Review: Death Note – Box 2

Death Note - Box 2 (1)Death Note gehört nach wie vor zu den beliebtesten Anime-Serien aller Zeiten. Nachdem die erste Box uns wunderbar in das Geschehen von Death Note einführt, verflechtet sich die Story in der zweiten Box in mehreren Handlungsfäden zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel.

Death Note - Box 2 (2)Zugegeben – es ist schon verlockend ein Notizbuch zu besitzen und die Macht zu haben, einen unliebsamen Menschen nach dem anderen aus dem Verkehr zu räumen. Ausgerechnet Light Yagami, ein hochintelligenter Oberschüler, kommt per Zufall in den Besitz so eines Buches. Als er das Buch berührt, taucht urplötzlich auch der Shinigami Ryuk auf. Die beiden wollen aus der Welt der Menschen einen besseren Ort zum Leben machen, doch nur Light kann das so genannte Death Note dazu benutzen, um Menschen zu töten. Dazu muss er einfach nur den Namen der Zielperson ins Buch schreiben und innerhalb von vierzig Sekunden stirbt diese an Herzversagen – es sei denn, Light bestimmt die nähren Todesumstände. Nicht nur in Japan bangen Verbrecher um ihr Leben, sondern bald schon auf der ganzen Welt. Light nutzt das Death Note aus und bestraft auch Leute mit dem Tod für geringe Vergehen. Das Phänomen der mysteriösen Tode geht durch die Nachrichten um den Globus. In Internetforen erhält Light von seinen Anhängern den Namen Kira (vom englischen Wort Killer abgeleitet), um der Ursache einen Namen zu geben. Auf die Idee, dass ein Oberschüler hinter Kira stecken könnte, kommt die Polizei erst dann, als der mysteriöse L ins Rampenlicht tritt und der Polizei seine Unterstützung zusichert. Es dauert nicht lange, bis sich L und Kira gegenüberstehen.

Duell auf psychologischer Ebene

Death Note - Box 2 (3)Die 19 Episoden der zweiten Box führen die Geschichte des Animes nahtlos wird. Das Team der Sonderkommission ist in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite steht L, der Light die meiste Zeit über verdächtigt. Dieser beteuert jedoch ständig seine Unschuld, da er die Rechte am Death Note mit einem hinterhältigen Plan vorübergehend abgetreten hat und so niemals auch nur zugeben könnte, Kira zu sein. Auf der anderen Seite stehen entsprechend Light, sein Vater und dessen Kollegen, die an die Unschuld des Oberschülers glauben. Damit Light alias Kira seinen Plan durchsetzen kann, ist er auf die Hilfe von seiner quirligen Freundin Misa Amane angewiesen. Diese ist nämlich auch im Besitz eines Death Note und kann von Light wunderbar ablenken. Kurz bevor L den beiden auf die Schliche kommt, ist Kira dem ebenso jungen Kontrahenten immer einen Schritt voraus. Schon nach wenigen Episoden kommt es in den vorliegenden Folgen zum Ausscheiden einer elementaren Figur, was ein paar Nachahmer, neue Kontrahenten und undurchsichtige Verbündete mit sich bringt. Der Kampf zwischen L und Kira, welcher fast durchgehend auf einer psychologischen Ebene abläuft, wird erst zum Schluss durch Entführungen und den Einsatz von Schusswaffen etwas blutiger. Hier merken wir, dass sich Death Note in erster Linie nach wie vor an ein erwachsenes Publikum richtet.

Zeitraffende Dynamik

Death Note - Box 2 (4)Während die ersten 18 Folgen einen kurzen Zeitraum behandeln, ist die Geschichte in der vorliegenden Serienbox auf mehrere Jahre gestreckt. Ohne an Dynamik zu verlieren, wird die gesamte Story also zeitraffend erzählt. Das Auftauchen vieler neuer Figuren finden wir zwar gut, doch verliert sich der Anime schnell in verschiedene Handlungsstränge, die sich viel Zeit nehmen, um die Charaktere vorzustellen. Zum Ende hin läuft jedoch alles auf ein packendes Finale hinaus. Besonders die letzten Episoden zeigen, wie tiefgründig Death Note eigentlich ist. Viele Figuren entwickeln sich zu tragischen Charakteren, die aus ihrer Rolle einfach nicht ausbrechen können und das Drama ausharren dürfen. Unterstützt wird die Kulisse durch viele dunkle und oft leicht verschwommene Farben. Der Anime in SD-Qualität im 16:9-Format aus dem Jahr 2006 beziehungsweise 2007 ist auch heute noch ansehnlich und kann mit seiner recht dystopischen Gestaltung punkten. Selbiges gilt auch für die beiden Tonspuren in Dolby Digital 2.0. Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronfassung sind sehr, sehr gut gelungen und stellt Verfechter beider Sprachen zufrieden. Schade ist nur, dass auch die zweite Box gänzlich ohne Bonusmaterial auskommen muss. Sehr gerne hätten wir Einblicke in die Produktion des Animes genommen. Am sonst sehr intelligenten Anime ändert das aber nichts.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Da ich die beiden Realverfilmungen von Death Note bereits kannte, kannte ich auch viele Szenen aus den ersten 18 Episoden schon. Die zweite Serienbox hat jedoch den Vorteil, dass die Realverfilmung stark von der Vorlage abweicht und ich bis zum Schluss in den Genuss der originalen Story gekommen bin. Diese hat mir auch sehr gut gefallen, da sowohl Kira, als auch L, und natürlich auch ihre Ableger sich fantastisch entwickeln und sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel liefern. Death Note ist ein intelligenter Anime, der mit einer interessanten (und fiktiven) These spielt und somit natürlich auch kaum reale Nachahmer finden wird. Mir gefällt das Konzept einfach sehr, sehr gut, welches sich aber vorwiegend an Erwachsene richtet. Selbst Nebencharaktere haben ihre Daseinsberechtigung und bringen die Story zu einem guten, wenn vielleicht auch nicht für jeden, befriedigenden Ende. Das Ende ist jedoch zum Glück so ausgelegt, dass es wohl nie eine Fortsetzung im Stile von Death Note – L: Change the World geben wird, welche mich bekanntermaßen sehr enttäuscht hat. Wer sich auf den Anime einlässt, bekommt es ganze 37 Folgen lang mit interessanten Charakteren, tiefgründigen Dialogen und einer spannenden Story zu tun. Man sollte sich Death Note also unter keinen Umständen entgehen lassen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Death Note – Box 2!

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