Review: Photo Kano (Vol. 2)

Photo Kano (Vol. 2) (1)Vor einigen Monaten haben wir euch bereits die erste Volume der dreizehnteiligen Anime-Serie Photo Kano in einem Review vorgestellt. Die erste Ausgabe der dreigeteilten Veröffentlichung konnte uns dabei nicht wirklich begeistern – die zweite Volume schafft das auch nicht.

Photo Kano (Vol. 2) (2)Wir erinnern uns: Der Oberschüler Maeda Kazuya hat von seinem Vater eine waschechte Fotokamera geschenkt bekommen. Mit seinem neuen Apparat bewaffnet, stolziert er nun tagtäglich in der Schule herum, da jeden Moment natürlich etwas Interessantes passieren könnte und diese Situationen tunlichst dafür genutzt werden sollten, um sie als Erinnerung festzuhalten. Eigentlich ist der Auftakt der Handlung wirklich durchdacht, denn das Thema Fotografie bietet sehr viele Möglichkeiten, die in der Anime-Landschaft bisher kaum genutzt worden sind. Nach nur wenigen Episoden merken wir jedoch, dass der Anime, der zu seiner Verteidigung auf einer Dating-Simulation für die PlayStation Portable basiert, diese Thematik nicht annähernd aufgreifen will oder kann. In den ersten Folgen erleben wir noch eine zusammenhängende Handlung, die aber schon einmal die Grundlagen für den restlichen Verlauf des Animes bildet. Nach den Sommerferien trifft Kazuya auf seine Freundin Nīmi Haruka. Seit der Kindheit sind die beiden eng miteinander befreundet und haben sogar Gefühle füreinander gehabt, doch aufgrund banaler Umstände sind sie nicht zusammen gekommen. Erst als sie von ihrem Sandkastenfreund fotografiert werden möchte, flammen die alten Gefühle bei beiden wieder auf. Allerdings wollen noch andere Oberschülerinnen vor die Kameralinse gezogen werden.

Vier Liebschaften auf einmal

Photo Kano (Vol. 2) (3)So spaltet sich die Geschichte mit der sechsten Episode in mehrere Handlungsstränge auf. Mit der sechsten Folge möchte man jedoch zunächst an Haruka festhalten. Sie haben ein Date am Meer, besuchen eine Foto-Ausstellung in ihrer Schule und offenbaren sich schlussendlich ihre Gefühle füreinander. Die Romanze dauert jedoch nicht lange, denn schon mit dem Abspann der sechsten Episode endet die Liebesgeschichte um Kazuya und Haruka bereits. Die nachfolgende Episode beschäftigt sich hingegen mit Sanehara Hikari. Diese kann jedoch nicht lächeln und ist Kazuya auch ein wenig abweisend gegenüber. Schließlich möchte er den Grund für ihre lockeren Mundwinkel erfahren und sie zum Lachen bringen. In der achten Folge ist es hingegen Schülersprecherin Muroto Aki, die er am liebsten fotografieren will. Als er sie beim Schwänzen erwischt, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Damit die Anime-Serie einen weiteren Stereotyp abarbeitet, dreht sich in der neunten Episode alles um die Softball-Spielerin Masaki Nonoka. Diesmal steht der Jahreszeitenwechsel vom Sommer zum Herbst an, der ihre Beziehung zueinander betonen soll. Wer eine zusammenhängende Handlung erwartet, wird von der Anime-Serie Photo Kano spätestens mit der zweiten Volume enttäuscht werden. Trotzdem ist genau dieser Serienaufbau kurioserweise ein großer Pluspunkt.

Geniales Konzept ohne Spannung

Photo Kano (Vol. 2) (4)Obwohl die Geschichten sehr seicht bleiben und keinen Tiefgang haben, dürfen sich Fans der PlayStation-Portable-Vorlage gerade deswegen so sehr über das Konstrukt freuen. Schließlich kommen so mehrere Handlungsstränge dran und man kann problemlos eine Geschichte überspringen, wenn man eine von Kazuyas Liebschaften nicht mag, ohne dass man dabei wertvolle Hintergrundinformationen verpassen würde. Man könnte schon fast behaupten, dass Kazuyas Leben wie im Filmklassiker Und täglich grüßt das Murmeltier mit jeder Episode zurück auf Anfang gesetzt wird. Trotz des gut gemeinten Konzepts kann sich so in einer Serie kaum Spannung bilden und wem das sehr wichtig ist, sollte vielleicht eher zu Die Ewigkeit, die du dir wünschst greifen. Schuld daran mag auch die deutsche Synchronisation sein. Diese kommt nicht einmal annähernd ans japanische Original heran, bei dem die richtigen Betonungen sehr viel zum Humor beitragen. Digitales Bonusmaterial über die Hintergründe zum Spiel oder zur Produktion der Anime-Serie gibt es zwar nicht, doch dafür finden wir im Digipack wieder ein nettes Booklet mit einem kurzen Episodenguide, sowie mit einigen Skizzen und Artworks zu den Charakteren und Schauplätzen der Serie. Wie bei der ersten Volume hätte man hier sehr viel mehr aus der Vorlage herausholen können, sodass wir gespannt auf Volume 3 blicken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bevor ich mit der Serie angefangen habe, habe ich mich sehr auf diese gefreut. Nach dem Anschauen der ersten Episoden habe ich mich aber sehr gelangweilt gefühlt und mich ehrlich gesagt auch davor gedrückt, Photo Kano weiterhin anzuschauen. Nach mehreren Monaten habe ich jedoch wieder Lust auf die Serie bekommen und wollte ihr noch einmal eine Chance geben. Zu Gute halten muss man Photo Kano, dass die Serie auf einer Dating-Simulation basiert und sich an der Vorlage orientieren will, bei der es schließlich auch mehrere Lösungsmöglichkeiten gibt, mit welchem der Mädchen man nun ausgehen möchte. So setzt die Anime-Serie dieses Konzept in der zweiten Volume zwar wirklich sehr gut um, doch um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, macht dieses Konzept auch jegliche Spannung kaputt, da sich einfach keine vernünftige Handlung entwickeln kann, mit der ich jede einzelne Episode lang mitfiebern darf. Kenner und vor allem Liebhaber der PlayStation-Portable-Vorlage sollten sich von meiner harschen Kritik aber definitiv nicht abschrecken lassen, denn diese werden den Anime im Gegensatz zu mir sicherlich verschlingen und in den höchsten Tönen loben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Photo Kano (Vol. 2)!

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