Review: Donkey Kong Country: Tropical Freeze

Donkey Kong Country - Tropical Freeze (1)Als 2010 Gorilla Donkey Kong mit einem neuen Jump ’n’ Run ins Videospielgeschäft nach langer Abstinenz zurückkehrt und 2013 mit einer 3D-Portierung für Nintendos Handheld ein weiteres Mal zur Arbeit gerufen wird, warten wir seitdem auf einen echten Nachfolger.

Donkey Kong Country - Tropical Freeze (2)Auf der Electronic Entertainment Expo 2013 wird Donkey Kong Country: Tropical Freeze zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Ursprünglich plant Nintendo den Release für das Weihnachtsgeschäft 2013, doch kann dieser Termin nicht gehalten werden. Prompt wird der Titel um zwei Monate auf den 21. Februar 2014 verschoben. Ob es daran liegt, ob man die Wii U kurz vor Weihnachten lieber mit Super Mario 3D World und Wii Fit U bewerben will oder ob es dem Titel noch an Feinschliff mangelte, wissen wir bis heute nicht. Wichtig ist nur, dass Donkey Kong Country: Tropical Freeze unsere Erwartungen erfüllen kann, doch nun erst einmal der Reihe nach. Als Donkey Kong und Diddy Kong die Donkey-Kong-Insel von den Ureinwohnern der Insel gesäubert haben, feiern die beiden zusammen mit Dixie Kong und Cranky Kong die Ruhe auf der Insel mit einer großen und leckeren Banane. Nur wenig später lässt eine Schneeflocke die Kerze auf der Banane jedoch erlöschen, weshalb die vier Affen einen Blick aus Donkey Kongs Baumhaus werfen. Am Horizont sind Schiffe zu erkennen. Die Besatzung der Schiffe sind die sogenannten Viehkinger, die ihr Territorium ausweiten wollen. Kurzum werden die Affen auf eine weit entfernte Insel ins Exil geschickt, doch dort wollen sie nicht bleiben. Sie fordern ihren Bananenvorrat und ihre Insel zurück!

Vierköpfige Affenbande

Donkey Kong Country - Tropical Freeze (3)Damit sie jedoch dieses Ziel erreichen können, müssen wir sie mit unserer Hilfe über ganze sechs Inseln schicken. Das klingt im ersten Moment wenig, während Super Mario 3D World mit ungefähr der doppelten Anzahl an Welten locken kann. Weit gefehlt, denn während die Levels im Jump ’n’ Run mit dem Klempner sehr übersichtlich ausfallen, sind die Abschnitte in Donkey Kong: Tropical Freeze verdammt groß und dazu auch noch sehr knifflig. Wie im Vorgänger kommt es nämlich nicht selten vor, dass es viele Stellen gibt, an denen wir ein 1-up nach dem anderen verlieren. Während die ersten Spielabschnitte wohl dazu gedacht sind, dass wir unseren Vorrat aufstocken, purzeln die 1-ups gegen Ende nur so von unserem Konto. Es empfiehlt sich also die Spielabschnitte gut einzuprägen und wann immer es möglich ist, auch mit Begleitung durch die Levels zu hüpfen und zu rennen. Anstatt nur auf Diddy Kong zu bauen, dürfen wir wieder mit Dixie Kong durch den Dschungel rasen. Wie im zweiten und dritten Teil der Super-Nintendo-Trilogie können wir mit ihr erhöhte Plattformen erreichen, da ihr Haar als Propeller dient. Mit Diddy Kong greifen wir auf ein Jetpack zurück, um kurze Distanzen zu überwinden. Neu dabei als spielbarer Charakter ist Cranky Kong. Der missbraucht wie Dagobert Duck in DuckTales: Remastered seinen Spazierstock als Pogostab.

Auf dem Weg ans Ziel

Donkey Kong Country - Tropical Freeze (4)Dazu muss man jedoch sagen, dass wir als Solist nur Donkey Kong kontrolliert und unsere Begleitung auf dem Rücken des Gorillas Platz nimmt. So erhalten wir die Kontrolle über die Spezialfähigkeit des jeweiligen Affen. Ein Wechsel zwischen den Figuren wie auf dem Super Nintendo ist nach wie vor nicht möglich; auch nicht im Zweispielermodus. Der erste Spieler übernimmt immer die Rolle von Donkey Kong, während der zweite Spieler je nachdem einen der anderen drei Affen mimt. Es ist übrigens meistens egal, welcher der Affen und begleitet – die Levels und ihre jeweiligen Strukturen sind dann eben mal mehr, mal weniger knifflig. Es gibt jedoch einige Stellen, die zwangsweise auf einen der Affen aufbauen, beispielsweise ein geheimer Level-Ausgang, den wir im kühlen Nass nur mit Dixie Kong erreichen können. So und nicht anders fallen die verschiedenen Themenwelten, die uns vom Grund des Ozeans bis auf den höchsten verschneiten Gipfel führen, durchweg mit anderen Raffinessen unterhalten. Wer unterwegs fleißig Bananenmünzen, rote Luftballons und Bananen sammelt, macht sich das Leben einfacher. Während nach wie vor einhundert Bananen ein weiteres 1-up ergeben, dienen sie jetzt auch zum Auffüllen einer Leiste für eine Spezialfähigkeit. Da verwandeln sich alle Gegner in rote Luftballons oder in gelbe Herzen, die unsere Energieleiste verlängern.

