Review: Blade of the Rose

Blade of the Rose (1)Obwohl Die Chroniken von Huadu: Blade of the Rose oder kurz Blade of the Rose, wie der Film in der Blu-ray-Fassung hierzulande vermarktet wird, nur wenig mit Jackie Chan zu tun hat, hält sein guter Name mal wieder für einen sehr, sehr durchschnittlichen Film her. Schade.

Blade of the Rose (2)Blade of the Rose spielt im Fantasy-Reich Huadu, welches diversen ostasiatischen Einflüssen unterliegt. Das männliche Geschlecht hat hier seit jeher ausgedient. Männer werden wie Tiere gehalten oder müssen Sklavenarbeit für ihre Besitzerinnen verrichten. Was für den einen oder anderen männlichen Zuschauer sicher für eine erotische Fantasie klingt, ist im Land Huadu bittere Realität. Hier halten die Damen alle wichtigen Posten inne und Männer müssen darauf warten, dass irgendjemand endlich die Emanzipation einleitet. Das Weltbild von Huadu steht also im krassen Kontrast zur Geschichte der realen Welt, in der Frauen jahrhundertelang auf ihre Rechte warten und dafür kämpfen mussten. Schuld am ganzen Debakel ist Kaiserin Ya Ge, die mit ihren Gesetzen verordnet hat, dass alle männlichen Bewohner des Landes nicht mehr als den Rang eines Sklaven innehalten dürfen. Des Weiteren ist es streng verboten, sich in einen seiner Sklaven zu verlieben – auch wenn das Zeugen von Kindern zu den Aufgaben eines Mannes gehört. Wer so mit der Hälfte der Bevölkerung umgeht, muss selbstverständlich jederzeit auf der Hut sein, um nicht zum Ziel von Attentaten oder ähnlichem zu werden. Aus dem Grund finden sich im Palast der durchtriebenen Kaiserin auch nur weibliche Wächter. Im Handlungsverlauf erfahren wir zudem, dass sich die Kaiserin vor einer Prophezeiung fürchtet.

Zwillinge

Blade of the Rose (3)Diese Prophezeiung besagt, dass eines Tages ein junger Mann auftauchen wird, der mit dem sagenumwobenen Schwert Excalibur bewaffnet, die Herrscherin beseitigen und die Macht in die Hände der Männlichkeit zurückgeben wird. Diese Prophezeiung scheint sich langsam zu erfüllen, als auf dem Markt mit Sklaven gehandelt wird und diese bei einem Aufruhr aus der Stadt fliehen beziehungsweise als Druckmittel genommen werden, damit die Protagonistin außerhalb der Stadt einen anderen entflohenen Sklaven einfangen kann. Dabei trifft sie auf eine illustre Schaustellerbande, in denen auch die beiden Tollpatsche Wirrkopf und Klotzkopf arbeiten. Diese haben eine Steintafel gefunden, welche sich als Schatzkarte entpuppt. Die drei schließen sich zusammen und bekommen zudem auch noch Hilfe von der Zwillingsschwester der Protagonistin. Dadurch wird auch der Originaltitel The Twins Effect II untermauert. Mit dem ersten Teil hat Blade of the Rose allerdings nicht viel zu tun, Vorwissen wird also nicht benötigt. Die restliche Geschichte kann man sich übrigens selbst denken. In Blade of the Rose passiert nicht wahnsinnig viel und überraschende Wendungen sind kaum vorhanden. Während die erste Hälfte des Films eher wie eine Komödie wirkt, formt sich die Story in der zweiten Hälfte zu einem tiefsinnigen Drama über Liebe. Dieser Bruch kommt uns aber viel zu schnell.

Kurzer Gastauftritt

Blade of the Rose (4)Stellenweise weiß der Film nicht, ob er nun eine Komödie, ein Drama, ein Martial-Arts-Epos oder eine Mischung aus allen drei Genres sein möchte. Die Symbiose ist Regisseur Corey Yuen mit Blade of the Rose definitiv nicht gelungen. Man versucht aus jedem Genre etwas zu nehmen, schafft es aber nicht, diesen Gedanken zu Ende zu führen. Blade of the Rose ist sehr ermüdend, doch wer bis zum letzten Drittel des Films durchhält, bekommt dafür ein schönes Ende spendiert, in der mit Magie und Schwertkämpfen ansatzweise geglänzt wird. Man muss dazu sagen, dass die Spezialeffekte alles andere als gut sind. Das passt außerdem ganz gut zur deutschen Synchronisation, denn diese ist bei vielen Schauspielern einfach unpassend. Einzig und allein Donnie Yen wurde mit der bekannten Synchronstimme aus der Ip-Man-Trilogie gut synchronisiert. Wir empfehlen unbedingt, den kantonesischen Originalton einzuschalten. Da ist der Film nämlich noch ansatzweise witzig und der Humor, den man so nur in Hinterhöfen von Berliner Kneipenlokale hören würde, fällt dann auch weg. Fans von Donnie Yen und von Jackie Chan haben allerdings Grund zur Freude, denn beide liefern sich in Blade of the Rose einen schön choreographierten Schlagabtausch mit Stockwaffen. Jackie Chans Mitwirkung ist aber wohl eher darauf zurückzuführen, dass sein Sohn Jaycee Chan im Film sein Debüt feierte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Blade of the Rose ist wahrhaftig eine Mogelpackung. Wieder einmal wird ein Film in die Jackie-Chan-Reihe der Dragon Edition bei Splendid Film aufgenommen und wieder einmal taucht Jackie Chan nur ganz am Rande auf. Während solche Rollen in vorherigen Filmen zumindest noch elementare Bedeutungen wie in Tokyo Power Man hatten, ist Chans Rolle hier einfach nur ein Tempelwächter, der keine einzige Zeile Text hat. Da frage ich mich wahrhaftig, was Corey Yuen geritten hat, die Rolle überhaupt mit Chan zu besetzen. Auch wenn der Film das Schauspieldebüt von seinem Sohn Jaycee Chan darstellt, bin ich sehr enttäuscht. Immerhin kann diese Szene im ganzen Martial-Arts-Aspekt des Films am ehesten überzeugen. Schließlich liefert sich Chan hier mit Donnie Yen einen sehr schönen Stockkampf. Der Rest des Films eignet sich allerdings nur für verregnete Sonntagnachmittage und dann auch nur, wenn man die Schauspieler kennt und man unbedingt ihre Darbietung in Blade of the Rose erleben möchte. Allen anderen sei gesagt, dass man sich den Film ruhig sparen kann. Hier verpasst man wirklich nichts.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blade of the Rose!

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