Review: Liar Game (Band 14)

Liar Game (Band 14)Kaum ist die vierte Runde des nervenraubenden Liar Games vorüber, flattert Nao auch schon eine weitere Einladung ins Haus. Das vorherige Spiel ging für Akiyama und sie zwar nicht so aus, wie sie es sich gerne wünschten, dennoch waren beide in der Lage, ihre enormen Verbindlichkeiten in Höhe einiger Millionen Yen in diesem Spiel abzubezahlen, was im Normalfall den Austritt aus dem Spiel möglich macht. Aus unterschiedlichen Gründen können sich aber beide noch nicht vom Bann des Liar Games lossagen. Nao – altruistisch wie sie ist – sieht sich in der Pflicht alten Kameraden aus der Patsche zu helfen, die ihr vorankommen erst möglich gemacht zu haben. Akiyama dagegen verfolgt stillschweigend seine eigenen Ziele, dessen Enthüllungen sich Mangaka Kaitani Shinobu wohl für spätere Zeiten aufspart. Schlussendlich finden sich beide in einem weiteren Spiel um das geistige sowie finanzielle Vermögen wieder – erneut dreht sich das ganze um ein Spiel, das seit Urzeiten genau diese Aspekte vereint: Poker. Natürlich hat auch hier wieder die Liar-Game-Verwaltung entsprechende Veränderungen am Regelwerk vorgenommen, um es sowohl den Teilnehmern als auch den Lesern auf 208 Seiten etwas leichter zu machen, den Geschehnissen zu folgen und Spannung aufzubauen.

Irrungen und Wirrungen

Hier werden die Karten nicht zufällig gezogen, sondern für alle Teilnehmer ersichtlich zur Versteigerung frei gegeben. Geld wird also nicht auf die Qualität der aufgedeckten Karten gesetzt, sondern auf das Blatt, das man gerne haben möchte – gute Blätter stehen dementsprechend hoch im Kurs. Zusammen mit der Option, Karten gegen die anderer Spieler für einen gewissen Betrag auszutauschen, hat auch diese Runde des Liar Games erneut die Grundlage für gewiefte Betrügereien geschaffen. Wieder einmal könnte, durch eine vernünftige Einigung, jeder als Gewinner aus dem Spiel herausgehen, die Gier, der Neid und die Angst vielleicht doch selbst betrogen zu werden verhindert das aber erneut schneller als Nao blinzeln kann. Schlussendlich hat aber auch ihr Wandel in der Manga-Reihe – einige Bände hat es gedauert – Fahrt aufgenommen. Sie ist zwar immer noch aufopferungsvoll und nicht selten hilflos sowie naiv bei der Sache, inzwischen hat sie aber gelernt, sich entsprechende Hintergedanken über ihre eigene Situation zu machen. Somit gehört sie zu den wenigen Figuren, die kameradschaftlich und hilfsbereit in das Liar Game starten und trotzdem nicht auf den Kopf gefallen sind. Eine Tugend, an der sich so manche ein Beispiel nehmen sollten.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Einmal mehr hat es Kaitani Shinobu geschafft, seine Leser in den Bann einer seiner weiteren verzwickten Liar-Game-Runden zu schlagen. Die Skepsis, die die allmählichen Ermüdungserscheinungen der letzten Bände betreffen, ist dank des neuen Spielprinzips wieder verflogen. Der Beginn der neuen Runde erlaubt es ihm erneut mit den Erwartungen der nervösen Leser zu spielen, die hinter jeder Ecke einen Betrugsversuch irgendeiner Art erwarten. Die Erfahrungen, die Nao all die Zeit sammeln durfte, haben nun auch endlich zu spürbaren Veränderungen in ihrer Denkweise geführt, sodass in Zukunft auch der Leser von ihr genauso wie Genie Akiyama überrascht sein dürfte – wenn auch aus völlig anderen Gründen.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 14)!

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