Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 1)

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-1In den Neunzigerjahren wurde der Manga Pretty Soldier Sailor Moon in etwa gleichzeitig als Anime adaptiert. Unter dem heutigen (offiziellen) Titel Pretty Guardian Sailor Moon (Crystal) wird diese Serie ohne Filler-Episoden neu aufgelegt. Diese orientiert sich stärker am Manga.

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-2In Pretty Guardian Sailor Moon Crystal dreht sich alles um die durchschnittliche und tollpatschige Mittelschülerin Tsukino Usagi. Direkt in der ersten Episode kommt Usagi zu spät zur Schule und tritt versehentlich auf eine schwarze Katze, die im Verlauf der Handlung noch von zentraler Bedeutung für die junge Japanerin sein wird. Bereits am Abend offenbart sich Luna, so der Name der sprechenden Katze, als Usagis Schicksal. In Usagi sollen nämlich mächtige Kräfte schlummern, welche sie aktivieren muss, um gegen das Böse zu kämpfen. Diese bösen Kräfte haben nichts in der Welt der Menschen zu suchen und sollen tunlichst davon abgehalten werden, die Erde und das ganze Universum zu unterwerfen. Blöd nur, dass die Bösewichter auf der Suche nach dem Silberkristall, dem unvorstellbare Kräfte innewohnen, sind. Also gibt Luna ihr nicht nur die Aufgabe, das Böse zu bekämpfen, sondern auch nach dem Kristall zu suchen und ihre Prinzessin zu beschützen. Wer das genau ist, erfahren wir aber noch nicht – allgemein bleiben einige wichtige Elemente noch im Hintergrund und unerklärt, sodass sich die ersten Episoden durchgehend um Usagi und ihre Freunde drehen. Als Usagi nämlich spürt, dass eine ihrer Freundinnen bedroht wird, eilt sie zum Ort des Geschehens und muss mit ansehen, wie ihre dämonische Mutter sie quält, sodass Usagi ihre Kräfte erstmals einsetzen darf.

Gut gegen Böse

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-3Gemeint ist hiermit ihre Verwandlung in die ominöse Kriegerin Sailor Moon. In dieser Form ist es ihr überhaupt erst möglich, gegen das Böse zu kämpfen. Schnell merkt sie jedoch, dass sie ihrer Feindin unterlegen ist. Wie sie ihren ersten Gegner besiegt, wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten – das Ergebnis ist zugleich lustig und verstörend. Die wichtigste Kernaussage dabei ist aber wohl, dass Usagi unbedingt Unterstützung braucht. Also machen sich Usagi und Luna auf den Weg, die anderen Sailor-Kriegerinnen zu finden. Eigentlich leben sie jedoch in den Tag hinein und lernen diese Charaktere nur per Zufall kennen. Das macht aber nichts, da sich die Geschichte dennoch sehr schnell entfaltet, da man auf Filler-Episoden wie im originalen Anime, der ganze zweihundert Episoden umfasst, weitgehend verzichtet. Nach nur wenigen Episoden ist die Truppe, Katze Luna eingeschlossen, zu fünft und nimmt vermehrt den Kampf gegen Queen Beryl und ihre Schergen auf. Sailor Moon Crystal verzichtet zum Leidwesen kampfeslustiger Zuschauer jedoch auf ausufernde Auseinandersetzungen, sodass die Gegner spätestens nach einem oder maximal zwei Angriffen außer Gefecht gesetzt sind. Das wirkt in unseren Augen allerdings etwas sinnlos, da alleine schon die Verwandlung der Mittelschülerinnen in die Sailor-Kriegerinnen jedes Mal fast schon mehr Zeit einnehmen.

