Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 3)

Dusk Maiden of Amnesia (1)Nachdem die Anime-Serie mit den ersten vier Episoden in der ersten Volume einen grandiosen Auftakt hingelegt hat, verfiel Dusk Maiden of Amnesia in der zweiten Ausgabe in einen etwas ermüdenden Trott. Die dritte Volume kann dafür jedoch voll und ganz entschädigen.

Dusk Maiden of Amnesia (2)Während die fünfte und die sechste Episode in der zweiten Volume etwas enttäuschend waren, konnte die siebte Folge mit einem Cliffhanger aufwarten, der uns regelrecht zappeln ließ. Am Ende der siebten Episode wurde Niiya Teiichi nämlich von seiner geliebten Kanoe Yūko auf dem Dach des Schulgebäudes der Seikyō-Mittelschule die Treppe hinuntergestoßen. Fortan ist es ihm nur noch möglich, mit Gehhilfen zur Schule zu gelangen. Momoe Okonogi, die insgeheim Gefühle für Teiichi hegt, nutzt diese Gelegenheit natürlich aus, um ihm näherzukommen. Dass das Glück nicht von großer Dauer ist, merkt sie schnell. Obwohl Teiichi allen Grund dazu hätte, auf Yūko wütend zu sein, erkennt dieser nun, was er wirklich für sie empfindet. Es ist nun jedoch so, dass Yūko sämtliche Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit vergessen hat – Teiichis Aufgabe ist dem Zuschauer sofort klar: Er muss um seine große Liebe kämpfen und die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit in ihr Gedächtnis zurückrufen. Durch die verständlichen Depressionen, die Teiichi erfährt, leidet der Klub für Paranormales. Schließlich passieren durch das fehlende Eingreifen von Yūko viel weniger paranormale Ereignisse in der Seikyō-Mittelschule. Wie Teiichi und Yūko wieder zusammenfinden, werden wir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht verraten. Schon bald ist das Gespenst aber wieder mit von der Partie.

Ursache und Wirkung

Dusk Maiden of Amnesia (3)Die neunte Episode dreht sich entsprechend darum, zu ergründen, warum Yūko ihre Erinnerungen an Teiichi verloren und rigoros versucht hat, zu ignorieren. An dieser Stelle kommt Schatten-Yūko ins Spiel, die bereits ein paar Mal angesprochen wurde und jetzt bedrohlicher denn je ist. Welche Absichten Yūkos vermeintlich bösartiges Gegenstück hat, erfahren wir in Dusk Maiden of Amnesia jedoch erst halbwegs in der zehnten Folge. Diese gehört unserer Meinung nach sogar in der gesamten Anime-Landschaft zu den definitiv besten Episoden von Anime-Serien, die wir jemals gesehen haben. Das liegt vor allem an der künstlerischen Gestaltung, denn hier erleben Yūko und Teiichi isoliert dieselbe Story und empfinden dieselben Freuden und Schmerzen. Ausstaffiert wird die Folge, da sie im Jahr 1962 spielt, in genau diesen Momenten mit einem Filter, der uns an einen Schwarzweißfilm aus der Epoche erinnert, jedoch mit modernen Stil-Elementen ergänzt wird. Umwerfender ist da jedoch, dass es genau diese Episode mit möglichst wenig Aufwand schafft, uns zum Gruseln zu bringen. Durchweg wird eine melancholische und klaustrophobische Stimmung aufgebaut, die die ganze Episode lang aufrechterhalten wird. Wer schon immer wissen wollte, warum Yūko ihr Leben lassen musste und was das ganze mit der ominösen Seuche zu tun, erfährt es in exakt in dieser Folge.

Alles wie immer

Dusk Maiden of Amnesia (4)Auf der technischen Seite kann die Anime-Serie in den anderen beiden Episoden mit bekannten Elementen punkten. Das Bild in der Auflösung 1080p ist meist scharf und kontrastreich, spielt sowohl mit hellen, als auch mit dunklen Farben und ergibt zusammen mit dem jederzeit passenden Soundtrack ein schlüssiges und vor allem angenehmes Gesamtbild. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, sodass neben der Musik auch die deutschen und japanischen Synchronsprecher hervorragend zur Geltung kommen können. Wer bei der dritten Volume abermals auf digitales Bonusmaterial gehofft hat, wird diesmal erneut enttäuscht. Der Publisher Kazé Anime entschädigt jedoch wieder mit einem wirklich fantastischen Booklet in der Blu-ray-Hülle. Der Aufbau ist dabei fast identisch geblieben. Neben einem Episodenguide mit Anmerkungen zu den drei enthaltenen Folgen, finden wir natürlich wieder ein paar Illustrationen und Interviews mit den Verantwortlichen. Diesmal werden Maybe (Meibii), der Autor der Manga-Vorlage, und Regisseur Sakamoto Takashi (fälschlicherweise mit dem Vornamen Ryū abgedruckt) ausgefragt. Hinzukommt der obligatorische Zeitungsanteil über die Ereignisse der vorliegenden Episoden und ein recht kurzes Manga-Kapitel über Yūkos Essensgewohnheiten. Fans der ersten beiden Volumes dürfen also abermals bedenkenlos zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mein Vertrauen in die Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia hat sich gelohnt. Nachdem ich die erste Volume fantastisch und die zweite Volume eher mittelmäßig fand, konnte sich die Anime-Serie mit allen drei Folgen in der dritten Volume wieder fangen und mir sogar die bisher beste Episode von Dusk Maiden of Amnesia präsentieren, in der nicht nur die Story tiefgründig ist, sondern die Folge auch mit speziellen Stilmitteln so ausgebaut wird, dass sie einzigartig in der Anime-Landschaft ist. Man hat sich also deutlich mehr auf die Handlung konzentriert, jedoch ohne dabei die Charakterentwicklung zu vernachlässigen. Besonders die Beziehung zwischen Teiichi und Yūko kommt besonders zur Geltung und erreicht in der zehnten Folge ihren wohlverdienten Höhepunkt. So legt die Anime-Serie die Messlatte natürlich deutlich höher, als ich überhaupt erwartet hätte. Entsprechend gespannt bin ich, ob Dusk Maiden of Amnesia in den letzten drei Episoden noch einmal zulegen kann, um die Serie zu ihrem wohlverdienten Abschluss zu führen. Wer bis zur dritten Volume durchgehalten hat, wird die letzte Ausgabe wohl kaum mehr erwarten können! 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 3)!

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