Review: Mario Kart 8

Mario Kart 8 (1)Lange hat es gedauert, doch jetzt erhält auch endlich die Wii U ihren Mario-Kart-Ableger. In Mario Kart 8 hat sich jedoch nicht so viel verändert, wie wir anfänglich noch erhofft haben. Trotzdem ist der Titel unbedingt einen Blick wert, wie wir nach etlichen Stunden feststellen.

Mario Kart 8 (2)Eine Geschichte haben wir bereits in Mario Kart 7 vermisst. Obwohl wir auch bei Mario Kart 8 absolut nicht damit gerechnet haben, finden wir es dennoch sehr schade, dass das japanische Unternehmen nicht versucht, eine Kampagne ins Spiel zu packen. Es ist wieder einmal nur unsere Aufgabe, 32 Rennpisten (aufgeteilt auf acht Cups im Grand-Prix-Modus) unsicher zu machen und unsere Kontrahenten abzuhängen. Während 16 Rennpisten völlig neu und nur für Mario Kart 8 konzipiert worden sind, ist die andere Hälfte ein Bestand aus Strecken, die wir bereits aus den vorherigen Ablegern kennen. Darunter fällt unter anderem Toads Autobahn vom Nintendo 64 oder die Kuhmuh-Weide aus Mario Kart Wii. Die Handheld-Ableger sind von Nintendo ebenfalls nicht vergessen worden und ein Ausflug auf die Strecke Ticktack-Trauma ist ebenso vorprogrammiert. Die entsprechenden Strecken haben jedoch nicht nur eine Zeitreise ins HD-Zeitalter hinter sich. Sie wurden ebenso generalüberholt, um auch die speziellen Features von Mario Kart 8 zum Ausdruck zu bringen. Dabei müssen wir jedoch sagen, dass das gerade einmal ein Feature ist, welches nicht einmal so große Veränderungen in die Reihe bringt. An bestimmten Stellen ändert sich nämlich die Streckenarchitektur und wir düsen anschließend nur an Wänden oder Schrägen entlang. Das war es dann auch schon!

Kluge Gedanken

Mario Kart 8 (3)Diese Raserei verwirrt nicht einmal, da die Kamera jederzeit mitschwankt. Außerdem sind Features wie der Gleitschirm und der Propellerantrieb, wenn das Geschehen in die Lüfte oder unter die Wasseroberfläche verlegt wird, bereits aus Mario Kart 7 bekannt. Das macht Mario Kart 8 nicht einzigartig. Der Grundgedanke an der Reihe wird nur konsequent weitergeführt. Auf der einen Seite ist das sicherlich nichts falsches, aber auf der anderen Seite fühlt sich der Titel immer mehr generisch an. Alleinstellungsmerkmale wie zwei Items in Mario Kart: Double Dash!! gibt es fast nicht, doch dennoch hat sich Nintendo einige Gedanken gemacht, um das Spielgeschehen zu beschleunigen. Fallen wir beispielsweise in einen Abgrund, taucht Lakitu diesmal unverzüglich auf und bringt uns sofort auf die Kartbahn zurück. Zwar müssen wir dann immer noch ein, zwei Strafsekunden einbüßen, doch fühlt sich das Spiel dadurch sehr viel flotter an. Mario Kart 8 wird jedoch auch fairer. War es früher möglich, dass wir einen Koopa-Panzer oder eine Bananenschale hinter uns herziehen konnten und zugleich das nächste Item einsammeln durften, ist das nun nicht mehr möglich. Selbst wenn wir den Panzer hinter uns herziehen, können wir in der Zeit kein weiteres Item von der Strecke aufnehmen. Zudem wurden in Mario Kart 8 neue Items hinzugefügt und unnötige Items wegrationalisiert.

