. Diese kleine Logiklücke stört uns jedoch nicht weiter, da wir somit die ganzen Kunststücke nicht nach und nach erlernen müssen.

Rauf aufs Meer

Assassin's Creed IV - Black Flag (5)Gerade das neue Setting auf dem Meer hat uns sehr gefallen. Die Karibikwelt ist groß, die Wellen sind eindrucksvoll animiert und das Gefühl, ein eigenes Schiff zu steuern, ist besser denn eh und je. Unser Schiff hat mehr Waffen und Munitionsarten als noch im Vorgänger und zudem kann man mittels Fernrohr die Ladung anderer Schiffe ausspähen, jagt auf Wale oder Haie machen oder mit einer Tauchglocke nach Schätzen suchen. Man bietet also auch genug Abwechslung auf hoher See, damit uns nicht der Spielspaß vergeht. Zudem sind die Einflüsse des Wetters wesentlich wichtiger als zuvor. Wenn Wind aufkommt, merken wir richtig wie sich unser Schiff begrenzt in verschiedene Richtungen steuern lässt oder Nebel, der unsere Sichtweite eingrenzt. Ein nettes Feature ist auch, dass wir auf Knopfdruck die Mannschaft zum Singen animieren können. An Land finden wir Notenblätter, welche neue Songs für unsere Crew freischalten und somit bekommen wir eine echte Piratenatmosphäre vorgetragen. Das Spiel will diese Idylle vermitteln und weniger den Konflikt zwischen Templern und Assassinen, welcher nur eine geringe Rolle spielt. Es geht hier also wirklich um die Piraterie und somit treffen wir in der Karibik berühmte Persönlichkeiten wie Captain Blackbeard oder Captain Kidd. Käpt’n Iglo haben wir hingegen persönlich und schmerzlich vermisst.

Gefährliche Gewässer

Assassin's Creed IV - Black Flag (6)Bei Laune hält uns besonders der Schwierigkeitsgrad auf hoher See. Desto tiefer wir in den Süden fahren, desto stärker wird die künstliche Intelligenz zu Wasser. Gegner hinterlassen dann zwar eine wesentlich imposantere Beute, jedoch brauchen sie nur wenige Breitseiten, um uns an den Grund des Meeres zu befördern. Zudem werden viele Gewässer von Forts bewacht, welche wir besser umschiffen sollten oder, falls wir draufgängerisch sind, unter Kanonenhagel stellen. Die Gefechte haben uns im Test auf der PlayStation 4 gefallen, da auf jede Salve dichter Pulverdampf folgt. Uns bleibt zudem immer die Wahl, ob wir ein Schiff aus der Distanz niederschießen wollen, oder ob wir ein gegnerisches Schiff rammen, um dies anschließend zu entern. Einen Unterschied machen jedoch große Schiffe aus. Diesen müssen wir beim Entern die Flagge entwenden oder die Pulverfässer entzünden. Hier wimmelt uns dafür aber eine größere Beute und die Wahl, ob wir unsere Gefangenen laufen lassen oder deren Schiff ausschlachten, um unseres zu reparieren. Das Spiel auf dem Land ist jedoch wenig erwähnenswert und somit gibt es nichts wirklich neues. Das Entwicklerteam bietet ein vertrautes und gewohntes Spielgefühl an, was nichts schlechtes zu heißen hat, sondern eine bewährte Mechanik einfach ruhen lässt – hier muss wohl jeder seine eigene Meinung finden.

Lange, aber interessante Story

Assassin's Creed IV - Black Flag (7)Die Geschichte hinter dem Spiel betrachten wir mit verschiedenen Augen, da sie durch viele Hochs und Tiefs geht. Auf der einen Seite erfahren wir wesentlich mehr als in den anderen Teilen der Assassin’s-Creed-Reihe über den Protagonisten und dessen Beweggründe und wir bekommen genug Szenen zu sehen, die uns wirklich mitreißen. Zudem beeindrucken uns tolle Charaktere, welche uns ans Herz wachsen. Auf der anderen Seite gibt es endlose Aufgaben, welche wir nebenbei annehmen können und die sich im Kern kaum unterscheiden. Zudem sehen auch die Story-Missionen irgendwie gewohnt und bekannt aus. Wir haben ein Ziel, müssen dieses finden und ausschalten. Dabei bleibt es uns überlassen, ob wir nicht entdeckt werden wollen oder wir uns brutal in die Menge stürzen. Wir werden das bekannte Gefühl einfach nicht los, als ob es schon etliche Assassin’s-Creed-Teile gab, in denen wir genau das gemacht haben. Hier fehlt es unserer Meinung nach eindeutig an Kreativität seitens der Entwickler und es ist schade, dass wir nur mit sehr gelungenen Seekämpfen belohnt werden, statt mit neuen und interessanten Aufgaben zu Land. Auch hätte man aus der Grafik sicherlich mehr herausholen können. Die PlayStation-4-Fassung sieht war sehr gut aus, dennoch bleibt hier noch Luft nach oben und als NextGen-Spiel können wir den Titel daher nicht bezeichnen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Im Schnitt hat mir Assassin’s Creed IV: Black Flag wirklich gut gefallen. Das Szenario ist irgendwie unerwartet neu, die Seeschlachten und das Entern von Schiffen machen mir eine Menge Spaß und auch die Geschichte hinter dem Spiel hat irgendetwas Spannendes und wusste mich daher zu fesseln. Schade sind die im Review genannten Landpassagen, welche nicht gerade kreativ wirken und eine Wiederholung älterer Spiele darstellen. Keine neuen Aufgaben sorgen für nur relativ wenig Reiz. Hervorragend ist dafür der Kampfstil unserer Protagonisten Edward Kenway. Dieser schaut wesentlich eleganter aus als alle bisherigen Assassinen zusammen und das will schon etwas heißen, denn schließlich spielen wir keinen wahrhaftigen Berufsmeuchler, sondern einen Trunkenbold. Dieser will wie der größte und ebenso gefürchtetste Pirat sein – das aber mit Recht! Wer also dem Szenario nicht abgeneigt ist, kann bedenkenlos zuschlagen.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Assassin’s Creed IV: Black Flag!

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