Review: Destiny

Destiny (1)Bungie ist ein Name, der keinen Erklärungsbedarf benötigt. Nach dem das Entwicklerstudio mit der Halo-Reihe einen Meilenstein der Videospielgeschichte erschaffen hatte, war es lange Zeit still um das Entwicklerteam in Kirkland an der Westküste der Vereinigten Staaten.

Destiny (2)2010 hat Bungie ihr letztes Meisterwerk, Halo: Reach, fertiggestellt und arbeitet nun seit vier Jahren an der Marke Destiny unter der Flagge von Activision. Das Projekt ist in einem neuen Universum, in einer post-apokalyptischen Zukunft des Jahres 2700, angesiedelt. Das Design ist hingegen eine Mischung aus Science-Fiction- und Fantasy-Elementen, so dass der Ort der Handlung zwar eine entfernte Zukunft ist, die Charaktere jedoch in modernen Ritterrüstungen stecken. Alles fängt mit einer Kugel an, die über der Erde erscheint. Diese wird als Reisender betitelt und ist verantwortlich für das Goldene Zeitalter der Menschen. Diese Kugel bringt uns die Technologie, andere Planeten zu bereisen und zu besiedeln. Allerdings bringt eben jene auch die Dunkelheit mit sich und so kommen einige Aliens zur Erde, um den Reisenden zu zerstören. Die Aliens beginnen damit, die Menschheit auf der Erde auszurotten, was infolge dessen auch dem Goldenen Zeitalter ein Ende setzt. Der Reisende setzt sich für die Rettung der Menschen ein und bleibt sehr nahe im Orbit der Erde, von wo er eine einzige, von den letzten Menschen errichtete, Stadt vor den Außerirdischen beschützt. Diese letzte Festung ist der Rückzugsort der Hüter, welche durch den Reisenden eine mysteriöse Kraft bekommen, sowie einen kleinen Roboter den man liebevoll Geist nennt und die Kraft des Lichtes trägt.

Widerstand gegen die Bedrohung

Destiny (3)Wir spielen so einen Hüter, welcher die Erde vor einer dunklen Bedrohung aus dem All retten muss. Ein umherirrender Geist nutzte das Licht, um uns zum Leben zu erwecken und brachte uns in die Festung, damit wir als einer der Auserwählten gegen die Aliens ankämpfen. Wir haben dabei Zugriff auf drei Rassen sowie drei unterschiedliche Klassen. Als Rasse können wir uns für die Menschen, Exos und Erwachten entscheiden. Während jedem klar sein sollte, was ein Mensch ist, sind die anderen Rassen eher mysteriöse und geheimnisvolle Wesen. Die Exos sind Maschinen, welche von Menschen erschaffen wurden, um sie bei der Verteidigung der Welt zu unterstützen. Jedoch haben diese im Lauf der Zeit ein eigenständiges Bewusstsein entwickelt und kämpfen nun als Hüter für den Reisenden. Dann gibt es noch die Erwachten, welche die Nachkommen der Menschen und bei dem letzten Überfall der Dunkelheit an den Rand des Sonnensystems geflohen sind. Irgendetwas geschah mit ihnen draußen im All, das sie für immer veränderte. Die Erwachten leben überwiegend im Riff und nur wenige kehren zurück, um für die Erde zu kämpfen. Es gibt zwar nur drei Rassen, jedoch wurden diese von Bungie mit schönen und mysteriösen Geschichten ausgeschmückt. Haben wir uns für eine der drei Rassen entschieden, können wir auch schon zwischen den drei Klassen entscheiden.

Altbekanntes Klassenprinzip

Destiny (4)Da gibt es den Warlock, der als Magier gesehen werden darf, da dieser mit arkaner Energie den Gegner schweren Schaden zufügt, im Gegenzug aber sehr wenig aushält. Der Titan ist hingegen der klassische Tank, welcher sich immer im Nahkampf befindet und das Feuer der Feinde auf sich zieht. Verbündete kann der Titan auch mit seinem Schild beschützen und damit als Unterstützung für andere dienen. Die dritte und damit letzte Klasse ist der Jäger, welcher als Scharfschütze eine Daseinsberechtigung führt, aber auch einen mörderischen Nahkampf mit seinen Klingen ausführen kann. Das Spielprinzip auf welches zurückgegriffen wird, ist kein neues, aber ein sehr schön bedachtes und ausgeschmücktes, welches absolut zur Spielwelt passt. In der Realität gibt es jedoch einige Auffälligkeiten. Zum Beispiel, dass der Titan nicht wesentlich mehr aushält als der Jäger und gerade gegen sehr große Gegnerhorden auch nicht lange an vorderster Front überlebt. Viel eher heißt es, in Deckung zu gehen wenn man beschossen wird und den richtigen Moment mit egal welcher Klasse abzupassen. Zudem sollte man möglichst mit Freunden in einer Gruppe spielen, da alleine die Herausforderung zwar machbar ist, jedoch einiges an Frust und neuen Versuchen mit sich bringt. Dadurch wird die Spielzeit auch drastisch angehoben, da man alleine wesentlich länger für ein Level braucht.

