Review: Psycho-Pass – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)

Psycho-Pass (Vol. 2) (1)Nachdem die ersten Straftaten durch das Amt für öffentliche Sicherheit eher peu á peu in den ersten sechs Folgen des Anime Psycho-Pass aufgeklärt wurden, zeichnet sich jetzt zum Glück ein durchgehender Handlungsstrang ab, der mit einigen Szenen mitreißend geschildert wird.

Psycho-Pass (Vol. 2) (2)Die Zukunft in der Welt von Psycho-Pass ist düster. Ein Fabrikarbeiter wird schikaniert, der daraufhin eine Drohne manipuliert, die anschließend seine Kollegen umbringt, ein gestörter Internetnutzer, der Personen tötet, nur um ihre persönlichen Avatare zu übernehmen und eine Internatsschülerin, die Freude dabei empfindet, ihre Klassenkameradinnen zu quälen und sie bei lebendigem Leibe zu zerstückeln. Schaurige Verbrechen sind das, welche Inspektorin Akane Tsunemori Tag für Tag im einhundert Jahre in der Zukunft angesiedelten Japan mit den ihr untergeordneten Vollstreckern lösen muss. Die genannte Internatsschülerin hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, auf sich aufmerksam zu machen. Die zerstückelten Körper setzt sie kunstvoll zusammen. Zusammen mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami beginnt Tsunemori die Ermittlung, welche sie in eine Nervenheilanstalt für ausgediente latente Verbrecher führt. Hier landen jene Vollstrecker, die für den Dienst nicht mehr tauglich sind und genau solch ein Vollstrecker muss ihnen nun bei der Aufklärung des Falls helfen. Schnell erfahren sie, wer für die grauenvollen Kunstwerke aus Menschenteilen verantwortlich ist, doch kann die Schülerin fliehen. Das führt jedoch dazu, dass diese von ihrem Waffenlieferanten in Zusammenarbeit mit einem weiteren Killer ermordet wird und die Handlung eine neue Richtung einschlägt.

Gesellschaftskritik

Psycho-Pass (Vol. 2) (3)Ihr Waffenlieferant wird auf Kōgami aufmerksam und sieht diesen als sein neues Spielzeug. Sein perfider Plan beginnt, der sich durch fast alle Episoden auf dieser Blu-ray schlängelt. In den vorliegenden Episoden gibt es jedoch noch eine weitere Storyline, die ebenso Tsunemori mit einbezieht. Deren Freundin ist nirgends aufzutreiben; niemand kennt ihren Aufenthaltsort. Als Polizei-Inspektorin hat sie jedoch die Möglichkeiten, sie aufzuspüren. In Zusammenarbeit mit Kōgami dringen sie in einen heruntergekommenen Stadtteil vor, wo die beiden getrennt werden. Am Ende der Hetzjagd muss Tsunemori eine Entscheidung treffen, welche ihr Leben und das ihrer Freundin für immer verändern wird. Welche schwerwiegende Entscheidung dies ist, werden wir euch an dieser Stelle keinesfalls verraten. Erstaunlich ist nur, wie sehr sich der Anime mit gesellschaftlichen Themen gekonnt auseinandersetzt. Selbst die Waffentechnik in den Händen der Polizei wird kritisiert. Mehrmals wird hinterfragt, ob es richtig ist, dass die Waffen in Polizistenhand abgefeuert werden darf, auch wenn der Verbrecher noch nicht das notwendige Level auf seinem Psycho-Pass erreicht hat. Ebenso wird die Technik in Frage gestellt, denn die Ausrüstung eines Polizeibeamten kann nämlich nur dann auch abgefeuert werden, wenn der Psycho-Pass des Gegners den Zugriff überhaupt erst autorisiert. Heftig!

Dunkle Dystopie

Psycho-Pass (Vol. 2) (4)Abermals wird die düstere Handlung von Psycho-Pass vor der Kulisse einer dystopischen Zukunft gezeigt. Das Bild in Full-HD-Auflösung wirkt sehr stimmig. Zudem spielen sich die meisten Szenen in der Dunkelheit ab, weshalb ebenfalls ein sehr melancholisches Gefühl bei uns entsteht. Die wenigen Leuchtquellen, die dezent ins Bild eingewoben sind, unterstützen das sich bemerkbar machende Gefühl ebenso, wie die Musik. Dumpfe und teils elektrische Klänge untermauern die Handlung sehr, sehr spannend. Zudem wird die Story tiefgründiger, da man zum einen Geschehnisse aufgreift, die zwar vor Tsunemoris Zeit als Inspektorin passiert sind, für die aktuellen Fälle jedoch durchaus von Bedeutung sind. Es kristallisiert sich nämlich ein Bösewicht heraus, dessen Name vor seinem Erscheinen bereits mehrmals gefallen ist. Wir gehen davon aus, dass der Anime in den nächsten Episoden hier noch einmal wesentlich nachlegen wird. Zum anderen erklingen in unseren Ohren wieder sehr tiefgründige Dialoge, die sich diesmal aber stärker mit den Charakteren auseinandersetzen – sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch in der japanischen Originalfassung ist dies der Fall. Bonusmaterial liegt in digitaler Form diesmal nicht vor, doch drei Postkarten geben uns zumindest hochwertiges Material, an dem wir uns haptisch ein wenig erfreuen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Den Hype um Psycho-Pass kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte dümpelt nach den ersten abgeschlossenen Fällen nicht mehr vor sich hin und es entfaltet sich ein durchgehender Handlungsfaden, der zudem einen gefährlichen und angsteinflößenden Gegner einbaut. Psycho-Pass nutzt so gut wie alle Möglichkeiten, um eine solche düstere Zukunft, in der ein ähnlicher Überwachungsstaat (erneut) entstehen könnte, zu verhindern, indem man vorzeitig Kritik daran übt. Die Gegenwart bleibt vor dieser Kritik natürlich nicht verschont, doch wurde dies bereits abgehandelt. In den vorliegenden sieben Episoden bekommen wir es stattdessen mit der Kritik in der Welt von Psycho-Pass zu tun und wie die Charaktere damit umgehen oder auch noch umgehen werden. Das ist nicht nur interessant geschildert, sondern auch spannend inszeniert und obendrein auch noch melancholisch eingefangen. Wer bereits die ersten sechs Episoden gesehen hat, wird von den weiteren Folgen noch sehr viel besser unterhalten werden. Hier gilt nach wie vor, dass man einfach zuschlagen sollte!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)!

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