Umfangreiches Abenteuer

Donkey Kong Country - Tropical Freeze (5)Einen der Kongs haben wir übrigens nicht erwähnt. Mit von der Partie ist außerdem Funky Kong, der die Rolle von Cranky Kong als Ladenbesitzer übernimmt. In der Krimskramskiste tauschen wir wohl verdiente Bananenmünzen, die es übrigens im Überfluss gibt, gegen das eine oder andere Item ein oder werfen sie in eine Art Kaugummi-Automat ein, welcher mit Kapseln und darin enthaltenen Figuren wirbt. Extras gibt es auch in Tropical Freeze wieder wie Sand am Meer und wer wirklich alle Musikstücke, Figuren und Bilder freischalten will, muss nicht nur das Spiel bis zum Endboss überstehen, sondern auch noch alle Puzzle-Teile finden. Diese sind deutlich besser versteckt als jüngst die Sterne in Super Mario 3D World, was einen besonderen Spürsinn erfordert, zumal die Puzzle-Teile nicht in der Reihenfolge angegeben werden, wie sie auch versteckt sind. Mehrmaliges Erforschen eines Levels ist absolut erforderlich, um den Titel am Ende zu einhundert Prozent durchgespielt zu haben. Da der Schwierigkeitsgrad anfangs eher human ausfällt und später extrem fordernd wird, könnte sich die Suche nach den Puzzle-Teilen und den vier Kong-Buchstaben K, O, N und G für den einen oder anderen Spielertyp zur Tortur ausarten. Ihr dürft uns ruhig glauben, denn vor allem die Levels, wo wir mit dem Raketenfass unterwegs sind, treiben uns richtig zur Weißglut.

Licht und Schatten

Donkey Kong Country - Tropical Freeze (6)Während sich die Jump-’n’-Run-Abschnitte und die Unterwasserlevels mit der Zeit in Fleisch und Blut übergehen, ist das Fahren mit der Lore, dem Ritt auf Rambi, dem Nashorn und das Fliegen mit dem Raketenfass ein anderes Kaliber. Auch wenn wir oft nur zu gerne das Wii U GamePad gegen die Wand schmeißen wollen, gefällt uns der knackige Schwierigkeitsgrad. Man möchte das Level nicht nur abschließen, sondern immer besser werden. Belohnt werden wir allseits mit einer hübschen HD-Grafik und einem opulenten Soundtrack, der uns vor allem noch aus dem ersten Level der Spielwelt La Savanna im Gedächtnis bleibt, belohnt. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten – so auch in Tropical Freeze. Die Steuerung wirkt zu überladen. Was mit weniger Knöpfen, besonders beim Klettern und Laufen, möglich gewesen wäre, haben die Retro Studios nicht verstanden. Außerdem hoffen wir, dass bei einem Nachfolger auch wieder die Erzrivalen, die Kremlings, mit an Bord sind. Die Viehkinger haben zwar wesentlich mehr Charme als die Gegner des direkten Vorgänger, aber King K. Rool soll bitte noch nicht in Rente gehen. Ebenso wenig die restlichen Reittiere des Franchises. Wer sich für Donkey Kong Country: Tropical Freeze entscheidet, erlebt mindestens zwölf Stunden tollen Spielspaß. Wer das Abenteuer bis in den letzten Winkel erleben will, ist doppelt so lang beschäftigt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: So sehr ich den Vorgänger auf der Wii geliebt habe, so sehr habe ich ihn auch kritisiert. Donkey Kong Country: Tropical Freeze macht dabei nicht sehr viel anders, denn die Retro Studios präsentieren im Grunde das gleiche Spiel im neuen Gewand. Tatsächlich könnte hier dasselbe Fazit stehen wie im Dezember 2010. So gefällt es mir nach wie vor, dass ich mich wirklich anstrengen muss, um jedes Puzzle-Teil zu finden, um am Ende auch wirklich einen durchgespielten Spielstand mein Eignen zu nennen. Das es bis dahin noch etwas dauern kann, liegt mitunter auch am knackigen Schwierigkeitsgrad. Dieser ist gewohnt hoch und treibt mich zum Teil richtig in den Wahnsinn. Besonders die Raketenfass-Abschnitte sind in meinen Augen mal wieder so extrem schwierig aufgebautt. Dafür finde ich es beachtlich, mit wie viel Fantasie und Einfallsreichtum die Entwickler der Retro Studios die Spielwelt gestalten und mit Farben spielen. Besonders die Levels, wo man nur auf die Facetten der Charaktere und die Level-Architektur sieht, beeindrucken mich immer wieder gepaart mit dem wirklich tollen Soundtrack, von denen mir mehrere Tracks immer noch im Kopf herumschwirren. Wer sich mit dem ersten Teil schon anfreunden konnte, wird auch mit dem zweiten Teil seine wahre Freude haben. Für einen weiteren Teil wünsche ich mir aber deutlich mehr Abwechslung, ein Ausmerzen der im Review kritisierten Punkte und die Rückkehr alter Bekannter. Am Ende bleibt dennoch ein herausragendes und forderndes Jump ’n’ Run, welches man als Nintendo-Fan ohnehin früher oder später einmal spielen muss.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Donkey Kong Country: Tropical Freeze!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s