Review: Another (Vol. 3)

Nachdem wir in den Episoden der ersten Volume in die Grundlagen der Anime-Serie Another eingewiesen worden sind, wurde diese Ausgangssituation in der zweiten Volume erweitert. In der dritten Ausgabe werden wir noch weiter in das Universum mit seinen Tücken eingeführt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht nach wie vor der junge Mittelschüler Sakakibara Kōichi, der für sein letztes Mittelschuljahr aus seiner Heimat Tōkyō ins ländliche Yomiyama gezogen ist. Die ersten beiden Volumes der auf vier Ausgaben ausgelegten Anime-Serie haben gezeigt, dass angeblich ein Fluch auf der idyllischen Kleinstadt liegt. So und nicht anders werden zumindest die mysteriösen Tode von Kōichis Mitschülern erklärt. Zu Beginn der achten Episode unternehmen die Freunde inmitten ihrer letzten Sommerferien der Mittelschulzeit einen Ausflug ans Meer. Da der Fluch anscheinend nur in Yomiyama greifen kann, fühlen sie sich sichtlich erleichtert, als sie endlich die Stadtgrenze passieren können. Die gemeinsame Zeit am Strand nutzen sie allerdings nicht nur, um durchzuatmen und sich von den Strapazen der letzten Monate zu erholen, sondern um Matsunaga Katsumi zu treffen. Dieser ist ein ehemaliger Klassenkamerad von Kōichis Tante Mikami Reiko, der im Jahr 1983 (in der Serie also vor fünfzehn Jahren) womöglich dafür verantwortlich war, dass der Fluch, der auf Klasse 3-3 liegt, gebrochen wurde. Gemeinsam suchen sie Rat bei ihm, um zu erfahren, wie sie den Fluch brechen können. Ob sie von ihm eine aussagekräftige Antwort erhalten, lassen wir an dieser Stelle einmal offen. Fakt ist jedoch, dass der Strandurlaub nicht mit diesem Treffen enden kann.

Damals im Zeltlager

Am Ende der achten Episode werden die Auswirkungen des Fluchs noch einmal auf ein ganz neues Niveau gehoben. Um weitere Spoiler zu vermeiden, werden wir das Erlebnis am Ende ihrer Sommerferien nicht näher erwähnen. Intelligent ist in der Erzählweise von Another, dass man die Geschichten um die mysteriösen Unfälle mit Todesfolge diesmal direkt auf zwei Ebenen erzählt. Somit bleibt die Erzählung nicht nur in der Gegenwart, sondern macht auch den Sprung ins Jahr 1983, wo wir einen jungen Katsumi erleben. Interessant ist dabei, dass sowohl das Jahr 1983, als auch das Jahr 1998 in Form von zeitgenössischer Technik wie Mobiltelefonen oder Mikrokassetten eingefangen wird. Das untermauert nicht nur stark die Atmosphäre – es sorgt auch dafür, dass sich die Schüler der 1990er Jahre unterbewusst verstärkt mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Weitere Parallelen zwischen den beiden Erzählebenen werden in Form des Zeltlagers (das bereits in der zweiten Volume angedeutet wurde) gezogen, um die Fluchbekämpfung voranzutreiben. Dennoch kann die Verzweiflung der Freunde nicht von der Hand gewiesen werden, da man zu alten Maßnahmen zurückkehrt und versucht, sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen. Beispielsweise wird Misaki Mei beschuldigt, sich nicht an ihre Abmachung gehalten zu haben, alle anderen zu ignorieren, um den Fluch zu unterdrücken.

Verblasste Farben

Die meiste Zeit über werden die Dialoge langsam und ruhig erzählt – so bleiben auch Szenen, die am helllichten Tag am Strand oder in der Natur spielen, düster. Letzteres liegt nicht nur an den tollen japanischen oder deutschen Synchronsprechern, sondern auch an der Hintergrundmusik. Diese untermalt sämtliche Szenen teilweise sogar ein wenig gruselig. Nie können wir uns sicher sein, ob im nächsten Moment vielleicht etwas Schlimmes passiert sein könnte. Die düstere Atmosphäre bleibt dank der Akustik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 durchgehend spürbar. Hinzu kommt ein knackscharfes Bild in der Auflösung 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Passend zur Atmosphäre werden die Bilder mit blassen Farben gefüllt und selbst bei fröhlichen Momenten sind kräftigere Farben meist Mangelware. Diesmal geizt Another – im Gegensatz zur zweiten Volume – mit Blut. Das heißt aber nicht, dass die Serie deshalb unblutig bleibt. Welche Mitschüler aber dieses Mal vom Fluch getroffen werden, müsst ihr hingegen selbst herausfinden. Selbiges gilt auch für Hintergrundinformationen in digitaler Form, die es nicht auf die Disc geschafft haben. Immerhin soll auch der dritten Volume ein Booklet beiliegen, welches uns zum Testen aber nicht zur Verfügung stand. Wir gehen aber davon aus, dass es ähnlich hochwertig ist, wie der Rest der Serie. Zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mir der Auftakt von Another noch nicht ganz so sehr zugesagt hat, konnte ich mich jedoch mit der zweiten Volume der Serie anfreunden. Die dritte Volume hat mir ähnlich gut gefallen. Man hat den Einsatz von Blut wieder reduziert und sich stattdessen stärker auf den Mystery-Faktor konzentriert. Diesmal wird der Anime auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, die dennoch eng miteinander verknüpft sind. Sowohl im Jahr 1983, als auch im Jahr 1998 taucht zeitgenössische Technik auf, die auf der einen Seite beide Jahre atmosphärisch unterlegt und auf der anderen Seite sogar die Charaktere auf beiden Zeitebenen miteinander verbindet. Bis zum Ende der zehnten Folge bleibt die Serie deshalb durchgehend spannend und dank des Cliffhangers freue ich mich jetzt umso mehr auf die vierte und letzte Volume der Anime-Serie, die ich nicht verpassen möchte!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Another (Vol. 3)!

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