Review: Monster Hunter 4: Ultimate

Monster Huner 4 Ultimate (1)

Der Startschuss für die vierte Generation der Monster-Hunter-Serie erscheint kurioserweise auf dem Nintendo 3DS. Da stellen wir uns natürlich die Frage, ob der vergleichsweise eher schwache Handheld diesem regelrecht monströsen Spiel wohl überhaupt Herr werden kann.

Monster Huner 4 Ultimate (2)In Monster Hunter 4: Ultimate gibt es einige Verbesserungen sowie Veränderungen im Bezug zum ursprünglichen Monster Hunter 4, welches 2013 nur in Japan erschienen ist. Uns können diese aber eigentlich egal sein, nachdem der neue Ableger mit dem Namenszusatz Ultimate für uns schließlich der erster Ausflug in die neue Monster-Hunter-Ära der vierten Generation ist. Val Habar, eine Karawanensiedlung, wird zunächst Zentrum unserer Unternehmungen und bietet erst einmal alles, was wir als frischgebackener Jäger benötigen. Der ansässige Karawanenführer nimmt uns glücklicherweise an die Hand und sorgt so für unseren Unterhalt – also für unsere ersten eigenen Quests. Den Umfang verdankt die Monster-Hunter-Reihe nicht nur der Diversität der ganzen Aufgaben, viel wesentlicher ist da auch die Vielfältigkeit der Flora und Fauna. Die urzeitlichen Gebiete sind geprägt von unzähligen Sammelobjekten, von denen früher oder spätes jedes seinen Zweck erfüllen wird. In Kombination ergeben sich direkt Nutzobjekte und Items, die zum Fangen weiterer Monster dienlich sind. Unverarbeitete Rohstoffe wie Erze, Gesteine oder wiederverwendbare Teile von Monstern schleppen wir da gerne zurück zum Schmied – für neue Waffen, Ausrüstung und Statusboni lohnt sich das immer. So oder so ist jeder Jäger gut beraten, erst einmal alles in seine Tasche zu stopfen.

Bergland: Dinobuckel

Monster Huner 4 Ultimate (3)Viele der urzeitlichen Monster sind so groß, dass es sich für einen Jäger regelrecht anbietet, sie gleich zu besteigen. Das war 2013 schon in Dragon’s Dogma: Dark Arisen sehr wirksam, sodass Capcom sich wohl kurzum entschloss, die Kämpfe auch in Monster Hunter 4: Ultimate etwas dynamischer zu gestalten. Entsprechend können auch bestimmte Umgebungselemente mit in die Kämpfe einbezogen werden. Da verzichten wir gerne auf die Unterwasserkämpfe von Monster Hunter 3: Ultimate. Wenn wir es schaffen, die Dinosaurier an kleine Abhänge zu locken, reicht ein beherzter Sprung, um sie auch von oben zu malträtieren und vielleicht sogar im besten Fall zum Sturz zu bringen. Im schlechtesten Fall nehmen sie allerdings Reißaus und legen sich auch gerne mal zum Ärger aller Jäger zur Regeneration in ihren Nestern schlafen. Den Monstern selbst sehen wir dabei ihre Verletzungen und ihren momentanen Status immer direkt an. Kaum ein Gegner verhält sich gleich, manche erreichen ihre gefährlichste Form erst im Todeskampf, andere werden rasch müde und versuchen durch Flucht den Kampf in die Länge zu ziehen. Dass diese urzeitlichen Viecher teilweise realistischere Gegnerprofile abgeben, als ihre menschlichen Gegenstücke in vielen anderen Spielen, war schon immer ein großer Pluspunkt der Serie. Diese Elemente finden wir auch hier im vollen Umfang wieder.

Jagdfieber

Monster Huner 4 Ultimate (4)Neben normalen Gebieten mit regulären Quests gibt es auch die Erkundungstouren, die im Gegensatz recht stringent ablaufen. In linearen Abschnitten sammeln wir für unsere Gilde möglichst ausführliche Informationen über Monster und Ressourcen. Je detaillierter der Bericht ausfällt, desto üppiger sind natürlich auch unsere Belohnungen. Das sorgt für etwas Abwechslung, die natürlich dennoch auf denselben Grundelementen wie sonst aufbaut. Zu tun gibt es also immer mehr als genug. Die Aufarbeitung und Pflege unserer Ausrüstung und unserer regelmäßigen Ausbeute steht dabei im Mittelpunkt. Zum Glück haben sich in Val Habar eine Menge unterschiedliche Handwerker niedergelassen, die euch mit Freuden weiterhelfen – die entsprechende Gegenleistung in Form von Materialien und Geld kassieren sie natürlich im Voraus. Die meisten Aufgaben gestalten sich ebenso flexibel wie die Benutzung des Handhelds selbst. Manche Quests sind auch schon nach einer Viertelstunde absolviert und dabei kann auch genauso viel erreicht werden, wie in einer wesentlich längeren Quest. Aber nicht immer nur Gegenstände und Levels definieren den Spielfortschritt. Die Erfahrungen und das Wissen, welches wir aus jedem Kampf und jeder Tour mitnehmen, sind mindestens gleichermaßen wichtig. An jeder Ecke kann man tatsächlich etwas lernen.