Individualisierungsprobleme

Destiny (5)Ein wichtiger Aspekt ist die Individualisierung der Klassen und deren Fähigkeiten. Durch besiegte Bossgegner, nach Levelabschluss oder in Kisten finden wir neue Gegenstände wie Waffen, Helme oder Armschützer für unseren Charakter. Neue Objekte sind meist stärker und geben uns einen höheren Verteidigungswert. Negativ fällt auf, dass Rüstungsgegenstände für jede Klasse gleich aussehen und sich nur die Farben ändern – eine richtige Individualisierung gegenüber anderen Spielern gibt es bisher also nicht wirklich und somit sehen die Klassen alle relativ gleich aus. Hier hoffen wir uns Abhilfe durch Zusatzinhalte oder Updates, die ebenso kostenlos die Spielwelt erweitern werden. Netter sind hingegen die Fähigkeiten anzusehen, welche jede Klasse mit sich bringt. Somit kann der Warlock durch seine Hände einen Kraftstoß erzeugen, der Gegnern die Energie absaugt um die Abklingzeit seiner Granaten zu verkürzen. Zudem ist es möglich Energiebälle abzufeuern und großen Flächenschaden damit zu verursachen, sowie sich auf kurze Distanz im Sprung zu teleportieren. Optional kann sich der Warlock auch in Flammen hüllen und dem Gegner im Nahkampf so Schaden zufügen oder seine Waffen mit einem Feuer-Buff belegen. Der Jäger kann hingegen mehr Kraft in seine Klingenangriffe investieren, um tödliche Kombinationen an den Tag legen zu können.

Abwechslungsreiche Gegner

Destiny (6)Der Titan kann einen Sprung ausführen und mit der Faust eine Druckwelle auf dem Boden verursachen, die für Feinde in der Umgebung tödlich ist. Optional kann er ein großes Schild erzeugen, um sich selbst oder Verbündete vor Feinden zu schützen. Da kein Gegner dem anderen gleicht, haben wir es mit diversen Herausforderungen zu tun. Diese bestehen aus vier Rassen: Gefallene, Kabale, Schar und Vex. Die Gefallenen sind vierarmige Wesen, welche in großen Mengen antanzen und kaum gepanzert sind. Die Schar, welche sehr an die Flood aus Halo erinnern, treffen wir meist auf dem Mond, wo aus jedem Loch kriechen. Komplizierter und technisch hoch entwickelter sind die letzten beiden Fraktionen; Kabale und Vex. Die Kabale haben einen massigen Körper, dicke Waffen und große Schilde. Diese Gegner sind im Nah- wie im Fernkampf gleich tödlich. Hier müssen wir gerade die Soldaten mit Schildern clever umgehen, um diese in den Rücken schießen zu können. Die Vex hingegen sind Roboter, welche im Einklang funktionieren und auch dann noch kämpfen, wenn man ihnen den Kopf weg geschossen hat. Diese erinnern entfernt an die Zylonen aus Battlestar Galactica. Die Gegner sind allesamt sehr schön gestaltet und abwechslungsreich. Jedoch würden wir uns auch hier über mehr Tiefgang freuen und mehr Geschichten zu den einzelnen Rassen erfahren.

Kampf um die Planeten

Destiny (7)Destiny spielt sich von der Steuerung her genau so gut wie Halo und es lässt sich absolut nicht verschweigen, dass die Jungs und Mädels bei Bungie Elemente aus ihrer alten Serie genutzt haben. Das ist jedoch keineswegs negativ anzusehen, da sich Destiny auf den Konsolen sehr flüssig spielen lässt. Probleme mit der Internetverbindung oder Bugs gibt es kaum. Hier liefert man ein technisch einwandfreies Spiel ab. Einziges Manko ist bisher in unseren Augen der Player-versus-Player-Modus sowie die Vielfalt der einzelnen Level. Der Versus-Modus wirkt noch sehr stark unausbalanciert und gerade Gegner mit sehr starken Waffen machen uns mit wenigen Schüssen den Garaus. Ein Matchmarketing wäre hier sicherlich von Vorteil – gerade für Spieler mit geringerem Level. Zudem ist es unglaublich störend, dass wir Missionen immer an denselben Orten spielen. Sind wir in Altrussland unterwegs, so gehen wir immer durch dieselbe Architektur und finden in denselben Tunnelsystemen immer wieder etwas Neues für eine Mission, obwohl wir diesen Tunnel schon gefühlte hunderte Male abgegrast haben. Hier hätten wir uns ein wenig mehr Vielfalt gewünscht und mehr Areale, die man auf einem Planeten besuchen kann. Es ist wirklich nervig wenn man ans andere Ende eines Planeten reist, das Level jedoch genau so aussieht wie zuvor. Wir hoffen auf neue Inhalte.

