Review: Pokémon Tekken

Pokémon Tekken (1)Abseits von Tekken Tag Tournament 2: Wii U Edition, Super Smash Bros. for Wii U und den Virtual-Console-Fassungen von Street Fighter II haben Fans von Beat ’em up auf Nintendos Heimkonsole das Nachsehen. Pokémon Tekken mischt das Genre dafür aber richtig gut auf.

Pokémon Tekken (2)Ursprünglich erschien Pokémon Tekken als Pokkén Tournament am 16. Juli 2015 in japanischen Spielhallen. Besonders am Arcade-Auftritt war, dass Publisher The Pokémon Company und Entwickler Bandai Namco Studios sich gegen die für das Genre typische Aracde-Stick-Steuerung entschieden und die Automaten mit speziellen Controllern bestückt haben, damit auch unerfahrene Spieler schneller in das Spiel einsteigen können. Pokkén Tournament schien sich jedoch schnell zu einem Hit zu entwickeln, sodass man das Beat ’em up einem wesentlich größeren Interessenkreis ermöglichen wollte. So kam es dazu, dass das Spiel weltweit am 18. März 2016 für die Wii U, hierzulande als Pokémon Tekken, erschienen ist. Dabei hat das Spiel eigentlich gar nicht so viel mit der bekannten Prügelspielreihe zu tun, wie der Name es suggerieren könnte. Pokémon Tekken nutzt lediglich einige markante Gameplay-Elemente des Franchises und verbindet sie gekonnt mit Mechaniken des Pokémon-Universums. Viele Pokémon-Fans lieben zwar das rundenbasierte Kampfsystem der Hauptspielreihe, doch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Kämpfe dadurch sehr nüchtern ausfallen. Im Anime bewegen sich die Taschenmonster stattdessen frei im Raum und setzen ihre Angriffstechniken aus verschiedenen Blickwinkeln ein. So eine ähnliche Atmosphäre vermittelt das Spiel.

Phasenweise Kämpfe

Pokémon Tekken (3)Die Kämpfe in Pokémon Tekken laufen in zwei verschiedenen Phasen ab. Während wir uns zunächst frei im Raum bewegen, uns langsam an den Gegner herantasten und erste Angriffe versuchen, wechselt das Spiel beim intensivierten Feindkontakt plötzlich in die Seitenansicht und fühlt sich dann auch eher wie Capcoms Videospielreihe Street Fighter, denn wie Tekken aus dem Hause Bandai Namco an. Durch bestimmte Angriffe schaltet das Geschehen auch wieder in die andere Phase zurück und das ist manchmal bitter notwendig, da es für jede erfolgreich ausgeführte Attacke Resonanzenergie gibt, die benötigt wird, um sämtliche Angriffe zu verstärken und Limit-Schläge auszuführen. Ist man dem Feind hoffnungslos unterlegen, ist es nämlich vielleicht eine gute Taktik, den Blickwinkel zu verändern und mit etwas Glück findet man in der Arena Resonanzenergie, welche die Anzeige schnell einmal auffüllen kann. Gelegentlich kann es vorkommen, dass man die erste Runde nicht besteht. Dann gleicht man eben mit der zweiten Runde den Punktestand aus und versucht das Match mit einer dritten und letzten Runde abzuschließen. Für jeden gewonnenen Kampf hagelt es im Übrigen Erfahrungspunkte und Preisgeld. Mit jedem Level-Aufstieg, dürfen wir Stärke oder Verteidigung eines Pokémon geringfügig verbessern, um es nach unserem Geschmack zu individualisieren.

Kleiner Pokédex

Pokémon Tekken (4)Gewonnenes Preisgeld verbraten wir hingegen im Shop, wo wir uns kosmetische Änderungen für Trainer und Coach kaufen können, damit der Aufstieg in den Ligen der Ferumu-Region nicht ganz so eintönig ausfällt. Nebenher wird auch noch die Geschichte von Schatten-Mewtu erzählt, die zwar ganz nett ist, aber weit davon entfernt ist, Spannung aufzubauen. Wer sich Pokémon Tekken im Release-Zeitraum zulegt, erhält gratis eine Amiibo-Karte, mit der man besagtes Schatten-Mewtu selbst spielen darf. Wer im Übrigen darauf gehofft hat, dass man hunderte Pokémon spielen kann, wird wohl etwas enttäuscht sein. Gerade einmal sechzehn Monster haben es in das reguläre Spiel geschafft, doch ist das absolut nicht schlimm. Jedes Taschenmonster hat verschiedene Vor- und Nachteile, sodass die Abwechslung durchaus gewährt ist. Dadurch, dass das Spiel spätestens in der zweiten Spielhälfte der Einzelspielerkampagne und im Endgame, sprich den Online-Matches, auf Kombinationsangriffe setzt, wäre der komplette Pokédex auch etwas zu viel des Guten gewesen. Bis man sämtliche Pokémon bis an die Grenzen gebracht und sie zu beherrschen gelernt hat, vergehen dutzende Spielstunden, die mit spannenden Pokémon-Kämpfen vor einer traumhaften Kulisse gefüllt sind. Jeder Fan von Beat ’em ups mit einer Affinität für Pokémon kommt um Pokémon Tekken nicht herum!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Ich spiele sehr gerne Beat ’em ups, da es für mich einfach das Genre ist, das mich auch mal nur für eine Viertelstunde zwischendurch an die Konsole fesseln kann. Pokémon Tekken kommt in einer Zeit, in der mich das Genre mit halbgaren Aufgüssen wie Street Fighter V enttäuscht, genau richtig. Es setzt mit den beiden Kampfphasen neue Impulse und erfüllt mir endlich den Traum, Pokémon-Kämpfe wesentlich spannender inszeniert zu erleben – und ich darf die Taschenmonster auch noch selbst spielen! Wenn ich mich in den verschiedenen Ligen mit Kontrahenten um einen der nächsten Plätze schlage, vergeht die Zeit wie im Flug. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, ein spannendes Match nach dem anderen zu gewinnen und selbst wenn ich einmal dem Gegner unterlegen sein sollte, stehe ich sofort wieder auf und verpasse ihm notfalls mit Helfer-Pokémon, welche Status-Effekte ändern oder einen kurzen Angriff starten können, direkt eine Abreibung. Zudem kann ich mit gewonnenem Preisgeld kosmetische Änderungen erwerben und ob man es glaubt oder nicht – selbst das Sammeln von Kleidungsstücken streckt die Spielzeit und den Spielspaß noch einmal um ein paar Stunden. Hat man sowohl eine Schwäche für die Taschenmonster, als auch für das Beat-’em-up-Genre, ist Pokémon Tekken definitiv die richtige Wahl beim nächsten Kauf eines Videospiels!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Tekken!

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