Übung macht den Meister

Monster Huner 4 Ultimate (5)Selbst wenn ein Gegner zunächst aussichtslos erscheint, wird sich unsere Ansicht auf dieses Problem mit jedem neuen Versuch ändern. Daneben sollten wir auch immer ein Auge auf unseren tierischen Kameraden haben. Die putzigen Felynes sind weitaus mehr als nur Haustiere und können sich auch im Kampf beweisen. Wenn die Energie wieder einmal auf Null sinkt, sind sie nicht zuletzt eure Retter in der Not. Dafür wollen sie auch mit neuer Ausrüstung und Verbesserungen unterhalten werden, ein eigenes Level-System haben sie dafür von den Entwicklern auch spendiert bekommen. Einen einschneidenden Fehler werdet ihr sicherlich kein zweites Mal begehen; sowohl im echten Leben wie auch in Monster Hunter 4: Ultimate nicht. Sobald ihr einmal hinter die Verhaltensmuster der Monster gekommen seid, nützen auch dem angriffslustigsten Biest seine scharfen Klauen nichts mehr. Timingbasiertes Blocken und Ausweichen wird zum A und O des Überlebens. Mit entsprechender Rüstung und all der Ausbeute in der Tasche, gestaltet sich dies natürlich recht schwerfällig – aber nicht weniger realistisch. Träge Bewegungen gehörten schon immer zur Monster-Hunter-Serie dazu, eine fixe Ausweichrolle ähnelt hier auch eher einer trägen Bauchlandung. Zum Zweck des Gameplays wurde aber in manchen Punkten auf den Realismus glücklicherweise verzichtet.

Schwer, aber fair

Monster Huner 4 Ultimate (6)Eine Aktion auszuführen, ohne die Waffe wegzustecken, war in der Monster-Hunter-Reihe stets ein Wunschtraum. Das ist nötig zum Sprinten, aber auch für den Item-Einsatz – sei es das Verarzten unserer Wunden oder das Schärfen unserer Klinge. Es erfordert erst einmal eine gewisse Vorbereitung. Dadurch entsteht ein komplexer Tanz zwischen Jäger und Monster mit ganz eigenen Bewegungs- und Angriffsmustern. Wer hier den Rhythmus bestimmt, bestimmt auch den Ausgang des Kampfes! Richtig interessant wird es natürlich erst dann, wenn sich uns weitere menschliche Jäger anschließen. Einmal mit dem Internet verbunden, können wir uns mit bis zu vier Mitstreitern in der Versammlungshalle treffen und Quests annehmen. Die Chatfunktion erleichtert die Kommunikation besonders mit fremden Mitspielern ungemein. Direkte Kommunikation ist natürlich immer besser, so wie sie im lokalen Modus immer gegeben ist. Die Multiplayer-Erfahrung war schon jeher ein Schwerpunkt der Monster-Hunter-Reihe und der vierte Teil will daran nicht rütteln. Alles klappt reibungslos; auch im Verhältnis zur Leistung des 3DS. Die Steuerung orientiert sich primär an den Vorgängern, die allerdings hauptsächlich an den großen Konsolen gespielt wurden. Mit dem 3DS-Schiebepad Pro oder dem C-Stick des New Nintendo 3DS ist jeder Spieler auf jeden Fall besser bedient.

Ein großes Spiel für die Hosentasche

Monster Huner 4 Ultimate (7)Ohne Frage ist Monster Hunter 4: Ultimate auch auf dem normalen 3DS spielbar. Das bewies schon die Portierung von Monster Hunter Tri. Wer sich aber nicht daran gewöhnen will, dass das regelmäßige Umgreifen zum Justieren der Kamera ein grundlegender Bestandteil der Kampfhandlung wird, sollte sich im Vorfeld um eine der Steuerungsalternativen kümmern. Visuell sieht das Spiel aber auch auf dem normalen 3DS klasse aus. Der 3D-Effekt ist ansehnlich und hebt die räumliche Tiefe der Areale sehr schön hervor. Daneben sind die Wohnumgebungen der Monster rund um das mediterrane Val Habar recht abwechslungsreich gestaltet. Sichtlich ist auch Geld in die verstreuten CGI-Sequenzen geflossen. Monster-Hunter-Veteranen werden sich schnell zurechtfinden, was die Items, Gegner und Gebiete angeht. Neulinge werden wohl um eine Einarbeitungsphase nicht drumherum kommen. Ein bekanntes Problem der langjährigen Videospielreihe. Aber nur Mut: Selbst wenn ihr einen großen Gegner nicht direkt schafft, Erfahrung sammelt ihr immer und diese solltet ihr in Anbetracht der konstant fordernden Herausforderungen zu schätzen lernen. Nicht umsonst gefallen diese Spiele nicht jedermann – Spieler, die anbeißen und nicht locker lassen, werden dafür aber mit Erfolgserlebnissen eines Abenteuers der Extraklasse belohnt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit: Capcoms neueste Monsterhatz ist vor allem für uns Europäer weitaus mehr, als nur ein Update. Schließlich erschien das ursprüngliche Monster Hunter 4 hierzulande niemals. Monster-Hunter-Fans wie ich es einer bin, freuen sich dafür umso mehr, dass Monster Hunter 4: Ultimate schließlich den Weg nach Europa und in den Cartridge-Schacht meines 3DS gefunden hat. Das im wahrsten Sinne des Wortes ultimative Abenteuer erwartet alle Jäger, die sich bereitwillig auf das zeitintensive Abenteuer einlassen wollen. Wer nur einmal in die Welt von Monster Hunter reinschnuppern will, der darf und sollte die Demoversion ausprobieren, die sich im eShop finden lässt. Kurzfristig wird man nämlich auch mit Monster Hunter 4: Ultimate nicht viel Spaß haben, denn für diesen Titel braucht man Zeit. Sehr viel Zeit. Wenn man diese einplanen kann, steht einem allerdings für ein großes Abenteuer nichts mehr im Weg. In dem Falle aber bitte direkt auf dem technisch leicht überlegenen New 3DS!

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