Review: Hometown Story

0419_HOMETOWNSTORY_LOGOTYPE+TM*Mit der Harvest-Moon-Videospielserie hat uns Entwicklerlegende Yasuhiro Wada eine der wohl bedeutendsten Reihen geschenkt. Mit Hometown Story möchte uns der Japaner erneut mit einem Spiel bezaubern, schafft dies jedoch trotz toller Grundidee leider nicht ganz.

Hometown Story (2)In Hometown Story zieht es uns wie im großen Vorbild Harvest Moon aufs Land. Der Grund, warum es uns in diese ländliche Idylle verschlägt, ist schnell gefunden. Eine gewisse Omi ist gestorben, erfahren wir aus einem Brief, und wir sollen doch bitte ihren Laden übernehmen. Lustigerweise befindet sich dieser Laden genau in jener Stadt, in dem unser Protagonist seine Kindheit verbracht hat. Eine längere Einleitung gibt es dazu nicht. Wir werden quasi ins kalte Wasser geworfen und wachen inmitten von Ladenregalen wieder auf. Das kleine flauschige Wesen Pochikal ist es, welches uns in die Realität von Hometown Story einführt. Das schließt die Kunst des Handelns natürlich nicht aus. Als frischer Verkäufer beginnen wir auch gleich damit, Waren an die Kundschaft zu verkaufen. Ein Glück, dass Omi uns auch noch ein halb gefülltes Lager hinterlassen hat, wodurch wir ein wenig Spielraum haben, um unser erstes Geld zu verdienen. Zunächst möchte jedoch der Laden nach unseren Vorlieben gestaltet werden. Vorlieben sollte in diesem Falle jedoch heißen, dass wir den Laden sehr ökonomisch gestalten. Die Regale beziehungsweise Tische sollten so aufgestellt werden, dass die gesamte Verkaufsfläche so effektiv wie möglich genutzt werden kann. Da der Laden am Anfang sehr klein ist, ist das noch eine kleine Herausforderung. Später ist das Management wichtiger.

Kapitalismus, wohin man auch schaut

Hometown Story (3)Mit der Zeit werden die Bewohner der Stadt auf unseren Laden aufmerksam und beginnen (fast) wahllos, irgendwelche Sachen einzukaufen. Damit das überhaupt erst vonstatten gehen kann, müssen wir zunächst Objekte auf der genutzten Verkaufsfläche ablegen. Leider können wir immer nur ein einzelnes Item gleichzeitig auf einen Tisch legen und ebenso zum Verkauf anbieten. Wird beispielsweise eine Flasche Milch gekauft, verschwindet sie vom Tisch und wir müssen erneut eine Flasche auf besagter Verkaufsfläche offerieren. Das ist mit der Zeit zwar durchaus nervig, aber es motiviert ungemein. Es macht Spaß, den Laden zu gestalten und Items an die Städter zu verkaufen. Mit der Zeit rennen wir fast nur noch durch den Laden, um neue Objekte auszustellen und an der Kasse die Kunden zum Zahlen aufzufordern. Da wir auch die Preise für Gegenstände bestimmen können, sollten wir immer mit einbeziehen, dass wir zwar einen guten Gewinn erzielen wollen, das Lager aber ebenso leeren müssen. Hin und wieder kommt auch ein Händler vorbei, bei dem wir uns mit neuen Items eindecken dürfen, was auch besondere Objekte mit einbezieht, die spezielle Events auslösen können. Es ist im Grunde ratsam, diese immer zu kaufen – auch wenn das Event erst viele Stunden später erst ausgelöst werden kann. Welche Events das sind, hängt von den jeweiligen Bewohnern ab.

Informationsflut und Informationsarmut

Hometown Story (4)So und nicht anders kommunizieren wir mit den Dorfbewohnern und lernen sie mit der Zeit immer besser kennen. In unserem Haus lassen sich sogar Notizen finden, welche Waren sie bevorzugt kaufen würden. Es ist also wichtig, nicht nur die Preise sorgfältig zu bestimmen, sondern auch die Waren gut auszuwählen. Leider gibt es abseits des Ladenalltags nicht viel zu tun. Wir können zwar Fische fangen und Objekte in der Natur sammeln, doch das war es dann auch schon. Das Vorbild Harvest Moon bietet wesentlich mehr Abwechslung. Suboptimal ist auch, dass wir nicht wissen, wann wir welche Bewohner in der Stadt antreffen können. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn wir dem einen oder anderen Städter etwas nach Hause liefern sollen. Hinzukommt, dass solche Aufträge nirgends festgehalten oder gar wiederholt werden. Wir denken, dass die Zeiten, in denen wir uns derlei Informationen mit Stift und Papier mühselig festhalten mussten, doch längst vorbei sind. Auch wenn wir die Simulation mit dem putzigen Grafikstil und dem lieblichen Soundtrack fest ins Herz schließen, ist das Gameplay einfach zu repetitiv. Dem Titel mangelt es an Abwechslung. Bei einem möglichen Nachfolger muss Herr Wada mit seinem Team also noch ordentlich nachlegen, um aus Hometown Story ein durchweg gutes Spiel zu basteln. Wir drücken ihm dabei selbstverständlich die Daumen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Im Vorfeld habe ich mich sehr auf Hometown Story gefreut. Auch wenn die letzten Teile der Harvest-Moon-Reihe nicht immer meinen Geschmack getroffen haben und ich mir (wie viele andere Fans auch) eher eine Orientierung an den älteren Serienteilen wünsche, hat Hometown Story vor dem Release für Wirbel gesorgt. In Interviews zeigt sich Herr Wada von seinem Spiel richtig begeistert und grundsätzlich kann ich diese Begeisterung auch sehr gut nachvollziehen. Das Verkaufen in der Heimatstadt meines Charakters ist wirklich spaßig, auch wenn sich die Tagesabläufe im Spiel ständig wiederholen. Es fehlt dem Titel jedoch an Komfort und Feinschliff. Es ist umständlich, jedes Item einzeln zum Verkauf anbieten zu können und es ist nervig, wenn man ständig Kundenaufträge erhält, bei denen man früher oder später einfach den Überblick verliert. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Hometown Story trotz des fehlenden Bauernhofaspekts einige Elemente aus Harvest Moon übernommen hätte, die den Tagesablauf spannender und vor allem viel abwechslungsreicher gestalten. Hometown Story ist somit sicherlich kein richtig gutes Spiel, doch unbeachtet lassen sollte man den Titel dennoch nicht. Er bietet interessante Ansätze, die leider nicht zu Ende gedacht oder entwickelt worden sind. Sobald der Titel jedoch günstiger zu haben sein sollte, könnte jeder Fan von entspannten Simulationen ruhig einmal einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Rising Star Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hometown Story!

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