Erfüllung von Klischees

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-4Dadurch, dass man sich nicht mit Filler-Episoden in Nebensächlichkeiten verlieren will, ist die Charakterentwicklung so mancher Charaktere eher unzweckmäßig. Die Mädchen nehmen ihre Rolle als Sailor-Kriegerinnen viel zu schnell als gegeben hin und müssen sich kaum bis gar nicht an ihre neuen Kräfte gewöhnen. Am glaubhaftesten wirkt hier noch Usagi, die in den ersten Folgen noch sichtlich Angst vor ihren Gegnern hat, aber mit der Zeit ein gewisses Maß an Mut entwickelt. Zudem möchte Sailor Moon Crystal durch den reduzierten Action-Anteil in erster Linie ein weibliches Publikum ansprechen. Neben dem Kampf gegen das Böse im Namen der Liebe und der Gerechtigkeit steht nämlich vor allem Romantik im Vordergrund – in ihrer kitschigsten Form wohlgemerkt. Ständig schwärmt Usagi vom geheimnisvollen Tuxedo Mask und bedient damit alle Klischees heranwachsender Frauen. Die omnipräsente Schwärmerei wird männliche Interessierte schon nach ein bis zwei Episoden stören. Wer dennoch durchhält, kommt zumindest in den Genuss einer spannenden und zusammenhängenden Geschichte. Optisch kann Sailor Moon Crystal aber in allen Punkten glänzen. Die Anime-Serie aus dem Jahr 2014 verkörpert den Charme der frühen Neunzigerjahre in puncto Charakterdesign und kombiniert die Atmosphäre mit der aktuellen Lebensweise dieser Generation.

Wiederhören mit Lisa Simpson

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-5So tauchen in den Episoden beispielsweise statt Videokassetten nun DVDs auf. Das Bild in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format macht aber auch in puncto Animationen einiges her, sodass es ständig etwas zu erleben gilt. Hinzukommt ein sehr guter Klang der deutschen und der japanischen Tonspur in DTS-HD Master Audio 2.0. Sowohl der passende Soundtrack, als auch passende Synchronstimmen wissen uns zu überzeugen. Obwohl in der deutschen Fassung Sabine Bohlmann Sailor Moon bereits früher kurzweilig ihre Stimme lieh, kostet es einige Zeit, bis man nach zwei Dutzend Staffeln Die Simpsons eine achtjährige Lisa Simpson aus dem Kopf bekommt. Digitales Bonusmaterial fällt bei Sailor Moon Crystal zumindest in der ersten Volume sehr spärlich aus. Einzig und allein ein Clear Opening und ein Clear Ending warten im Bonusbereich auf die Fans. Wer sich hingegen für die Erstausgabe der ersten Volume entscheidet, kommt in den Genuss eines Schubers, in welchem für vier alle vier Ausgaben dieser Staffel Platz ist. Immerhin winken in diesem Schuber auch zwei Magnete und die Volume selbst ist mit einem 48-seitigen Booklet ersatzweise bestückt. Über die Qualität des Heftchens können wir allerdings nichts sagen – es stand uns für unseren Test nicht zur Verfügung. Unterm Strich ist der Serienauftakt dennoch sehr gelungen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vorweg möchte ich sagen, dass ich nie ein großer Fan von Sailor Moon war. Das liegt aber nicht daran, dass ich Manga oder Anime schlecht finde, sondern dass ich einfach nie den Zugang zum Franchise gefunden habe. Als ich den Anime das letzte Mal im Fernsehen bewusst wahrgenommen habe, habe ich mich eher für Pokémon und Dragon Ball interessiert – und ein großer Manga-Leser bin ich heute immer noch nicht, sodass ich mich sehr darüber gefreut habe, dass ich zumindest mit Pretty Guardian Sailor Moon Crystal endlich den Anschluss finden und ein wenig mitreden kann. Grundsätzlich ist Sailor Moon Crystal auch ein solider Anime mit einer spannenden Handlung, die ich gerne weiterverfolgen möchte. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die aufs Nötigste reduzierten Kämpfe und der übertriebene Romantik-Anteil nicht gefallen. Während die Kämpfe gegen Queen Beryl und ihre Handlanger auf diesem Weg so witzlos wirken wie das Auftreten von Jessie und James in der Anime-Serie Pokémon und Usagi schwärmt leider viel zu oft von Tuxedo Mask, sodass sich ihre Gefühle nicht wirklich entwickeln können und sich Gedanken nur wiederholen. Ob das in der ursprünglichen Anime-Serie anders war, kann ich leider mit meinem Wissensstand nicht sagen. Trotzdem möchte ich wissen, wie sich die Serie in den nächsten Episoden und Staffeln weiterentwickeln wird. Sailor-Moon-Fans kommen mit diesem in meinen Augen sehr gelungenen Serienauftakt aber so oder so definitiv auf ihre Kosten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 1)!

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