Review: Pokémon: Art Academy

Piccadilly_TS_0228Die Pokémon-Reihe war zunächst nur als Rollenspielserie geplant, doch schon bald haben die japanischen Köpfe das Potential der Reihe erkannt. Pokémon Snap ist wohl der exotischste Titel des Franchises. Pokémon: Art Academy erweitert das Franchise um einen Malkurs.

Pokémon Art Academy (2)Grundsätzlich kann Pokémon: Art Academy als eine Art Crossover zwischen Pokémon und Art Academy gewertet werden. Wir schlüpfen in die Rolle eines Jungen oder Mädchens und schreiben uns nach einem Übungskurs in die Pokémon-Kunstakademie ein. Fortan werden wir von Professor Albrecht, der übrigens der Bruder von Vince ist, in der Kunst des Malens und des Zeichnens unterrichtet. Für alle Nichtkenner der Art-Academy-Reihe ist der Name Vince sicherlich gewöhnlich, doch ist er jener Künstler, bei dem wir zuletzt in New Art Academy so viele Kunstwerke geschaffen haben. Eine weitere wichtige Figur, um die nette Story vorantreiben zu können, ist die junge Emily. Diese schreibt sich zur selben Zeit in der Kunstakademie ein wie wir. Während unsere Werke bei den ersten Lektionen bereits nach kleinen Kunstwerken aussehen, sieht die Realität bei Emily anders aus. So sehr sie sich auch bemüht, ihre Bilder sind eine halbe Katastrophe. Sehr nett, wenn die Rivalität im Franchise auch mal zu unserem Gunsten ausfällt. Dennoch ist es Professor Albrecht egal, wie das Bild im Endeffekt aussieht. Getadelt wird nicht, doch auch nicht unbedingt gelobt. Stattdessen wird man immer wieder angespornt, weitere tolle Ergebnisse zu erzielen. Das ist im Gegensatz zum freudigen Nihilismus von Meister Vince eine willkommene Abwechslung.

Ansteigende Lernkurve

Pokémon Art Academy (3)Die Lektionen in Pokémon: Art Academy bauen wie in der Art-Academy-Reihe aufeinander auf. Aufgebaut sind diese so, dass Professor Albrecht uns zeigt, was in der jeweiligen Phase zu tun ist. Anschließend sind wir an der Reihe und führen Pinselstriche und Co. nach. Zudem sind die Lektionen in verschiedene Kurse unterteilt. Im Anfängerkurs lernen wir einfache Formen kennen und in welcher Reihenfolge wir beim Malen arbeiten. Weitführende Hilfe gibt es im Studentenkurs, auf den später der Absolventenkurs folgt. Vom anfänglichen Erstellen von Konturen, dem Ausfüllen von Teilbereichen bis hin zum Schraffieren und Skizzieren erlernen wir viele hilfreiche Techniken. In der Realität ist das Arbeiten mit Radiergummi und mehreren Ebenen so vielleicht nicht machbar, doch gefallen uns diese vielen Optionen sehr. Kaum haben wir ein Pokémon gemalt, wollen wir auch schon das nächste auf die digitale Leinwand bannen. Haben wir uns noch bei New Art Academy darüber beschwert, dass es keine Bewertungskriterien für von uns gemalten Bildern gibt, setzt Pokémon: Art Academy neue, wenn auch kleine, Maßstäbe. Für ein beendetes Werk erhalten wir entweder eine goldene oder eine silberne Medaille. Das Spektrum könnte zwar größer sein, doch finden wir es schade, dass uns der Titel die Bewertungskriterien nicht offenlegt. Potential verschenkt!

Ein Schritt nach dem anderen

Pokémon Art Academy (4)Auf der technischen Seite ist Pokémon: Art Academy ein zweischneidiges Schwert. Die Optik ist zwar absolut ausreichend, unterstreicht den Pokémon-Charme mit farbenfroher Grafik und ist für eine Simulation definitiv zweckmäßig, doch nutzt der Titel niemals den Tiefeneffekt des Nintendo 3DS. Beim Erstellen von Kunstwerken können wir das sehr gut verstehen, da hier Genauigkeit (auch beim Zoomen) zählt. Warum man jedoch auf diese Spielerei auch bei den Story-Einheiten verzichtet hat, ist uns ein Rätsel. Akustisch unterscheidet sich der Titel jedoch von der Art-Academy-Serie. Hier sucht man die Nähe zur Pokémon-Reihe, in der es eher fröhliche Musikstücke gibt, denen wir lauschen dürfen. Der Soundtrack ist passend, doch hin und wieder fehlt uns die lockere Gelassenheit des Vorbilds. An der Steuerung hat sich seit den letzten Ablegern der Art-Academy-Reihe nichts geändert. Über den Touchscreen wählen wir die verschiedenen Werkzeuge aus und zeichnen ebenfalls über diesen. Nur für einzelne Aktionen, wie in einer Lektion zum nächsten Schritt überzugehen, ist Knöpfchendrücken gefragt. Wer bereits bei früheren Teilen Spaß beim Zeichnen und Malen hatte, wird (sofern die Pokémon-Affinität vorliegt) auch mit Pokémon: Art Academy zufriedengestellt. Möchte man jedoch ins Franchise hineinschnuppern, empfehlen wir eher die früheren Serienteile.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich verfolge die Art-Academy-Reihe seit ihrem Bestehen. Entsprechend habe ich die vielen kleinen Veränderungen im Lauf der Jahre mitbekommen. Pokémon: Art Academy macht meiner Meinung nach kaum etwas anders und nicht unbedingt besser. Es ist nach wie vor ein erholsames Spiel für zwischendurch. Möchte man jedoch wirklich viel Spaß mit dem Titel haben, ist ein Mindestmaß an Kreativität erforderlich. Lernresistenz ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor, denn mit der Zeit werden immer mehr Techniken abgefragt, die man beherrschen sollte. Das gefällt mir zwar, doch finde ich es nach wie vor schade, dass auch Pokémon: Art Academy an den bekannten Problemen krankt. Eine Sprachausgabe gibt es nicht. Wie Vince bleibt auch Professor Albrecht stumm. Zwar gibt es jetzt zwei verschiedene Bewertungen für abgegebene Bilder, doch sind beide Wertungen undurchschaubar. Für die Zukunft wünsche ich mir hier mehr Transparenz, auch wenn es vielleicht schwierig ist, ein allgemeines Bewertungsmaß zu etablieren. Unterm Strich muss ich jedoch abermals sagen, dass der Titel das echte Gefühl, einen Pinsel zu schwingen, nicht ersetzen kann. Pokémon: Art Academy trägt jedoch stark dazu bei, seine persönlichen Interessen daraufhin auszuweiten!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Art Academy!

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