Der blanke Item-Irrsinn

Mario Kart 8 (4)Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Wolke, die euer Kart in Mario Kart Wii zwar stark beschleunigt hat, aber euch am Ende mit einem Schrumpfvorgang bestraft hat. Die Wolke hat in Mario Kart 8 zum Glück ausgedient. Stattdessen gibt es jetzt die Acht, die euch gleich acht Items auf einmal beschert. Die Items schwirren in der Zeit quasi um euch herum und selbst eure Kontrahenten können sich an den Items bereichern, sofern sie nicht in einen Koopa-Panzer oder in eine Bob-omb rasen. Ein weiteres neues Item ist die Bumerangblume, mit der wir dreimal einen Bumerang nach vorne sausen lassen und bis zu drei Gegner auf einen Streich abservieren können. Zu guter Letzt gesellt sich die Münze dazu. Diese erhalten wir vor allem auf den vorderen Plätzen, mit der wir einen ganz kleinen Boost bekommen, aber auch den Münzvorrat auf bis zu zehn Münzen aufstocken können. Über diesen Weg schalten wir neue Fahrzeugteile frei, doch dazu gleich mehr. Der Rest der Items, die Mario Kart 8 wie jeden anderen Ableger der Reihe auszeichnen, ist eigentlich schon bekannt. Mit dem Blitz schrumpfen wir alle Gegner, mit dem Stern erhalten wir temporär Unbesiegbarkeit, der rote Panzer verfolgt nach dem Abwurf euren nächsten Kontrahenten und der blaue Stachelpanzer rast wie in Mario Kart 64 auf dem Boden vor bis zum Erstplatzierten im Rennen.

Ungerechtigkeit auf der Piste

Mario Kart 8 (5)Mario Kart 8 bietet wie sein direkter 3DS-Vorgänger die Möglichkeit, diverse Fahrzeugteile freizuschalten. Auf diesem Weg könnt ihr eure Karts nach euren persönlichen Vorstellungen gestalten und so auf euch personalisieren. Das unschlagbare Kart gibt es aber natürlich nicht, da jede Zusammenstellung ihre Vor- und Nachteile hat. Leider sind die Karts nicht auf jeder Strecke gleich gut. Selbiges gilt auf für die Bikes. Nachdem wir erst dachten, dass Nintendo mit Mario Kart 7 wieder zur Besinnung gekommen ist, versuchen die Entwickler auf Gedeih und Verderb wieder, die Bikes ins Spiel zu integrieren. Obwohl der Konzern in einer Ausgabe Nintendo Direct beschwichtigt, dass man beide Vehikel so gut wie nur möglich ausgleicht, hat man dieses Unterfangen nicht geschafft. In unserem Test fällt auf, dass Bikes immer noch etwas stärker sind und die Balance gefährden. Der Schwierigkeitsgrad ist ebenso ein Ärgernis. In der untersten Kubikzentimeterklasse ist Mario Kart 8 noch ein Spaziergang, danach eine ganz kleine, aber feine Herausforderung und in der höchsten Klasse versucht uns das Spiel in den Wahnsinn zu treiben. Das hat weniger mit Können, sondern mehr mit Glück zu tun. Bei den Vorgängern war das nicht anders, doch wer während eines Grand Prix riskiert, kurz vorm Ziel einen Fehler zu machen, schafft es in so vielen Fällen nicht mal mehr aufs Treppchen.

