Review: EA Sports UFC

EA Sports UFC (1)Wie so oft ist ein in den Vereinigten Staaten beliebter Sport in Deutschland ein Reizthema. Der Ultimate Fighting Championship ist eine Kampfsportveranstaltung, bei dem die wichtigsten Kernelemente des Mixed-Martial-Arts zusammen kommen.

EA Sports UFC (2)Die Kämpfer stehen sich im Octagon, einem achteckigen Käfig, gegenüber und kämpfen bis zur Bewusstlosigkeit gegeneinander. Weil das Einschlagen auf am Boden liegende Gegner der Bayerischen Landeszentrale für Medien zu viel war, gab es kurzerhand ein Fernsehverbot für die Übertragung der Kämpfe in Deutschland. Daher ist der Sport hier eher unbekannt und trifft nur auf eine kleinere Gruppe an Fans – aber es gibt sie! Als Nachfolger von THQs UFC-Reihe hält EA Sports UFC Einzug in unserem Regal – und das unzensiert! Die große Frage ist jedoch, ob die Mixed-Martial-Arts-Simulation an die sehr gute UFC-Undisputed-Reihe von THQ anknüpfen kann oder ob es ein eher durchwachsenes Spiel sein wird, wie Electronic Arts erstes MMA-Spiel. Durch die Pleite des Publishers THQ ging die Lizenz an Electronic Arts über und seit diesem Moment sind die Fans eher skeptisch. Leider müssen wir jetzt schon eingestehen, dass diese Skepsis zu Recht besteht und das neue Spiel leider nicht an die UFC-Undisputed-Reihe anknüpfen kann. Angefangen mit dem Tutorial, welches schon so schlecht gestaltet wurde, dass wir gerne den Controller in Richtung Wand geschleudert hätten, statt den Gegner im Ring. Zwar werden die Grundlagen erläutert, doch sind diese dermaßen umfangreich, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt, bis man mal selber frei im Octagon steht.

Kampfkunst

EA Sports UFC (3)Die vier elementaren Kernbegriffe, die jeder Kämpfer kennen muss, lauten Striking, Clinch, Boden und Submission. Ersteres ist der klassische Kampf im Stand, in dem es darum geht, so viele Tritte und Schläge wie möglich auszuteilen. Dabei können Höhe der Tritte variieren. Geht es dann in den Clinch, müssen wir uns befreien oder zumindest in eine günstige Position gelangen, um weiterkämpfen zu können. Ein Clinch führt schnell zu unserem nächsten Punkt, dem Bodenkampf. Dabei ist es enorm wichtig, uns eine vorteilhafte Ausgangslage zu schaffen. Sitzt unser Gegner zum Beispiel auf uns, so lassen sich seine Schläge nur schwer blocken und wir müssen alles daran setzen, uns so schnell wie möglich zu befreien. Schaffen wir dies nicht, so kann es schnell zur Submission kommen; ein erzwungenes Abklopfen des Gegenspielers. Dies wird durch ein Minispiel realisiert, bei dem es auf die Reaktionszeit sowie Antizipation der Spieler hinter dem Controller ankommt. So muss der rechte Stick in dieselbe Richtung gedreht werden, wie unser Gegner, um den Versuchen sich, zu befreien im Sand zu versenken. Wir bekommen mit EA Sports UFC also ein Spiel, welches taktisches Danken fordert und unsere Reaktionszeit testen möchte, denn wie in einem echten Kampf ist jede Sekunde enorm wichtig und jeder kleine Fehler wird sofort bestraft – sofern unser Gegner diesen erkennt.

