Review: Coppelion – Vol. 2

Coppelion - Vol. 2 (1)Vor ein paar Monaten haben wir euch bereits die erste Volume von Coppelion vorgestellt, die mit vier Episoden einen guten Einstand lieferte. Die zweite Volume verfügt zwar nur über drei Folgen, doch sind diese nicht minder spannend und werden zum Teil sogar politisch.

Coppelion - Vol. 2 (2)Japans Hauptstadt Tōkyō wurde in der dystopischen Zukunft, in welcher Coppelion spielt, kontaminiert. Der Regierungssitz wurde verlegt und die Stadt weitgehend evakuiert. Dennoch leben wenige Menschen weiterhin in der verlassenen Metropole und fristen dort ihr Dasein. Aus keinem anderen Grund wurde die Bildung einer Spezialeinheit in Auftrag gegeben. Dabei herausgekommen sind die so genannten Coppelion, die aufgrund ihrer genetischen Struktur gefahrlos in Tōkyō als Rettungseinheit operieren können. Spezialanzüge brauchen sie nicht und sobald sie Überlebende der Katastrophe gefunden haben, werden diese umgehend von ihnen mit der Hilfe von Außentrupps evakuiert – sofern sich die Menschen nicht weigern. Das ist in den ersten vier Episoden bisweilen nämlich häufiger vorgekommen, doch langsam hat sich auch ein roter Handlungsfaden entwickelt, den wir in den drei vorliegenden Folgen der zweiten Volume bereits erfahren dürfen. Dabei fängt ihr Arbeitstag wie gewöhnlich an. Die drei Coppelion Ibara, Taeko und Aoi entdecken einen verunglückten Transporter auf dem Weg in ein Krankenhaus in der Tōkyōter Innenstadt. Als sie den verletzten Kaiji Gojiro und seine schwangere Tochter Ibuki retten, werden sie von maskierten Männern angegriffen.

Vergessene Bedrohung

Coppelion - Vol. 2 (3)Ihnen gelingt zwar die Flucht, doch wird Taeko beim Versuch Ibuki zu schützen, verwundet. Herr Kaiji führt die Gruppe zu einem Ort namens Planet. Ein wissenschaftliches Großlabor, das inmitten der verseuchten Stadt zumindest in den Innenräumen unbeschadet geblieben ist. Dort bekommt Taeko die Hilfe, die sie benötigt. Außerdem planen sie ihr weiteres Vorgehen, denn Ibuki steht kurz vor der Geburt und muss dringend ins Krankenhaus, welches als das Hauptquartier ihrer Gruppe fungiert. Sie erfahren, dass es sich bei den Maskierten um die so genannte Erste Division handelt. Die Coppelion horchen auf, denn schließlich stellen sie die mittlerweile dritte Division der Bodenstreitkräfte dar. Die Erste Division war ebenfalls für die Evakuierung der Stadt tätig, doch stehen sie stellvertretend dafür, dass die Schutzanzüge vor einigen Jahren noch nicht ausgereift waren. Ebenso sind sie das Sinnbild für die Opfer, die der Strahlenkrankheit anheimgefallen sind. Sie wurden damals in der Stadt zurückgelassen und mit der Zeit hat man sie bereits vergessen. Ihre Darstellung soll vor dem falschen Einsatz von Atomenergie oder gar Kernwaffen mahnen. Die Erste Division verfolgt in Coppelion eigene Pläne und hat es deswegen auf die titelgebenden Protagonistinnen abgesehen. Eine der drei Coppelion wird entführt, woraufhin ein weiterer Coppelion namens Haruto eingeführt wird.

Der richtige Umgang

Coppelion - Vol. 2 (4)Die vorliegenden drei Episoden drehen sich vor allem um die Rettung der Entführten, doch da Haruto der Säuberungseinheit angehört, hat er ein gänzlich anderes Moralverständnis als seine weiblichen Mitstreiter. Sein Auftrag ist es, die Erste Division auszuschalten und somit ihre diabolischen Pläne zu vereiteln. Außerhalb Tōkyōs trifft ihr Vorgesetzter Herr Mishima auf den Premierminister Japans. Als der Premierminister von der Existenz der Ersten Division erfährt, befehligt er, dass die Rettungseinheit ebenfalls zur Vernichtung hinzugezogen werden sollen. Er lässt sich hier auch nicht auf Diskussionen ein; später empfängt er Herrn Mishima nicht einmal mehr. Man geht hier auf den falschen Umgang mit nuklearen Problemen um und versucht so wichtige Parallelen zur Realität zu ziehen (Umgang der japanischen Regierung mit Fukushima). Es ist erstaunlich, wie man in einem verhältnismäßig kurzen Anime so viele unterschiedliche Aspekte unterbringen kann. Obwohl man die ernste Intention des Anime nicht von der Hand weisen kann, bietet er ebenfalls wieder spannende Erlebnisse mit unseren drei Hauptfiguren, die sehr dramatisch und vor allem actionreich inszeniert werden. Es wird auf zwei Unterhaltungsebenen hervorragend gezeigt, wie man mit dem Thema umgehen darf. Durch den Cliffhanger am Ende der siebten Episode freuen wir uns schon auf weitere Folgen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Atomenergie ist allgegenwärtig. Man bezieht sie oder spricht darüber, aber man macht sich nur selten Gedanken darüber, wie man als privater Mensch damit umzugehen hat. Sie hat weitreichende Vor- und Nachteile. Der Anime Coppelion versucht auf sehr beeindruckende Weise und mit erschreckenden Bildern zu zeigen, zu welchem schrecklichen Szenario der falsche Umgang mit Atomenergie führen kann. Des Weiteren ist der Anime nicht weniger unterhaltend. Durch den einsetzenden roten Faden durch die Story von Coppelion fiebert man mit den Charakteren mit, die Bedrohung durch die Erste Division zu verhindern. Auf zwei Ebenen gelingt es Coppelion mich bei Laune zu halten und ich bin schon sehr gespannt darauf, welche Akzente der Anime in den nächsten sechs Episoden setzen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 2!

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