Wenn der Sprit ausgeht

Mario Kart 8 (6)Ein neues Feature von Mario Kart 8 ist der Youtube-Upload. Wir können Rennen, in denen wir uns ganz besonders geschlagen haben, als Favorit speichern und die Daten anschließend auch bearbeiten. Da legen wir dann die Akteure oder die Länge des Clips fest und laden den Clip anschließend auf Youtube hoch. Dazu ist jedoch ein kostenfreier Google-Account nötig. Die Upload-Funktion ist zwar gut, doch würde es uns besser gefallen, wenn wir gleich ganze Rennen in unseren Kanal laden könnten. So macht es den Eindruck, als ob Nintendo seinen Kunden die Möglichkeit gibt, recht kurze Werbeclips zu erstellen, die das Spielgeschehen ja nicht unmittelbar darstellen. Dargestellt wird das Spiel übrigens in hochauflösenden und sehr schönen Grafiken, die hervorragend zum Spiel passen. Selbst die Strecken der älteren Titel sehen hervorragend aus und werden mit einem passenden Soundtrack unterlegt. Während der Titel im Einzelspielermodus gerade noch so zufriedenstellt, entfaltet der Titel mit Freunden oder unbekannten Mitspielern sein wahres Potential. Schade nur, dass man dem Titel anmerkt, dass die Entwickler auf der Zielgeraden einfach keine Zeit mehr hatten. Beim Schlachtmodus hat man sich sogar die Arenen gespart. Das Ballonplatzen findet also nur auf den Rennpisten statt. Unterm Strich hinterlassen alle diese kleinen Defizite einen bitteren Beigeschmack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: In den ersten Tagen nach Release hat sich Mario Kart 8 weltweit gut verkauft. Ich denke zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht, dass Mario Kart 8 der erhoffte Systemseller für die Wii U wird. Mario Kart 8 ist grundsätzlich ein gutes Spiel, doch mangelt es im Spiel an Innovationen. Der Gleitschirm und der Propellerantrieb sind nichts Neues und auch das groß angekündigte Antigravitationsfeature verändert das Spielgefühl nur kaum. Da sind die neuen Items wie die Bumerangblume, die Münze oder die Acht besser eingefügt. Einen Blumentopf kann Nintendo damit jedoch nicht gewinnen. Ebenso nicht mit der Charakterauswahl. Diese ist zwar groß, doch wenn man bestimmte Charaktere aus den Vorgängern entfernt und dafür alle sieben Koopalinge einfügt, ist das nicht gerade innovativ. Dann gibt es jedoch Dinge, die mich sehr viel mehr stören, wie der unausgereifte Schwierigkeitsgrad. Das man in sämtlichen Teilen der Mario-Kart-Reihe eine Portion Glück braucht, ist nichts Neues. Der Glücksfaktor ist in Mario Kart 8 jedoch wieder viel zu hoch. Beispielsweise fahre ich ein Rennen nahezu ohne Probleme und bekomme kurz vorm Ziel erst einen blauen Panzer ab und schon war es das mit dem Treppchenplatz. Dafür macht der Titel zusammen mit Freunden wieder eine Menge Spaß und dann kann man selbst über diese Ungerechtigkeiten hinwegsehen. Wer eine Wii U besitzt und dringend einen Mehrspielertitel sucht, kommt um Mario Kart 8 definitiv nicht herum. Sich aber wegen diesem Spiel extra eine Wii U zuzulegen, ist in meinen Augen jedoch leicht übertrieben. Dazu müsste Mario Kart 8 wesentlich mehr Abwechslung bieten!

Jonas‘ Fazit: Endlich ist es soweit und mit Mario kann ich nun auch auf der Wii U meine Runden drehen. Nintendo dürfte sich darüber wahrscheinlich genauso freuen wie wir Spieler, denn nichts braucht die Konsole momentan mehr, als Spiele wie Mario Kart 8. Auch wenn am Grundprinzip des Kartfahrens natürlich nicht so viel geschraubt werden kann, brilliert Mario Kart 8 neben dem technischen Wandel für mich mit genug Innovationen oder wenigstens Verbesserungen. Die wunderschöne und gestochen scharfe HD-Optik drückt mir zusammen mit dem jazzigen Soundtrack direkt beim ersten Rennen auf die Augen und Ohren. Generell dürften die Sinne auch von den Anit-Gravity-Passagen nicht selten überfordert werden – diese wirken sich aber auch spielerisch aus. Selten gab es so vielseitige Strecken mit zahllosen Abkürzungen. Nach Mario Kart Wii auf Nintendos letzter Heimkonsole haben die Entwickler wohl eingesehen, dass Items zwar dazugehören, aber das Können des Fahrers immer noch ausschlaggebend für den Erfolg sein sollte. Deswegen finde ich es auch super, dass besonders gute Items nicht nur seltener in den Boxen zu finden sind, sondern auch nur noch eines pro Fahrer gehalten werden darf. Der spaßige Online-Modus wird meiner Ansicht nach deswegen wohl in Zukunft von den guten Spielern dominiert werden. Leider wollte Nintendo sich auch an einem neuen Battle-Modus probieren, aus dem im Endeffekt eine mittelschwere Katastrophe geworden ist. Wären hier zumindest noch die alten Varianten spielbar, hätte sich Mario Kart 8 unschwer auf den ersten Platz der Nintendo-Fun-Racer niederlassen können.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario Kart 8!

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