Spuren des Kampfes

EA Sports UFC (4)Großes Kino ist, egal wie der Kampf verläuft, dass jeder Gegner seine Spuren hinterlässt. So sind die Kämpfer von Blessuren, erröteten Hautpartien oder Schnittwunden bedeckt und man sieht ihnen je nach Kampfdauer die Erschöpfung in den Gesichtern an. Platzwunden und deformierte Körperpartien sind an der Tagesordnung und gehören zum Geschäft wie Zucker zur Zuckerwatte. Wichtig ist den Entwicklern auch der Fokus auf Realismus. Nicht nur was die optischen Wunden betrifft, sondern auch die Varianz, die hinter den Kämpfen steckt. So haben die wählbaren Kämpfer spezielle, ihnen zugeschriebene, Fähigkeiten. Forrest Griffin ist ein sehr agiler Kämpfer, welcher durch hohe Geschwindigkeit auf sich aufmerksam macht, während Cain Velasquez durch Körpermasse und seinem harten Schlag auffällt. Interessant ist dabei, dass wir die Möglichkeit besitzen, mit Bruce Lee zu spielen – dem Vorbild aller Kämpfer. Bruce Lee gilt als Vater des Mixed-Martial-Arts und die Idee, diverse Fähigkeiten der Kampfkunst in einer zu perfektionieren, ist der Grundgedanke, aus dem die UFC geschaffen wurde. So wird der verstorbene Chinese gewürdigt und jüngeren Generationen ans Herz gelegt. Lee alleine ist aber kein Garant für den Sieg, da er nie der bekannte Ringer war und im Grappling-Kampf schlechte Karten hat – hier wurde nicht an Realismus gespart.

Der Start einer Karriere

EA Sports UFC (5)Der Kern von EA Sports UFC ist klar der Karriere-Modus, in dem wir zum Champion werden können. Wir fangen an, für eine kleine Fernsehshow zu kämpfen, um uns so einen Vertrag für die UFC zu qualifizieren. Ganz besonders ist dabei, dass die Aufmachung des Spiels wirklich wie eine Fernsehübertragung wirkt und detailgetreu umgesetzt wurde. Die Schauplätze sowie die Einmärsche der Kämpfer sind realitätsnah dargestellt und sorgen für ein vertrautes Feeling unter den Kennern. Unser Kämpfer ist am Anfang ein Frischling, der sehr unbeholfen wirkt. Sind wir am Anfang noch langsam und unbeweglich, verbessern sich unsere Fähigkeiten von Sieg zu Sieg, indem wir in Kämpfen und Trainingseinheiten Erfahrungspunkte sammeln, um durch diese neue Angriffe zu erlernen. Negativ fallen dabei die Trainingseinheiten auf, die sich einseitig anfühlen. Hier müssen wir nur angezeigte Tastenkombinationen drücken, um weitere Erfahrungspunkte zu gewinnen – dies wirkt sehr einschläfernd und deplatziert. Zum Glück reichen die durch Kämpfe verdienten Erfahrungspunkte aus, um auf das Training ganz zu verzichten beziehungsweise das Training manuell zu überspringen. Jedoch wirken die Kämpfe nach ein paar Runden leider eher monoton und wir merken, dass sich EA Sports UFC nicht so griffig anfühlt, wie noch die alte UFC-Undisputed-Reihe von THQ.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Electronic Arts macht nichts falsch, aber auch nichts richtig – und genau hier liegt die Schwäche des ersten lizenzierten UFC-Ablegers aus dem Hause Electronic Arts. Man hat mal wieder sehr viel versprochen, aber im Endeffekt kommt man mit EA Sports UFC nicht an die Undisputed-Reihe vom bereits zerschlagenen Unternehmen THQ heran. Die Steuerung ist zwar gleich, vermittelt aber kein neues Gefühl und somit kann man getrost auf die älteren Ableger zurück greifen. Für EA Sport UFC sprechen eigentlich nur die Lizenzen, sowie die durchaus gelungene Grafik, welche mit vielen Details punkten kann. Mit Bruce Lee gibt es außerdem einen Kämpfer, den wirklich jeder einmal gespielt haben sollte, um in Nostalgie zu versenken und ihn nicht nur in einem seiner (wenigen) Filme zu bewundern!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von EA Sports UFC!

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