Review: Samurai Flamenco (Vol. 2)

Samurai Flamenco - Vol. 2 (1)In den ersten sechs Episoden von Samurai Flamenco hat der titelgebende Held die Straßen der japanischen Hauptstadt Tōkyō gesäubert. Es passieren kaum mehr Verbrechen und langsam, aber sicher, scheint Masayoshi seinen Superheldenanzug an den Nagel hängen zu können.

Samurai Flamenco - Vol. 2 (2)Die niedrige Verbrechensrate hat allerdings nicht nur auf Masayoshi Auswirkungen. Obwohl dieser seinen Lebensunterhalt immer noch als Model verdienen kann, ist es für seinen Freund, den Polizisten Gotō Hidenori, ein sehr viel größeres Ärgernis. Eine Kündigungswelle droht in seinem Bezirk auch seinen Arbeitsplatz wegzurationalisieren – schließlich wird die Polizei nur noch in sehr seltenen Fällen in Anspruch genommen. Bevor sich jedoch das Schicksal für sie und auch für die mittlerweile immer mehr gelangweilten Furamenko Gāruzu schlagartig ändert, erhalten wir Einblicke in Masayoshis Vergangenheit. An seinem zwanzigsten Geburtstag erhält er Informationen über seine verstorbenen Eltern, denn im Alter von nur zwei Jahren starben diese bei einem Raubmord. Er spürt weder Mut noch Wut in sich, doch als jemand auf einem Spielplatz brutal verprügelt wird, kommt er seiner Bestimmung, ein Superheld zu sein, ohne zu zögern nach. Außerdem möchte Gotōs Vorgesetzter, dass Samurai Furamenko einen Tag in den Dienst der Polizei tritt und bei einer Razzia assistiert. Bei dieser Razzia ändert sich aber sowohl Masayoshis Leben und sogar die Ausrichtung der Serie. Eine der Medikamentenhändler verwandelt sich vor den Augen von Masayoshi und Herrn Gotō in ein Monster. In wenigen Sekunden müssen sie sich eine Taktik überlegen und den Guillotine-Gorilla besiegen.

Monster-Menagerie

Samurai Flamenco - Vol. 2 (3)In den ersten Minuten wirkt die neue Ausrichtung des Animes sehr aufgesetzt. Während man in den vorherigen Episoden auf fantastische Elemente verzichtet hat, tauchen in jeder Episode dieser Volume nun mehrere Monster auf, die ihren Anführer nach ihrer Niederlage lobpreisen und sich dann schließlich selbst in den Tod reißen. Dies fordert anfangs noch Opfer, doch die Polizei und Samurai Furamenko bekommen auch diese Angriffe in den Griff. Sie bemerken dabei jedoch nicht, dass ihr Anführer, der sich selbst als Kingu Tōchā vorstellt, mit all diesen Schritten rechnet. Mehr möchten wir an dieser Stelle aber nicht verraten, denn die wahren Absichten des neuen Bösewichts möchten schließlich auch von euch während des Anschauens entlarvt werden. Anhand der verschiedenen Monster kommt jedoch der Humor des Anime zum tragen, da sie mit illustren Namen bezeichnet werden. Kesseltod-Rhino, Hänge-Milan, Delta-Horse, Reifen-Schlange und Brenneisen-Piranha sind nur ein paar Beispiele, die zu den Untergegebenen von Kingu Tōchā zählen, die zudem mit lustigen Namen aufwarten – neben unzähligen Handlangern natürlich, die aber eher durch ihr Verhalten auffallen. Schließlich können die nichts wirklich richtig und nichts wirklich falsch machen. Um den Feinden entgegenwirken zu können, erhält Masayoshi wieder einmal Unterstützung von Herrn Harazuka.

Überraschende Neuausrichtung

Samurai Flamenco - Vol. 2 (4)Mit ungefährlichen, aber dennoch wirkungsvollen Büromaterialien geht es den Bösewichten der zweiten Volume an den Kragen. Neben diesen Plagen muss sich Masayoshi abermals mit anderen Problemen befassen, denn die Tōkyōter Öffentlichkeit ist nach wie vor daran interessiert, das Gesicht hinter der Maske von Samurai Furamenko zu erfahren. Außerdem belastet das Arbeitsverhältnis auch die Freundschaft zwischen Masayoshi und Gotō. Unbelastet bleibt hingegen die technische Ausführung des Animes. Sowohl die weichen Animationen, als auch die kontrastreichen Charaktere und schön gezeichneten Hintergründe wissen zu gefallen. Das Geschehen wird dabei mit netten Hintergrundmelodien untermauert und gelegentlich mit japanischen Pop-Songs unterlegt. Ein Dorn im Auge mancher Fans dürfte aber wohl die neue Ausrichtung des Animes sein, denn von Monstern und ähnlichen Fantasy-Elementen war bei den Folgen der ersten Volume noch nichts zu sehen beziehungsweise zu befürchten. Wer sich mit den neuen Feinden allerdings arrangieren kann, kommt auch diesmal auf seine Kosten – auch wenn die populärkulturellen Anspielungen (beispielsweise auf die Kindheit von Bruce Wayne beziehungsweise Batman) nicht mehr ganz so stark im Mittelpunkt stehen und der Humor aufgrund eines ernsteren Handlungsstrang ein wenig in den Hintergrund rückt. Schade.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von Samurai Flamenco habe ich vor ein paar Monaten regelrecht verschlungen, doch musste ich die nächsten Folgen aus etwaigen Gründen wieder einmal aufschieben. Während mir die ersten Minuten der siebten Episode noch sehr gut gefallen haben, frage ich mich selbst nach dem Anschauen der letzten Folge dieser Volume stark, ob die Neuausrichtung dem Anime gut tut. Gerade weil er an vielen Stellen nicht übertrieben und mit Fantasy-Elementen durchzogen war (wie einige seiner großen Vorbilder), hat er mir sehr gut gefallen. Die Monster stören meiner Meinung nach den Erzählfluss stark und werden zu schnell abgeklappert, als dass man sie vernünftig in die Story einarbeiten könnte. Darunter leiden auch die populärkulturellen Einflüsse auf die Serie, die zwar nach wie vor vorhanden sind, doch durch die Monster zu stark in den Hintergrund rücken. Immerhin schlagen sie kurz vor Schluss den Bogen zur eigentlichen Ausrichtung mit einem Augenzwinkern zu Himitsu Sentai Gorenjā. Trotzdem kann genau diese Neuausrichtung mit anschließender Umwandlung vor allem den Fans des Genres gefallen, die sich jetzt bloß nicht von meinem überraschten Gesichtsausdruck abschrecken lassen sollten. Von der zweiten Volume bleibe ich dennoch nach wie vor etwas enttäuscht, gebe der Anime-Serie aber gerne die Chance, die neuen Elemente mit den alten zumindest ins Gleichgewicht zu bringen.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Flamenco (Vol. 2)!

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