Hübsche Idylle

Destiny (8)Ein großes Lob gilt noch Grafik und Atmosphäre auszusprechen. Wir haben uns wiederholt dabei ertappt, gerade bei neuen Planeten, einfach mal stehenzubleiben und in aller Ruhe die Landschaft zu begutachten. Auch wenn wir mit Freunden spielen, kommt es häufig vor, dass wir warten mussten, weil jemand sich die Zeit nimmt, um die Atmosphäre zu genießen. Die Weitsicht ist absolut atemberaubend, so dass wir auf dem Mars zum Beispiel einfach in das weite Universum schauen, aber auch das hervorragend gestaltete Terrain beobachten können. Der Mond glänzt mit seinen vielen Kratern und seiner weiß leuchtenden Umgebung. Sogar die Erde kann man wunderbar sehen, wenn man in ihre Richtung schaut. Das Riff, dem Ort der Erleuchteten, ist ein wirklich abgewrackt aussehender Teil im Universum und auch der Erde merkt man den Verfall an. Zudem sind Gegner und Charaktere sehr detailreich gestaltet. Gerade die Waffen haben eine Menge an Details und sehen sehr gut aus. Die Gegner sehen sehr liebevoll gezeichnet aus und wir erkennen wirklich marginale Auffälligkeiten bei jedem Gegnertyp. Es lässt sich zusammenfassen, dass die Entwickler bei Bungie wirklich viel Wert auf eine authentische Umgebung gelegt haben und mit viel Liebe zum Detail die einzelnen Planeten ausgebaut haben. Deshalb ist es so schade, dass es nur wenige Levels pro Planet gibt.

Kritikpunkt: Story

Destiny (9)Ein wichtiger Kritikpunkt des Spiels ist in jedem Falle die Story. Diese fängt stark an, erklärt direkt zu Anfang wunderbar die Geschehnisse der damaligen Zeit und führt uns somit sehr stark in das Spiel ein. Jedoch lässt diese Erzählweise genau so schnell wieder nach und jede angenommene Mission wird nur noch mit einem kleinen und unbedeutendem Text begleitet. Wir hätten uns wesentlich mehr Geschichten über die anderen Rassen und Gegner gewünscht. Würde das Spiel hier so in seiner Veranschaulichung über die einzelnen Rassen nachlegen wie es zum Beispiel Mass Effect 3 macht, hätte das Spiel wirkliches Potential zehn Jahre zu halten. Bungie ließ schon verlauten, dass man einen Plan über eine ganze Dekade verfolgt und dies lässt sich nur bewerkstelligen, wenn die Rassen mit Informationen gefüttert werden, unerwartete Wendungen hinzukommen um den Spieler tiefer in die Geschehnisse eintauchen dürfen. Zur Zeit fühlt sich die Story unvollständig und nur oberflächlich an. Hier sollte man wesentlich mehr von einem Vollpreistitel erwarten dürfen und nicht nur darauf hoffen, dass teure Zusatzinhalte mehr Content zur Geschichte liefern. Diese sollten zudem kostenlos allen Käufern zur Verfügung gestellt werden. Hier appellieren wir an Bungie Inhalt nachzuschieben und ein bisher grandioses Spiel in Richtung Perfektion voranzutreiben.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Wie man diesem Test entziehen kann, bin ich voller Lob für das Spiel. Jedoch gibt es auch einige Schwächen, über die ich zwar hinwegsehen kann, mich aber doch ärgern. Das Spiel ist sehr schön gestaltet, lässt sich flüssig spielen und glänzt vor vielen verschiedenen Gegnertypen und dem größten Pluspunkt, dass man mit Freunden einen unvergleichlichen Spielspaß erleben kann. Jedoch sind es einfach viel zu wenige Levels auf den Planeten und die Aussicht ist auch nicht wirklich besser, da anscheinend nur die Zusatzinhalte neue Areale einfügen werden. Hier sollte Bungie seine Strategie noch einmal überdenken und auch Inhalte kostenlos nachliefern, um die aktuelle Spielerzahl aufrecht zu erhalten. Auch fände ich es interessant, mal eine der gegnerischen Rassen spielen zu können – vielleicht als eine Art Überläufer, denn die Gegner sind wirklich absolut genial dargestellt und passen wie die Faust aufs Auge in das frische Destiny-Universum, in dem ich noch viele Abenteuer erleben möchte.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Destiny!

Ein Kommentar zu “Review: Destiny

  1. Bewertung kann ich zu 100% zustimmen. Der Shit-Storm, der im Netz zu diesem Spiel tobt, ist völlig übertrieben. Content ist noch zu wenig und mmn ist die Story sehr sehr schwach bislang. Das sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte, die ich finden kann. Immer mal versuchen mindestens zwei Leute zusammen zu trommeln und dann macht das Spiel auch über mehrere Stunden lang Laune.
    Bin gespannt, was die DLCs noch so bringen werden.

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