Review: Neon Drive

Neon Drive (1)Die Achtzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts gehören zu den Jahrzehnten, die man hasst oder liebt. Wir jedenfalls vergöttern diese Dekade der idealisierten Seifenopern, Schulterpolstermoden, sterilisierten Zukunftsvisionen, Neonfarben und paralysierender Populärmusik.

Neon Drive (2)Wer unsere Leidenschaft nicht teilt, braucht an dieser Stelle unser Review zu Neon Drive gar nicht erst weiterlesen. Das Geschicklichkeitsspiel vom slowenischen Entwicklerstudio Fraoula besticht in erster Linie durch seine schrillen Farben und seinem Ohrwurmsoundtrack voller toller Musikstücke, die allesamt an das Kult-Jahrzehnt angelehnt sind. Die Spielmechanik von Neon Drive orientiert sich ebenfalls an den Achtzigerjahren, weshalb sich der Titel in erster Linie an Fans klassischer Arcade-Titel richtet. Mehr als zwei Knöpfe brauchen wir durchweg nicht. Obwohl das Spiel auf den Screenshots meist wie ein Arcade-Rennspiel anmutet, ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich fährt das Auto automatisch. Wir klicken nur auf zwei Knöpfe, um entweder nach links oder nach rechts zu fahren und somit Hindernissen auszuweichen. Das mag für den einen oder anderen Leser in der Theorie belustigend klingen, ist in der Praxis aber alles andere als anspruchslos. Die Hindernisse sind nämlich so verteilt, dass wir Teile der Level-Architektur selbst auf dem untersten der drei Schwierigkeitsgrade erst einmal in mehreren Versuchen kennenlernen müssen. Spätestens nach dem dritten oder vierten Anlauf merken wir, dass uns der Takt der Musik dabei oft, aber nicht immer, unterstützt. Genau in diesem Moment zieht uns Neon Drive in seinen Bann und lässt uns nicht mehr los!

Suchtgefährdendes Arcade-Highlight

Neon Drive (3)Während die erste Hälfte eines Levels meist nach der gleichen Spielmechanik mit geringen Variationen abläuft, überrascht uns der zweite Teilabschnitt mit einer modifizierten Form des Spiels, ohne dem grundlegenden Gameplay untreu zu werden. Während wir gerade noch mit einem Achtzigerjahre-Sportwagen über den Neonasphalt flitzen, befinden wir uns plötzlich in einem Düsenjet oder hüpfen mit einem Transformer nicht unähnlichen Roboter durch eine Fabrik. Ein Zitat an den Science-Fiction-Film Zurück in die Zukunft II ist ebenfalls dabei. Für das einmalige Durchspielen aller sieben Levels haben wir zwei bis drei Stunden gebraucht. Haben wir einen Spielabschnitt jedoch erst einmal verinnerlicht, können wir den Titel auch in deutlich weniger Zeit durchspielen. Motivierend sind in jedem Falle die höheren Schwierigkeitsgrade, welche die möglichen Fehlversuche halbieren, Kontrollpunkte entfernen und die allgemeine Spielgeschwindigkeit erhöhen. Masochisten werden an Neon Drive in diesem Aspekt sicherlich ihre Freude haben. Selbst unerfahrene Spieler wird das System spätestens nach fünf Fehlversuchen in ihren Bann ziehen, da sich das gefürchtete Suchtgefühl auch bei Neon Drive einstellt. Kaum müssen wir beim letzten Kontrollpunkt erneut beginnen, werfen wir den Controller nicht in die Ecke – stattdessen beißen wir rein und schlucken unseren Frust runter!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Als ich die ersten Bilder von Neon Drive für den PC vor ein paar Tagen gesehen habe, musste ich einfach selbst ins Spiel eintauchen. Ich liebe das Jahrzehnt der Achtzigerjahre, das vor allem in der Populärkultur mit Pastell- und Neonfarben charakterisiert werden kann. Neon Drive ist im Grunde die Idealisierung des Jahrzehnts in Videospielform, denn auch das Gameplay des Titels könnte genau aus dieser Dekade stammen. Zwei Knöpfe zum Ausweichen nach links und nach rechts reichen, um mich stundenlang vor dem Monitor paralysiert gefangen zu nehmen. Obwohl mir das grundlegende Gameplay, sprich die erste Hälfte eines jeden Levels, immer noch am besten gefällt, haben mich die Änderungen im zweiten Teilabschnitt trotzdem zufriedengestellt und mich vor allem mit ihren tollen Ideen jederzeit überrascht. Gut gefällt mir, dass ich im Spiel die Positionen der Hindernisse nicht gänzlich auswendig lernen muss. Stattdessen genieße ich jeden Moment, merke mir die Musik und drücke schon fast im Takt auf einen der beiden nötigen Aktionsknöpfe, um den Gefahren auszuweichen. Neon Drive ist voller netter kleiner Ideen und Zitate, die den kurzweiligen Trip zu einem wahren und vor allem unvergesslichen Erlebnis machen. Videospieler, die das Jahrzehnt der Achtziger und vor allem Arcade-Titel mögen, werden mit Neon Drive eine neue Liebe finden und sie so schnell nicht mehr aufgeben wollen!

Vielen Dank an Fraoula für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Neon Drive!

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