Review: Liar Game (Band 8)

Liar Game (Band 8)Die Revival-Runde nähert sich ihrer finalen Phase. Nun dreht sich alles um das Kartenspiel Poker, einer würdigen Disziplin für eine verzwickte Angelegenheit, wie es das Liar Game ist. Immerhin muss bei diesem Glücksspiel die Taktik des Bluffens mit dem rechnerischen Geschick kombiniert werden. Wir können uns also nur zu gut vorstellen, wie durchtrieben und gewitzt es erst wird, wenn Shinobu Kaitani den Protagonisten Akiyama ins Rennen lässt. Um die Sache noch aufregender zu gestalten, schraubte auch hier die Verwaltung wieder am Regelwerk. Schade, denn ansonsten hätten wir lieben gerne Tipps entgegengenommen, die uns im echten Glücksspiel einen unwiderruflichen Vorteil bringen würden. Denn auch hier wird das Supergenie wieder so weit gehen, bis er jede Möglichkeit, die ihm das Spiel bietet, erschöpft hat. Da die Erzählperspektive von Kaitani nicht festgelegt wurde und somit ständig zwischen Akiyamas Team und dessen Gegenspielern wechselt, weiß der Leser zu jeder Zeit, was in deren Köpfen vor sich geht und wie sie Gedanken und Ideen umsetzen.

Intelligenz schützt vor Fehlern nicht

Das macht das Vorgehen der Charaktere stets nachvollziehbar und lässt uns – demjenigen mit den meisten Informationen – dann und wann bestimmte Reaktionen und Konfrontationen entgegenfiebern. Am meisten gegenüber Akiyama, der wie gewohnt mit seinen kühlen Überlegungen punkten kann. Leider muss jedes Team-Mitglied seinen Beitrag leisten, wobei es vor allem Nao besonders schwer trifft. Schließlich wurde sie bisher ihrer fürsorglichen und bedachten – leider eben auch nicht gerade intelligenten – Rolle gerecht. Sie besitzt sogar so viel Skrupel (oder Dummheit), dass sie den Sieg ihres Teams aufs Spiel setzt, um auch ihre Gegner aus den Liar-Game-Runden retten zu können. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck, doch bleibt es zweifelhaft, ob das in diesem Sinne ihr fehlendes Hirnschmalz ausgleicht. Jeder Täuschungsversuch oder Bluff misslingt ihr, jeder kann in ihr Lesen wie in einem aufgeschlagenen Buch. Natürlich bietet diese Tatsache auch Spielraum für Doppelstrategien, die sich dann auf den gut 220 Seiten entfalten können.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Einen weiteren kleinen Höhepunkt gibt es am Ende von Kaitanis Einschub im Form der Revival-Runde. Wie eine neu aufgewärmte Verarbeitung aus Bänden zuvor fühlt sich dieser Manga aber zum Glück nicht an, dafür werden die kühlen Köpfe vor allem am Schluss mit dem einen oder anderen heißen Twist konfrontiert. Leider kommt die übergreifende Handlung pro Band nur zentimeterweise voran und genauso steht es um die Wechselwirkungen zwischen den Charakteren. Auch die Liar-Game-Verwaltung könnte sich ein wenig beeilen, um ihre endgültigen bösen Machenschaften in die Bahnen zu leiten. Nicht nur ungeduldige Leser fordern hier mehr, denn Luft nach oben ist allemal vorhanden. Dies ist natürlich Kritik auf einem sehr hohen Niveau, denn selbst mit einem streng episodischen Charakter begeistert und erstaunt dieser Manga-Epos auf ganzer Linie!

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 8)!

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